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Man müsste versuchen glücklich zu sein ist das erste Buch von Julia Holbe, das ich gelesen habe. Im Klappentext heißt es: „Julia Holbe erzählt auf unnachahmliche Weise, voller Witz und Melancholie über den Abschied von den Eltern. Berührend und komisch schildert sie eine Reise zurück in eine verrückte Kindheit.“ Ich fand das Buch leider weder berührend noch melancholisch, lustig oder witzig. Zwei Schwestern in mittleren Jahren treffen sich nach dem Tod der Eltern im Elternhaus in Luxemburg und verarbeiten und zerreden ihre Kindheit, die - wie ich finde - so schlecht nicht war. Der Vater war zuerst Moderator bei Radio Luxemburg, später Fernsehmoderator, die Mutter Hausfrau. Die Eltern sind zwar bis zu ihrem Tod zusammengeblieben, hatten aber während ihrer langjährigen Ehe etliche Affären. Flora, die Ältere, spricht von ihrer jüngeren Schwester Millie immer nur als „meine blöde Schwester“, was wohl hauptsächlich daran liegt, dass sie sich alleine um die alten Eltern gekümmert hatte, während Millie noch nicht einmal zu den Beerdigungen aufgetaucht ist. Während die beiden über die Zukunft des Elternhauses diskutieren, reist überraschend Floras erwachsene Tochter Lucie an. Wie sich herausstellt, hatte sie Kontakt zu ihrer Tante, sie hatte es immer bedauert, dass sie neben den Freundinnen ihrer Mutter, die sie Tanten genannt hatte, keine richtige Tante hatte. Irrtümlicherweise bin ich davon ausgegangen, dass der Roman in der Bretagne spielt und habe ihn in den Urlaub dorthin mitgenommen. Letztendlich fahren die Schwestern nur für einen Tag in die Bretagne, um nach dem Boot des Vaters zu schauen. Die (Lese)zeit in der Bretagne beschränkt sich auf wenige Seiten. Warum die Schwestern unglücklich sind, konnte ich nicht wirklich nachvollziehen. Sie wurden nicht vernachlässigt, alle ihre materiellen Wünsche (Barbies, Playmobil) wurden sofort erfüllt. Die Sommer verbrachten sie mit dem Vater auf dem Boot in der Bretagne und sind oft mit der Mutter, deren besten Freundin und ihrem Sohn verreist. Ich habe mir eine Passage markiert, die mir gut gefällt: „Erinnerungen können trügen. Sie sind keine exakten, objektiven und unveränderlichen Aufzeichnungen unseres Lebens. Jedes Mal, wenn wir eine Erinnerung abrufen, müssen wir sie neu rekonstruieren, wie eine Geschichte neu erzählen, Details gehen verloren, neue Interpretationen kommen hinzu, es gibt immer eine neue Version.“ (S. 88) Das Ende mit der Wiederannäherung der Schwestern war vorhersehbar. Ich fand das Buch zu langatmig, mit ausufernden Dialogen und zu wenig Handlung. Von mir daher nur drei Sterne und keine Leseempfehlung.
17. Sept. 2025
Man müsste versuchen glücklich zu sein ist das erste Buch von Julia Holbe, das ich gelesen habe. Im Klappentext heißt es: „Julia Holbe erzählt auf unnachahmliche Weise, voller Witz und Melancholie über den Abschied von den Eltern. Berührend und komisch schildert sie eine Reise zurück in eine verrückte Kindheit.“ Ich fand das Buch leider weder berührend noch melancholisch, lustig oder witzig. Zwei Schwestern in mittleren Jahren treffen sich nach dem Tod der Eltern im Elternhaus in Luxemburg und verarbeiten und zerreden ihre Kindheit, die - wie ich finde - so schlecht nicht war. Der Vater war zuerst Moderator bei Radio Luxemburg, später Fernsehmoderator, die Mutter Hausfrau. Die Eltern sind zwar bis zu ihrem Tod zusammengeblieben, hatten aber während ihrer langjährigen Ehe etliche Affären. Flora, die Ältere, spricht von ihrer jüngeren Schwester Millie immer nur als „meine blöde Schwester“, was wohl hauptsächlich daran liegt, dass sie sich alleine um die alten Eltern gekümmert hatte, während Millie noch nicht einmal zu den Beerdigungen aufgetaucht ist. Während die beiden über die Zukunft des Elternhauses diskutieren, reist überraschend Floras erwachsene Tochter Lucie an. Wie sich herausstellt, hatte sie Kontakt zu ihrer Tante, sie hatte es immer bedauert, dass sie neben den Freundinnen ihrer Mutter, die sie Tanten genannt hatte, keine richtige Tante hatte. Irrtümlicherweise bin ich davon ausgegangen, dass der Roman in der Bretagne spielt und habe ihn in den Urlaub dorthin mitgenommen. Letztendlich fahren die Schwestern nur für einen Tag in die Bretagne, um nach dem Boot des Vaters zu schauen. Die (Lese)zeit in der Bretagne beschränkt sich auf wenige Seiten. Warum die Schwestern unglücklich sind, konnte ich nicht wirklich nachvollziehen. Sie wurden nicht vernachlässigt, alle ihre materiellen Wünsche (Barbies, Playmobil) wurden sofort erfüllt. Die Sommer verbrachten sie mit dem Vater auf dem Boot in der Bretagne und sind oft mit der Mutter, deren besten Freundin und ihrem Sohn verreist. Ich habe mir eine Passage markiert, die mir gut gefällt: „Erinnerungen können trügen. Sie sind keine exakten, objektiven und unveränderlichen Aufzeichnungen unseres Lebens. Jedes Mal, wenn wir eine Erinnerung abrufen, müssen wir sie neu rekonstruieren, wie eine Geschichte neu erzählen, Details gehen verloren, neue Interpretationen kommen hinzu, es gibt immer eine neue Version.“ (S. 88) Das Ende mit der Wiederannäherung der Schwestern war vorhersehbar. Ich fand das Buch zu langatmig, mit ausufernden Dialogen und zu wenig Handlung. Von mir daher nur drei Sterne und keine Leseempfehlung.
17. Sept. 2025






