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Romane

Kaiserstuhl

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Über das Buch

Intrigen, Liebe und Verrat in den letzten Tagen des Krieges

Am Kaiserstuhl kreuzen sich kurz nach Kriegsende die Wege von Henny Köpfer und Paul Duringer. Die Tochter eines Weinhändlers und der elsässische Soldat leben auf dem Hof der alten Bäuerin Kätter. Mit ihr und dem kleinen Kaspar wachsen sie zu einer Familie zusammen. Doch es sind keine einfachen Zeiten. So leicht die Liebe entsteht, zerbricht sie auch wieder. Erst 1962 stehen sich Henny und Paul wieder gegenüber: Henny ist im Besitz einer alten Champagnerflasche, die Paul im Auftrag des französischen Sicherheitsdienstes sucht. An Symbolkraft kaum zu überbieten, steht sie für die Plünderungen der Deutschen in Frankreich und soll Adenauer von de Gaulle bei einem Festakt überreicht werden.

Editionen (4)

ISBN9783548067872
VerlagUllstein Taschenbuch Verlag
Erscheinungsdatum29.06.23
Seitenzahl464

Rezensionen & Bewertungen

16 Bewertungen

6 Rezensionen

4,0

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  • hamburger.lesemaus
    hamburger.lesemaus

    400 Follower

    4,0

    Kaiserstuhl Brigitte Glaser 1962/63 Schauplätze sind das Elsass, Den Haag und Paris: Henny Köpfer, Kriegswitwe, hat in Freiburg nicht nur eine gut etablierte Weinhandlung, sondern auch ein Geheimnis: In der großen Bombennacht von 1945, während des 2. Weltkrieges, fand sie einen kleinen 3-Jährigen Jungen unter einem brennenden Baum und nahm ihn kurzerhand mit. Ihre Schwiegermutter Kätter ist dieser Junge namens Kaspar ans Herz gewachsen, gemeinsam ziehen sie in groß, aber irgendwie haben sie immer den richtigen Moment verpasst Kaspar die Wahrheit über seine Herkunft zu erzählen. Adenauer und de Gaulle wollen sich im Élysée-Palast zur Unterzeichnung des deutsch-französischen Freundschaftsvertrag zusammenfinden. Paul hat einen ganz besonderen Auftrag bekommen: Er soll eine Flasche Vossinger-Champagner aus dem Jahre 1937 aus einem Versteck holen, damit Adenauer und de Gaulle mit diesem Tropfen am Tage der Vertragszeichnung anstoßen können. Diese eine Flasche ist die Letzte von Eintausend: Die Nazis hatten alle 37er Champagner-Flaschen im Hause Vossinger in der Champagne konfisziert. Göringers Weinführer Rohl soll höchstpersönlich den Abtransport bis zum Weinkeller des Führers begleitet haben. Doch eine Flasche fand damals den Weg in den Weinkeller der Familie Köpfer. Dieser Vorssinger-Champagner ist heiß begehrt, denn es gibt hierzu ein Gerücht, nachdem Göring im Etikett einen Hinweis auf ein Versteck für seine Raubgüter hinterlassen hat. Und vielleicht ist an der Geschichte etwas dran, denn nicht nur Paul sucht nach dem 37er Vossinger, sondern auch ein Freiburger Weinhändler, ehemaliger SA-Mann namens Dobler. Als dann auch noch Kaspar verschwindet, kreuzen sich die Wege von Henny und Paul ein zweites Mal. Beim ersten Mal hatte Henny ihn am Altar stehen lassen... Brigitte Glaser ist es hervoragend gelungen historische Fakten mit fiktiven Personen zu verbinden. Der Schreibstil ist schön und ich habe besonders den Dialekt der einzelnen Charaktere geschätzt. Zu Beginn hatte ich allerdings Probleme die Personen zu verbinden. Erst als ich im Tolino (E-Pub) per Zufall den Stammbaum ganz hinten gefunden habe, wurden die einzelnen Verbindungen schlüssig und ab da waren die vielen Personen- und Ortswechsel kein Problem mehr. Das Ende war mir allerdings zu sehr in die Länge gezogen. Leseempfehlung von mir für diejenigen, die mal einen anderen Nachkriegsroman lesen möchten. 4 Sterne

