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Die Black Dagger Buchreihe von J.R. Ward begleitet mich schon über einige Jahre und ich verehre diese wundervolle Autorin, die schon immer perfekt wusste, welche zwei Charaktere am besten zusammen passen und mir als Leser das komplette Erlebnis der Gefühlspalette vermitteln konnte. Es gibt viele Stellen in diesen Büchern, wo ich mich selbst drin wiedererkannt habe und durch Wards Worte meine Trauer endlich in Worte fassen konnte. Diese Autorin gibt dir Schmerz und du willst mehr, weil du weißt, dass der Weg, den sie bis dorthin erzählt, es absolut wert sein wird. Und jetzt kommt Band siebenunddreißig, "Geliebter des Mondes", und die erste Frage die sich mir stellt: Wer hat das geschrieben, denn Ward kann es nicht gewesen sein... "Geliebter des Mondes" ist das schlechteste Black Dagger Buch aller Zeiten und ich habe mich durch die Seiten gequält. Es war furchtbar, so extrem, dass ich immer wieder dachte, ich breche es ab, es hat keinen Sinn, aber da es schon Fortsetzungen gibt und weitere geplant sind, kann ich diese Geschichte nicht einfach überspringen. Also habe ich mich weiter durchgequält und gequält und gequält. Das schlimme daran ist ja, dass alles sich umso viel schlimmer anfühlt, wenn man sich zwingt es fortzusetzen. Handlung: Nach dem Sieg gegen Omega und die Lesser, gibt es für die Bruderschaft und ihre Verbündeten keine Zeit zum ausruhen, denn die mysteriösen Schatten, die sich schwer töten lassen, müssen zu irgendwem gehören, der nun Omegas Platz eingenommen hat. Das Gute braucht das Böse, sonst ist es nicht ausgeglichen. Balthazar, einer der Krieger von Xcors Bande gerät in den Bann eines Buches, der ihn alle anderen in Gefahr bringen lässt und eine unauffällige Zivilistin, Mae, ist bereit Orte aufzusuchen, an die sie niemals freiwillig gehen würde, nur um ein Buch zu finden, dass das Leben ihres Bruders retten soll. An diesem Ort für menschliche Untergrundkämpfe findet Mae jedoch etwas ganz anderes, dem sie nicht einfach so den Rücken kehren will: Ein schwerverletzter Vampir, an dessen Verletzung sie indirekt schuld ist. Als sie ihm das Leben rettet, weiß sie nicht, dass das Leben dieses Kämpfers in direktem Zusammenhang mit dem steht, wonach sie so verzweifelt sucht... Einstieg: Seit einigen Bänden sind die Anfänge der Black Dagger Bücher immer etwas verwirrend und starten in der Menschenwelt, bis Ward dann irgendwann - so etwa hundert bis zweihundert Seiten später - erklärt, wieso es wichtig war, dort zu beginnen. Also dachte ich mir erst nicht viel dabei, dass es wieder völliger unverständlicher und eigentlich ziemlich langweiliger Stoff über einen menschlichen Kämpfer ist, wo man bereits im ersten Satz erfährt, dass er ermordet wird. Dafür, dass ihm dieses Ereignis bevorsteht, erfährt man trotzdem fast seine ganze Lebens- und Leidensgeschichte, die mich nicht wirklich fesseln konnte und wo ich schon merkte, irgendwie schaltet mein Kopf ab. Wenn das Schicksal eh sagt, dass er ermordet wird, wieso muss ich dann so viel über ihn wissen? Auch der Einstieg in die weibliche Hauptprotagonistin war ein absoluter Wirrwarr, weil die Beschreibungen der Umgebung, der Menschen und Maes eigene wenig Sinn ergebenden Gedanken nicht genau sagen, wo sie eigentlich ist, was sie dort will und wieso sie so durch den Wind ist. Geheimnisvoll mag ich ja, wenn man auf die Enthüllung wartet, aber nicht, wenn man die Person auf der ersten Seite gerade erst kennen lernt. Stimmung beim lesen: Anfangs dachte ich wirklich, dass es besser wird. Nicht jede Geschichte oder jeder Charakter ist immer interessant, was in dieser Buchreihe bei mir schon seit Band einunddreißig "Die Diebin" einige Male vorkam. Eigentlich ziemlich genau