Im Finsterwald

Im Finsterwald

Taschenbuch
3.920

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Beschreibung

Göteborg 1926: Ein unbeschwerter Familienausflug ins Naturhistorische Museum wird zum Alptraum, als die neunjährige Alice spurlos verschwindet. Während die Familie verzweifelt nach Antworten sucht, übernimmt Hauptwachmeister Nils Gunnarsson den Fall. Doch die labyrinthartigen Gänge des Museums und seine uneimlichen Exponate bergen mehr als nur Rätsel - sie erzählen Geschichten, die besser verborgen bleiben sollten.

Unterstützt von der Journalistin Ellen, folgt Nils einer Spur aus Geheimnissen, die nicht nur das Schicksal von Alice betreffen, sondern tief mit dem Museum selbst verwoben sind.

Wird es ihnen gelingen, das Mädchen zu finden, bevor die dunklen Schatten der Vergangenheit erneut zuschlagen?

Buchinformationen

Haupt-Genre
Krimis
Sub-Genre
Historisch
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
446
Preis
17.50 €

Autorenbeschreibung

Marie Hermanson, 1956 geboren, lebt in Göteborg und hat etliche Jahre ihres Lebens als Journalistin gearbeitet. Sie debütierte mit einer Sammlung von Erzählungen, die, so ein schwedischer Kritiker, Zeichen sind »einer großen, sich entwickelnden Autorin, welche die altnordische Saga mit den besten Exempeln angloamerikanischer Fantasy und Science-Fiction zu vereinen versteht und deren Wurzeln bis hin zu Poe reichen«. Sie erhielt für ihren Roman Die Schmetterlingsfrau (1995) den renommierten schwedischen August-Preis. Mit ihrem Roman Muschelstrand (1998) gelang ihr der internationale Durchbruch.

Beiträge

6
Alle
3.5

Rezensionsexemplar Schweden 1926: Ein Kindermädchen besucht mit ihren fünf Schützlingen ein Naturkundemuseum. Kurz vor der Schließung, läuft das älteste Mädchen weg und verschwindet spurlos in den Gängen. Auf der Suche nach dem Kind, finden die Ermittler weitere Geheimnisse des Museums. Die Geschichte wird aus drei Perspektiven erzählt. Maj, das liebevolle Kindermädchen, die ihre Kinder über alles liebt. Ellen - eine junge, frischverheiratete Frau, die versucht in ihrer neuen Rolle als Ehefrau sich zurecht zu finden. Und Nils, ein einsamer Polizist, der eine gemeinsame Vergangenheit mit Ellen hat. Die Charaktere waren für das Zeitalter stimmig und wirkten auf mich sympathisch. Was mir weniger gefallen hat und mich leider leicht verwirrt hat, war der Schreibstil. Trotz der 20er Jahre waren die Dialoge sehr aktuell. Ohne die „Gnädige Frau“ am Anfang, könnte man glatt meinen, wir befinden uns in der aktuellen Zeit. Dagegen war die Atmosphäre überwältigend - kalt, düster, depressiv mit einem Hauch eines bösen Märchens. Nachts stelle ich mir ein Naturkundemuseum, mit den ganzen Tierleichen, ziemlich gruselig vor. Und genau dieses Gefühl, konnte die Autorin perfekt vermitteln. Die Handlung pendelt immer wieder zwischen harter Realität und dem Übernatürlichen. Wobei der Täter letzten Endes ein einfacher Mensch ist. Etwas womit ich überhaupt nicht leben kann, ist die Vergewaltigungsszene einer Minderjährigen. War das wirklich notwendig, wenn man garnicht mehr darauf eingeht und der Täter unbestraft ein Happy End feiert? Unerwartet in einem Buch von einer Frau, die so etwas gelassen unter den Teppich kehrt. Ein spannender Kriminalroman mit einigen Durststrecken aber schönen Atmosphäre.

4

Zwischen Wäldern und Tierkadavern

Der vorliegende Kriminalroman entführt uns nach Schweden im Jahr 1926. Wir begleiten Hauptwachtmeister Gunnarsson bei der Aufklärung eines mutmaßlichen Vermisstenfalls. Für jemanden, der noch nie in Schweden war, ist die Beschreibung des Wetters und der Stimmung so akkurat, dass man sich direkt in die Zeit hineinversetzt fühlt. Die Protagonisten sind gut ausgearbeitet, manche der Nebencharaktere bleiben leider etwas flach. Der Schreibstil ist toll und schafft eine mystische, dunkle Atmosphäre. Ich habe das Buch vormittags begonnen und am Abend des gleichen Tages beendet. Man kann daher gut und gerne von einem Pageturner sprechen. Das Museumssetting ist toll und die vielen Beschreibungen der präparierten Tiere tragen zu dem morbiden Charme bei. Auch die Rolle der Frauen, sowie der beginnende Umbruch der "modernen Frau" sind schön aufgegriffen, wenn auch immer noch deutlich wird, dass das Patriarchat zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein harter Brocken war. Die Auflösung des Kriminalfalls ist tragisch und stimmt einen wahnsinnig traurig, lässt einen aber auch anzweifeln, ob der Täter nicht von Anfang an eben jenes Ziel verfolgt hat. Alles in allem eine kurzweilige Geschichte, die zu unterhalten weiß.

