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Gilbers’ “Hungerwinter” fesselt mit authentischer Nachkriegsatmosphäre und einem spannenden Fall um Nazi-Fluchthelfer im Berlin von 1947
Nachdem ich bereits die ersten Bände der Oppenheimer-Reihe verschlungen hatte, war ich sehr gespannt auf den fünften Teil “Hungerwinter”. Und ich wurde nicht enttäuscht! Harald Gilbers entführt uns erneut ins Berlin der Nachkriegszeit, diesmal ins Jahr 1947, wo die Wunden des Krieges noch überall sichtbar sind. Die Geschichte beginnt mit einem scheinbar einfachen Fall: Ein Einbrecher wird bei einem Einbruch vom Hausherrn überrascht und in Notwehr getötet. Doch Kommissar Oppenheimer hat seine Zweifel, die sich schnell bestätigen. Was zunächst wie ein Routinefall wirkt, entwickelt sich zu einem komplexen Netz aus Verrat, Korruption und dunklen Machenschaften, die bis in die höchsten Kreise reichen. Was mich besonders beeindruckt hat, ist die atmosphärische Dichte, mit der Gilbers das Berlin der Nachkriegszeit zum Leben erweckt. Man spürt förmlich die Kälte, den Hunger und die allgegenwärtige Unsicherheit in dieser Zeit des Umbruchs. Der Muckefuck, die Trümmer, die zerbombten Gebäude - all das vermittelt ein so authentisches Bild, dass man sich als Leser mitten im Geschehen wähnt. Besonders interessant fand ich den historischen Hintergrund der “Rattenlinien”, über die hochrangige Nazis nach Argentinien geschleust wurden. Gilbers verwebt diese historischen Fakten geschickt mit seiner Krimihandlung, ohne dass es aufgesetzt wirkt. Man lernt nebenbei viel über den argentinischen Präsidenten Perón und die organisierte Fluchthilfe für Nazis. Die Spannung baut sich langsam auf, nimmt aber mit jedem neuen Ermittlungsergebnis zu. Gilbers schlägt dabei eher leise Töne an, was dem Roman eine besondere Qualität verleiht. Er gibt der Geschichte Zeit, sich zu entwickeln, und schafft eine ausgewogene Mischung aus persönlichem Hintergrund und beruflichen Herausforderungen für seinen Protagonisten. Wenn ich Kritikpunkte äußern müsste: Der Titel “Hungerwinter” erscheint etwas irreführend, da die Hungersnot in der Handlung eher eine Nebenrolle spielt. Zudem wirkte der Mordfall für mich manchmal etwas konstruiert, besonders im Zusammenhang mit den Geheimdienst-Elementen. Dennoch ist “Hungerwinter” für mich ein gelungener historischer Krimi, der nicht nur spannend unterhält, sondern auch ein wichtiges Kapitel deutscher Geschichte beleuchtet. Die Charaktere sind vielschichtig gezeichnet, die Handlung fesselnd und der historische Hintergrund sorgfältig recherchiert.
2. Apr. 2025
Gilbers’ “Hungerwinter” fesselt mit authentischer Nachkriegsatmosphäre und einem spannenden Fall um Nazi-Fluchthelfer im Berlin von 1947
Nachdem ich bereits die ersten Bände der Oppenheimer-Reihe verschlungen hatte, war ich sehr gespannt auf den fünften Teil “Hungerwinter”. Und ich wurde nicht enttäuscht! Harald Gilbers entführt uns erneut ins Berlin der Nachkriegszeit, diesmal ins Jahr 1947, wo die Wunden des Krieges noch überall sichtbar sind. Die Geschichte beginnt mit einem scheinbar einfachen Fall: Ein Einbrecher wird bei einem Einbruch vom Hausherrn überrascht und in Notwehr getötet. Doch Kommissar Oppenheimer hat seine Zweifel, die sich schnell bestätigen. Was zunächst wie ein Routinefall wirkt, entwickelt sich zu einem komplexen Netz aus Verrat, Korruption und dunklen Machenschaften, die bis in die höchsten Kreise reichen. Was mich besonders beeindruckt hat, ist die atmosphärische Dichte, mit der Gilbers das Berlin der Nachkriegszeit zum Leben erweckt. Man spürt förmlich die Kälte, den Hunger und die allgegenwärtige Unsicherheit in dieser Zeit des Umbruchs. Der Muckefuck, die Trümmer, die zerbombten Gebäude - all das vermittelt ein so authentisches Bild, dass man sich als Leser mitten im Geschehen wähnt. Besonders interessant fand ich den historischen Hintergrund der “Rattenlinien”, über die hochrangige Nazis nach Argentinien geschleust wurden. Gilbers verwebt diese historischen Fakten geschickt mit seiner Krimihandlung, ohne dass es aufgesetzt wirkt. Man lernt nebenbei viel über den argentinischen Präsidenten Perón und die organisierte Fluchthilfe für Nazis. Die Spannung baut sich langsam auf, nimmt aber mit jedem neuen Ermittlungsergebnis zu. Gilbers schlägt dabei eher leise Töne an, was dem Roman eine besondere Qualität verleiht. Er gibt der Geschichte Zeit, sich zu entwickeln, und schafft eine ausgewogene Mischung aus persönlichem Hintergrund und beruflichen Herausforderungen für seinen Protagonisten. Wenn ich Kritikpunkte äußern müsste: Der Titel “Hungerwinter” erscheint etwas irreführend, da die Hungersnot in der Handlung eher eine Nebenrolle spielt. Zudem wirkte der Mordfall für mich manchmal etwas konstruiert, besonders im Zusammenhang mit den Geheimdienst-Elementen. Dennoch ist “Hungerwinter” für mich ein gelungener historischer Krimi, der nicht nur spannend unterhält, sondern auch ein wichtiges Kapitel deutscher Geschichte beleuchtet. Die Charaktere sind vielschichtig gezeichnet, die Handlung fesselnd und der historische Hintergrund sorgfältig recherchiert.
2. Apr. 2025