seit dem Moment, wo die Originalbesetzung der Bruderschaft nur noch am Rande vorkommt und mal hier und da einen Gastauftritt bei wildfremden (oft auch weniger sympathischen) Charakteren hat. Doch bei "Geliebter des Mondes" lief alles schief, was nur schieflaufen konnte. Ich habe wirklich gemerkt, dass ich aufmerksamer wurde, als Rehvenge aka "Der Reverend" vorkam. Sein Treffen mit Wrath war dann so ziemlich das einzige Highlight in diesem Buch. Protagonisten: Mae und Sahvage sind wie Wasser und Öl. Sie ist eine graue Maus, unscheinbar und dennoch wild entschlossen die einzige Person, die noch von ihrer Familie übrig ist, mit allem zu retten, was sie hat. Dafür ist sie bereit auch die dunkelste Seite der Menschheit zu betreten und in den schlimmsten Abgrund zu springen, ohne überhaupt nachzudenken. Dass ihr Sahvage dabei in die Quere kommt, der vor ihren Augen lebensgefährlich verletzt wird und sie ihn nicht einfach sterben lassen will, zeigt wie durcheinander ihr Charakter ist. Einerseits stark fixiert auf ihre eigenen Probleme und dennoch völlig unvoreingenommen und hilfsbereit. Das alles ändert sich aber so rasch, dass jede Konversation der beiden wirklich ein Marathonlauf an streitlustigen Dialogen wird, die mit sexuellen Hintergedanken angefüttert werden und wo die Emotionen so starke Veränderungen durchlaufen, dass es eigentlich nicht schön war den Beiden zuzuhören. Eine Ebene finden? Unmöglich! Fremde Hilfe annehmen und ausnutzen, obwohl man sagt man sei völlig unabhängig? Wieso auch nicht! Beide Charaktere haben ihre Geheimnisse, die auf lebensgefährliche Weise kollidieren und ihr Umgang miteinander ist ziemlich nervenaufreibend. Sahvage wirkte recht interessant und eigentlich auch bodenständig, auf der Flucht vor sich selbst. Mae hingegen kam mir die meiste Zeit einfach nur zerstreut vor, ruhelos. Einzeln haben mir die beiden schon gefallen, weil ihre Geschichten eigentlich gut sind, aber sie passen in meinen Augen einfach nicht zusammen. Einen weiteren Teil des Buches nimmt der Krieger Balthazar, kurz Balz, ein, der gemeinsam mit den Bastarden aus Xcors Bande zur Bruderschaft gezogen ist und über den es schon den ein oder anderen kleinen Kommentar gab. Er ist ein Dieb mit einem hohen Moralkodex, fast schon wie Robin Hood und seine Geschichte erzählt sich eigentlich auf mehreren Ebenen, denn Lassiter scheint (wenig unauffällig) an ihm zu kleben. Seit seiner Nahtoderfahrung hat sich etwas verändert. Dass er bei seinem Raubzug in eine Wohnung einbricht, wo die Dame des Hauses ihn als Traumerscheinung abtut und eine überaus schräge Situation entsteht, die aus dem billigsten Porno entsprungen sein muss, war wirklich das schlimmste, was Ward je geschrieben hat. Und das in diesem Moment sieben Etagen unter ihm die menschliche Polizistin Erika Saunders einem neuen Serienkiller auf der Spur ist, ergibt auch erst sehr viel später Sinn, sodass es mir als Leserin viel zu leicht fiel Erika und ihre wenig überraschenden Situationen komplett auszublenden. Ebenfalls am Rande ist Nate, den Murhder in "Der Erlöser" aus einem menschlichen Labor gerettet hat und der seither bei ihm und seiner Gefährtin Sarah lebt. Er ist gerade durch seine Transition gegangen. Bei ihm und seinem Kumpel Shuli, die an einem Farmhaus arbeiten, schien mir etwas zu fehlen, denn Ward tat so, als wäre der Leser bereits mit den Beiden vertraut. Ich habe nach Hinweisen gesucht, ob sie im Spin-Off Black Dagger Legacy vorkommen, da ich aus der Reihe bisher nur drei von vier Büchern gelesen habe, konnte aber nichts finden. Das war einfach befremdlich. Positiv: Der Wendepunkt des Buches waren für mich wirklich die Momente, wo die Bruderschaft vorkommt. Und zu sehen, wie ausgerechnet Vampire mit der