27. Juni
Bewertung:4.5

Slata Roschal hat eine so wunderschöne Sprache, dass es alleine deswegen schon eine Freude ist, ihre Bücher zu lesen. In ihrem zweiten Roman leidet die Protagonistin unter "regrettet motherhood" und Roschal schafft es sowohl das Augenmerk auf kleine Details im Alltag einer jungen Mutter zu legen als auch auf die großen Gefühle. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen.

Ich möchte Wein trinken und auf das Ende der Welt warten
Ich möchte Wein trinken und auf das Ende der Welt wartenvon Slata RoschalClaassen
27. Mai
Bewertung:4

Ein sprachliches Juwel, das belohnt, wenn man sich drauf einlässt 💎🫶📚❣️🍷

„Ich möchte Wein trinken und auf das Ende der Welt warten“ ist das zweite Werk von Slata Roschal, erschienen 2024 bei Claassen, einem Ullstein Buchverlag. Allein in einem Hotelzimmer arbeitet die Ich-Erzählerin an der Übersetzung eines alten Briefwechsels. Dabei kommt sie immer mehr ins Nachdenken – über ihr Leben als Mutter von zwei Kindern, ihre Ehe, ihren Beruf als Übersetzerin und über die Zerrissenheit und Überforderung, die sie fühlt. „Ich möchte Wein trinken und auf das Ende der Welt warten“ ist eines dieser schwer zu greifenden, schwer zu beschreibenden Bücher, die allerdings umso mehr zu faszinieren wissen. Die enorme Belastung durch Care-Arbeit, Mental Load und Beruf, die geringe finanzielle Entlohnung, das gesellschaftliche Unverständnis der für Zweifel und Überforderung sorgt – all das sind Themen, die hier kunstvoll behandelt werden. Die langen, atemlosen, ineinander fließenden oder nicht zu Ende geführten Sätze spiegeln dabei eindrucksvoll die springenden, wirren Gedankengänge und innere Zerrissenheit der Erzählerin. Auf in Form und Sprache einzigartige Art und Weise fängt Slata Roschal den Zwiespalt und die Ambivalenz von Müttern genauso ein, wie die sozialen Ängste und Unsicherheiten von zugewanderten Menschen und ihren Familien. Ihr Blick auf Mutterschaft ist von wenig Freude, vielmehr von einem Gefühl der Erschöpfung und Überforderung geprägt. Die Erzählerin selbst überlegt, ob sie sich schon dem Phänomen der Regretting Motherhood zurechnen kann und findet für den eigenen Seelenzustand drastische Bilder: „Fühle mich wie ein morscher Baum, wie ein gefällter Baum, irgendwo im Sumpf, der so gut wie nicht mehr existiert, von dem sich neue Wesen nähren, Pilze, Moose, lassen ihre Wurzeln in ihn treiben, ziehen seine Säfte in ihre eigenen Körper, er hat seinen Sinn darin, einzugehen für neue Leben und von ihm selbst bleibt irgendwann nichts übrig.“ Sie reflektiert ihre eigene Mutterschaft und ihr Dasein als Ehefrau, Mutter und Übersetzerin. Weiterhin ist es auch die eigene Herkunft, sowohl in familiärer als auch soziologischer Hinsicht, die sie als Tochter von Ausländern, wie sie sich selbst bezeichnet, beschäftigt. Das Gefühl von Fremdheit und die Veränderungen in Bezug auf die eigenen Eltern sind Themen, die in diesem Text verhandelt werden. „Ich möchte Wein trinken und auf das Ende der Welt warten“ ist eine literarisch interessante, wild sprudelnde Erkenntnissuche in Form einer Selbsterkundung, die die innere Gefühlswelt der Erzählerin in Aufruhr bringt: „All die Geister, die mich bevölkern, wütend mit den Fäusten drohen, Strafen prophezeien, oder mitleidig, ironisch kommentieren, manchmal glaube ich, ich sei ein Rahmen, eine Hülle für die Stimmen, die es sich bequem machen in mir, von meinen Ängsten zehren, dämonische Bewohner, werde von innen ausgehöhlt, aufgefressen.“ Fazit: Ein besonderer Roman, der volle Aufmerksamkeit fordert und nicht leicht zu lesen ist. Wer sich darauf einlassen mag, wird aber mit einem sprachlichen Juwel belohnt.

Ich möchte Wein trinken und auf das Ende der Welt warten
Ich möchte Wein trinken und auf das Ende der Welt wartenvon Slata RoschalClaassen
1. Mai
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Bewertung:2

Das Buch "ich möchte Wein trinken und auf das Ende der Welt warten" gibt tiefe Einblicke in die Gefühls/- und Gedankenwelt der Ich- Erzählerin. Es ist, als ob man die Gedanken live und ungefiltert mithört, so wie sie im Kopf der Protagonistin entstehen. Genau darin lag für mich leider das Problem. Den Erzählstil empfand ich sehr anstrengend. Die meisten Sätze sind mehrfach verschachtelt, manche enden ohne zuende gedacht zu sein, bzw. Ein neuer Gedanke löst den vorigen zu früh ab.... Das ist sicher so beabsichtigt, für mich aber nichts ... Mit der Protagonistin bin ich nicht warm geworden. Sie war mir richtig unsympathisch. Ihre Gedanken waren erschreckend, befremdlich und teils ekelerregend. Oft wusste ich nicht, was ich mit gewissen Informationen anfangen soll und wo der Sinn darin liegt. Am Ende des Buches habe ich überhaupt nichts mitgenommen.... Fazit: Das war für mich leider ein richtiger Flop.

Ich möchte Wein trinken und auf das Ende der Welt warten
Ich möchte Wein trinken und auf das Ende der Welt wartenvon Slata RoschalClaassen
27. Apr.
Bewertung:2

Slata Roschals Buch "Ich möchte Wein trinken und auf das Ende der Welt warten" ist ein Werk, das tief in die Themen menschlicher Emotionen und existenzieller Reflexionen eintaucht. Roschal verwendet eine Sprache, die sowohl reich an Bildern als auch tiefgründig in ihren philosophischen Betrachtungen ist. Gleichwohl konnte ich mich nicht richtig einfinden und die zahlreichen Schachtelsätze und Gedankensprünge waren eine nicht zu unterschätzende Herausforderung für mich. Ich fand das Lesen anstrengend. Das Buch ist eine Mischung aus kurzen Geschichten, Essays und persönlichen Betrachtungen , die zusammen ein Bild von inneren Kämpfen zeichnen. Die Themen variieren von Liebe und Verlust bis hin zu Angst und Hoffnung. Leider nicht mein Buch.

Ich möchte Wein trinken und auf das Ende der Welt warten
Ich möchte Wein trinken und auf das Ende der Welt wartenvon Slata RoschalClaassen