Romane

Harold und Maude

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Über das Buch

Mit einem Nachwort von Faber Der 19-jährige Harold versucht, sich den gesellschaftlichen Zwängen seines wohlhabenden Elternhauses durch ungewöhnliche »Marotten« zu entziehen. Die 79-jährige Maude ist unkonventionell, energisch, impulsiv und lebensfroh – trotz ihrer schweren Vergangenheit. Die beiden lernen sich bei einer Beerdigung kennen, und bald verwandelt sich ihre Freundschaft in eine zarte und bewegende Liebesgeschichte. Bis zum Tag von Maudes 80. Geburtstag.

Editionen (4)

ISBN9783257073195
VerlagDiogenes
Erscheinungsdatum26.02.25
Seitenzahl192

Rezensionen & Bewertungen

42 Bewertungen

7 Rezensionen

4,1

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  • _butterblume_
    _butterblume_

    593 Follower

    5,0

    "Harold unternahm einen halbherzigen Versuch, seinen Stift zurückzubekommen. Vergeblich. Die alte Dame stand bereits im hinteren Teil der Kirche und zeichnete dem heiligen Josef, dem heiligen Antonius und der heiligen Theresa ein Lächeln ins Gesicht." "Mit einem lauten Knall löste sich der Schuss und schleuderte Harold rückwärts vom Stuhl und zu Boden. Dort blieb er reglos liegen, aus einem sauberen runden Loch in seiner Stirn sickerte Blut." Mrs. Chasen sah auf. "Harold ", sagte sie ungeduldig. "Harold, bitte! Hast du gehört? Sollte in öffentlichen Schulen Evolution gelehrt werden?" "Nun. Die meisten Menschen sind nicht wie Sie, sondern Gefangene ihrer selbst. Sie leben in ihren jeweiligen Schlössern, für sich allein. So wie ich. "Genau. Jeder lebt in seinem eigenen Schloss" nickte Maude. "Aber das ist noch lange kein Grund, nicht hin und wieder die Zugbrücke runterzulassen und jemanden zu besuchen." Die Geschichte von dem 19jährigen Harold aus wohlhabenden Haus, der das Inszenieren seines Selbstmordes in verschiedenen Varianten perfektioniert hat. Er fährt einen Leichenwagen und liebt es auf Beerdigungen zu gehen, dort lernt er die 89jährige lebensfrohe Maude kennen, die ihm zeigt, wie wichtig und schön es ist das Leben zu genießen. Es entsteht eine ganz besondere Freundschaft zwischen den beiden. Ein herrlich skurriles und schräges Buch, von dem ich jede einzelne Seite genossen habe.Tiefschwarzer Humor durchzogen mit ganz viel Gefühl und eine Hommage an das Leben. Auf jeden Fall eine ganz klare Leseempfehlung von mir ⭐ und auch die Empfehlung, den Film anzuschauen, absolut sehenswert und perfekt besetzt

    21. Nov. 2025

  • wildeskopfkino
    wildeskopfkino

    149 Follower

    5,0

    Ungewöhnlich schön: Eine Liebeserklärung an das Leben

    Manche Bücher schleichen sich leise ins Herz – Harold und Maude hingegen hat bei mir höflich geklopft, ist dann aber ohne Einladung hereingespaziert und hat es sich auf dem Sofa bequem gemacht. Es erzählt die Geschichte zweier Menschen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben sollten: Harold, jung, reich, todessüchtig und chronisch gelangweilt vom Leben – und Maude, alt, arm, lebenshungrig und voller eigenwilliger Energie. Was mich an diesem Roman so begeistert hat, ist der Ton: trocken, feinsinnig, fast schon zärtlich ironisch. Kein Kitsch, keine platte Moral, sondern eine feine Balance zwischen Melancholie und Heiterkeit. Maude, diese unerschrockene, warmherzige Rebellin, bringt nicht nur Harold, sondern auch mich zum Umdenken – über Freiheit, über Lebenslust, über das Recht, anders zu sein. Die Dialoge sind messerscharf und doch leicht, fast schwebend. Higgins schafft es, die Schwere von Themen wie Tod, Trauma und gesellschaftlichem Druck mit einer Leichtigkeit zu erzählen, die nie oberflächlich wirkt. Die Liebesgeschichte, so unwahrscheinlich sie auch scheint, berührt ohne Pathos. Die Übersetzung ist dabei wunderbar gelungen – nie gezwungen, sondern stilvoll und stimmig. Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen, mit einem Lächeln im Gesicht und einem Kloß im Hals. Es ist klug, charmant, originell – und auf eine leise Weise lebensverändernd. Ganz große Empfehlung. Fünf Sterne – aus vollem Herzen.

