Training der Gefühle

Training der Gefühle

Taschenbuch
3.01
GefühlstrainingVerhaltenstherapieSelbstbewusstseinGlück

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Beschreibung

Viele Menschen sind unglücklich aufgrund der eigenen negativen Denkweise. Mit seinem praktischen Gedanken- und Gefühlstraining, der Rational-Emotiven Verhaltenstherapie REVT, erzielt der bekannte Psychotherapeut, Albert Ellis, große Erfolge, wenn es darum geht, negative Lebenseinstellungen zu durchbrechen, sich selbst zu akzeptieren und wieder positiv zu denken. Seine Verhaltenstherapie hilft, - emotionalen Stress und zwischenmenschliche Probleme zu überwinden, - vorhandene persönliche Energie kreativ einzusetzen und - Zufriedenheit, Erfolg und ein erfülltes Leben zu realisieren.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Ratgeber & Sachbücher
Sub-Genre
Familie & Gesundheit
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
288
Preis
16.40 €

Beiträge

1
Alle
3

Wertvoller Grundansatz der kognitiven Verhaltenstherapie, aber inhaltlich repetitiv – hätte halb so lang sein können.

Wenn nicht das Ereignis das Problem ist, sondern die eigene Bewertung Albert Ellis war einer der prägendsten Psychotherapeuten Amerikas und Begründer der Rational-Emotiven Verhaltenstherapie (REVT). Sein Grundgedanke: Nicht die Ereignisse selbst machen uns unglücklich, sondern unsere Bewertung dieser Ereignisse. Wer lernt, irrationale Gedanken zu erkennen und zu hinterfragen, kann emotionalen Stress, Angst und Depression deutlich reduzieren. Im Zentrum stehen drei Hauptdenkfehler, die Ellis als „Mussturbationen“ bezeichnet: „Ich muss ständig gute Leistungen erbringen, sonst bin ich nichts wert“, „Du musst mich rücksichtsvoll behandeln, sonst bist du unmöglich“ und „Mein Leben muss meine Wünsche erfüllen, sonst ist es unerträglich“. Ellis zeigt, wie diese Denkmuster zu Unzufriedenheit, Wut und Verzweiflung führen und wie man sie systematisch durch rationalere Überzeugungen ersetzt. Albert Ellis schreibt direkt, oft humorvoll und mit der Selbstsicherheit eines Mannes, der seine Methode jahrzehntelang in der Praxis bewährt hat. Er ist kein Freund von Schnörkeln oder zurückhaltenden Formulierungen. Wenn er findet, dass seine Leser:innen sich selbst sabotieren, sagt er es ihnen direkt. Diese Direktheit ist erfrischend und gleichzeitig herausfordernd. Die deutsche Übersetzung ist solide. Allerdings gehen einige der englischen Wortspiele und der amerikanische Therapie-Sprech im Deutschen leicht verloren. Stellenweise wirkt der Text etwas hölzern oder altmodisch, was bei einem Werk von 1988 mit Übersetzung Anfang der 2000er nicht überrascht. Was Ellis vermittelt, ist absolut wertvoll. Die Rational-Emotive Verhaltenstherapie gehört bis heute zu den wirksamsten Therapieformen bei Angststörungen, Depression und Selbstwertproblemen – wissenschaftlich gut belegt und Grundlage der modernen kognitiven Verhaltenstherapie. Wer die Grundprinzipien einmal verstanden hat, hat ein mächtiges Werkzeug zur Selbstreflexion zur Hand. Das ABC-Schema (Activating Event – Beliefs – Consequences) ist eine elegant einfache Methode, eigene Gefühle zu analysieren: Was ist passiert? Was habe ich darüber gedacht? Welche Gefühle und Verhaltensweisen folgten daraus? Genau hier lernt man, dass das mittlere B – die eigene Bewertung – die entscheidende Stellschraube ist, nicht das Ereignis selbst. Strukturell ist das Buch in mehrere Hauptbereiche gegliedert: Grundlagen der REVT, die zentralen Denkfehler, konkrete