Entromantisiert euch!
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Beschreibung
Buchinformationen
Merkmale
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omg JA! Bitte lest dieses Buch 🤝🏼
Ein Buch über die Liebe- und warum wir ihr vielleicht weniger Gewicht geben sollten. Naja, zumindest der romantischen Liebe. Warum ist unsere Gesellschaft überhaupt so um Liebesbeziehungen zentriert? Warum rücken wir nicht auch platonische Liebe mehr in den Vordergrund? Und warum geht es Frauen eigentlich in Beziehungen mit Männern statistisch gesehen schlechter, als wenn sie Single sind? Ich bin wahnsinnig fasziniert von diesen vielen Denkanstößen und Vorschlägen, wie eine Gesellschaft anders aussehen könnte. Und ja, ich hab mich sehr, sehr oft sehr gesehen gefühlt. Wahnsinnig tolles Buch.

Ein feministischer Weckruf, die Liebe zu entromantisieren! Gesamt: ⭐️ 4,5/5 Schreibstil: 📈 5/5 Lehrreich: 👤 4/5 Humor: ❤️ 4,5/5 "Das Beste an der romantischen Liebe ist nämlich, dass wir sie nicht brauchen." - Frasl, B (2025) Entromantisiert euch (1. Auflage) Haymon Verlag
Anzeige | Rezensionsexemplar über NetgalleyDE Girls, es wird Zeit! Lasst uns endlich die rosarote Brille abnehmen. Denn welche Zeit ist besser für 'female rage', welche Zeit ist besser um ein feministisches Meisterwerk zu lesen, als diese? Insbesondere dann, wenn es so richtig schön weh tut. Beatrice Frasl erläutert in ihrem neuen Buch ‚Entromantisiert euch - ein Weckruf zur Abschaffung der Liebe' auf wenig zimperliche Weise, warum uns Frauen die romantische Liebe so garnichts bringt und wieso wir sie am Besten schleunigst abschaffen sollten. Dabei lesen wir einen fundierten Beitrag, eine gut recherchierten Sachtext, der sich anfühlt wie die fette Ansage unsere besten Freundin, die wir längst mal brauchten. Ihr Schreibstil ist fesselnd und auf eine zynische Art humoristisch. In drei Teilen lesen wir etwas über Privilegierung und Zentrierung der romantischen Liebe, wieso die romantische Liebe Männern nützt und Frauen schadet und zu guter Letzt was es bedeutet NEIN zur romantischen Liebe zu sagen. Am Ende stellt man nicht nur sich selbst in Frage, sondern das ganze Konstrukt »Liebe«, welches die Gesellschaft so unfürsorglich um uns gesponnen hat. Die Zeit zum nachdenken und durchatmen nach diesem Buch kann man dann auch wunderbar damit verbringen sich mit dem beigefügten Soundtrack zu belohnen. Ich brauch nicht nach Kritik in dem Buch suchen, denn für mich gibt es keine. Dennoch glaub ich das sich einige an der ständigen Wiederholung einiger Aussagen stören werden. Ich für meinen Teil habe das aber gebraucht. Denn wie die Autorin eingangs anmerkte, wurden wir ein Leben lang und wiederkehrend darauf gedrillt die romantische Liebe zur priorisieren. Wir müssen darüber reden und wir müssen es uns immer und immer wieder sagen, dass wir die romantische Liebe nicht brauchen um uns von ihrem Stigma zu lösen! Vielleicht sei einmal kurz erwähnt das Beatrice Frasl nicht die Liebe im allgemeinen abschaffen will, sondern nur ihren toxischen Ableger in seiner romantischen Form. Sich mit dem Buch auseinander zu setzen bedeutet sich der unbequemen Tatsache zu stellen, abzulehnen was wir stets als Liebe verstanden haben. Wer sich davon löst wird aber feststellen wo im Leben bislang ungenutzter Platz für Liebe war und wieviel Mehrwert sie bringen kann. So habe ich für mich vor allem mitgenommen, den Wert von Frauenfreundschaft in meinem Leben neu zu hinterfragen um ihnen deutlich mehr Bedeutung zuzuschreiben. Ich spreche dem Buch eine dicke Empfehlung aus auch oder vielleicht gerade weil er in mir sehr viel Ablehnung auslöste, bevor ich für mich selbst eine Menge daraus mit nehmen konnte.

