Romane

Heimatmuseum

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Über das Buch

Editionen (7)

ISBN9783455042221
VerlagHoffmann und Campe
Erscheinungsdatum01.08.78

Rezensionen & Bewertungen

8 Bewertungen

2 Rezensionen

4,6

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  • nxck0711
    nxck0711

    5 Follower

    4,0

    Ein Buch, das zum Nachdenken über den (Un-)Sinn von Heimat anregt

    Lenz nimmt den Leser in diesem Buch mit auf eine Reise durch Masuren, einem Gebiet, das symbolisch steht für viele andere Regionen, die im 20. Jahrhundert Schauplatz tiefgehender geographischer Umwälzungen waren. Aus dem Krankenbett heraus lässt die Haupterson, Inhaber eines Heimatmuseums, ihr eigenes Leben in der masurischen Kleinstadt Lucknow Revué passieren, um Aufschluss zu geben über eine von ihm verübte Brandstiftung, die den Leser zu Beginn (und auch sehr sehr lange im Buch) ratlos zurücklässt. Hintergrund des Buches ist es, laut Klappentext für einen "unideologischen Heimatbegriff" (Wiener Zeitung) zu werben. Bemessen an den geschichtlichen Passagen, die im Buch gestriffen werden (v.a. die der NS-Zeit) und dem gewählten Standort gelingt es Lenz allemal, beim Leser einen Denkprozess anzustoßen : Was bedeutet Heimat für mich? Welche gesellschaftlich/historischen Definitionen von Heimat gibt es? Man beobachtet die Hauptersonen dabei, wie sie sich im Laufe ihres Lebens verschiedener Heimatideen annehmen - der Wandel erschien mir zwar nicht immer nachvollziehbar, interessant war er aber auf jeden Fall. Das Buch umfasst auf knapp 800 Seiten "nur" 15 Kapitel, die zum Teil zwar langatmig ausfallen, aber auch mit lustigen Anekdoten, spannenden Charakteren und interessanten Bräuchen eines bisher selten beleuchteten Kulturkreises überzeugen. Alles in allem lesenswert und inhaltlich zeitlos, besonders für diejenigen, die sich für die europäische Entwicklung im 20. Jahrhundert und die Frage interessieren, welche Rolle die Heimat in dieser Entwicklung eigentlich gespielt hat.

    24. Okt. 2024

  • prssling
    prssling

    4 Follower

    5,0

    Ich hab das Buch unglaublich gerne gelesen. Verspüre jetzt großes Fernweh, sowohl geographisch als auch zeitlich, nach dem Masuren zwischen den Kriegen. Den allerletzten Absatz musste ich mir bedacht und Wort für Wort auf der Zunge zergehen lassen, um ihn in seiner Bedeutung erfassen zu können. Was eine wundervolle Erfahrung diese Lektüre war!

    11. Sept. 2025

Autorin / Autor

Über Siegfried Lenz

Siegfried Lenz, 1926 im ostpreußischen Lyck geboren, gestorben 2014 in Hamburg, zählt zu den bedeutendsten und meistgelesenen Schriftstellern der Nachkriegsliteratur. Seit 1951 veröffentlichte er alle seine Romane, Erzählungen, Essays und Bühnenwerke im Hoffmann und Campe Verlag. Mit den masurischen Geschichten So zärtlich war Suleyken hatte er seinen ersten großen Erfolg, der sich 1968 mit der Deutschstunde zum Welterfolg ausweitete. Mit seiner Novelle Schweigeminute gelang ihm 2008 im hohen Alter abermals ein fulminanter Presse- und Publikumserfolg. Für seine Bücher wurde er mit vielen wichtigen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Goethepreis der Stadt Frankfurt am Main, dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und mit dem Lew-Kopelew-Preis für Frieden und Menschenrechte 2009.

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