Ich möchte Wein trinken und auf das Ende der Welt warten

Ich möchte Wein trinken und auf das Ende der Welt warten

Hardcover
2.931

Durch das Verwenden dieser Links unterstützt du READO. Wir erhalten eine Vermittlungsprovision, ohne dass dir zusätzliche Kosten entstehen.

Beschreibung

Ein kleines Hotelzimmer, das ein Fenster zur Welt wird

Eine Frau, die hat, was nach gängigen Kategorien eine geglückte Biographie ausmacht, sitzt in einem Hotelzimmer und denkt darüber nach, alles hinter sich zu lassen: ihren Mann, ihre Kinder, ihre Existenz, möglicherweise ihr Leben insgesamt. Zerrissen von einer unbestimmten Unzufriedenheit, getrieben von Überforderung nimmt sie einen Übersetzungsauftrag an, der alles verändert. Historische Briefe von deutschen Auswanderern zerschmettern ihr Hotel-Vakuum und im Austausch mit fremden Toten, mit unerwarteten Wegen stellt sich die Frage nach dem guten Leben überraschend anders.

Bereits Slata Roschals Debüt war 2022 für den Deutschen Buchpreis nominiert. Mit »Ich möchte Wein trinken und auf das Ende der Welt warten« beweist sie sich als eine der interessantesten jungen Stimmen in der deutschsprachigen Literatur.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Klassiker
Format
Hardcover
Seitenzahl
176
Preis
22.70 €

Autorenbeschreibung

Slata Roschal, geboren 1992 in Sankt Petersburg, promovierte an der LMU München in der Literaturwissenschaft. Für ihr literarisches Schaffen erhielt sie zahlreiche Stipendien und Preise, darunter den BücherFrauen-Literaturpreis und den Kunstförderpreis des Freistaates Bayern. Bereits erschienen sind ihre Lyrikbände Wir verzichten auf das gelobte Land (Reinecke & Voß 2019), Wir tauschen Ansichten und Ängste wie weiche warme Tiere aus (hochroth 2021) und Ich brauche einen Waffenschein ein neues bitteres Parfüm ein Haus in dem mich keiner kennt (Wunderhorn 2025). 153 Formen des Nichtseins, ihr Romandebüt, wurde 2022 für den Deutschen Buchpreis nominiert. 2024 erschien mit Ich möchte Wein trinken und auf das Ende der Welt warten ihr zweiter Roman.