Edit: Ich schieße das Buch doch hoch auf fünf Sterne, weil es großartig ist und ich Frasl nicht in allem zu hundert Prozent zustimmen muss. Außerdem finde ich es angesichts des Zustands der (Männer-) Welt unerlässlich, den Choice-Feminismus in die Mottenkiste zu packen und wieder radikaler zu werden! Original Rezension:
Es war so, so überfällig, dass eine kluge Feministin endlich niederschreibt, was viele von uns denken… oder zumindest irgendwie so ganz tief in uns drin ein bisschen fühlen. “Entromantisiert euch” ist genau das, was drauf steht: ein Plädoyer dafür, die romantische Liebe und Paarbeziehung vom Thron zu stoßen, zu dezentrieren, ja, vielleicht sogar ganz sein zu lassen. “Nur sie schafft es, Frauen dabei auch noch glauben zu machen und im Anschluss selbst versichern zu lassen, sie würden all das, all die Unterwerfung und Selbstunterwerfung und Ausbeutung und Selbstausbeutung, auch noch freiwillig machen - aus Liebe eben.” Im ersten Teil zeigt Frasl auf, wie absurd die Überhöhung der romantischen Liebe ist und dass sie zu Einsamkeit führt, weil man andere Bindungen vernachlässigt oder gar auslaufen lässt. Neue Formen der Verbundenheit, des Zusammenlebens, der Liebe müssen her, die Beziehungen zu Freund*innen und Familie sollten mehr in den Fokus gestellt werden. “Freundschaft ist auch ein Rahmen, in dem Frauen entdecken können, wie unwichtig Männer für sie sind und wie abträglich die Beziehungen zu ihnen für sie.” In der Mitte hat mich Frasl kurz verloren, als sie anfing, Eva Illouz zu zitieren, mit deren Vorstellung von Liebe und Beziehung ich so gar nicht gut kann. Es wird kritisiert, dass Consent der einzige moralische Kompass ist, den wir in Beziehungen haben, aber Alternativen werden nicht genannt. Außerdem wird behauptet, Trennungen fänden zu leichtfertig statt, wenn man bedenkt, dass diese für die Person, die sich gar nicht trennen will, so schmerzhaft und einschneidend seien. Auch hier wird keine Lösung genannt. Dass die meisten Trennungen und Scheidungen von Frauen ausgehen und die Tatsache, dass das überhaupt möglich ist, eine riesige Errungenschaft ist, sieht am Ende immerhin auch Frasl. Der letzte Teil war dann wieder einfach nur stark. Es geht um all die Dinge, die eine romantische Beziehung (vor allem zu einem Mann) eher in Arbeit, Einsamkeit, Lieblosigkeit oder gar Gewalt verwandeln. Frasl zitiert dabei fleißig andere Feministinnen und Studien, die sehr eindeutig belegen, dass Frauen große Verliererinnen in (hetero) Beziehungen sind, während Männer gewinnen - an Gesundheit, an Lebensjahren, an Liebe, an Zeit, an Lebensqualität, sogar an beruflichen Erfolg und damit einhergehend auch an Geld. “Dafür wurde sie nämlich gewissermaßen erfunden, die romantische Liebe mit ihrer romantischen Paarbeziehung und der daraus resultierenden Kleinfamilie, damit Sie (ja, Sie!) Arbeit erledigen, die sonst niemand erledigen will. Und das gratis. Und gern.” Zu Männern ist derweil leider das belegt: “Sie erleben Arbeitsteilung dann als fair, wenn Frauen den Großteil davon übernehmen. (...) Frauen dienen, Männer lassen sich bedienen, Frauen sind verantwortlich und Männer helfen ein bisschen mit (dafür werden sie dann sehr gelobt).” Dass Frauen im Falle einer (ernsteren) Krankheit sogar sehr