Rohstoff
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Anlässlich seines 75. Geburtstages hat Diogenes die Werke von Jörg Fauser neu aufgelegt. Und das mit Recht. Für mich war es der erste Roman des Autors, der 1987 angeblich unter ominösen Umständen in der Nacht nach seiner Geburtstagsparty von einem LKW überfahren wurde. Wenn man Rohstoff gelesen hat, dann liegt allerdings sofort der Verdacht nahe, dass Fauser wohl besoffen war. Genauso dem Alkohol zugetan wie sein Alter Ego Harry Gelb, der Protagonist dieses Buches. Die Parallelen zu Fausers Vita sind einfach zu offensichtlich: Es beginnt mit einem Drogenrausch Ende der 60er Jahre in Istanbul, setzt sich dann in Göttingen, West-Berlin und Frankfurt in den 70er Jahren fort. Ich habe mich gefragt, was der Titel zu bedeuten hat. Angesichts des älteren Buchcovers von Diogenes könnte man meinen, das mit dem Rohstoff der Alkohol gemeint ist. Tatsächlich probiert aber Harry alle möglichen Arten von Drogen, auch die Harten, aus. Aber es gibt auch weniger Gefährliches, was in Harrys Leben eine wichtige Rolle spielt, z.B. der Drang, ein anerkannter Schriftsteller zu werden. Auch das Schreiben könnte der Rohstoff sein, der ihn antreibt und Energie zum Weiterleben bietet. Was er verabscheut, sind bürgerliche Konventionen, die er bei seinen zahlreichen Aushilfsjobs immer wieder vor Augen geführt bekommt und die ihn nahezu magnetisch abstoßen. Und dadurch immer wieder rückfällig werden lassen. Das ist kein Buch, welches den Drogenkonsum und das Milieu heroisiert. Es ist in einer bitteren, sachlichen Sprache geschrieben und wirkt sehr authentisch. Nun, alle guten Romane über Drogen und Sucht wurden von Menschen geschrieben, die diese Erfahrungen selbst gemacht haben. Vor allem die vielen bekannten Amerikaner, wovon William S. Burroughs sogar einen Gastauftritt als Interviewpartner von Harry Gelb im Buch hat. Ich habe aber noch nie ein derart gutes Buch zum Thema von einem deutschsprachigen Autor gelesen. Damals in den Zweitausendeins-Merkheften wurde Fauser als der große Geheimtipp in den 80ern gefeiert. Jetzt kann ich den Enthusiasmus verstehen. Ein Buch, dass das Leben in den 70er Jahren in Deutschland gut widerspiegelt. Lesenswert.
Anlässlich seines 75. Geburtstages hat Diogenes die Werke von Jörg Fauser neu aufgelegt. Und das mit Recht. Für mich war es der erste Roman des Autors, der 1987 angeblich unter ominösen Umständen in der Nacht nach seiner Geburtstagsparty von einem LKW überfahren wurde. Wenn man Rohstoff gelesen hat, dann liegt allerdings sofort der Verdacht nahe, dass Fauser wohl besoffen war. Genauso dem Alkohol zugetan wie sein Alter Ego Harry Gelb, der Protagonist dieses Buches. Die Parallelen zu Fausers Vita sind einfach zu offensichtlich: Es beginnt mit einem Drogenrausch Ende der 60er Jahre in Istanbul, setzt sich dann in Göttingen, West-Berlin und Frankfurt in den 70er Jahren fort. Ich habe mich gefragt, was der Titel zu bedeuten hat. Angesichts des älteren Buchcovers von Diogenes könnte man meinen, das mit dem Rohstoff der Alkohol gemeint ist. Tatsächlich probiert aber Harry alle möglichen Arten von Drogen, auch die Harten, aus. Aber es gibt auch weniger Gefährliches, was in Harrys Leben eine wichtige Rolle spielt, z.B. der Drang, ein anerkannter Schriftsteller zu werden. Auch das Schreiben könnte der Rohstoff sein, der ihn antreibt und Energie zum Weiterleben bietet. Was er verabscheut, sind bürgerliche Konventionen, die er bei seinen zahlreichen Aushilfsjobs immer wieder vor Augen geführt bekommt und die ihn nahezu magnetisch abstoßen. Und dadurch immer wieder rückfällig werden lassen. Das ist kein Buch, welches den Drogenkonsum und das Milieu heroisiert. Es ist in einer bitteren, sachlichen Sprache geschrieben und wirkt sehr authentisch. Nun, alle guten Romane über Drogen und Sucht wurden von Menschen geschrieben, die diese Erfahrungen selbst gemacht haben. Vor allem die vielen bekannten Amerikaner, wovon William S. Burroughs sogar einen Gastauftritt als Interviewpartner von Harry Gelb im Buch hat. Ich habe aber noch nie ein derart gutes Buch zum Thema von einem deutschsprachigen Autor gelesen. Damals in den Zweitausendeins-Merkheften wurde Fauser als der große Geheimtipp in den 80ern gefeiert. Jetzt kann ich den Enthusiasmus verstehen. Ein Buch, dass das Leben in den 70er Jahren in Deutschland gut widerspiegelt. Lesenswert.