Nachricht umgehen, dass es das Übernatürliche gibt, also das war schon irgendwie Comedy Gold. Negativ: Schon seit Ward sich dachte die Dämonin Devina aus der "Fallen Angels" Reihe in die Vampirwelt zu bringen, war der Weg für die Dunkelheit geebnet. Und ja, Devina ist nicht meine Lieblingsfigur, aber sie hat Persönlichkeit und man muss über sie lachen, auch wenn die Situationen eigentlich nicht zum lachen sind. Das sie der neue Gegner der Bruderschaft ist, ist bei denen noch nicht ganz angekommen, auch wenn Butch bereits Bekanntschaft mit ihr gemacht hat und sie auch irgendwie ihre Krallen in Balthazar geschlagen hat. Und genau da liegt für mich als eingefleischter Fan das Problem: Diese Art der dunklen Magie, die in diesem Band plötzlich aus jeder Ecke geschossen kommt, passt einfach nicht in diese Welt. Wards Vampire sind nicht unsterblich und genauso anfällig für schwere Verletzungen, von denen sie sich erholen müssen. Diese Black Dagger Vampire sind keine typischen übernatürlichen Wesen, sondern speziell. Magie, egal in welcher Form, passt irgendwie nicht in diese Bücher und nach so vielen Bänden damit anzufangen, weil man Devina reinsetzt, wirkt viel zu erzwungen. Ward hätte die Reihe längst beenden können, vielleicht wäre das besser gewesen. Allgemein gab es in diesem Buch viel zu viele Momente, die mich genervt haben, aber eine Sache war am schlimmsten: Die Umschreibungen für Devina. Jedes Mal, wenn sie auftaucht, ist alles perfekt. Als Leser weiß man das irgendwann. Ist es dann also nötig ALLES, was sie sagt und tut, was sie trägt, mit sexy Verben auszuschmücken? Und das IMMER und ÜBERALL? Puh. Fazit: Das komplette Buch "Geliebter des Mondes" ist merkwürdig geschrieben und Ward lässt so viele Dinge unausgesprochen bzw. nutzt die wirren Gedanken der Charaktere um ein Ereignis zu beschreiben, dass ich mich immer wieder fragen musste: Um was geht es jetzt genau? Und dann stellt sich raus, dass tatsächlich in Caldwell ein Meteorit eingeschlagen ist?! Crazy. Vor allem, weil es irgendwie doch nur eine Randbeschreibung war, als wäre es nicht wichtig. J.R. Ward kann definitiv besser schreiben, als das, was dieses Buch hergibt. Schwarze Magie trifft auf Vampirwelt, was einfach nicht stimmig ist. Und dann dieses wiederholende Muster, wo die Charaktere an Situationen und Orte denken und ich frustriert dachte: Ok, und um welche Situation geht es jetzt? Wo seid ihr eigentlich? Was zur Hölle ist hier los? Als wäre alles so selbstverständlich und könnte deshalb geheimnisvoll umschrieben werden. Wenn das sogar auf der ersten Seite der Charaktervorstellung passiert, dann macht es keinen Sinn. Als Leser lebt man von seinen fantasievollen Vorstellungen und manchmal müssen Autoren nicht explizit ausschreiben, um was es geht, aber wenn die Hälfte des Buches nur wirre Gedanken einer Person im Mittelpunkt stehen, die keinen Sinn ergeben, dann kann man ruhig ein paar mehr Hinweise einstreuen, was jetzt eigentlich Sache ist. Bei "Geliebter des Mondes" musste ich mich ständig fragen, ob das, was ich lese, überhaupt irgendeine Relevanz hat und ob ich mir gewisse Aussagen für später merken sollte, weil da noch eine Auflösung kommt. Ich war maximal frustriert über dieses Buch und stand oft genug davor es einfach abzubrechen. Seit die Brüder nur noch Randfiguren sind und man sich mit jedem neuen Buch auf neue Charaktere einlassen muss, die nicht einmal wirklich ins Black Dagger Universum passen, ist es schwer geworden, wirklich mit Herz und Seele in diese Bücher abzutauchen. Trotzdem hoffe ich, dass das nächste Buch besser wird... Denn das Ende dieses Buches war vielversprechend, dass Lassiter bald wieder Freude ins Leseherz bringt - durch seine bloße Anwesenheit. Ich liebe diesen Engel.