häufig von ihren Partnern verlassen werden, weil sie nicht mehr als Haushaltshilfe und Fürsorgerin funktionieren, hat mich nochmal richtig getroffen. Tatsächlich habe ich im erweiterten Bekanntenkreis zwei Fälle von krebserkrankten Frauen erlebt und die wurden beide von ihren Männern verlassen. Frauen ohne Partner sind im Durchschnitt glücklicher, zufriedener, gesünder, entspannter und interessanterweise auch weniger einsam. Frasl belegt das, ich kann das durch anekdotische Evidenz bestätigen. Einige werden sich von diesem Buch unfassbar angegriffen fühlen, stellt es doch das infrage, was wir als normal empfinden und von klein auf eingetrichtert bekommen. Das ist schmerzhaft, aber nötig! Immer mehr Frauen entscheiden sich bereits für ein Leben ohne Partner, Datingappanbieter haben mit massiven Verlusten weiblicher Mitglieder (und von Gewinnen) zu kämpfen, Männer wähnen sich in einer Einsamkeits-Epidemie. Sie haben nie gelernt, tiefe Bindungen abseits von Romantik aufzubauen, an sich und ihren sozialen Skills zu arbeiten, sich richtig zu kümmern, ihr Bedürfnis nach Nähe auch miteinander und mit platonischen Freund*innen zu stillen. Ich fürchte, wir werden im nächsten Jahrzehnt einiges erleben. Und bete, dass unsere Freiheit bestehen bleibt und wir uns weiterhin gegen Beziehungen und Ehen mit Männern entscheiden können. Aber ich sage es ganz ehrlich: Ich habe schreckliche Angst vor dem, wozu die ganz normalen Typen noch so fähig sind. Und wer das für Quatsch hält: ihr werdet staunen.
Weil Liebe gar kein Disneyfilm ist
„Entromantisiert euch „ ist so ein Buch wo ich erstmal dachte: ok, schon bisschen überzogen. Aber um gegen alteingesessene Glaubensätze vorzugehen muss man vermutlich auch auf die ein oder andere Weise provokant sein. Und es ist definitiv ein kluges, feministisches Sachbuch, dass die romantischen Ideale bis aufs kleinste seziert und richtig auseinander nimmt. Gut war das. Bereichernd, weil man darüber nachdenken muss .
Dieses Buch reißt einem im wahrsten Sinne des Wortes die rosarote Brille vom Gesicht. Erschreckend und zugleich großartig.
hat mir super gefallen!
Ich hab schon einige Bücher über patriachale Strukturen und Feminismus gelesen, dennoch konnte es mir neue Einblicke geben und es gab viele Momente an denen ich dachte" scheiße dem stimme ich zu". Manches erkannte ich in meiner Ehe leider selbst und es ist gut sich dies nochmal Bewusstsein zu machen vor allem im Bezug auf Mental Load und Care-Arbeit und gemeinsam!!! dran zu arbeiten. Vor allem auch krass wie man von klein auf als Mädchen erzählt und immer wieder eingetrichtet bekommt, dass eine Ehe das Nonplusultra ist und wie Liebe romantisiert wird (was fatale Folgen haben kann). Einziger Minikritikpunkt ist für mich, dass die Autorin Freundschaften stets positiv gesinnt ist, aber auch Freundschaften bedeuten Arbeit und auch zwischen Freundschaften gibt es mental load. Der Aspekt zwischen Männer- und Frauenfreundschaften hat mir widerum gefallen. Alles in allem eine tolle Empfehlung! Lege ich jede Frau ans Herz! & mit keinem Augenblick hab ich die Autorin in Gedanken als Hexe bezeichnet :D (wer das Buch gelesen hat weiß worauf ich mich beziehe).
Wer ist deine Wahlfamilie? Und sagst du ihnen regelmäßig, dass du sie liebst?
