
371 Follower
Nach wahren Begebenheiten.
📌 "Hier saßen sie, Marga und Henryk, unter dem grünen Blätterdach, am Anfang einer neuen Zeit. Sie mussten mit dem zurechtkommen, was geblieben war." - S. 70 Ich mag Geschichten aus den Kriegsjahren und der Nachkriegszeit rund um den 2. Weltkrieg und denke gerade diese helfen zu verstehen, nicht zu vergessen und es gegenwärtig besser zu machen. Hier begleitet man als Leser*in Marga und Henryk, die sich nach Kriegsende ineinander verlieben und sich trotz aller Widrigkeiten gemeinsam eine Zukunft aufbauen. Henryk ist Jude, schwer traumatisiert, hat das Lager überlebt und seine Familie verloren. Marga ist katholisch, wohlbehütet aus gutem Hause, einige Jahre jünger und dagegen nahezu unbeschadet durch die Kriegsjahre gekommen. Großartig finde ich, dass Margas Eltern Henryk mit offenen Armen aufnehmen, obwohl er ihrer Tochter wenig bieten kann und sie ihm immer eine Stütze sein muss, um mit den Schatten seiner Vergangenheit leben zu können. Das Glück ihrer Tochter steht für sie an erster Stelle und so akzeptieren sie die Verbindung zu Henryk, auch wenn ihre Tochter Chancen hätte in "bessere Kreise" aufzusteigen, denn auch Lukas Krantz, dessen wohlhabende Eltern alteingessen sind, macht ihr Avancen. Diese Verbindung ist nicht selbstverständlich und wird auch nicht von allen gern gesehen, denn obwohl der Krieg vorüber ist, hat sich die Einstellung mancher Menschen nicht geändert. Nach wie vor hat Henryk als Jude im konservativen, bayrischen Mairing einen schweren Stand. Dies zieht sich unterschwellig auch durch die Folgejahre. Man liest abwechselnd die Schilderungen von Marga und Henryk in der Vergangenheit und dann gibt es noch die Ereignisse in der Gegenwart, die Jonathan, den gemeinsamen Sohn von Marga und Henryk betreffen. Auch der junge Student, wird mit Ablehnung und Feindseligkeit konfrontiert, denn auch in der heutigen Zeit gibt es genug Menschen, die aus der Dummheit der Vergangenheit nichts gelernt haben. Insgesamt hab ich die Geschichte zügig gelesen, muss aber sagen, dass ich den Teil um Jonathan im Vergleich zur Geschichte seiner Eltern (gerade am Ende) zu kurz fand. Da hätte ich mir ein wenig mehr Intensität und Emotionen gewünscht. Diese (Liebes-)Geschichte ist wirklich so passiert, was einen zugegebenerweise mit einem Kloß im Hals zurücklässt, wenn man sich durch all die schrecklichen Ereignisse gelesen hat. Schön, dass Henryk seine Marga gehabt hat.

18. Juni 2024
Nach wahren Begebenheiten.
📌 "Hier saßen sie, Marga und Henryk, unter dem grünen Blätterdach, am Anfang einer neuen Zeit. Sie mussten mit dem zurechtkommen, was geblieben war." - S. 70 Ich mag Geschichten aus den Kriegsjahren und der Nachkriegszeit rund um den 2. Weltkrieg und denke gerade diese helfen zu verstehen, nicht zu vergessen und es gegenwärtig besser zu machen. Hier begleitet man als Leser*in Marga und Henryk, die sich nach Kriegsende ineinander verlieben und sich trotz aller Widrigkeiten gemeinsam eine Zukunft aufbauen. Henryk ist Jude, schwer traumatisiert, hat das Lager überlebt und seine Familie verloren. Marga ist katholisch, wohlbehütet aus gutem Hause, einige Jahre jünger und dagegen nahezu unbeschadet durch die Kriegsjahre gekommen. Großartig finde ich, dass Margas Eltern Henryk mit offenen Armen aufnehmen, obwohl er ihrer Tochter wenig bieten kann und sie ihm immer eine Stütze sein muss, um mit den Schatten seiner Vergangenheit leben zu können. Das Glück ihrer Tochter steht für sie an erster Stelle und so akzeptieren sie die Verbindung zu Henryk, auch wenn ihre Tochter Chancen hätte in "bessere Kreise" aufzusteigen, denn auch Lukas Krantz, dessen wohlhabende Eltern alteingessen sind, macht ihr Avancen. Diese Verbindung ist nicht selbstverständlich und wird auch nicht von allen gern gesehen, denn obwohl der Krieg vorüber ist, hat sich die Einstellung mancher Menschen nicht geändert. Nach wie vor hat Henryk als Jude im konservativen, bayrischen Mairing einen schweren Stand. Dies zieht sich unterschwellig auch durch die Folgejahre. Man liest abwechselnd die Schilderungen von Marga und Henryk in der Vergangenheit und dann gibt es noch die Ereignisse in der Gegenwart, die Jonathan, den gemeinsamen Sohn von Marga und Henryk betreffen. Auch der junge Student, wird mit Ablehnung und Feindseligkeit konfrontiert, denn auch in der heutigen Zeit gibt es genug Menschen, die aus der Dummheit der Vergangenheit nichts gelernt haben. Insgesamt hab ich die Geschichte zügig gelesen, muss aber sagen, dass ich den Teil um Jonathan im Vergleich zur Geschichte seiner Eltern (gerade am Ende) zu kurz fand. Da hätte ich mir ein wenig mehr Intensität und Emotionen gewünscht. Diese (Liebes-)Geschichte ist wirklich so passiert, was einen zugegebenerweise mit einem Kloß im Hals zurücklässt, wenn man sich durch all die schrecklichen Ereignisse gelesen hat. Schön, dass Henryk seine Marga gehabt hat.
18. Juni 2024