5. Nov. 2023
Die Black Dagger Buchreihe von J.R. Ward begleitet mich schon über einige Jahre und ich verehre diese wundervolle Autorin, die schon immer perfekt wusste, welche zwei Charaktere am besten zusammen passen und mir als Leser das komplette Erlebnis der Gefühlspalette vermitteln konnte. Es gibt viele Stellen in diesen Büchern, wo ich mich selbst drin wiedererkannt habe und durch Wards Worte meine Trauer endlich in Worte fassen konnte. Diese Autorin gibt dir Schmerz und du willst mehr, weil du weißt, dass der Weg, den sie bis dorthin erzählt, es absolut wert sein wird. Und jetzt kommt Band siebenunddreißig, "Geliebter des Mondes", und die erste Frage die sich mir stellt: Wer hat das geschrieben, denn Ward kann es nicht gewesen sein... "Geliebter des Mondes" ist das schlechteste Black Dagger Buch aller Zeiten und ich habe mich durch die Seiten gequält. Es war furchtbar, so extrem, dass ich immer wieder dachte, ich breche es ab, es hat keinen Sinn, aber da es schon Fortsetzungen gibt und weitere geplant sind, kann ich diese Geschichte nicht einfach überspringen. Also habe ich mich weiter durchgequält und gequält und gequält. Das schlimme daran ist ja, dass alles sich umso viel schlimmer anfühlt, wenn man sich zwingt es fortzusetzen. Handlung: Nach dem Sieg gegen Omega und die Lesser, gibt es für die Bruderschaft und ihre Verbündeten keine Zeit zum ausruhen, denn die mysteriösen Schatten, die sich schwer töten lassen, müssen zu irgendwem gehören, der nun Omegas Platz eingenommen hat. Das Gute braucht das Böse, sonst ist es nicht ausgeglichen. Balthazar, einer der Krieger von Xcors Bande gerät in den Bann eines Buches, der ihn alle anderen in Gefahr bringen lässt und eine unauffällige Zivilistin, Mae, ist bereit Orte aufzusuchen, an die sie niemals freiwillig gehen würde, nur um ein Buch zu finden, dass das Leben ihres Bruders retten soll. An diesem Ort für menschliche Untergrundkämpfe findet Mae jedoch etwas ganz anderes, dem sie nicht einfach so den Rücken kehren will: Ein schwerverletzter Vampir, an dessen Verletzung sie indirekt schuld ist. Als sie ihm das Leben rettet, weiß sie nicht, dass das Leben dieses Kämpfers in direktem Zusammenhang mit dem steht, wonach sie so verzweifelt sucht... Einstieg: Seit einigen Bänden sind die Anfänge der Black Dagger Bücher immer etwas verwirrend und starten in der Menschenwelt, bis Ward dann irgendwann - so etwa hundert bis zweihundert Seiten später - erklärt, wieso es wichtig war, dort zu beginnen. Also dachte ich mir erst nicht viel dabei, dass es wieder völliger unverständlicher und eigentlich ziemlich langweiliger Stoff über einen menschlichen Kämpfer ist, wo man bereits im ersten Satz erfährt, dass er ermordet wird. Dafür, dass ihm dieses Ereignis bevorsteht, erfährt man trotzdem fast seine ganze Lebens- und Leidensgeschichte, die mich nicht wirklich fesseln konnte und wo ich schon merkte, irgendwie schaltet mein Kopf ab. Wenn das Schicksal eh sagt, dass er ermordet wird, wieso muss ich dann so viel über ihn wissen? Auch der Einstieg in die weibliche Hauptprotagonistin war ein absoluter Wirrwarr, weil die Beschreibungen der Umgebung, der Menschen und Maes eigene wenig Sinn ergebenden Gedanken nicht genau sagen, wo sie eigentlich ist, was sie dort will und wieso sie so durch den Wind ist. Geheimnisvoll mag ich ja, wenn man auf die Enthüllung wartet, aber nicht, wenn man die Person auf der ersten Seite gerade erst kennen lernt. Stimmung beim lesen: Anfangs dachte ich wirklich, dass es besser wird. Nicht jede Geschichte oder jeder Charakter ist immer interessant, was in dieser Buchreihe bei mir schon seit Band einunddreißig "Die Diebin" einige Male vorkam. Eigentlich ziemlich genau seit dem Moment, wo die