Entromantisiert euch! Ist ein feministisches Sachbuch über die Liebe. Nicht die romantische Liebe, also ja auch. Aber hauptsächlich ein Appell an die freundschaftliche Liebe. Als ich 18 wurde habe ich langsam angefangen mit meiner Familie zu brechen. Noch nicht konsequent, aber ich habe mich abgekapselt. Ich wollte gerne mit meiner Wahlfamilie, die aus meinen besten Freunden bestand, Weihnachten feiern. Ich weiß noch, dass mein Vater ein halbes Jahr nicht mehr mit mir geredet hat. Er konnte es nicht verstehen. Ebenso in dieser Zeit hatten mein Vater und ich viele Diskussionen, dass ich ihn sehr liebe, ebenso meinen Bruder, aber meine Mutter nicht. Wir haben viel darüber diskutiert, warum man nicht automatisch lesbisch ist oder sexuelle Handlungen stattfinden müssen, nur weil man mit der besten Freundin kuschelt. Für mich normal. Es hat sich gut und richtig angefühlt. Irgendwann ein paar Jahre später lernte ich meinen jetzigen Mann kennen und mit ihm führte ich die gleichen Diskussionen. Was so schlimm daran sei, seine Wahlfamilie zu haben und Freund*innen zu sagen, dass ma sie liebt. Sie vor den Partner zu stellen. Im Gegensatz zur Diskussion mit meinem Vater, habe ich die Diskussion mit meinem Mann verloren. Ich dachte, dass muss wohl so sein. Gefühlt habe ich es nie. Wie die Autorin wollte ich mich nie in die Rolle der Frau drängen lassen. Ich wollte nicht über Kinder und Hochzeit nachdenken. Geheiratet habe ich nur aus rechtlichen Gründen. Dieses Buch hat mich zu meinen Werten zurück geführt. Oder anders dazu angeregt über meiner früheren Werte nachzudenken. Zu überlegen, wie ich beide Welten vereinen kann. Das ist für mich mein Projekt der Zukunft. Freundschaften wieder so vertiefen, dass sie eine Wahlfamilie werden könnten.
Ich hatte hohe Erwartungen und wurde maßlos enttäuscht. Die Seiten, die Frasl für redundante Wiederholungen nutzt, hätte sie vielleicht für mehr Lösungsorientierung nutzen können. 80% Probleme aufmachen und subjektiv anklagen, dabei kaum ein originärer Gedanke, komplett binär geschrieben und gedacht, um dann auf den letzten 10 Seiten ein paar andere Möglichkeiten aufmachen, aber trotzdem „Entromantisiert euch!“ als Schlusswort zu rufen. Komplett queere Lebensweisen bei so einem Thema zu ignorieren muss man dann wohl auch bewusst wollen, da gibts doch eigentlich schöne Ideen für alternative Formen des Zusammenlebens. Naja. Vielleicht hab ich auch schon zu viel darüber gelesen. Was sie zur Bedeutung von Freund*innenschaft (von mir gegendert) sagt, finde ich gut und wichtig, deswegen überhaupt 2 Sterne. Ich empfehle allen, die sich mit dem Thema beschäftigen wollen lieber „Das Ende der Ehe“ von Emilia Roig zu lesen - Das ist wesentlich intersektionaler, weniger binär und reflektierter geschrieben.
„Dieses Buch möchte die Liebe letztendlich also gar nicht abschaffen, nur ihre dominanteste und unheilvollste Form. Damit Platz entsteht, um unser Verständnis von Liebe, von Beziehung, von Verbindung, von Familie neu zu sortieren.“ (S. 255)
Wie definieren wir Liebe? Beziehungen? Welche davon erfüllen uns im Leben und welche tun uns nicht gut? Wieso priorisieren wir automatisch die romantische Liebe? Welche werden uns sogar systematisch aufgezwungen? Ist man als „Single“ wirklich alleine? Beatrice Frasl schafft es, so ehrlich, direkt und radikal über die Liebe zu schreiben, dass man (auch wenn es etwas schmerzhaft sein kann) seine angelernten Sichtweisen zur romantischen Liebe stark überdenkt und wieso man direkt davon ausgeht, dass man die „große und wahre Liebe“ finden muss, als wäre das unsere Lebensaufgabe. (Spoiler: Das Patriarchat sagt ja.) Ich war nicht bei allen Punkten gleicher Ansicht, aber das muss man auch nicht sein. Unterschiedliche Meinungen können koexistieren, doch ein Diskurs, Fakten und Denkanstöße zu dem Thema sind in der heutigen Zeit von systematischer Unterdrückung der Frau, Gender-Pay-Gap und stetig steigenden Zahlen von Gewalt an Frauen (Femizide) so wichtig! Ich wusste nicht, wie sehr ich dieses Buch in meinem Leben brauchte.