Beiträge

5
Alle
4

Ein sprachliches Juwel, das belohnt, wenn man sich drauf einlässt 💎🫶📚❣️🍷

„Ich möchte Wein trinken und auf das Ende der Welt warten“ ist das zweite Werk von Slata Roschal, erschienen 2024 bei Claassen, einem Ullstein Buchverlag. Allein in einem Hotelzimmer arbeitet die Ich-Erzählerin an der Übersetzung eines alten Briefwechsels. Dabei kommt sie immer mehr ins Nachdenken – über ihr Leben als Mutter von zwei Kindern, ihre Ehe, ihren Beruf als Übersetzerin und über die Zerrissenheit und Überforderung, die sie fühlt. „Ich möchte Wein trinken und auf das Ende der Welt warten“ ist eines dieser schwer zu greifenden, schwer zu beschreibenden Bücher, die allerdings umso mehr zu faszinieren wissen. Die enorme Belastung durch Care-Arbeit, Mental Load und Beruf, die geringe finanzielle Entlohnung, das gesellschaftliche Unverständnis der für Zweifel und Überforderung sorgt – all das sind Themen, die hier kunstvoll behandelt werden. Die langen, atemlosen, ineinander fließenden oder nicht zu Ende geführten Sätze spiegeln dabei eindrucksvoll die springenden, wirren Gedankengänge und innere Zerrissenheit der Erzählerin. Auf in Form und Sprache einzigartige Art und Weise fängt Slata Roschal den Zwiespalt und die Ambivalenz von Müttern genauso ein, wie die sozialen Ängste und Unsicherheiten von zugewanderten Menschen und ihren Familien. Ihr Blick auf Mutterschaft ist von wenig Freude, vielmehr von einem Gefühl der Erschöpfung und Überforderung geprägt. Die Erzählerin selbst überlegt, ob sie sich schon dem Phänomen der Regretting Motherhood zurechnen kann und findet für den eigenen Seelenzustand drastische Bilder: „Fühle mich wie ein morscher Baum, wie ein gefällter Baum, irgendwo im Sumpf, der so gut wie nicht mehr existiert, von dem sich neue Wesen nähren, Pilze, Moose, lassen ihre Wurzeln in ihn treiben, ziehen seine Säfte in ihre eigenen Körper, er hat seinen Sinn darin, einzugehen für neue Leben und von ihm selbst bleibt irgendwann nichts übrig.“ Sie reflektiert ihre eigene Mutterschaft und ihr Dasein als Ehefrau, Mutter und Übersetzerin. Weiterhin ist es auch die eigene Herkunft, sowohl in familiärer als auch soziologischer Hinsicht, die sie als Tochter von Ausländern, wie sie sich selbst bezeichnet, beschäftigt. Das Gefühl von Fremdheit und die Veränderungen in Bezug auf die eigenen Eltern sind Themen, die in diesem Text verhandelt werden. „Ich möchte Wein trinken und auf das Ende der Welt warten“ ist eine literarisch interessante, wild sprudelnde Erkenntnissuche in Form einer Selbsterkundung, die die innere Gefühlswelt der Erzählerin in Aufruhr bringt: „All die Geister, die mich bevölkern, wütend mit den Fäusten drohen, Strafen prophezeien, oder mitleidig, ironisch kommentieren, manchmal glaube ich, ich sei ein Rahmen, eine Hülle für die Stimmen, die es sich bequem machen in mir, von meinen Ängsten zehren, dämonische Bewohner, werde von innen ausgehöhlt, aufgefressen.“ Fazit: Ein besonderer Roman, der volle Aufmerksamkeit fordert und nicht leicht zu lesen ist. Wer sich darauf einlassen mag, wird aber mit einem sprachlichen Juwel belohnt.

4.5

Slata Roschal hat eine so wunderschöne Sprache, dass es alleine deswegen schon eine Freude ist, ihre Bücher zu lesen. In ihrem zweiten Roman leidet die Protagonistin unter "regrettet motherhood" und Roschal schafft es sowohl das Augenmerk auf kleine Details im Alltag einer jungen Mutter zu legen als auch auf die großen Gefühle. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen.

2

Das Buch "ich möchte Wein trinken und auf das Ende der Welt warten" gibt tiefe Einblicke in die Gefühls/- und Gedankenwelt der Ich- Erzählerin. Es ist, als ob man die Gedanken live und ungefiltert mithört, so wie sie im Kopf der Protagonistin entstehen. Genau darin lag für mich leider das Problem. Den Erzählstil empfand ich sehr anstrengend. Die meisten Sätze sind mehrfach verschachtelt, manche enden ohne zuende gedacht zu sein, bzw. Ein neuer Gedanke löst den vorigen zu früh ab.... Das ist sicher so beabsichtigt, für mich aber nichts ... Mit der Protagonistin bin ich nicht warm geworden. Sie war mir richtig unsympathisch. Ihre Gedanken waren erschreckend, befremdlich und teils ekelerregend. Oft wusste ich nicht, was ich mit gewissen Informationen anfangen soll und wo der Sinn darin liegt. Am Ende des Buches habe ich überhaupt nichts mitgenommen.... Fazit: Das war für mich leider ein richtiger Flop.

Post image
2

Slata Roschals Buch "Ich möchte Wein trinken und auf das Ende der Welt warten" ist ein Werk, das tief in die Themen menschlicher Emotionen und existenzieller Reflexionen eintaucht. Roschal verwendet eine Sprache, die sowohl reich an Bildern als auch tiefgründig in ihren philosophischen Betrachtungen ist. Gleichwohl konnte ich mich nicht richtig einfinden und die zahlreichen Schachtelsätze und Gedankensprünge waren eine nicht zu unterschätzende Herausforderung für mich. Ich fand das Lesen anstrengend. Das Buch ist eine Mischung aus kurzen Geschichten, Essays und persönlichen Betrachtungen , die zusammen ein Bild von inneren Kämpfen zeichnen. Die Themen variieren von Liebe und Verlust bis hin zu Angst und Hoffnung. Leider nicht mein Buch.

2

Ich weiß irgendwie nicht so recht. Das Thema spricht mich schon an und ich liebte den Titel, aber warm geworden bin ich mit dem Buch irgendwie nicht.

Beitrag erstellen