Unter Verrückten sagt man du

Unter Verrückten sagt man du

Hardcover
4.115

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Beschreibung

»Dieses klare und schöne Buch zeigt: Ohne das Verrücktsein wäre unsere Welt ein schlechterer Ort.« Julia von Heinz

An einer Umbruchstelle im Leben wird Lea De Gregorio verrückt . Zu viele Gedanken drehen frei in ihrem Kopf, zu viele Fragen rasen ihr durchs Herz, der Schlaf bleibt aus. Und es folgt, was hierzulande nun mal vorgesehen ist: die Behandlung in der Psychiatrie. Doch geht der Heilung die Entmündigung voraus. Hier bestimmen, entscheiden, sprechen andere für sie. Muss sie sich dieser althergebrachten Ordnung tatsächlich fügen, damit alles besser wird? Oder sie erst recht in Frage stellen? Eine Suche nach grundlegenden Antworten beginnt, sie führt sie an tabuisierte Orte der Geschichte, in unsere Sprache, die Philosophie und schließlich in den Kampf. Gegen Ausgrenzung und Diskriminierung von Verrückten , einer viel zu lange übersehenen Minderheit.

Lea De Gregorio entlarvt die tradierten Ungerechtigkeiten in unserem Denken, Fühlen, Handeln. Unter Verrückten sagt man du leistet dringend notwendige Psychiatrie- und Gesellschaftskritik. In einer Sprache, die so klar und so klug und so zärtlich ist, dass sie den Blick auf unser Zusammenleben substanziell zu verändern vermag.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Biografien
Sub-Genre
Memoiren
Format
Hardcover
Seitenzahl
297
Preis
20.60 €

Autorenbeschreibung

Lea De Gregorio wurde 1992 in Hessen geboren. Sie studierte Vergleichende Kultur- und Religionswissenschaft und schloss einen Master in Europäischer Ethnologie und einen zweiten in Philosophie ab. Sie volontierte beim Amnesty Journal, wo sie später als Redakteurin für Gesellschaftsthemen zuständig war. Bereits während des Studiums begann De Gregorio für überregionale deutsche Zeitungen zu schreiben. Heute arbeitet sie als freie Journalistin u. a. für DIE ZEIT, Deutschlandfunk Kultur und die taz. Sie lebt in Berlin.

Beiträge

3
Alle
4

Ein sehr informatives und aufklärendes Buch über die Diskriminierungserfahrungen Psychiatrieerfahrener

Die Autorin Lea de Gregorio schreibt ausgehend von ihren Erfahrung ein sehr informatives Buch über eine große Bandbreite an Diskriminierungserfahrungen von Psychiatrieerfahrenen. Zugegeben war ich nach dem Lesen des vierten Kapitels kurz davor das Buch abzubrechen. Ich hatte den Eindruck, dass sich vieles wiederholt. Im fünften Kapitel "Hadamar. Von der Vergangenheit, die niemand entschädigen will" hat der für mich besonders interessante Teil begonnen. Ab hier wurde insbesondere die strukturelle Ebene geöffnet. In diesem Kapitel werden die Verbrechen während des Nationalsozialismus hervorgehoben. "Ärzte und Ärztinnen gehörten 'zu einem höheren Prozentsatz als irgendeine andere Berufsgruppe der NSDAP (45%) und/oder der SA oder SS an' schreiben [Weingart/Kroll/Bayertz]." In diesem Kapitel geht es viel um Ethanasie und Zwangssterilisation. In den darauf folgenden Kapiteln, erzählt Lea de Gregorio von ihrem zweiten Psychiatrie Aufenthalt, ihrem Aufenthalt in einer Reha, das Kennenlernen von Verbündeten und vom Aktivismus. Falls du also auch nach den ersten Kapiteln unsicher bist, bleib dabei, ließ weiter, es lohnt sich voll!! Danke Lea de Gregorio für diese sehr wichtige Aufklärung und Sensibilisieren in Bezug auf "Ver-Rückungen" im Leben.

5

Eine wichtige Reflexion der Psychiatrie und ihrer Geschichte anhand von persönlichen Beispielen der Autorin und ihrer Interviewpartner*innen

Ich habe das Buch innerhalb weniger Tage in der Psychiatrie gelesen und bin trotz der teilweise etwas schwierigeren Sprache und den philosophischen Exkursen flüssig durchgekommen. Das Buch gibt keine schnellen Antworten, dafür bietet es einen interessanten Rundumschlag über die Psychiatrie und ihre Geschichte sowie mit dem Psy*System und psychischen Erkrankungen zusammenhängenden Fragestellungen. Ich habe dadurch Menschen mit spannenden Ansichten und Lebensentwürfen kennengelernt und verstehe jetzt besser, wie sich Stigmatisierung und Verfolgung im Nationalsozialismus auf die heutige Betrachtung psychisch kranker Menschen auswirkt. Große Empfehlung!

Eine wichtige Reflexion der Psychiatrie und ihrer Geschichte anhand von persönlichen Beispielen der Autorin und ihrer Interviewpartner*innen
5

Tolles Buch, eindrücklich, differenziert und informativ.

Während Depressionen immer anerkannter werden, gibt es eine steigende Abgrenzung von allem verrückten, was als wahnhaft verstanden wird. Die Autorin räumt auf mit Vorurteilen, übt grundlegende Psychiatriekritik und stellt als Philosophin grundlegende Sinnfragen. Das Buch ist witzig geschrieben trotz des teilweise harten Inhalts und liebevoll gegenüber allen Betroffenen, Angehörigen und der Sinnhaftigkeit von Verrückungen.

Tolles Buch, eindrücklich, differenziert und informativ.
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