Beatrice Frasl wirft einen wütenden Blick auf den Normalzustand von romantischen Beziehungen im westlichen Kulturkreis und untermauert ihre leidenschaftlich niedergeschriebenen Gedanken mit Statistiken. Sie stellt die romantische Paarbeziehung als tragendes Gesellschaftselement in Frage und plädiert für die Aufwertung von freundschaftlichen und familiären Beziehungen. Das Buch enthält viele bedenkenswerte Aspekte, ich hatte aber Schwierigkeiten die Lektüre zu Ende zu führen. Ich finde, zu viel Redundanz, zu viel Verallgemeinerung und zu pauschales Männerbashing.
Hervorragend Absolut wichtig Auf die Freund*innenschaft Entromantisiert euch!
"Romantische Beziehungen sind nicht die Lösung der gegenwärtigen Einsamkeitsepidemie, sie sind Teil des Problems, [...]" (S. 99) Fazit vorab: Jahreshighlight! #mustread! Und damit wäre eigentlich auch schon alles gesagt. Wenn ich nicht so irre viel Redebedarf hätte, nach diesem Wahnsinnsbuch. Warum? Weil's nicht nur ein Weckruf, sondern ein Augenöffner ist. Dass wir seit Jahrhunderten Märchen auf den Leim gehen, ist nichts Neues. Das Narrativ von den Fröschen, die wir küssen müssen, bis endlich der Prinz auf seinem weißen Gaul daherkommt. Von der Liebe, die groß und schmerzhaft sein und am Ende gar à la Romeo und Julia töten muss, damit sie wirklich und wahrhaftig ist. Ja, wir Frauen wollen so unbedingt Prinzessin sein. Wird uns zumindest immer als oberstes Ziel verkauft. Kinderlos und single sind im Märchen schließlich nur die Hexen. Wie immer: hopp oder top! Aber jetzt mal rein in die Realität und vor allem in dieses Buch. Beatrice Frasl hat ne ganze Menge Schutt für uns bei Seite geschafft, damit wir endlich freie Sicht haben: "Es ist an der Zeit, den Blick darauf zu richten, was uns die romantische Liebe nimmt." (S. 42) Und das ist so einiges. Frasl beleuchtet insbesondere zwei Aspekte, die die romantische Liebe zu einer problematischen macht. Punkt eins betrifft uns alle: Paarbeziehungen machen einsam und vereinzeln. Sie halten uns fern von unseren Freundinnen und Freunden und vernebeln uns das Hirn. Dass dahinter eine historisch gewachsene Idee steckt, die einen Zweck erfüllt, wird euch nicht wundern. Und vermutlich ahnt ihr es: Auch hier haben mal wieder die Herren Patriarchat und Kapitalismus als größte Nutznießer ihre Finger im Spiel. Doch zunächst stellt Frasl die eine Liebe den vielen anderen Lieben unseres Lebens gegenüber. Sie geht der Frage nach, warum wir lebenswichtige Freundschaften und Familie so anders und häufig sogar geringer bewerten. Nicht selten halten doch Freundschaften länger als romantische Beziehungen. Einige meiner Freundinnen begleiten mich (fast) mein ganzes Leben. Meine längste Beziehung hielt "nur" sechzehn Jahre. Für Frauen in heteroromantischen Beziehungen sind Freundschaften oft überlebenswichtig. Denn romantische Liebe ist nicht automatisch nährend oder heilend. Viel zu oft bedeutet sie Unterordnung, Anpassung, Erschöpfung. Psychisch, physisch, finanziell, beruflich - die Liste ist endlos. Womit wir bei einer Kernfrage des Buches sind: Wem genau die romantische Liebe wie nützt. Da wäre zum Beispiel der viel beklatschte Markt, der alles bereithält, was wir brauchen, um unseren Wert zu halten oder zu steigern. Mit dem obersten Ziel, den oder die Richtige zu finden: "(post)modernes Dating als konsumistisches Menschen-Shopping". Ich fürchte, ich verrate viel zu viel, obwohl ihr das doch unbedingt alles selber lesen sollt. Darum nur noch eins und dann hör ich auch bestimmt auf, so verliebt zu schwärmen: "Entromantisiert euch!" liefert Antworten auf unzählige Fragen wie: Warum die Aussage "gemeinsam einsam" für die meisten Paarbeziehungen absolut zutreffend ist. Warum Single-Frauen sich auch 2025 immer noch bemitleiden lassen müssen, wenn sie einfach keinen passenden Deckel finden (wollen). Warum sie keineswegs allein sind, bloß weil sie nicht "in einer Beziehung" sind. Wie unrecht wir unseren Freund:innen tun, wenn wir sie durch ein "nur" ergänzen. Warum Frauen in Paarbeziehungen Allround-Dienstleisterinnen sind. Welche Auswirkungen es auf unsere psychische und physische Gesundheit hätte, wenn wir uns diesem Abziehbild verweigern würden. Ach - und das noch: "Man muss überhaupt nicht daten. Man kann sich aus dem Sortiment nehmen. Man braucht keine romantische Beziehung, um glücklich zu sein, ganz im Gegenteil. Man kann es also auch einfach lassen und sich auf die schönen Dinge im Leben konzentrieren. Das ist die gute Nachricht." (S. 113) Frasl liefert keine Anleitung, sondern eine politische Intervention – und eine Einladung, romantische Liebe anders zu denken. Dieses Buch will nicht nur entzaubern, es will empowern. Es will, dass wir uns unsere Zeit, unsere Energie, unsere Freundschaften, unsere Würde – kurz: unser verdammtes Leben – zurückholen.
