Mimikry
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Beschreibung
Ein junger Mann, der acht Stunden regungslos im Zentrum einer Stadt steht. Verängstigte Passant:innen rufen die Polizei. Seine Hände hält er in den Hosentaschen vergraben. Wer weiß, vielleicht ist er bewaffnet. Er spricht nicht, reagiert nicht, zeigt keine Gefühlsäußerung, auch nicht, als ein Sonderkommando ihn festnimmt. Psychisch krank sei er wohl, heißt es in einer Nachricht, die an diesem Rekordsommer herausgeht. Wie kann es sein? Keiner scheint ihn zu kennen.
Drei Protagonist:innen erzählen die Geschichte einer Person nach, die entschieden hat, bei einem gesellschaftlichen Platzkampf nicht mitzumachen. Eine Person, die versucht, zu verschwinden, getarnt in der Anonymität der Stadt und selbstzentrierten Personen, die sie umgeben.
Ann Essweins Debüt handelt vom Changieren zwischen Konformität und Abnormität und der Emanzipation von vorgefertigten Lebenswelten.
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Ann Esswein ist Autorin und Journalistin. Sie schreibt u. a. für Die Zeit, Süddeutsche Zeitung, taz, Literaturmagazine und produziert Hörfunkstücke. Sie war Finalistin des 29. open mike, Teilnehmerin an der Romanwerkstatt Die Große Tour am Literaturhaus München und 2021 sowie 2022 auf der Shortlist des Deutschen Kurzgeschichtenwettbewerbs. 2023 erhielt sie den Kunstförderpreis der Stadt Augsburg. Ihr Debütroman Mimikry erschien 2024. Ann Esswein lebt in Berlin.
Beiträge
Ein junger Mann stellt sich mitten auf einen Platz. Er spricht nicht, tragt kein Schild oder Transparent und gibt auch sonst nicht zu erkennen, warum er das tut. Er steht nur regungslos da - stundenlang. Bis ihn die Polizei einsammelt und in die Psychiatrie bringt. Das Buch nähert sich der Geschichte dieses jungen Mannes aus drei Perspektiven, aber nicht seiner eigenen. Dadurch bleibt letztlich vieles unausgesprochen und zum Teil allenfalls zaghaft angedeutet. Ich muss zugeben, ich hab mich mit dem Buch etwas schwer getan. Bin erst richtig gut reingekommen, aber dann so ziemlich genau in der Mitte hat es mich irgendwie verloren und bis zum Ende leider nicht mehr ganz eingefangen.
Große Leseempfehlung für eine rätselhafte Lebensgeschichte mit ganz viel Herz
„Mimikry bezeichnet in der Biologie eine Form der Nachahmung visueller, auditiver oder olfaktorischer Signale, die dazu führt, dass dem Nachahmer und Fälscher Vorteile durch die Täuschung des Signalempfängers entstehen.“ [Wikipedia] Wie es Arda gelingt, in seiner Umwelt unterzutauchen und wie er zu einem wahren Meister der Mimikry wurde, erfahren wir in Ann Essweins Roman. 👤 Drei Personen, die drei verschiedene Lebensabschnitte von Arda begleitet haben, erzählen uns, wer Arda eigentlich ist. Und alle drei haben noch ihre eigenen Sorgen. Gleich zu Beginn des Romans ist da das riesige Rätsel über den jungen Mann, der einfach nur regungslos dasteht. Dann tauchen die Nebenfiguren auf und trotzdem verstehe ich erst einmal überhaupt nichts. Genau diese Momente liebe ich in Büchern, denn voller Vorfreude ahne ich, dass sich während des Lesens alles fügen wird. Und genauso ist es gekommen. Am beeindruckendsten waren für mich die vielen Details, die beim erstmaligen Lesen vielleicht gar nicht sofort auffallen. Aber achte doch mal darauf, wann der Name Joshua auftaucht - ich habe da einen Hinweis entdeckt. Und ganz nach meinem Geschmack sind auch die Kapitel-Titel, da fängt mein Detektivinnen-Spürsinn sofort an zu arbeiten. Einfach nur grandios! Der Roman enthält noch weitere winzige Fingerabdrücke und versteckte Botschaften. Wenn du welche findest, könnte das deine Interpretation der Geschichte beeinflussen. Ich hatte eine riesige Freude beim Lesen und bin sicher, dass mir noch ganz andere Dinge auffallen, wenn ich das Buch ein zweites Mal lese. Auch habe ich das Buch häufig gesellschaftskritisch aufgefasst. Denn was wir über Arda erfahren, ist wirklich sehr bewegend und trotzdem nimmt ihn kaum jemand wahr, an und auf - so wie er ist. Das Projekt Bastion hat mich sehr zum Nachdenken gebracht und ist besonders gut gelungen. Zum Schluss ein weiteres Highlight: Die bildreiche Sprache ist herausragend gut. Große Leseempfehlung für einen exzellenten Roman! PS: Vesna ist so toll!

