Physik der Schwermut
Jetzt kaufen
Durch das Verwenden dieser Links unterstützt du READO. Wir erhalten eine Vermittlungsprovision, ohne dass dir zusätzliche Kosten entstehen.
Beschreibung
Der melancholisch-irrwitzigste Roman des Booker-Preisträgers.
Ein Erzähler, dessen Einfühlungsvermögen keine Grenzen kennt: sei es mit dem ewig weggesperrten Minotaurus im Labyrinth der griechischen Antike, mit einer gewöhnlichen Gartenschnecke oder mit dem eigenen Großvater. Der Erzähler bebildert ein Museum der imaginierten Erinnerungen, mit allem, was fürs Heute wichtig ist – und bietet uns ein Zeitengewitter von der griechischen Antike über den Beginn des 20. Jahrhunderts bis hin zu den letzten Ausläufern des bulgarischen Kommunismus. Das Festhalten verdeutlicht auch immer die Vergänglichkeit – doch was heißt leben, als diese Arbeit des Erinnerns und der Empathie zu leisten?
Wiederentdeckung des ikonischen Texts mit neuem Vorwort des Autors.
»Muss ich immer wieder lesen.« Nobelpreisträgerin Olga Tokarczuk.
»Intelligent und berührend.« The New York Times.
»Eine Liebeserklärung an die Fantasie. Eine literarische Wundertüte.« Cicero
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Georgi Gospodinov wurde 1968 in Jambol, Bulgarien, geboren. Einem großen internationalen Publikum wurde er mit seinem Debüt, dem »Natürlichen Roman«, bekannt sowie mit »Physik der Schwermut«, das in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt wurde. Gospodinov erhielt zahlreiche Preise, u. a. zweimal den bulgarischen Buchpreis, den Jan Michalski-Preis und 2023 den International Booker Prize für seinen Roman »Zeitzuflucht«. Er lebt und arbeitet in Sofia.Zuletzt erschien von ihm bei Aufbau der Roman »Der Gärtner und der Tod«, der von der Jury der SWR Bestenliste zum Buch des Jahres 2025 gekürt wurde.
Beiträge
Ein Erzähler von grenzenloser Empathie durchstreift die Zeiten und Existenzen: Er lauscht dem stummen Leid des im Labyrinth verbannten Minotaurus ebenso wie der stillen Beharrlichkeit einer Gartenschnecke oder den verblassenden Erinnerungen des eigenen Großvaters. Mit tastender Vorstellungskraft errichtet er ein Museum der inneren Bilder, ein Archiv imaginierter Erinnerungen, in dem sich das Vergangene und das Gegenwärtige unauflöslich verschränken. Was geschah mit den Namen, nachdem ihre Besitzer gestorben waren? Waren sie frei? Fuhren die Namen fort etwas zu bedeuten, oder zerfielen sie wie die Körper unter ihnen und blieben nur die Knochen der Konsonaten übrig. Seite 73 Sein Blick durchmisst Epochen wie ein aufziehendes Unwetter. Von den Mythen der griechischen Antike über die Umbrüche des frühen 20. Jahrhunderts bis hin zu den letzten Nachklängen des bulgarischen Kommunismus. In diesem fortwährenden Festhalten offenbart sich zugleich die Zerbrechlichkeit aller Dinge: Denn jedes Erinnern trägt bereits den Schatten des Vergessens in sich. Dinge, die nicht zum Sammeln taugen (Liste des Unbeständigen) Käse – beginnt zu miefen Äpfel – verschrumpeln, faulen Wolken – ändern des Aggregatzustand Quittenmarmelade – bekommt Schimmelhaut Geliebte – altern, verschrumpeln (siehe Äpfel) Kinder – wachsen Schneemänner – schmelzen Kaulquappen und Raupen – ändern die Körperform Seite 243 Und so stellt sich unausweichlich die Frage: Was bedeutet es zu leben, wenn nicht dies, das unermüdliche Sammeln von Erinnerungen, das Sich-Hineinversetzen in andere Leben, das behutsame Bewahren dessen, was unaufhaltsam vergeht? So tief die Melancholie den Roman durchzieht, wird sie doch immer wieder von leisen, oft überraschenden Momenten des Komischen durchbrochen. In diesem feinen Wechselspiel beginnen die Grenzen zwischen Schwermut und Leichtigkeit zu verschwimmen, als gehörten sie untrennbar zusammen. Ob es die alten Mythen sind, die bruchstückhaften Erinnerungen an den Großvater als Kind und Soldat oder die eigene Lebensgeschichte, die im kommunistischen Bulgarien beginnt und sich bis zu jenem Punkt entfaltet, an dem Erinnerungen wie in Zeitkapseln konserviert werden. Gospodinovs Roman hält auf jeder Seite etwas Eigenwilliges, etwas Unverwechselbares bereit. Melancholie und Humor stehen dabei nicht im Widerspruch, sondern nähren einander. Es dauert ein paar Kapitel, doch dann lässt sich nicht mehr leugnen, dass Physik der Schwermut in den Rang großer Literatur gehört. Mit einer seltenen Verbindung aus poetischer Zartheit und existenzieller Wucht entfaltet der Text Reflexionen über Leben und Tod, über Trauer und Erinnerung, über die Literatur selbst, so eindringlich und zugleich so anmutig, dass einem die Worte darüber beinahe entgleiten
Das Leben, ein Labyrinth
Auch das Buch selbst könnte man in sich als Labyrinth sehen. Vergangenheit und Gegenwart, Vergessen und Erinnern, Quantenphysik und Poesie, Melancholie und Freude, Griechische Mythologie und Leben im sozialistischen Bulgarien. Auf alle diese Dinge und noch mehr findet man bei Gospodinov. Es ist kein Buch zum schnell mal zwischendurch Lesen (was der Titel evtl. bereits verrät) doch es lohnt sich allemal 🙂
Beschreibung
Der melancholisch-irrwitzigste Roman des Booker-Preisträgers.