    Ungewöhnlich schön: Eine Liebeserklärung an das Leben

    22. Mai 2025

  • soulfulrina_reads
    soulfulrina_reads

    118 Follower

    5,0

    5⭐️- Highlight

    Harold ließ den Stamm los. „Nun. Die meisten Menschen sind nicht Sie, sondern Gefangene ihrer selbst. Sie leben in ihren jeweiligen Schlössern, für sich allein. Sie wie ich!" (Zitat - Seite 43 vom bereitgestellten Leseexemplar) Der Roman wurde 1971, erstmals veröffentlicht und wurde ursprünglich als Drehbuch für einen Film geschrieben. Als ich das Buch entdeckte und den Klappentext las, hatte ich das Gefühl, dass es nur gut werden kann. Und was soll ich sagen? Es ist ein Highlight! Ich liebe besondere und skurrile Charaktere – und genau das bietet dieses Buch. Harold stammt aus einer wohlhabenden Familie, doch er ist das, was man ein schwarzes Schaf nennt. In sich gekehrt, rebelliert er auf seine eigene Weise gegen gesellschaftliche Konventionen. Er fährt einen Beerdigungswagen, hat ein makabres Hobby, liebt Schrottplätze und besucht mit Vorliebe Beerdigungen – und genau dort trifft er auf Maude. Maude sprüht vor Lebensfreude, ist ein absolutes Unikat und schert sich nicht um gesellschaftliche Normen. Sie biegt sich die Welt nach ihren eigenen Vorstellungen zurecht. Harold ist sprachlos, fasziniert und ahnt nicht, auf welche verändernde Reise sie ihn mitnehmen wird. Und ganz ehrlich – wie könnte man sich nicht in Maude verlieben? Natürlich kann man sich daran stören, dass sich der 19-jährige Harold im Laufe der Geschichte in die 80-jährige Maude verliebt. Doch für mich war ihre Beziehung eher ein Symbol dafür, was Liebe wirklich ausmacht und eine Rebellion gegen die Konventionen der Zeit. Harold und Maude sind ein ungleiches Paar, aber sie ergänzen sich auf eine Weise, die berührt. Die Geschichte lädt zum Schmunzeln ein, doch wenn man genau zwischen den Zeilen liest, entdeckt man eine unerwartete Tiefe. Das Ende ließ mich mit einem eher traurigen Lächeln zurück, doch es war das einzig passende. Diese Geschichte vermittelt eine einfache, aber umso wichtigere Botschaft: Das Leben ist schön – wenn du es einfach lebst. Ein gesellschaftskritischer Roman, eine Satire über Moral mit tiefgründigen Momenten – und für mich ein absolutes Highlight des Jahres! Ich möchte mir auf jedenfall den Film dazu noch anschauen. *Unbezahlte Werbung - Rezensionsexemplar

    14. März 2025

3 von 7 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Colin Higgins

Colin Higgins, geboren 1941 auf Neukaledonien, wuchs in einem Vorort von Sydney auf und zog später nach Kalifornien. Dort studierte er erst Englische Literatur in Stanford, später an der Filmhochschule von Los Angeles. Seine Abschlussarbeit ›Harold and Maude‹ wurde 1971 verfilmt und war ein Überraschungserfolg. Im selben Jahr kam auch die Romanfassung heraus. Higgins verfasste für sechs weitere erfolgreiche Hollywood-Komödien Drehbücher und führte teilweise selbst Regie. Er starb 1988 in Beverly Hills.

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