Ein Buch, das ich sofort noch einmal lesen wollte 😻🫶📚💕
Ann Esswein ist Autorin und freie Journalistin, veröffentlicht u.a. für die ZEIT, den Spiegel oder die NZZ, produziert Hörfunk-Stücke und schreibt für Anthologien und Literaturmagazine. „Mimikry“ ist ihr Romandebüt und 2024 bei Nagel & Kimche erschienen. Wie kommt der Romantitel „Mimikry“ zustande, ist eine der ersten Fragen, die man sich als Leser stellt. Die Antwort liegt in einer Person, die nicht auffallen möchte, angepasst lebt - regelrecht mit ihrer Umwelt verschmilzt. Ein junger Mann steht bewegungslos auf dem Bahnhofsvorplatz einer Kleinstadt, spricht nicht, bewegt sich nicht, reagiert nicht und hat die Hände in den Taschen. Dieses Verhalten wirft Fragen auf: Plant er einen Anschlag? Ist er bewaffnet? Was ist seine Identität? Passanten sind beunruhigt und die Presse berichtet effekthascherisch. Der Roman ist multiperspektivisch erzählt. Drei Personen erzählen die Lebensgeschichte dieses Mannes. Der junge Mann heißt Arda (oder doch nicht? Joshua?) Zum Einen haben wir den Journalisten Damian, der Ardas Lebensgeschichte zu recherchieren versucht, zum Anderen Hendrika, die weltweit humanitäre Hilfe geleistet hat und sich aufopfernd um Arda während seiner Schulzeit kümmerte; und die dritte im Bunde ist Johanna, mit der ihn eine außergewöhnliche Freundschaft seit der Schulzeit verbindet. Wir erfahren immer mehr aus Ardas Vergangenheit - der Nebel lichtet sich und Zusammenhänge können verknüpft werden. Jedoch bleibt auch einiges im Unklaren. Was hat Arda dazu bewogen, aus seinem Leben auszubrechen? Warum fällt es ihm so schwer Vertrauen zu anderen Menschen aufzubauen? Wer hier auf klare Antworten hofft, wird enttäuscht. Ich wollte immer mehr wissen, verstehen, analysieren und bin letztendlich verwirrt zurückgeblieben. Ann Esswein hat es aber geschafft, dass ich Mimikry direkt noch einmal lesen möchte - mit geschärftem Blick und Verstand.
Beschreibung
Ein junger Mann, der acht Stunden regungslos im Zentrum einer Stadt steht. Verängstigte Passant:innen rufen die Polizei. Seine Hände hält er in den Hosentaschen vergraben. Wer weiß, vielleicht ist er bewaffnet. Er spricht nicht, reagiert nicht, zeigt keine Gefühlsäußerung, auch nicht, als ein Sonderkommando ihn festnimmt. Psychisch krank sei er wohl, heißt es in einer Nachricht, die an diesem Rekordsommer herausgeht. Wie kann es sein? Keiner scheint ihn zu kennen.
Drei Protagonist:innen erzählen die Geschichte einer Person nach, die entschieden hat, bei einem gesellschaftlichen Platzkampf nicht mitzumachen. Eine Person, die versucht, zu verschwinden, getarnt in der Anonymität der Stadt und selbstzentrierten Personen, die sie umgeben.
Ann Essweins Debüt handelt vom Changieren zwischen Konformität und Abnormität und der Emanzipation von vorgefertigten Lebenswelten.
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Ann Esswein ist Autorin und Journalistin. Sie schreibt u. a. für Die Zeit, Süddeutsche Zeitung, taz, Literaturmagazine und produziert Hörfunkstücke. Sie war Finalistin des 29. open mike, Teilnehmerin an der Romanwerkstatt Die Große Tour am Literaturhaus München und 2021 sowie 2022 auf der Shortlist des Deutschen Kurzgeschichtenwettbewerbs. 2023 erhielt sie den Kunstförderpreis der Stadt Augsburg. Ihr Debütroman Mimikry erschien 2024. Ann Esswein lebt in Berlin.
Beiträge
Ein junger Mann stellt sich mitten auf einen Platz. Er spricht nicht, tragt kein Schild oder Transparent und gibt auch sonst nicht zu erkennen, warum er das tut. Er steht nur regungslos da - stundenlang. Bis ihn die Polizei einsammelt und in die Psychiatrie bringt. Das Buch nähert sich der Geschichte dieses jungen Mannes aus drei Perspektiven, aber nicht seiner eigenen. Dadurch bleibt letztlich vieles unausgesprochen und zum Teil allenfalls zaghaft angedeutet. Ich muss zugeben, ich hab mich mit dem Buch etwas schwer getan. Bin erst richtig gut reingekommen, aber dann so ziemlich genau in der Mitte hat es mich irgendwie verloren und bis zum Ende leider nicht mehr ganz eingefangen.