Ein Erzähler, dessen Einfühlungsvermögen keine Grenzen kennt: sei es mit dem ewig weggesperrten Minotaurus im Labyrinth der griechischen Antike, mit einer gewöhnlichen Gartenschnecke oder mit dem eigenen Großvater. Der Erzähler bebildert ein Museum der imaginierten Erinnerungen, mit allem, was fürs Heute wichtig ist – und bietet uns ein Zeitengewitter von der griechischen Antike über den Beginn des 20. Jahrhunderts bis hin zu den letzten Ausläufern des bulgarischen Kommunismus. Das Festhalten verdeutlicht auch immer die Vergänglichkeit – doch was heißt leben, als diese Arbeit des Erinnerns und der Empathie zu leisten?
Wiederentdeckung des ikonischen Texts mit neuem Vorwort des Autors.
»Muss ich immer wieder lesen.« Nobelpreisträgerin Olga Tokarczuk.
»Intelligent und berührend.« The New York Times.
»Eine Liebeserklärung an die Fantasie. Eine literarische Wundertüte.« Cicero
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Georgi Gospodinov wurde 1968 in Jambol, Bulgarien, geboren. Einem großen internationalen Publikum wurde er mit seinem Debüt, dem »Natürlichen Roman«, bekannt sowie mit »Physik der Schwermut«, das in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt wurde. Gospodinov erhielt zahlreiche Preise, u. a. zweimal den bulgarischen Buchpreis, den Jan Michalski-Preis und 2023 den International Booker Prize für seinen Roman »Zeitzuflucht«. Er lebt und arbeitet in Sofia.Zuletzt erschien von ihm bei Aufbau der Roman »Der Gärtner und der Tod«, der von der Jury der SWR Bestenliste zum Buch des Jahres 2025 gekürt wurde.
Beiträge
Ein Erzähler von grenzenloser Empathie durchstreift die Zeiten und Existenzen: Er lauscht dem stummen Leid des im Labyrinth verbannten Minotaurus ebenso wie der stillen Beharrlichkeit einer Gartenschnecke oder den verblassenden Erinnerungen des eigenen Großvaters. Mit tastender Vorstellungskraft errichtet er ein Museum der inneren Bilder, ein Archiv imaginierter Erinnerungen, in dem sich das Vergangene und das Gegenwärtige unauflöslich verschränken. Was geschah mit den Namen, nachdem ihre Besitzer gestorben waren? Waren sie frei? Fuhren die Namen fort etwas zu bedeuten, oder zerfielen sie wie die Körper unter ihnen und blieben nur die Knochen der Konsonaten übrig. Seite 73 Sein Blick durchmisst Epochen wie ein aufziehendes Unwetter. Von den Mythen der griechischen Antike über die Umbrüche des frühen 20. Jahrhunderts bis hin zu den letzten Nachklängen des bulgarischen Kommunismus. In diesem fortwährenden Festhalten offenbart sich zugleich die Zerbrechlichkeit aller Dinge: Denn jedes Erinnern trägt bereits den Schatten des Vergessens in sich. Dinge, die nicht zum Sammeln taugen (Liste des Unbeständigen) Käse – beginnt zu miefen Äpfel – verschrumpeln, faulen Wolken – ändern des Aggregatzustand Quittenmarmelade – bekommt Schimmelhaut Geliebte – altern, verschrumpeln (siehe Äpfel) Kinder – wachsen Schneemänner – schmelzen Kaulquappen und Raupen – ändern die Körperform Seite 243 Und so stellt sich unausweichlich die Frage: Was bedeutet es zu leben, wenn nicht dies, das unermüdliche Sammeln von Erinnerungen, das Sich-Hineinversetzen in andere Leben, das behutsame Bewahren dessen, was unaufhaltsam vergeht? So tief die Melancholie den Roman durchzieht, wird sie doch immer wieder von leisen, oft überraschenden Momenten des Komischen durchbrochen. In diesem feinen Wechselspiel beginnen die Grenzen zwischen Schwermut und Leichtigkeit zu verschwimmen, als gehörten sie untrennbar zusammen. Ob es die alten Mythen sind, die bruchstückhaften Erinnerungen an den Großvater als Kind und Soldat oder die eigene Lebensgeschichte, die im kommunistischen Bulgarien beginnt und sich bis zu jenem Punkt entfaltet, an dem Erinnerungen wie in Zeitkapseln konserviert werden. Gospodinovs Roman hält auf jeder Seite etwas Eigenwilliges, etwas Unverwechselbares bereit. Melancholie und Humor stehen dabei nicht im Widerspruch, sondern nähren einander. Es dauert ein paar Kapitel, doch dann lässt sich nicht mehr leugnen, dass Physik der Schwermut in den Rang großer Literatur gehört. Mit einer seltenen Verbindung aus poetischer Zartheit und existenzieller Wucht entfaltet der Text Reflexionen über Leben und Tod, über Trauer und Erinnerung, über die Literatur selbst, so eindringlich und zugleich so anmutig, dass einem die Worte darüber beinahe entgleiten
Das Leben, ein Labyrinth
Auch das Buch selbst könnte man in sich als Labyrinth sehen. Vergangenheit und Gegenwart, Vergessen und Erinnern, Quantenphysik und Poesie, Melancholie und Freude, Griechische Mythologie und Leben im sozialistischen Bulgarien. Auf alle diese Dinge und noch mehr findet man bei Gospodinov. Es ist kein Buch zum schnell mal zwischendurch Lesen (was der Titel evtl. bereits verrät) doch es lohnt sich allemal 🙂