Feministisch, kämpferisch, meinungsstark! Auch wenn ich nicht in allen Punkten mit der Autorin übereinstimme, habe ich mich gerne mit ihrer Sicht auf die Dinge auseinandergesetzt. Der unterhaltsame, flüssige Schreibstil hat mich in seinen Bann gezogen und neugierig auf ihr erstes Buch gemacht.
Absolute Empfehlung, auch wenn ich jetzt niemals wieder delulu sein kann. Sehr ehrlich , sehr feministisch und sehr lesenswert
Hab’s geliebt. Einfach mal ein ganz anderer Blick auf die romantische Beziehung
Vielleicht sollten wir das Konzept der Familie und der romantischen Beziehung hinterfragen und ändern…dieses Buch gibt einen Anstoß all das zu hinterfragen und anders zu betrachten. Ich fand es super interessant! Und würde es auch vorallem weiblich gelesenen Personen ans Herz legen ❤️

„Entromantisiert euch!“, denn als Frau kommt ihr in einer romantischen Beziehung mit einem Mann schlecht weg. So das Ergebnis der Analysen, die die Autorin in diesem Buch zusammengetragen hat. Sie schickt vorweg: „Sie werden mich hassen für dieses Buch über die Liebe.“ Warum? Weil sie mit ihren Aussagen provoziert und langgehegte und als „normal“ geltende Konstrukte in Frage stellt. Nun ist es ja keine neue Erkenntnis, dass wir nicht die Frau am Herd sein wollen, doch dieses Buch deckt auf, dass noch weitere Aspekte des Zusammenlebens von Mann und Frau für letztere eher negative Auswirkungen haben. Ein paar Beispiele gefällig? Freundschaftliche Beziehungen werden vernachlässigt, weil der Partner im Mittelpunkt steht. Alles Organisatorische übernimmt die Frau, wenn sie will, dass es klappt. Und von Kind und Küche müssen wir gar nicht erst anfangen. Diese Darstellung ist mitunter etwas polemisch und lässt keinen Blick auf die Beziehungen zu, in denen beide sich wohlfühlen. Doch Beatrice Frasl zeigt anhand von Statistiken durchaus Punkte auf, die vorher nicht in den Köpfen präsent waren. Ich hasse die Autorin nicht für dieses Buch, denn es war mir ein Vergnügen, ihren Impulsen folgend, über das Leben nachzudenken. Und um das Patriarchat abzuschaffen, dürfen durchaus provokante Forderungen aufgestellt werden.
Romantische Liebe – die große Erzählung, die uns von klein auf eingetrichtert wird: Ohne sie kein Glück, keine Erfüllung, kein richtiges Leben. Beatrice Frasl tritt in ihrem Buch »ENTROMANTISIERT EUCH! ein Weckruf« auf genau diesen rosaroten Schleier – mit Anlauf. In ihrem Essay seziert sie die gesellschaftliche Überhöhung der romantischen Zweierbeziehung und zeigt, warum vor allem Frauen dabei oft den Kürzeren ziehen.