4

Spannender Pageturner! Wie uns die Schatten der Vergangenheit verfolgen

Göteborg 1926: Ein unbeschwerter Familienausflug ins Naturhistorische Museum wird zum Alptraum, als die neun-jährige Alice spurlos verschwindet. Während die Familie verzweifelt nach Antworten sucht, übernimmt Hauptwachtmeister Nils Gunnarsson den Fall. Doch die labyrinthartigen Gänge des Museums und seine unheimlichen Exponate bergen mehr als nur Rätsel – sie erzählen Geschichten, die besser verborgen bleiben sollten. Unterstützt von der Journalistin Ellen, folge Nils einer Spur aus Geheimnissen, die nicht das Schicksal von Alice betreffe, sondern tief mit dem Museum selbst verwoben sind. In ihrem neuen Kriminalroman (und damit dem neuen Nils Gunnarsson-Fall) nimmt Marie Hermanson einen mit auf eine ebenso spannende wie atmosphärische Reise in das Naturhistorische Museum von Göteborg. Die konservierten Tiere im Museum bieten den Rahmen für eine Gesellschaftsstudie der 1920er Jahre, die eine Gemeinschaft voller Geheimnisse zu Tage treten lässt. Diese münden schlussendlich im tragischen Fall Alice. Der Roman wirft die Frage auf, welche Schatten der Vergangenheit uns alle begleiten und wie gut wir mit den Auswirkungen zurechtkommen. Marie Hermanson ist es gelungen einen spannenden und dennoch flotten Kriminalroman zu schreiben. Dem/der Leser/Leserin wird es leicht gemacht in die Welt von Nils und Ellen einzutauchen, was an den authentisch beschriebenen Figuren und einer besonderen Atmosphäre in ihrer Sprache liegt. So erzeugt Hermanson Spannung, Unbehagen, Faszination und Wohlbefinden gleichermaßen. Der Pageturner ist - obwohl das Geschehen im klirrend kalten Winter spielt – hervorragende Sommerurlaubslektüre. Gerade auf einer Reise nach Skandinavien darf dieser Kriminalroman nicht fehlen. Durch den gelesenen Besuch im Naturhistorischen Museum bekommt man zudem direkt das Gefühl noch eine Sehenswürdigkeit im Urlaub besichtigt zu haben.

4

Das Dunkle im Museum Atmosphärische eindringliche Kriminalgeschichte, die beeindruckt und überrascht.

5

Der Kriminalroman „Im Finsterwald“ hat mich genauso beeindruckt wie bereits „Die Pestinsel“. Die Sprache der Autorin ist klar, fast schon minimalistisch. Trotzdem kommt man den Protagonisten nahe und kann sich in deren (Un-)Tiefen einfühlen. Ich fand das ganze Bild rund um das Naturhistorische Museum Göteborgs unglaublich spannend beschrieben, und obwohl ich noch nicht in Göteborgs Naturmuseum zu Gast war, konnte ich mich dennoch gedanklich in die verzweigten Gänge und teils dunklen Ecken des Museums hineindenken. Spannend bis zum Schluss, eine große Empfehlung meinerseits!

4

Ich bin normalerweise keine regelmäßige Krimi Leserin. Aber das Setting eines Naturkundemuseums in Schweden in den 20ern hatte mich sofort. Wie erhofft spielt das Setting in der Geschichte eine große Rolle und das Lesen fühlt sich teilweise wie ein Rundgang durch das damalige Museum in Göteborg an. Die Geschichte ist so atmosphärisch geschrieben, dass ich gemeinsam mit den Ermittelnden gehofft habe, dass Alice so bald wie möglich und lebend gefunden wird. Vor allem die Auflösung des Falls ist sehr einfühlsam erfolgt und man sieht dabei nicht nur Schwarz und Weiß. Das Ermittler Duo stand für mich im Vergleich zum Setting eher im Hintergrund. Dieser Krimi ist daher vor allem für Jene, die das Setting faszinierend finden und die lange Ungewissheit ertragen können, wo die kleine Alice abgeblieben ist. Ich konnte mich beim Lesen auf jeden Fall etwas wegträumen, auch wenn das Ermittler Duo selbst für mich etwas blass geblieben ist.

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