
146 Follower
Deutliche, zeitlose Worte. Das Buch hat mich sehr aufgewühlt und ich habe mir viel markiert.

7. Jan. 2025
Deutliche, zeitlose Worte. Das Buch hat mich sehr aufgewühlt und ich habe mir viel markiert.
7. Jan. 2025

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48 Bewertungen
7 Rezensionen
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7. Jan. 2025
7. Jan. 2025


32 Follower
Nach langer Zeit möchte ich heute wieder eine Buchempfehlung aussprechen: Ich lese dieses Buch seit ein paar Wochen in kleinen Abschnitten und bin absolut begeistert! Virginie Despentes legt eine außergewöhnliche Beobachtungsgabe an den Tag, zieht interessante Schlüsse, zeigt unangenehme Zusammenhänge auf. Ich habe beim Lesen wahnsinnig viel gelernt und verstanden, war überrascht, erfreut, geschockt. Also alles, was ich mir von guter Unterhaltung erhoffe. Das Buch ist kein entspannter Spaziergang, aber in Häppchen absolut gut verdaulich. Deshalb hier noch eine schnelle Empfehlung zum Jahresende.

28. Dez. 2024
Nach langer Zeit möchte ich heute wieder eine Buchempfehlung aussprechen: Ich lese dieses Buch seit ein paar Wochen in kleinen Abschnitten und bin absolut begeistert! Virginie Despentes legt eine außergewöhnliche Beobachtungsgabe an den Tag, zieht interessante Schlüsse, zeigt unangenehme Zusammenhänge auf. Ich habe beim Lesen wahnsinnig viel gelernt und verstanden, war überrascht, erfreut, geschockt. Also alles, was ich mir von guter Unterhaltung erhoffe. Das Buch ist kein entspannter Spaziergang, aber in Häppchen absolut gut verdaulich. Deshalb hier noch eine schnelle Empfehlung zum Jahresende.
28. Dez. 2024


56 Follower
"Ich schreibe aus dem Land der Hässlichen und für die Hässlichen, die Alten, die Mannweiber, die Frigiden, die schlecht Gefickten, die nicht Fickbaren, die Hysterischen, die Durchgeknallten, für alle vom großen Markt der tollen Frauen Ausgeschlossenen." (S. 9) Eine Virginie Despentes macht keine halben Sachen. Schon auf den ersten Seiten ihres Essays „King Kong Theorie“ wird klar, dass die Lesenden sich auf eine schonungslose Abrechnung gefasst machen können. Die selbsternannte „Proletin der Weiblichkeit“ tritt als radikale Punk-Poetin auf – nackt, roh und direkt. Mit messerscharfem Verstand und einer kompromisslosen Haltung seziert sie Machtverhältnisse, Tabus und gesellschaftliche Doppelmoral. Die Französin greift Themen an, die andere meiden: Prostitution, Pornografie, sexuelle Gewalt und die stigmatisierte weibliche Lust. Sie wagt, was kaum jemand sich traut, und dreht den Blickwinkel um. Prostitution als Heilung nach einer Vergewaltigung? Für Despentes kein Paradox, sondern eine Kampfansage an ein System, das Frauen Opferrollen aufzwingt und ihre Sexualität auf Scham reduziert. Ihre Erzählungen aus der Zeit als Gelegenheitshure sind dabei ebenso ungeschönt wie radikal. Wer entscheidet eigentlich, was zensiert wird? Warum wird ein Film wie ihr berüchtigtes „Baise moi“ verboten, während männliche Gewaltfantasien in der Popkultur gefeiert werden? Diese Fragen bohren tief, nicht nur in die Mechanismen der Unterhaltungsindustrie, sondern auch in die Strukturen, die Geschlechterrollen und Macht definieren. Doch Despentes geht noch weiter. Sie hinterfragt die Grundfesten unserer Vorstellungen von Sexualität und Beziehungen. Ehe als institutionalisierte Prostitution? Der Orgasmus als gesellschaftlicher Imperativ? Der Unterschied zwischen männlichem und weiblichem Begehren? Ihre Analysen sind nicht nur provozierend, sondern auch erhellend. Sie reißt Tabus ein und fordert die Lesenden heraus, sich in die dunkelsten Abgründe ihrer Gedanken zu begeben. Sei ein gutes Opfer und halt's Maul! Doch warum schweigen wir so oft, wo Schreien nötig wäre? Gerade nach dem Fall Gisèle Pelicot liest sich dieser Text umso dringlicher. „Der Feminismus ist ein kollektives Abenteuer, für die Frauen, für die Männer, für die anderen. Eine Revolution, die im Gang ist." (S. 147)
5. Feb. 2025
"Ich schreibe aus dem Land der Hässlichen und für die Hässlichen, die Alten, die Mannweiber, die Frigiden, die schlecht Gefickten, die nicht Fickbaren, die Hysterischen, die Durchgeknallten, für alle vom großen Markt der tollen Frauen Ausgeschlossenen." (S. 9) Eine Virginie Despentes macht keine halben Sachen. Schon auf den ersten Seiten ihres Essays „King Kong Theorie“ wird klar, dass die Lesenden sich auf eine schonungslose Abrechnung gefasst machen können. Die selbsternannte „Proletin der Weiblichkeit“ tritt als radikale Punk-Poetin auf – nackt, roh und direkt. Mit messerscharfem Verstand und einer kompromisslosen Haltung seziert sie Machtverhältnisse, Tabus und gesellschaftliche Doppelmoral. Die Französin greift Themen an, die andere meiden: Prostitution, Pornografie, sexuelle Gewalt und die stigmatisierte weibliche Lust. Sie wagt, was kaum jemand sich traut, und dreht den Blickwinkel um. Prostitution als Heilung nach einer Vergewaltigung? Für Despentes kein Paradox, sondern eine Kampfansage an ein System, das Frauen Opferrollen aufzwingt und ihre Sexualität auf Scham reduziert. Ihre Erzählungen aus der Zeit als Gelegenheitshure sind dabei ebenso ungeschönt wie radikal. Wer entscheidet eigentlich, was zensiert wird? Warum wird ein Film wie ihr berüchtigtes „Baise moi“ verboten, während männliche Gewaltfantasien in der Popkultur gefeiert werden? Diese Fragen bohren tief, nicht nur in die Mechanismen der Unterhaltungsindustrie, sondern auch in die Strukturen, die Geschlechterrollen und Macht definieren. Doch Despentes geht noch weiter. Sie hinterfragt die Grundfesten unserer Vorstellungen von Sexualität und Beziehungen. Ehe als institutionalisierte Prostitution? Der Orgasmus als gesellschaftlicher Imperativ? Der Unterschied zwischen männlichem und weiblichem Begehren? Ihre Analysen sind nicht nur provozierend, sondern auch erhellend. Sie reißt Tabus ein und fordert die Lesenden heraus, sich in die dunkelsten Abgründe ihrer Gedanken zu begeben. Sei ein gutes Opfer und halt's Maul! Doch warum schweigen wir so oft, wo Schreien nötig wäre? Gerade nach dem Fall Gisèle Pelicot liest sich dieser Text umso dringlicher. „Der Feminismus ist ein kollektives Abenteuer, für die Frauen, für die Männer, für die anderen. Eine Revolution, die im Gang ist." (S. 147)
5. Feb. 2025
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