Techniken zur Hinterfragung irrationaler Überzeugungen und Anwendungsbeispiele für verschiedene Lebensbereiche wie Beziehung, Beruf, Selbstwert und Angstbewältigung. Klingt nach klarer Struktur, ist es leider aber nur bedingt. Mein Problem: Die Kapitel überlappen sich inhaltlich stark. Ellis wiederholt seine Hauptthesen immer wieder, mit leicht anderen Beispielen, aber im Kern ist es dieselbe Aussage. Das mag aus didaktischer Sicht sogar gewollt sein (Wiederholung festigt Verständnis), aber für mich als Leserin wurde es ermüdend. Spätestens ab der Hälfte hatte ich das Gefühl, alles bereits gehört zu haben. Hier muss ich ehrlich sein: Ich habe die Übungen nicht systematisch angewendet. Beim Lesen habe ich oft genickt und gedacht „ja, das macht Sinn“, aber den Schritt vom Verstehen zum tatsächlichen Üben habe ich nicht konsequent gemacht. Das hat Ellis übrigens vorhergesagt: Sein größter Kritikpunkt an Leser:innen ist genau das Phänomen, theoretisch zu verstehen, aber praktisch nichts zu tun. Was ich vermisst habe: konkrete, strukturierte Übungsanleitungen mit Platz zum Eintragen, Fragebögen, vielleicht ein Reflexions-Workbook-Charakter. Das Buch ist eher Vortrag als Workshop. Wer wirklich praktisch arbeiten möchte, sollte zusätzlich ein REVT-Arbeitsbuch oder besser noch professionelle Begleitung in Anspruch nehmen. Wichtige Einordnung: Selbsthilfebücher wie dieses sind kein Ersatz für professionelle therapeutische Unterstützung. Ellis selbst räumt das ein, aber das geht in der Lektüre manchmal etwas unter. Wer mit Depression, Angsterkrankungen oder belastenden Erfahrungen kämpft, sollte sich nicht ausschließlich auf ein Buch verlassen, sondern professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Die REVT wirkt am besten begleitet durch eine ausgebildete Fachperson. Was mir an manchen Stellen auch fehlt: Empathie für die Komplexität menschlicher Probleme. Ellis ist sehr direkt – manchmal so direkt, dass es leicht abschätzig wirkt, wenn er Leser:innen ihre „irrationalen Glaubenssätze“ vorhält. Wer gerade in einer schwierigen Phase ist, könnte sich dadurch eher schlecht fühlen als ermutigt. Mein Fazit: „Training der Gefühle“ ist ein wichtiges Buch mit einem wirklich wertvollen Kerngedanken, aber die Umsetzung zieht sich. Wer noch nie etwas über kognitive Verhaltenstherapie gelesen hat, bekommt hier eine fundierte Einführung in einen der erfolgreichsten Therapieansätze der modernen Psychologie. Wer aber schon mit ähnlichen Werken vertraut ist, wird vermutlich wenig wirklich Neues finden. Der Inhalt ist gut, die Methode ist gut, der Autor ist eine echte Größe seines Fachs – aber das Buch selbst hätte deutlich kürzer und praktischer aufgebaut sein können. Mein Tipp: Wer ernsthaft mit der REVT arbeiten möchte, ist mit ergänzenden Übungsbüchern oder professioneller Begleitung besser bedient. Empfehlenswert für alle, die sich erstmals mit kognitiver Verhaltenstherapie auseinandersetzen wollen. Für Menschen, die offen für direkten, unverblümten Selbstreflexions-Sound sind. Auch interessant für Psychologie-Studierende oder Therapeut:innen in Ausbildung, die einen der Klassiker des Faches kennenlernen möchten. Eher nichts für Leser:innen, die akut mit psychischen Belastungen kämpfen – hier ist professionelle therapeutische Begleitung der wichtigere Schritt. Auch nichts für dich, wenn du strukturierte Workbook-Übungen brauchst oder Selbsthilfebücher mit empathischer, behutsamer Sprache bevorzugst.

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