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Das Erbe der Seher
Davian hat ein Geheimnis, das ihn das Leben kosten könnte: Er ist ein Augur, ein Magier, der Gedanken lesen und manipulieren kann. Aufgrund dieser Fähigkeit endete die Herrschaft der Auguren vor 20 Jahren in einem schrecklichen, blutigen Krieg und alle Magier fristen seitdem ein Leben in Unterdrückung. Schon bald jedoch hängt alles von Davian und seinen Gefährten ab, denn eine alte Macht erhebt sich und nur die Auguren können ihr noch etwas entgegensetzen… „The Shadow of What Was Lost“, vor ein paar Jahren bereits einmal unter dem Titel „Das Erbe der Seher“ auf Deutsch erschienen, ist Auftakt der Licanius-Trilogie und das Debüt des Fantasy-Autors James Islington, der inzwischen mit seiner Hierarchy-Reihe international bekannt geworden ist. Ähnlich wie in „The Will of the Many“ wird es auch in der Welt der Auguren und Magier wieder äußerst spannend, vielseitig und kompliziert. Der Autor zögert nicht und wirft den Leser mit den ersten Kapiteln gleich ins kalte Wasser, Erklärungen kommen erst nach und nach, den Rest muss man sich selbst zusammenreimen oder einfach als gegeben hinnehmen. Das Buch ist also eher nichts für Fantasy-Einsteiger, aber ein Fest für Genrefans. Ein Glossar hätte aber trotzdem nicht geschadet, denn es hagelt Personen- und Ortsnamen, die genauso wunderschön und fremdländisch klingen, wie elbische Namen, aber auch einigermaßen verwirrend oder erschlagend sein können, auch, weil man sie oft kaum zuordnen kann. Man braucht also eine Menge Konzentration für diese Geschichte, muss sich ein paar Kapitel lang fokussieren, um in die sehr dynamische, komplexe Handlung eintauchen zu können, muss mitdenken und vielleicht auch einen Absatz zweimal lesen, um alle Handlungsstränge im Kopf zu behalten. Die Geschichte springt nämlich ständig von Protagonist zu Protagonist und fordert viel Aufmerksamkeit. In diesem Zusammenspiel ergibt sich aber auch die Spannung und die Vielschichtigkeit von alten Geheimnissen und Intrigen, die nur gelöst werden können, wenn alle Ebenen der Handlung am Ende zusammenfinden. Das Buch ist sehr gut komponiert und macht Appetit auf viel mehr: klassische Fantasy in Reinform. Noch erstaunlicher wird das Ganze, wenn man bedenkt, dass es sich hier um ein Erstlingswerk handelt. Es gibt einige leichte Parallelen zu anderen Fantasy-Epen, etwa dem Herrn der Ringe, doch der Autor hat keinesfalls kopiert, eher Inspiration gefunden und daraus etwas ganz Eigenes gemacht. Auch ähnelt das Buch durch die vielen politischen Intrigen ein wenig an die spätere Hierarchy-Reihe, aber auch hier kann man sagen: Am Ende erhalten wir eine völlig neue Geschichte mit inhaltlich anderem Fokus. Es wird ähnlich komplex und fordernd, aber die Welt unterscheidet sich stark, die Atmosphäre ist mittelalterlicher, düsterer und magischer, während der Fantasy-Aspekt in „The Will of the Many“ fast schon eher zu Science-Fiction wird. Auch hängt diesmal die Geschichte nicht allein an einem Protagonisten, sondern gleich an einer ganzen Handvoll, die einander kaum über den Weg trauen, aber nur gemeinsam ihre Welt retten können und die wir als Leser alle abwechselnd begleiten dürfen. So bleibt es auch bis zum Schluss fesselnd und nun darf man gespannt sein, wohin sich dieses Abenteuer noch steigern wird. Mit anderen Worten: „The Shadow of What Was Lost“ ist ein unglaublich vielversprechender Auftakt mit einer sehr durchdachten, faszinierenden Welt, die noch viele Fragen aufwirft, und kann auf jeden Fall mit späteren Werken des Autors und den hohen Ansprüchen der epischen High Fantasy mithalten. Spätestens jetzt hat James Islington bewiesen, dass er in diesem Genre ganz oben mitspielt. Wir dürfen noch viel von ihm erwarten und dürfen hoffentlich schon ganz bald in diese Welt zurückkehren.

