Ungefähre Tage
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Beschreibung
Seit fast zwanzig Jahren arbeitet Grün als Pfleger auf der geschlossenen Station einer Psychiatrie. Manche Patienten kommen immer wieder, andere verschwinden, bevorer ihre Namen kennt. Aber sie fällt ihm auf. Wer ist diese Frau? Annika Domainko erzählt die aufwühlende Geschichte zweier haltloser Menschen, sie erzählt von der Angst vor dem Zusammenbruch, von Kontrollverlust und Macht. «Ungefähre Tage» ist ein Roman, der auf der Suche nach Gewissheit jede Sicherheit infrage stellt.
Sie ist Patientin auf der geschlossenen Station einer Psychiatrie, leidet an Wahnvorstellungen, hört Stimmen, doch dann gibt es wieder diese Momente völliger Klarheit. Grün, der als Pfleger auf Station arbeitet, ist wie gebannt von dieser Frau. Durch sie scheint er seinen stumpfen Routinen zu entkommen und wagt es sogar, sich der eigenen Vergangenheit zu stellen. Endlich kann er sprechen, von sich, von dem, wofür er zuvor keine Worte hatte. Und auch wenn der Halt, nach dem er greift, lose ist, könnte diese Frau doch seine Rettung bedeuten. Wäre es denn so fatal, sich näherzukommen? Und wie groß ist die Gefahr, in einem fremden Leben zu verschwinden? «Ungefähre Tage» ist das Psychogramm zweier Menschen im Ausnahmezustand. Wie unter einem Brennglas leuchtet diese Geschichte Machtmissbrauch, Manipulation und menschliche Abgründe aus.
Klug, fesselnd, verstörend - die Psychiatrie als Brennglas der Gesellschaft Für die Leser:innen von Annie Ernaux, Angelika Klüssendorf, Antje Rávik Strubel oder Clemens J. Setz Annika Domainko betreibt ein gekonntes Spiel mit der Wahrheit und lässt Grenzen auf raffinierte Weise verschwimmen
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Annika Domainko, geboren 1988, studierte Latinistik und Klassische Archäologie in Heidelberg und Cambridge. Seit 2018 arbeitet sie als Sachbuch-Lektorin im Hanser Verlag. "Ungefähre Tage" ist ihr Debüt.
Beiträge
Tatsächlich alles ganz schön „ungefähr“ - aber gut
Was trennt eigentlich die Patienten einer psychiatrischen Klinik und ihre Pfleger? Sind am Ende nicht alle Menschen mit inneren und äußeren Hürden? Dieser Frage widmet sich Annika Domainko, indem sie Grün, den Mitarbeiter einer psychiatrischen Klinik, und seine namenlose Patientin zusammentreffen lässt. Erzählerisch sehr erfrischend und spannend konstruiert, verfolgen wir das Kennenlernen der beiden und stoßen durch die Kombination aus Vor- und Rückblenden, Erinnerungsfetzen und Wiederholungen auf mehr Fragen statt Antworten. Wer Mira wirklich war, was zwischen Grün und seiner Patientin passiert und welche Konsequenzen das für die beiden schließlich haben wird, muss sich der Leser selbst erarbeiten, teilweise kann man auch nur Vermutungen anstellen - vieles bleibt wie es der Titel andeutet nur „ungefähr“ einschätzbar. Domainko ist ein stilistisch sauberer und erzählerisch interessanter Roman gelungen, der Lust auf mehr Geschichten der Autorin macht.
Beschreibung
Seit fast zwanzig Jahren arbeitet Grün als Pfleger auf der geschlossenen Station einer Psychiatrie. Manche Patienten kommen immer wieder, andere verschwinden, bevorer ihre Namen kennt. Aber sie fällt ihm auf. Wer ist diese Frau? Annika Domainko erzählt die aufwühlende Geschichte zweier haltloser Menschen, sie erzählt von der Angst vor dem Zusammenbruch, von Kontrollverlust und Macht. «Ungefähre Tage» ist ein Roman, der auf der Suche nach Gewissheit jede Sicherheit infrage stellt.
Sie ist Patientin auf der geschlossenen Station einer Psychiatrie, leidet an Wahnvorstellungen, hört Stimmen, doch dann gibt es wieder diese Momente völliger Klarheit. Grün, der als Pfleger auf Station arbeitet, ist wie gebannt von dieser Frau. Durch sie scheint er seinen stumpfen Routinen zu entkommen und wagt es sogar, sich der eigenen Vergangenheit zu stellen. Endlich kann er sprechen, von sich, von dem, wofür er zuvor keine Worte hatte. Und auch wenn der Halt, nach dem er greift, lose ist, könnte diese Frau doch seine Rettung bedeuten. Wäre es denn so fatal, sich näherzukommen? Und wie groß ist die Gefahr, in einem fremden Leben zu verschwinden? «Ungefähre Tage» ist das Psychogramm zweier Menschen im Ausnahmezustand. Wie unter einem Brennglas leuchtet diese Geschichte Machtmissbrauch, Manipulation und menschliche Abgründe aus.
Klug, fesselnd, verstörend - die Psychiatrie als Brennglas der Gesellschaft Für die Leser:innen von Annie Ernaux, Angelika Klüssendorf, Antje Rávik Strubel oder Clemens J. Setz Annika Domainko betreibt ein gekonntes Spiel mit der Wahrheit und lässt Grenzen auf raffinierte Weise verschwimmen
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Annika Domainko, geboren 1988, studierte Latinistik und Klassische Archäologie in Heidelberg und Cambridge. Seit 2018 arbeitet sie als Sachbuch-Lektorin im Hanser Verlag. "Ungefähre Tage" ist ihr Debüt.
Beiträge
Tatsächlich alles ganz schön „ungefähr“ - aber gut
Was trennt eigentlich die Patienten einer psychiatrischen Klinik und ihre Pfleger? Sind am Ende nicht alle Menschen mit inneren und äußeren Hürden? Dieser Frage widmet sich Annika Domainko, indem sie Grün, den Mitarbeiter einer psychiatrischen Klinik, und seine namenlose Patientin zusammentreffen lässt. Erzählerisch sehr erfrischend und spannend konstruiert, verfolgen wir das Kennenlernen der beiden und stoßen durch die Kombination aus Vor- und Rückblenden, Erinnerungsfetzen und Wiederholungen auf mehr Fragen statt Antworten. Wer Mira wirklich war, was zwischen Grün und seiner Patientin passiert und welche Konsequenzen das für die beiden schließlich haben wird, muss sich der Leser selbst erarbeiten, teilweise kann man auch nur Vermutungen anstellen - vieles bleibt wie es der Titel andeutet nur „ungefähr“ einschätzbar. Domainko ist ein stilistisch sauberer und erzählerisch interessanter Roman gelungen, der Lust auf mehr Geschichten der Autorin macht.