Originalbesetzung der Bruderschaft nur noch am Rande vorkommt und mal hier und da einen Gastauftritt bei wildfremden (oft auch weniger sympathischen) Charakteren hat. Doch bei "Geliebter des Mondes" lief alles schief, was nur schieflaufen konnte. Ich habe wirklich gemerkt, dass ich aufmerksamer wurde, als Rehvenge aka "Der Reverend" vorkam. Sein Treffen mit Wrath war dann so ziemlich das einzige Highlight in diesem Buch. Protagonisten: Mae und Sahvage sind wie Wasser und Öl. Sie ist eine graue Maus, unscheinbar und dennoch wild entschlossen die einzige Person, die noch von ihrer Familie übrig ist, mit allem zu retten, was sie hat. Dafür ist sie bereit auch die dunkelste Seite der Menschheit zu betreten und in den schlimmsten Abgrund zu springen, ohne überhaupt nachzudenken. Dass ihr Sahvage dabei in die Quere kommt, der vor ihren Augen lebensgefährlich verletzt wird und sie ihn nicht einfach sterben lassen will, zeigt wie durcheinander ihr Charakter ist. Einerseits stark fixiert auf ihre eigenen Probleme und dennoch völlig unvoreingenommen und hilfsbereit. Das alles ändert sich aber so rasch, dass jede Konversation der beiden wirklich ein Marathonlauf an streitlustigen Dialogen wird, die mit sexuellen Hintergedanken angefüttert werden und wo die Emotionen so starke Veränderungen durchlaufen, dass es eigentlich nicht schön war den Beiden zuzuhören. Eine Ebene finden? Unmöglich! Fremde Hilfe annehmen und ausnutzen, obwohl man sagt man sei völlig unabhängig? Wieso auch nicht! Beide Charaktere haben ihre Geheimnisse, die auf lebensgefährliche Weise kollidieren und ihr Umgang miteinander ist ziemlich nervenaufreibend. Sahvage wirkte recht interessant und eigentlich auch bodenständig, auf der Flucht vor sich selbst. Mae hingegen kam mir die meiste Zeit einfach nur zerstreut vor, ruhelos. Einzeln haben mir die beiden schon gefallen, weil ihre Geschichten eigentlich gut sind, aber sie passen in meinen Augen einfach nicht zusammen. Einen weiteren Teil des Buches nimmt der Krieger Balthazar, kurz Balz, ein, der gemeinsam mit den Bastarden aus Xcors Bande zur Bruderschaft gezogen ist und über den es schon den ein oder anderen kleinen Kommentar gab. Er ist ein Dieb mit einem hohen Moralkodex, fast schon wie Robin Hood und seine Geschichte erzählt sich eigentlich auf mehreren Ebenen, denn Lassiter scheint (wenig unauffällig) an ihm zu kleben. Seit seiner Nahtoderfahrung hat sich etwas verändert. Dass er bei seinem Raubzug in eine Wohnung einbricht, wo die Dame des Hauses ihn als Traumerscheinung abtut und eine überaus schräge Situation entsteht, die aus dem billigsten Porno entsprungen sein muss, war wirklich das schlimmste, was Ward je geschrieben hat. Und das in diesem Moment sieben Etagen unter ihm die menschliche Polizistin Erika Saunders einem neuen Serienkiller auf der Spur ist, ergibt auch erst sehr viel später Sinn, sodass es mir als Leserin viel zu leicht fiel Erika und ihre wenig überraschenden Situationen komplett auszublenden. Ebenfalls am Rande ist Nate, den Murhder in "Der Erlöser" aus einem menschlichen Labor gerettet hat und der seither bei ihm und seiner Gefährtin Sarah lebt. Er ist gerade durch seine Transition gegangen. Bei ihm und seinem Kumpel Shuli, die an einem Farmhaus arbeiten, schien mir etwas zu fehlen, denn Ward tat so, als wäre der Leser bereits mit den Beiden vertraut. Ich habe nach Hinweisen gesucht, ob sie im Spin-Off Black Dagger Legacy vorkommen, da ich aus der Reihe bisher nur drei von vier Büchern gelesen habe, konnte aber nichts finden. Das war einfach befremdlich. Positiv: Der Wendepunkt des Buches waren für mich wirklich die Momente, wo die Bruderschaft vorkommt. Und zu sehen, wie ausgerechnet Vampire mit der Nachricht umgehen, dass es