„Das Beste an der romantischen Liebe ist nämlich, dass wir sie nicht brauchen.“ (S.19) Die Autorin geht der Frage nach, wie heteroromantische Beziehungen strukturell Ungleichheit zementieren – mit Fakten zu unbezahlter Care-Arbeit, psychischer Belastung und ökonomischer Abhängigkeit. Die romantische Liebe, so Frasl, sei weniger süßes Herzklopfen als viel mehr eine patriarchale Dauerkampagne. Besonders spannend: Frasl legt den Finger nicht nur auf gesellschaftliche Missstände, sie analysiert auch präzise, wie Sprache, Medien und kulturelle Narrative die romantische Liebe systematisch überhöhen – von Disney-Prinzessinnen bis zur Netflix-Dauerromanze. Dabei entlarvt sie nicht nur das Märchen, sondern auch seine Mechanismen: Wie uns das Ideal der „großen Liebe“ klein hält, einsam macht und in ungleiche Rollen drängt. Und wie wenig das alles eigentlich mit echter Nähe oder Zuneigung zu tun hat. Frasl zeigt außerdem eindrucksvoll, wie die Fixierung auf romantische Zweierbeziehungen andere Formen der Bindung systematisch abwertet. Ob Wahlfamilien, enge Freundschaften oder solidarische Gemeinschaften – sie alle geraten unter die Räder des Liebes-Primats. Das Buch plädiert nicht nur für ein Umdenken in Sachen Romantik, sondern auch für eine Erweiterung unserer Vorstellungen von Nähe, Verantwortung und Lebensgemeinschaft. Warum sollte ausgerechnet die Paarbeziehung das Nonplusultra des Zusammenlebens sein? Mit spitzer Feder erklärt sie, wie sich Verliebtheit neurologisch eher wie eine Sucht verhält (ja, wirklich!) und wie gefährlich es sein kann, das eigene Lebensglück an einen anderen Menschen zu ketten. Stattdessen: Mehr Freundschaft, mehr Solidarität, mehr kollektives Miteinander. Und weniger Märchen. „Freundschaften sind Liebesbeziehungen. Vielleicht sind sie es sogar in höherem Maße und auf profundere Weise, als es romantische Beziehungen sind.Denn in Gesellschaften, in denen unser Beziehungsleben durch das Romantikprimat organisiert ist, bindet uns tatsächlich nichts an unsere Freund*innen als eben: Liebe.“ (S.34) Was das Buch nicht ist: ein Liebesverbot. Frasl will die Liebe nicht abschaffen – aber uns den verklärten Blick darauf. Und den Weg öffnen für andere Formen der Liebe und des Zusammenlebens. Was es ist: ein lauter, kluger, provokanter Aufruf, unsere Vorstellungen von Beziehungen zu überdenken. Und zwar gründlich. „Kaum etwas wird mehr romantisiert als romantische Liebe. Kaum etwas hat diese Romantisierung weniger verdient.“ – Dieses Buch knallt. Es rüttelt wach, macht wütend, manchmal traurig – und bringt einen dazu, nicht nur das eigene Beziehungsleben, sondern auch so manches Disney-Ende mit anderen Augen zu sehen. Die These, dass romantische Liebe für Frauen oft mehr Ballast als Bereicherung ist, bleibt hängen – egal, ob man zustimmt oder innerlich (noch) rebelliert. Es ist unbequem, aber gerade das macht es stark. Wer beim Lesen denkt: „Uff, das ist ganz schön radikal“ – genau das ist der Punkt. Frasl rüttelt nicht sanft wach, sie schüttelt ordentlich durch. Und das ist dringend nötig. Denn solange romantische Liebe weiter als alternativloses Lebensziel verkauft wird, brauchen wir Bücher wie dieses, die unbequem sind und neue Fragen stellen. Ob man am Ende jede These teilt oder nicht: Wer es gelesen hat, wird garantiert nie wieder einfach so „nur“ eine Liebeskomödie schauen. Unterm Strich ist „Entromantisiert euch!“ ein wichtiger Beitrag zum feministischen Diskurs – bissig, scharf argumentiert, gut recherchiert. Und definitiv ein Buch, das man nicht still runterliest, sondern über das man streiten, nachdenken und sprechen sollte. Und ja: Danach fühlt sich die beste Freundin oder der beste Freund vielleicht noch ein Stück mehr wie die wahre große Liebe an.