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Anlässlich seines 75. Geburtstages hat Diogenes die Werke von Jörg Fauser neu aufgelegt. Und das mit Recht. Für mich war es der erste Roman des Autors, der 1987 angeblich unter ominösen Umständen in der Nacht nach seiner Geburtstagsparty von einem LKW überfahren wurde. Wenn man Rohstoff gelesen hat, dann liegt allerdings sofort der Verdacht nahe, dass Fauser wohl besoffen war. Genauso dem Alkohol zugetan wie sein Alter Ego Harry Gelb, der Protagonist dieses Buches. Die Parallelen zu Fausers Vita sind einfach zu offensichtlich: Es beginnt mit einem Drogenrausch Ende der 60er Jahre in Istanbul, setzt sich dann in Göttingen, West-Berlin und Frankfurt in den 70er Jahren fort. Ich habe mich gefragt, was der Titel zu bedeuten hat. Angesichts des älteren Buchcovers von Diogenes könnte man meinen, das mit dem Rohstoff der Alkohol gemeint ist. Tatsächlich probiert aber Harry alle möglichen Arten von Drogen, auch die Harten, aus. Aber es gibt auch weniger Gefährliches, was in Harrys Leben eine wichtige Rolle spielt, z.B. der Drang, ein anerkannter Schriftsteller zu werden. Auch das Schreiben könnte der Rohstoff sein, der ihn antreibt und Energie zum Weiterleben bietet. Was er verabscheut, sind bürgerliche Konventionen, die er bei seinen zahlreichen Aushilfsjobs immer wieder vor Augen geführt bekommt und die ihn nahezu magnetisch abstoßen. Und dadurch immer wieder rückfällig werden lassen. Das ist kein Buch, welches den Drogenkonsum und das Milieu heroisiert. Es ist in einer bitteren, sachlichen Sprache geschrieben und wirkt sehr authentisch. Nun, alle guten Romane über Drogen und Sucht wurden von Menschen geschrieben, die diese Erfahrungen selbst gemacht haben. Vor allem die vielen bekannten Amerikaner, wovon William S. Burroughs sogar einen Gastauftritt als Interviewpartner von Harry Gelb im Buch hat. Ich habe aber noch nie ein derart gutes Buch zum Thema von einem deutschsprachigen Autor gelesen. Damals in den Zweitausendeins-Merkheften wurde Fauser als der große Geheimtipp in den 80ern gefeiert. Jetzt kann ich den Enthusiasmus verstehen. Ein Buch, dass das Leben in den 70er Jahren in Deutschland gut widerspiegelt. Lesenswert.
Anlässlich seines 75. Geburtstages hat Diogenes die Werke von Jörg Fauser neu aufgelegt. Und das mit Recht. Für mich war es der erste Roman des Autors, der 1987 angeblich unter ominösen Umständen in der Nacht nach seiner Geburtstagsparty von einem LKW überfahren wurde. Wenn man Rohstoff gelesen hat, dann liegt allerdings sofort der Verdacht nahe, dass Fauser wohl besoffen war. Genauso dem Alkohol zugetan wie sein Alter Ego Harry Gelb, der Protagonist dieses Buches. Die Parallelen zu Fausers Vita sind einfach zu offensichtlich: Es beginnt mit einem Drogenrausch Ende der 60er Jahre in Istanbul, setzt sich dann in Göttingen, West-Berlin und Frankfurt in den 70er Jahren fort. Ich habe mich gefragt, was der Titel zu bedeuten hat. Angesichts des älteren Buchcovers von Diogenes könnte man meinen, das mit dem Rohstoff der Alkohol gemeint ist. Tatsächlich probiert aber Harry alle möglichen Arten von Drogen, auch die Harten, aus. Aber es gibt auch weniger Gefährliches, was in Harrys Leben eine wichtige Rolle spielt, z.B. der Drang, ein anerkannter Schriftsteller zu werden. Auch das Schreiben könnte der Rohstoff sein, der ihn antreibt und Energie zum Weiterleben bietet. Was er verabscheut, sind bürgerliche Konventionen, die er bei seinen zahlreichen Aushilfsjobs immer wieder vor Augen geführt bekommt und die ihn nahezu magnetisch abstoßen. Und dadurch immer wieder rückfällig werden lassen. Das ist kein Buch, welches den Drogenkonsum und das Milieu heroisiert. Es ist in einer bitteren, sachlichen Sprache geschrieben und wirkt sehr authentisch. Nun, alle guten Romane über Drogen und Sucht wurden von Menschen geschrieben, die diese Erfahrungen selbst gemacht haben. Vor allem die vielen bekannten Amerikaner, wovon William S. Burroughs sogar einen Gastauftritt als Interviewpartner von Harry Gelb im Buch hat. Ich habe aber noch nie ein derart gutes Buch zum Thema von einem deutschsprachigen Autor gelesen. Damals in den Zweitausendeins-Merkheften wurde Fauser als der große Geheimtipp in den 80ern gefeiert. Jetzt kann ich den Enthusiasmus verstehen. Ein Buch, dass das Leben in den 70er Jahren in Deutschland gut widerspiegelt. Lesenswert.