4 Tage vor
Das Erbe der Seher
Davian hat ein Geheimnis, das ihn das Leben kosten könnte: Er ist ein Augur, ein Magier, der Gedanken lesen und manipulieren kann. Aufgrund dieser Fähigkeit endete die Herrschaft der Auguren vor 20 Jahren in einem schrecklichen, blutigen Krieg und alle Magier fristen seitdem ein Leben in Unterdrückung. Schon bald jedoch hängt alles von Davian und seinen Gefährten ab, denn eine alte Macht erhebt sich und nur die Auguren können ihr noch etwas entgegensetzen… „The Shadow of What Was Lost“, vor ein paar Jahren bereits einmal unter dem Titel „Das Erbe der Seher“ auf Deutsch erschienen, ist Auftakt der Licanius-Trilogie und das Debüt des Fantasy-Autors James Islington, der inzwischen mit seiner Hierarchy-Reihe international bekannt geworden ist. Ähnlich wie in „The Will of the Many“ wird es auch in der Welt der Auguren und Magier wieder äußerst spannend, vielseitig und kompliziert. Der Autor zögert nicht und wirft den Leser mit den ersten Kapiteln gleich ins kalte Wasser, Erklärungen kommen erst nach und nach, den Rest muss man sich selbst zusammenreimen oder einfach als gegeben hinnehmen. Das Buch ist also eher nichts für Fantasy-Einsteiger, aber ein Fest für Genrefans. Ein Glossar hätte aber trotzdem nicht geschadet, denn es hagelt Personen- und Ortsnamen, die genauso wunderschön und fremdländisch klingen, wie elbische Namen, aber auch einigermaßen verwirrend oder erschlagend sein können, auch, weil man sie oft kaum zuordnen kann. Man braucht also eine Menge Konzentration für diese Geschichte, muss sich ein paar Kapitel lang fokussieren, um in die sehr dynamische, komplexe Handlung eintauchen zu können, muss mitdenken und vielleicht auch einen Absatz zweimal lesen, um alle Handlungsstränge im Kopf zu behalten. Die Geschichte springt nämlich ständig von Protagonist zu Protagonist und fordert viel Aufmerksamkeit. In diesem Zusammenspiel ergibt sich aber auch die Spannung und die Vielschichtigkeit von alten Geheimnissen und Intrigen, die nur gelöst werden können, wenn alle Ebenen der Handlung am Ende zusammenfinden. Das Buch ist sehr gut komponiert und macht Appetit auf viel mehr: klassische Fantasy in Reinform. Noch erstaunlicher wird das Ganze, wenn man bedenkt, dass es sich hier um ein Erstlingswerk handelt. Es gibt einige leichte Parallelen zu anderen Fantasy-Epen, etwa dem Herrn der Ringe, doch der Autor hat keinesfalls kopiert, eher Inspiration gefunden und daraus etwas ganz Eigenes gemacht. Auch ähnelt das Buch durch die vielen politischen Intrigen ein wenig an die spätere Hierarchy-Reihe, aber auch hier kann man sagen: Am Ende erhalten wir eine völlig neue Geschichte mit inhaltlich anderem Fokus. Es wird ähnlich komplex und fordernd, aber die Welt unterscheidet sich stark, die Atmosphäre ist mittelalterlicher, düsterer und magischer, während der Fantasy-Aspekt in „The Will of the Many“ fast schon eher zu Science-Fiction wird. Auch hängt diesmal die Geschichte nicht allein an einem Protagonisten, sondern gleich an einer ganzen Handvoll, die einander kaum über den Weg trauen, aber nur gemeinsam ihre Welt retten können und die wir als Leser alle abwechselnd begleiten dürfen. So bleibt es auch bis zum Schluss fesselnd und nun darf man gespannt sein, wohin sich dieses Abenteuer noch steigern wird. Mit anderen Worten: „The Shadow of What Was Lost“ ist ein unglaublich vielversprechender Auftakt mit einer sehr durchdachten, faszinierenden Welt, die noch viele Fragen aufwirft, und kann auf jeden Fall mit späteren Werken des Autors und den hohen Ansprüchen der epischen High Fantasy mithalten. Spätestens jetzt hat James Islington bewiesen, dass er in diesem Genre ganz oben mitspielt. Wir dürfen noch viel von ihm erwarten und dürfen hoffentlich schon ganz bald in diese Welt zurückkehren.
4 Tage vor










