Blick ins Buch

Hinter Glas

4,5(2)
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Über das Buch

ISBN9783442085958
VerlagGoldmann
Erscheinungsdatum31.12.87

Rezensionen & Bewertungen

2 Bewertungen

2 Rezensionen

4,5

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  • saszito
    saszito

    28 Follower

    5,0

    Lesenswert!

    Robert Merle ist für mich spätestens seit Malevil ein Garant für gleichermaßen tiefsinnige wie packende Literatur. Seit langer Zeit griff ich nun, im Dienste der Frankreich-Mission wieder zu einem seiner Bücher. Dabei scheint "Hinter Glas" merkwürdigerweise zu den etwas in Vergessenheit geratenen Romanen zu gehören. Das Thema der Studentenrevolte von Nanterre in den späten 60ern des letzten Jahrhunderts mag vielleicht etwas Staub angesetzt haben, doch angesichts der Revöltchen, die die Gegenwart zu bieten hat, kann solch ein Blick zurück, auf das Aufbegehren der Altvorderen durchaus seinen Reiz haben. Nun ist die Historie um die 68er vielleicht auch schon einmal zu oft erzählt wurden. Doch in diesem Roman steckt viel mehr als eine schlichte Beschreibung der Studentenrevolte. Es ist ein vielschichtiger, mehrdimensionaler Kosmos an Menschen, Gefühlen und Sichtweisen. Das Kaleidoskop der Perspektiven reicht vom algerischen Hilfsarbeiter auf der Uni-Baustelle, über zahlreiche Studenten und Studentinnen, die Hausmeister bis zum Dekan (u.v.m.) und schafft es dabei, sich nicht zu verheddern sondern einen stringenten, bzw. mehrere sich bedingende und ausschließende Handlungsstränge zu präsentieren. Die häufigen Perspektivwechsel innerhalb der Kapitel sind gekonnt umgesetzt und und wirken weder erzwungen noch verwirrend. Auch wenn die Erzählweise manches Mal etwas plump daherkommt, gewinnt man überraschend oft erhellende Erkenntnisse über die menschliche Natur und die altbekannten Hemmnisse und Behäbigkeiten an denen der gesellschaftliche Fortschritt seit Menschengedenken krankt.

    7. Sept. 2023

  • saszito
    saszito

    28 Follower

    5,0

    Robert Merle ist für mich spätestens seit Malevil ein Garant für gleichermaßen tiefsinnige wie packende Literatur. Seit langer Zeit griff ich nun, im Dienste der Frankreich-Mission wieder zu einem seiner Bücher. Dabei scheint "Hinter Glas" merkwürdigerweise zu den etwas in Vergessenheit geratenen Romanen zu gehören. Das Thema der Studentenrevolte von Nanterre in den späten 60ern des letzten Jahrhunderts mag vielleicht etwas Staub angesetzt haben, doch angesichts der Revöltchen, die die Gegenwart zu bieten hat, kann solch ein Blick zurück, auf das Aufbegehren der Altvorderen durchaus seinen Reiz haben. Nun ist die Historie um die 68er vielleicht auch schon einmal zu oft erzählt wurden. Doch in diesem Roman steckt viel mehr als eine schlichte Beschreibung der Studentenrevolte. Es ist ein vielschichtiger, mehrdimensionaler Kosmos an Menschen, Gefühlen und Sichtweisen. Das Kaleidoskop der Perspektiven reicht vom algerischen Hilfsarbeiter auf der Uni-Baustelle, über zahlreiche Studenten und Studentinnen, die Hausmeister bis zum Dekan (u.v.m.) und schafft es dabei, sich nicht zu verheddern sondern einen stringenten, bzw. mehrere sich bedingende und ausschließende Handlungsstränge zu präsentieren. Die häufigen Perspektivwechsel innerhalb der Kapitel sind gekonnt umgesetzt und und wirken weder erzwungen noch verwirrend. Auch wenn die Erzählweise manches Mal etwas plump daherkommt, gewinnt man überraschend oft erhellende Erkenntnisse über die menschliche Natur und die altbekannten Hemmnisse und Behäbigkeiten an denen der gesellschaftliche Fortschritt seit Menschengedenken krankt.

    7. Jan. 2024

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