    23. Sept. 2022

  • readingconny
    readingconny

    38 Follower

    4,0

    Henny Köpfer ist eine Weinhändlerin aus dem Schwarzwald. Paul Duringer ist ein Franzose aus dem Elsaß und zieht mit französischen Filmen durch Deutschland. Kaspar ist Hennys Ziehsohn, der bei ihrer Schwiegermutter Kätter in den Weinbergen aufgewachsen ist. An diesen Hauptpersonen zeigt die Autorin auf, welche Wunden der zweite Weltkrieg auch nach 20 Jahren noch hinterlassen hat und welche persönliche Verstrickung auch diejenigen haben, die nicht nationalsozialistisch eingestellt waren. Eindringlich führt sie vor Augen, dass viele der ehemaligen NS-Größen wieder an entscheidende Positionen drängen und dabei auf ihre alten Netzwerke vertrauen können. Auf der anderen Seite zeigt sie aber auch den Aufbruch der Jugend und die durch Adenauer und de Gaulle angestoßene Annäherung der ehemaligen Feinde in der Mitte Europas. Von September 1962 bis in den Januar 1963 begleiten wir die Personen meist einzeln, erfahren in kleinen Rückblicken, was während des Krieges geschehen ist und mit welchen Schuldgefühlen und Verletzungen sie noch kämpfen. Leider werden die Leser*innen ebenso unvermittelt aus der Geschichte gerissen wie sie am Anfang hineingeworfen wurden. Es bleiben Fragen offen - wie das Leben so ist. Daher nur 4 Sterne für einen sorgfältig recherchierten historischen Roman.

    11. Sept. 2022

  • inge78
    inge78

    70 Follower

    4,0

    "Liebe, das wusste sie, war nichts Festes, kein Monolith in der Landschaft. Sie war nicht kalkulierbar wie ein Stich beim Kartenspiel, sie blieb unberechenbar. Manchmal endete sie, manchmal wanderte sie von einem zum anderen, manchmal verschwand sie." Henny Köpfer hat 1962 eine gutgehende Weinhandlung. Als Paul, ein alter Bekannter auftaucht und eine ganz bestimmte Champagnerflasche sucht, muss nicht nur Henny sich den Schrecken der Vergangenheit stellen. Wie auch in ihren anderen Romanen verwebt Brigitte Glaser geschickt eine fiktive Story mit deutscher Geschichte. In "Kaiserstuhl" geht es um die beginnenden 1960er Jahre, um die Wirtschaftswunderzeit und in Kürze soll der Vertrag der Deutsch-Französischen Freundschaft von Adenauer und de Gaulle unterzeichnet werden. Die fiktive Champagnerflasche, die im Buch gesucht wird, soll symbolisch für diese Freundschaft geköpft werden. Zu Beginn hatte ich so meine Probleme, richtig ins Buch zu kommen, es gibt viele Erzählperspektiven, viele Szenen - und Ortswechsel. Aber wenn man die Charaktere einmal kennengelernt hat wird das Buch richtig gut. Ein spannendes Stück Zeitgeschichte, verwoben in einer Krimihandlung, mit vielen Dramen, vielen Geheimnissen und auch mit der ein oder anderen Liebesgeschichte. Gerade Henny und ihre Freundinnen mochte ich richtig gerne. Und die Region rund um den Kaiserstuhl und das Elsass konnte man sich aufgrund der tollen Landschaftsbeschreibungen richtig gut vorstellen. Zum Ende gibt es noch mal einen überraschenden Turn und es wird richtig spannend, so dass mir das Buch dann doch noch einige Stunden Schlaf geraubt hat. Gut gefallen hat mir auch das Nachwort der Autorin, in dem sie noch eingies erzählt zu Wahrheit und Fiktion. Ein Buch, das mir wieder ein Stück deutscher Geschichte näher gebracht hat und mich dabei richtig gut unterhalten hat. Ein Buch über Geheimnisse, über Schuld und Sühne, über das Verzeihen und Loslassen. Absolut lesenswert.

    14. Nov. 2023

3 von 6 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Brigitte Glaser

Brigitte Glaser schreibt Romane mit zeitgeschichtlichem Hintergrund. Ihr Roman Bühlerhöhe stand 2016 wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste. Die literarische Erkundung der jungen Bundesrepublik setzte sie mit den Romanen Rheinblick, 2019, und Kaiserstuhl, 2022, erfolgreich fort. Darüber hinaus schreibt sie seit 2003, beginnend mit Leichenschmaus, Krimis mit ihrer Detektivin wider Willen, der Köchin Katharina Schweitzer. Brigitte Glaser ist am Fuß des Schwarzwaldes aufgewachsen und lebt seit vielen Jahren als freie Autorin in Köln. www.brigitteglaser.de

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