10. Apr.
Bewertung:4

Tatsächlich alles ganz schön „ungefähr“ - aber gut

Was trennt eigentlich die Patienten einer psychiatrischen Klinik und ihre Pfleger? Sind am Ende nicht alle Menschen mit inneren und äußeren Hürden? Dieser Frage widmet sich Annika Domainko, indem sie Grün, den Mitarbeiter einer psychiatrischen Klinik, und seine namenlose Patientin zusammentreffen lässt. Erzählerisch sehr erfrischend und spannend konstruiert, verfolgen wir das Kennenlernen der beiden und stoßen durch die Kombination aus Vor- und Rückblenden, Erinnerungsfetzen und Wiederholungen auf mehr Fragen statt Antworten. Wer Mira wirklich war, was zwischen Grün und seiner Patientin passiert und welche Konsequenzen das für die beiden schließlich haben wird, muss sich der Leser selbst erarbeiten, teilweise kann man auch nur Vermutungen anstellen - vieles bleibt wie es der Titel andeutet nur „ungefähr“ einschätzbar. Domainko ist ein stilistisch sauberer und erzählerisch interessanter Roman gelungen, der Lust auf mehr Geschichten der Autorin macht.

Ungefähre Tage
Ungefähre Tagevon Annika DomainkoC.H.Beck