In der Tiefe des Tigris schläft ein Lied

In der Tiefe des Tigris schläft ein Lied

Hardcover
4.310

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Beschreibung

Gadi lebt als Dozent für hebräische Sprache in Zürich, als sein Vater in Israel im Sterben liegt. Über dreissig Jahre hatte er keinen Kontakt mehr zu ihm. Wider Willen reist er ans Krankenbett des Vaters, nach seinem Tod bleibt ein unbequemes Erbe: eine Tasche mit Tagebüchern und Aufzeichnungen sowie der letzte Wunsch, die Hälfte seiner Asche solle in den Tigris gestreut werden. Als Gadi in einem der Hefte zu lesen beginnt, begegnet ihm nicht nur ein unbekannter Vater, sondern auch ein dunkles Kapitel der irakischen Geschichte: die Vertreibung der dort seit über zweitausend Jahren ansässigen jüdischen Bevölkerung unter tatkräftiger Hilfe der Nationalsozialisten. 1934 in Bagdad geboren, erlebte Gadis Vater die Ausgrenzung bis zu den Pogromen und der Flucht nach Israel. Trotz seiner Widerstände kann sich Gadi nicht mehr von der Geschichte seines Vaters lösen und beschliesst, mit der Urne nach Bagdad zu reisen. Ein eindrücklicher Roman über ein Stück irakischer Geschichte, das untrennbar mit der deutschen und europäischen Vergangenheit verbunden ist.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Zeitgenössische Romane
Format
Hardcover
Seitenzahl
224
Preis
26.80 €

Autorenbeschreibung

Usama Al Shahmani, geboren 1971 in Bagdad und aufgewachsen in Qalat Sukar (Nasirija), hat arabische Sprache und moderne arabische Literatur studiert. Er publizierte drei Bücher über arabische Literatur, bevor er 2002 wegen eines Theaterstücks aus dem Irak fliehen musste. 2018 erschien sein erster Roman «In der Fremde sprechen die Bäume arabisch». Seither sind die Romane «Im Fallen lernt die Feder fliegen» (2020) und «Der Vogel zweifelt nicht am Ort, zu dem er fliegt» (2022) erschienen. Für seine Werke wurde Usama Al Shahmani vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Terra-Nova-Schillerpreis. Seine Texte wurden ins Italienische, Französische und Englische übersetzt. Usama Al Shahmani lebt in Zürich.

Beiträge

4
Alle
5

Das Buch hat mich total gepackt – eine Geschichte, die gleichzeitig tief berührt und so schön erzählt ist. Der Schreibstil ist leicht, aber mega bildlich, fast schon poetisch. Man liest und hat sofort Bilder im Kopf. Für mich ein richtiges Highlight, 5 von 5 Sterne! 🌟📚

2

Ein Lied des Tigris – mehr Geschichte als Familie

Als ich zu diesem Buch griff, hatte ich die Erwartung, einen Roman zu lesen, der die Beziehung zwischen Vater und Sohn in den Mittelpunkt stellt. Stattdessen fand ich mich in einer Erzählung wieder, die stark von der irakischen Geschichte und ihren Verflechtungen mit Europa geprägt ist. Für mich fühlte sich die Lektüre stellenweise wie Geschichtsunterricht an – und das war nicht das, was ich mir für meine Freizeit gewünscht hatte. Was mich jedoch beeindruckt hat, war die Sprache des Autors. Usama Al Shahmani schreibt poetisch, feinfühlig und mit einer Bildkraft, die lange nachhallt. Seine Worte haben eine besondere Musikalität, die den Text trägt und ihm Tiefe verleiht. Inhaltlich konnte mich die Geschichte jedoch nicht erreichen, weil sie nicht die Themen berührte, die ich mir erhofft hatte. Mir ist bewusst, wie wichtig es ist, die irakische Vergangenheit und ihre Zusammenhänge mit unserer europäischen Geschichte zu kennen – aber ich war nicht in der Stimmung für ein politisch-historisches Werk. Ein sprachlich starkes Buch, das sich für Leserinnen und Leser eignet, die sich für Exilliteratur, Nahostgeschichte und poetische Erzählungen interessieren. Wer jedoch eine emotionale Familiengeschichte sucht, wird hier weniger fündig.

Ein Lied des Tigris – mehr Geschichte als Familie

Ein berührender Roman, gefüllt mit Poesie und überraschenden, geschichtlichen Fakten 👌

4

Eine sehr bewegende Geschichte, die sehr ruhig erzählt ist.

Ich wollte schon lange mal ein Buch von Al Shahmani lesen. Das Buch erzählt die Geschichte von Gabi, und wie er durch den Tod seines Vaters gezwungen wird sich mit seiner persönlichen Vergangenheit und derjenigen des Iraks auseinanderzusetzen. Vermittelt wird die Geschichte durch zurückgebliebene Briefe und Tagebücher, die sein Vater schrieb, eingebettet in eine Rahmengeschichte. Dabei erfährt die Leserschaft sehr viel über das Leben jüdischer Irakis in Bagdad. Fand es eine gelungene Geschichte, die melancholischen Tiefgang besitzt und gleichzeitig sehr viel Geschichtliches, das ich nicht wusste, über den Irak und Bagdad des 20. Jahrhunderts vermittelt. Ein augenöffnendes Buch, dass sehr schön zu lesen war. Etwas Abzug gibts für die mehreren Schreibfehler, die ich leider feststellen musste. Tut der Geschichte aber keinen Abbruch.

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