Blick ins Buch

Biografien

Flucht aus Lager 14

4,1(69)
Sprache
Deutsch
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Über das Buch

Ein schockierender Bericht aus der Hölle eines Gefangenenlagers in Nordkorea

In Nordkorea existieren Straflager von unbeschreiblicher Brutalität, und doch sind sie kaum bekannt. Unter den wenigen Zeugenberichten, die es überhaupt gibt, ragt die Geschichte von Shin Dong-hyuk heraus: Als Kind zweier Häftlinge wird er in Lager 14 geboren, einem der Lager, aus dem nie jemand entlassen wird. Nachdem er 23 Jahre in dieser Hölle überlebt hat, gelingt ihm wider aller Wahrscheinlichkeit die Flucht. Shins Bericht, ergänzt um zahlreiche bewegende Fotografien, ist das berührende Zeugnis eines ungewöhnlichen Schicksals und eines unmenschlichen Lagersystems zugleich. Nicht zuletzt ist das Buch ein Appell an die Welt, nicht länger wegzuschauen.

Editionen (5)

ISBN9783328104780
VerlagPenguin
Erscheinungsdatum08.07.19
Seitenzahl272

Rezensionen & Bewertungen

69 Bewertungen

5 Rezensionen

4,1

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  • kapitelderzeiten
    kapitelderzeiten

    123 Follower

    4,5

    Erschütternd, unterlegt mit zitaten von Flüchtlingen.

    Flucht aus Lager 14 ist ein erschütterndes und zutiefst eindringliches Buch über das Leben von Shin Dong-hyuk – dem einzigen bekannten Menschen, der in einem nordkoreanischen Arbeitslager geboren wurde und von dort fliehen konnte. Blaine Harden, ein erfahrener Journalist, erzählt Shins Geschichte mit nüchterner Klarheit und journalistischer Präzision. Bereits in der ersten Hälfte des Buches wird deutlich, dass Shins Kindheit nicht nur von Hunger, Misstrauen und Gewalt geprägt war, sondern dass er die Prinzipien von Liebe, Familie und Freiheit gar nicht kannte – weil sie in seinem Leben schlicht keine Rolle spielten. Der Leser begleitet Shin durch die entmenschlichende Realität des Lagers 14, in dem Denunziation gefördert, Bindungen zerschlagen und selbst kleinste Vergehen mit Folter oder Tod bestraft werden. Besonders eindringlich sind die Schilderungen der Lagergesetze, die im Buch explizit aufgeführt werden. Sie wirken fast surreal, so radikal menschenverachtend sind sie. Gleichzeitig verwebt Harden Interviews mit nordkoreanischen Flüchtlingen, Aussagen ehemaliger Wärter und offizielle Zitate der Kim-Diktatoren zu einem erschreckend vollständigen Bild eines totalitären Staates, der auf Angst, Kontrolle und Propaganda basiert. --- Persönliche Eindrücke und Empfindungen Dies war nun mein zweites Buch über Nordkorea – und ich muss sagen: Flucht aus Lager 14 war für mich noch eine Spur härter und bedrückender als mein erster Einblick in dieses Land. Was mich besonders erschüttert hat, war die eindringliche Darstellung, wie systematisch und grausam das nordkoreanische Regime gegen sein eigenes Volk vorgeht. Die Einbindung von vielen Zitaten ehemaliger Flüchtlinge sowie direkte Aussagen vom amtierenden Diktator verleihen dem Buch eine unheimliche Authentizität – als Leser spürt man regelrecht, wie tiefgreifend diese Unterdrückung wirkt. Ein besonderes Highlight, das mich nachhaltig beschäftigt hat, war die detaillierte Darstellung der Lagergesetze. Sie geben nicht nur einen Einblick in das Kontrollsystem, sondern zeigen auch, mit welcher Brutalität jede Form von Menschlichkeit unterdrückt wird. Man liest diese Regeln – und ist fassungslos. Am Ende bleibt bei mir vor allem Erschütterung. Ich kann einfach nicht begreifen, wie eine Familie, ein ganzes Volk über Jahrzehnte so unterdrückt und eingeschüchtert werden kann – und wie wenig wir im Rest der Welt davon wirklich mitbekommen oder unternehmen. Dieses Gefühl von Ohnmacht mischt sich mit tiefem Mitgefühl für die Menschen, die in Nordkorea leben – und der Hoffnung, dass dieses Leid eines Tages ein Ende findet. Ebenfalls hervorzuheben ist die fundierte Einordnung der politischen und wirtschaftlichen Hintergründe. Blaine Harden schafft es, die größere Dimension dieses Schreckensregimes verständlich zu machen – ohne dabei Shins persönliche Geschichte aus dem Fokus zu verlieren. Ein wichtiges, eindringliches und zutiefst verstörendes Buch.

    28. Juli 2025

  • toddastic
    toddastic

    8 Follower

    3,0

    Interessant sind definitiv die Situation in Nordkorea, die schockierenden Zustände in den Lagern und die Geschichte der Flucht. Leider setzt sich der Rest der Geschichte dann eher mit dem Leben außerhalb von Korea auseinander, die Arbeit als Menschenrechtsaktivist und der Umstand daß sich manche Teile der Geschichte als nicht wahr herausgestellt hatten. Spannendes Thema, aber in Summe nur ein durchschnittliches Buch.

    23. Dez. 2024

  • jeyssoullines
    jeyssoullines

    60 Follower

    3,0

    erschreckend was in solchen Lagern vor sich geht, äußerst interessante Infos, viel Politisches

    Mich interessieren solche Autoiografien, vorallem Nordkorea betreffend, ja wirklich sehr, weswegen ich auch diese Geschichte lesen musste. Ich muss sagen, der Anfang dieses Buches war durchaus vielversprechend, doch je weiter die Story voranschritt, umso mehr schweifte das Ganze sehr stark ins Politische ab. Mein politisches Interesse ist nicht ganz so groß, weswegen ich diese geschichtliche Wendung sehr schade fand. Außerdem waren die ganzen Informationen diesbezüglich, eher schlecht als recht verpackt. Das hat, meiner Meinung nach, dem Ganzen einen faden Beigeschmack verliehen. Mich hätte die ausführliche Lebensbeschreibung von Shin mehr interessiert. Die Umsetzung als solche ist in anderen von mir gelesenen Büchern über dieses Thema sehr viel besser gelungen. Ich war zudem enttäuscht davon, dass ihm Nachhinein etliche Aussagen von Shin revidiert wurden, das nimmt dem Ganzen seine Glaubwürdigkeit und man fühlt sich etwas im Zwiespalt, was man denn nun glauben kann oder eben nicht. Trotz den vielen Kritikpunkten ist es natürlich erschreckend, was in solchen Lagern, welche heute noch bestehen, vor sich geht. Die allgemeinen Infos hierzu fand ich äußerst interessant. Das Buch ist eine Mahnung und ich hoffe, dass sich in diesem Land bald einiges ändert.

    6. Jan. 2023

3 von 5 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Blaine Harden

Blaine Harden, geboren 1952, ist Autor des »Economist« und der US-Dokumentarsendung »PBS Fronline«. Zuvor war er Korrespondent der »Washington Post« in Asien, Osteuropa und Afrika und arbeitete eine Zeitlang für die »New York Times«. Er veröffentlichte bereits zwei Bücher, darunter eines über Afrika, und lebt in Seattle.Shin Dong-hyuk, geboren 1982 im Lager 14, lebt seit seiner Flucht aus Nordkorea in Washington und Seoul.

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