Romane

Heimatmuseum

4,6(8)
Nicht lieferbarKostenloser Versand
Jetzt kaufen

Über das Buch

Erinnerungen an Masuren. »Ein leidenschaftliches Plädoyer für einen unideologischen Heimatbegriff.« Peter Mohr in der ›Wiener Zeitung‹.

Mit schweren Brandverletzungen liegt der Teppichwirker Zygmunt Rogalla im Krankenhaus einer norddeutschen Kreisstadt und versucht einem jungen Besucher, dem Freund seiner Tochter, die Gründe für eine unfaßbare Tat zu erklären: Er hat mit voller Absicht das masurische Heimatmuseum in Brand gesteckt, das er selbst unter großen Opfern in Schleswig-Holstein aufgebaut hat, um das Erbe seiner verlorenen Heimat zu retten. Warum?

Schicht um Schicht enthüllt er die Motive der Brandstiftung. Er erzählt von der masurischen Kindheit und Jugend, von den Schrecken der beiden Kriege, die seine Heimat zerstört haben, von Flucht und Vertreibung ... »Lenz schreibt keine Heimweh-Literatur: Er unterschlägt nichts. Er begründet den Verlust, sucht in der Geschichte nach den Wurzeln, um daraus Lehren für Gegenwart und Zukunft zu ziehen.« (Horst Bienek)

Editionen (7)

ISBN9783423134132
Verlagdtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum01.02.06
Seitenzahl800

Rezensionen & Bewertungen

8 Bewertungen

2 Rezensionen

4,6

Tippen zum Filtern

  • nxck0711
    nxck0711

    5 Follower

    4,0

    Ein Buch, das zum Nachdenken über den (Un-)Sinn von Heimat anregt

    Lenz nimmt den Leser in diesem Buch mit auf eine Reise durch Masuren, einem Gebiet, das symbolisch steht für viele andere Regionen, die im 20. Jahrhundert Schauplatz tiefgehender geographischer Umwälzungen waren. Aus dem Krankenbett heraus lässt die Haupterson, Inhaber eines Heimatmuseums, ihr eigenes Leben in der masurischen Kleinstadt Lucknow Revué passieren, um Aufschluss zu geben über eine von ihm verübte Brandstiftung, die den Leser zu Beginn (und auch sehr sehr lange im Buch) ratlos zurücklässt. Hintergrund des Buches ist es, laut Klappentext für einen "unideologischen Heimatbegriff" (Wiener Zeitung) zu werben. Bemessen an den geschichtlichen Passagen, die im Buch gestriffen werden (v.a. die der NS-Zeit) und dem gewählten Standort gelingt es Lenz allemal, beim Leser einen Denkprozess anzustoßen : Was bedeutet Heimat für mich? Welche gesellschaftlich/historischen Definitionen von Heimat gibt es? Man beobachtet die Hauptersonen dabei, wie sie sich im Laufe ihres Lebens verschiedener Heimatideen annehmen - der Wandel erschien mir zwar nicht immer nachvollziehbar, interessant war er aber auf jeden Fall. Das Buch umfasst auf knapp 800 Seiten "nur" 15 Kapitel, die zum Teil zwar langatmig ausfallen, aber auch mit lustigen Anekdoten, spannenden Charakteren und interessanten Bräuchen eines bisher selten beleuchteten Kulturkreises überzeugen. Alles in allem lesenswert und inhaltlich zeitlos, besonders für diejenigen, die sich für die europäische Entwicklung im 20. Jahrhundert und die Frage interessieren, welche Rolle die Heimat in dieser Entwicklung eigentlich gespielt hat.

    24. Okt. 2024

  • prssling
    prssling

    4 Follower

    5,0

    Ich hab das Buch unglaublich gerne gelesen. Verspüre jetzt großes Fernweh, sowohl geographisch als auch zeitlich, nach dem Masuren zwischen den Kriegen. Den allerletzten Absatz musste ich mir bedacht und Wort für Wort auf der Zunge zergehen lassen, um ihn in seiner Bedeutung erfassen zu können. Was eine wundervolle Erfahrung diese Lektüre war!

    11. Sept. 2025

Lesen ist schöner mit der READO App.

Bücher entdecken, tracken, gemeinsam lesen.

Bibliothek

Behalte den Überblick