Große Leseempfehlung für eine rätselhafte Lebensgeschichte mit ganz viel Herz
„Mimikry bezeichnet in der Biologie eine Form der Nachahmung visueller, auditiver oder olfaktorischer Signale, die dazu führt, dass dem Nachahmer und Fälscher Vorteile durch die Täuschung des Signalempfängers entstehen.“ [Wikipedia] Wie es Arda gelingt, in seiner Umwelt unterzutauchen und wie er zu einem wahren Meister der Mimikry wurde, erfahren wir in Ann Essweins Roman. 👤 Drei Personen, die drei verschiedene Lebensabschnitte von Arda begleitet haben, erzählen uns, wer Arda eigentlich ist. Und alle drei haben noch ihre eigenen Sorgen. Gleich zu Beginn des Romans ist da das riesige Rätsel über den jungen Mann, der einfach nur regungslos dasteht. Dann tauchen die Nebenfiguren auf und trotzdem verstehe ich erst einmal überhaupt nichts. Genau diese Momente liebe ich in Büchern, denn voller Vorfreude ahne ich, dass sich während des Lesens alles fügen wird. Und genauso ist es gekommen. Am beeindruckendsten waren für mich die vielen Details, die beim erstmaligen Lesen vielleicht gar nicht sofort auffallen. Aber achte doch mal darauf, wann der Name Joshua auftaucht - ich habe da einen Hinweis entdeckt. Und ganz nach meinem Geschmack sind auch die Kapitel-Titel, da fängt mein Detektivinnen-Spürsinn sofort an zu arbeiten. Einfach nur grandios! Der Roman enthält noch weitere winzige Fingerabdrücke und versteckte Botschaften. Wenn du welche findest, könnte das deine Interpretation der Geschichte beeinflussen. Ich hatte eine riesige Freude beim Lesen und bin sicher, dass mir noch ganz andere Dinge auffallen, wenn ich das Buch ein zweites Mal lese. Auch habe ich das Buch häufig gesellschaftskritisch aufgefasst. Denn was wir über Arda erfahren, ist wirklich sehr bewegend und trotzdem nimmt ihn kaum jemand wahr, an und auf - so wie er ist. Das Projekt Bastion hat mich sehr zum Nachdenken gebracht und ist besonders gut gelungen. Zum Schluss ein weiteres Highlight: Die bildreiche Sprache ist herausragend gut. Große Leseempfehlung für einen exzellenten Roman! PS: Vesna ist so toll!

Ein Buch, das ich sofort noch einmal lesen wollte 😻🫶📚💕
Ann Esswein ist Autorin und freie Journalistin, veröffentlicht u.a. für die ZEIT, den Spiegel oder die NZZ, produziert Hörfunk-Stücke und schreibt für Anthologien und Literaturmagazine. „Mimikry“ ist ihr Romandebüt und 2024 bei Nagel & Kimche erschienen. Wie kommt der Romantitel „Mimikry“ zustande, ist eine der ersten Fragen, die man sich als Leser stellt. Die Antwort liegt in einer Person, die nicht auffallen möchte, angepasst lebt - regelrecht mit ihrer Umwelt verschmilzt. Ein junger Mann steht bewegungslos auf dem Bahnhofsvorplatz einer Kleinstadt, spricht nicht, bewegt sich nicht, reagiert nicht und hat die Hände in den Taschen. Dieses Verhalten wirft Fragen auf: Plant er einen Anschlag? Ist er bewaffnet? Was ist seine Identität? Passanten sind beunruhigt und die Presse berichtet effekthascherisch. Der Roman ist multiperspektivisch erzählt. Drei Personen erzählen die Lebensgeschichte dieses Mannes. Der junge Mann heißt Arda (oder doch nicht? Joshua?) Zum Einen haben wir den Journalisten Damian, der Ardas Lebensgeschichte zu recherchieren versucht, zum Anderen Hendrika, die weltweit humanitäre Hilfe geleistet hat und sich aufopfernd um Arda während seiner Schulzeit kümmerte; und die dritte im Bunde ist Johanna, mit der ihn eine außergewöhnliche Freundschaft seit der Schulzeit verbindet. Wir erfahren immer mehr aus Ardas Vergangenheit - der Nebel lichtet sich und Zusammenhänge können verknüpft werden. Jedoch bleibt auch einiges im Unklaren. Was hat Arda dazu bewogen, aus seinem Leben auszubrechen? Warum fällt es ihm so schwer Vertrauen zu anderen Menschen aufzubauen? Wer hier auf klare Antworten hofft, wird enttäuscht. Ich wollte immer mehr wissen, verstehen, analysieren und bin letztendlich verwirrt zurückgeblieben. Ann Esswein hat es aber geschafft, dass ich Mimikry direkt noch einmal lesen möchte - mit geschärftem Blick und Verstand.






