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Talkshow

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Über das Buch

Eine Nachmittags-Talkshow kämpft um ihre Existenz und will mit einer besonders skandalösen Sendung das Publikum zurückerobern. Die Idee: Mehrere Opfer desselben Serientäters berichten von ihren traumatischen Erlebnissen, worauf der Verbrecher vor laufender Kamera aus dem Hut gezaubert wird. Der vorauszusehende Tumult soll die Sendung in die Schlagzeilen bringen. Doch der Plan geht nicht auf, das Talkshowteam muss improvisieren – es geht um alles oder nichts.

Dieser Roman ist eine rabenschwarze Parodie auf das Fernsehen mit seinen Schlaglichtern und Schattenseiten, auf einen Betrieb, der bereit ist, für hohe Quoten Geschmack und Moral zu opfern.

Editionen (1)

ISBN9783257248357
VerlagDiogenes
Erscheinungsdatum25.03.26
Seitenzahl240

Rezensionen & Bewertungen

1 Bewertungen

1 Rezensionen

4,0

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  • ni.kaa
    ni.kaa

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    4,0

    Ich wollte dieses Buch eigentlich sofort abbrechen!

    Ich muss sagen, dass ich es super schwierig finde dieses Buch zu bewerten. Einerseits ist es wirklich genial geschrieben und andererseits fand ich es total widerlich es zu lesen. Darum geht’s: hier haben wir eine Nachmittag-Talkshow im Fernsehen, die keine guten Quoten mehr hat. Daher brauchen Sie ein Thema, welches die Leute einschalten lässt. Von Anfang an hat ein Mitarbeiter die Idee über das Thema Vergewaltigungen zu recherchieren. Hierfür startet er einen Aufruf, woraufhin sich Betroffene melden. Er pickt drei Frauen raus und verabredet sich mit denen, um deren Geschichte zu erfahren. Im Verlauf erleben wir, wie vermutlich generell der alltäglicher Wahnsinn bei so einer Talkshow passiert. Generell wird von Anfang an über das Thema Vergewaltigungen sehr unsensibel gesprochen. Ständig ist davon die Rede, wie gut das Thema ist, weil sich das klicken wird. Wie zum Beispiel es wahrscheinlich viel Geheule geben würde und dass sie hoffen, dass sehr ausführlich über die Taten gesprochen wird. Das ist so der widerliche Aspekt an der Geschichte, weil es einfach nur abartig ist das Thema damit so ins lächerliche zu ziehen. Ich hab eine regelrechte Wut dabei empfunden. Das Gute an der Geschichte ist aber, dass das höchstwahrscheinlich genauso im Reality TV sich abspielt. Da geht’s auch um Dramen und traurige Geschichten und Schicksalsschläge. Daher ist es eher wie ein Weckruf für einen. Ein Weckruf, der bezwecken soll, dass man sich vielleicht mal die Frage stellt, wenn man mal wieder Reality TV schaut, was dahinter steckt. Denn diese machen Quote grade mit solchen Geschichten. Und ich finde gerade dieses Buch zeigt es richtig gut auf. Ich würde das sogar als eine Kritik an Reality TV Shows sehen. Wenn man das so betrachtet, kann ich das Buch sehr empfehlen. Seid euch nur bewusst, dass über das Thema Vergewaltigungen sehr widerlich gesprochen wird, in dem Sinne, wie toll das für die Einschaltquote ist etc. Das merkt man auch direkt am ersten Satz des Buches, dass es da direkt damit losgeht. »Vergewaltigungen sind immer gut.« Sprachlich fand ich das Buch vollkommen Ordnung. Es war recht angenehm und einfach geschrieben.

    24. Mai 2026

Autorin / Autor

Über Charles Lewinsky

Charles Lewinsky, 1946 in Zürich geboren, ist seit 1980 freier Schriftsteller. International berühmt wurde er mit seinem Roman ›Melnitz‹. Er gewann zahlreiche Preise, darunter den französischen Prix du meilleur livre étranger. ›Der Halbbart‹ war nominiert für den Schweizer und den Deutschen Buchpreis. Sein Werk erscheint in 16 Sprachen. Charles Lewinsky lebt im Sommer in Vereux, Frankreich, und im Winter in Zürich.

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