das Übernatürliche gibt, also das war schon irgendwie Comedy Gold. Negativ: Schon seit Ward sich dachte die Dämonin Devina aus der "Fallen Angels" Reihe in die Vampirwelt zu bringen, war der Weg für die Dunkelheit geebnet. Und ja, Devina ist nicht meine Lieblingsfigur, aber sie hat Persönlichkeit und man muss über sie lachen, auch wenn die Situationen eigentlich nicht zum lachen sind. Das sie der neue Gegner der Bruderschaft ist, ist bei denen noch nicht ganz angekommen, auch wenn Butch bereits Bekanntschaft mit ihr gemacht hat und sie auch irgendwie ihre Krallen in Balthazar geschlagen hat. Und genau da liegt für mich als eingefleischter Fan das Problem: Diese Art der dunklen Magie, die in diesem Band plötzlich aus jeder Ecke geschossen kommt, passt einfach nicht in diese Welt. Wards Vampire sind nicht unsterblich und genauso anfällig für schwere Verletzungen, von denen sie sich erholen müssen. Diese Black Dagger Vampire sind keine typischen übernatürlichen Wesen, sondern speziell. Magie, egal in welcher Form, passt irgendwie nicht in diese Bücher und nach so vielen Bänden damit anzufangen, weil man Devina reinsetzt, wirkt viel zu erzwungen. Ward hätte die Reihe längst beenden können, vielleicht wäre das besser gewesen. Allgemein gab es in diesem Buch viel zu viele Momente, die mich genervt haben, aber eine Sache war am schlimmsten: Die Umschreibungen für Devina. Jedes Mal, wenn sie auftaucht, ist alles perfekt. Als Leser weiß man das irgendwann. Ist es dann also nötig ALLES, was sie sagt und tut, was sie trägt, mit sexy Verben auszuschmücken? Und das IMMER und ÜBERALL? Puh. Fazit: Das komplette Buch "Geliebter des Mondes" ist merkwürdig geschrieben und Ward lässt so viele Dinge unausgesprochen bzw. nutzt die wirren Gedanken der Charaktere um ein Ereignis zu beschreiben, dass ich mich immer wieder fragen musste: Um was geht es jetzt genau? Und dann stellt sich raus, dass tatsächlich in Caldwell ein Meteorit eingeschlagen ist?! Crazy. Vor allem, weil es irgendwie doch nur eine Randbeschreibung war, als wäre es nicht wichtig. J.R. Ward kann definitiv besser schreiben, als das, was dieses Buch hergibt. Schwarze Magie trifft auf Vampirwelt, was einfach nicht stimmig ist. Und dann dieses wiederholende Muster, wo die Charaktere an Situationen und Orte denken und ich frustriert dachte: Ok, und um welche Situation geht es jetzt? Wo seid ihr eigentlich? Was zur Hölle ist hier los? Als wäre alles so selbstverständlich und könnte deshalb geheimnisvoll umschrieben werden. Wenn das sogar auf der ersten Seite der Charaktervorstellung passiert, dann macht es keinen Sinn. Als Leser lebt man von seinen fantasievollen Vorstellungen und manchmal müssen Autoren nicht explizit ausschreiben, um was es geht, aber wenn die Hälfte des Buches nur wirre Gedanken einer Person im Mittelpunkt stehen, die keinen Sinn ergeben, dann kann man ruhig ein paar mehr Hinweise einstreuen, was jetzt eigentlich Sache ist. Bei "Geliebter des Mondes" musste ich mich ständig fragen, ob das, was ich lese, überhaupt irgendeine Relevanz hat und ob ich mir gewisse Aussagen für später merken sollte, weil da noch eine Auflösung kommt. Ich war maximal frustriert über dieses Buch und stand oft genug davor es einfach abzubrechen. Seit die Brüder nur noch Randfiguren sind und man sich mit jedem neuen Buch auf neue Charaktere einlassen muss, die nicht einmal wirklich ins Black Dagger Universum passen, ist es schwer geworden, wirklich mit Herz und Seele in diese Bücher abzutauchen. Trotzdem hoffe ich, dass das nächste Buch besser wird... Denn das Ende dieses Buches war vielversprechend, dass Lassiter bald wieder Freude ins Leseherz bringt - durch seine bloße Anwesenheit. Ich liebe diesen Engel.
5. Nov. 2023