Bei diesem provokanten Titel könnte man zunächst zurückschrecken, doch der Inhalt entpuppt sich als durchdacht und wertvoll. Das rosa Cover passt perfekt zum Thema, und der sachliche, ehrliche Schreibstil der Autorin hat mich von der ersten Seite an überzeugt. Unzählige Post-Its kleben mittlerweile in meinem Exemplar – ein sicheres Zeichen dafür, dass dieses Buch zum Nachdenken anregt. Die zentrale Frage ist simpel und doch revolutionär: Warum gilt romantische Liebe als die einzig wahre, wertvollste Form der Liebe? Das Buch zeigt auf, wie sehr wir andere Formen von Liebesbeziehungen – besonders Freundschaften – systematisch abwerten. Eine Liebesbeziehung muss nicht automatisch sexuell sein, und emotionale Intimität kann oft viel tiefer gehen als körperliche Nähe. "Was differenziert eine Liebesbeziehung von einer engen Freundschaft? Warum halten wir das eine für wesentlich wertvoller als das andere?" Diese Frage hat mich wirklich aufgerüttelt. Bei Hochzeitseinladungen steht "+1" – aber wen nehmen wir mit? Den Partner:in oder die beste Freundin /den besten Freund? Warum verbringen wir automatisch den dreiwöchigen Sommerurlaub nur mit dem/der Partner:in, während Freunde maximal ein Wochenende bekommen? Haben wir je unsere besten Freunde nach ihren Lebensplänen gefragt oder sie aktiv in unsere Zukunft einbezogen? "Wenn wir uns um unsere Freundschaften nicht aktiv kümmern, verkümmern sie. ... Geringschätzung von Freundschaft ist allerdings völlig normalisiert. Es ist für uns völlig normal, in Paarbeziehungen und Kleinfamilien zu verschwinden, völlig normal, andere Beziehungen zu vernachlässigen." Freundschaften sind oft langlebiger als romantische Beziehungen, werden aber trotzdem systematisch nachrangig behandelt. Das Buch zeigt, wie die Ideologie der romantischen Liebe politische Funktionen erfüllt und uns zurück zum Patriarchat führt: "Das die Ideologie der romantischen Liebe zu einem derart dominanten kulturellen Narrativ wurde, erfüllt spezifische politische und soziale Funktionen - die Funktion der Unterordnung von Frauen" "...Frauen darauf konditioniert wurden, dass Dienen aus Liebe sei ihre naturgegebene Aufgabe. Und darauf, dass Männer darauf konditioniert wurden, gar nicht auf die Idee zu kommen, dass Lieben irgendwas mit Geben zu tun haben könnte..." Besonders erschreckend sind die Kapitel zu Femiziden und der Verharmlosung von Gewalt durch angebliche "Leidenschaft": "Tatmotiv für ein Femizid: Eifersucht. Ganz so, als wäre ein Gefühl ein Grund für einen Mord, und nicht etwa die Unfähigkeit des Täters, einen Umgang mit diesem Gefühl und Gefühlen im Allgemeinen zu finden." "Wenn einen die Liebe mit all ihrer Leidenschaft erst einmal heimsucht, kann man(n) sich eben leider oftmals nicht mehr beherrschen." Das Buch schließt mit einem wichtigen Punkt: Frauen, die bewusst ohne romantische Partnerschaft leben, werden gesellschaftlich nicht akzeptiert – obwohl Studien zeigen, dass unverheiratete, kinderlose Frauen oft die glücklichere Bevölkerungsgruppe darstellen. Die wissenschaftlichen Quellen und Belege machen das Buch zusätzlich wertvoll. Es ist ein Aufruf, Freundschaften wieder den Stellenwert zu geben, den sie verdienen, und die Dominanz romantischer Liebe zu hinterfragen. Absolute Empfehlung für alle, die bereit sind, ihre Vorstellungen von Liebe und Beziehungen zu überdenken.
Beatrice Frasl spittet facts über die patriarchalen Eigenschaften der romantischen Liebe.
Absolutes Manifest gemäß der Bewegung Decentering Men
Die Autorin analysiert gesellschaftskritisch warum romantische Beziehungen immer noch höher gestellt werden als andere zwischenmenschliche Beziehungen. Ihre logischen Argumente überzeugen den Status Quo zu hinterfragen, damit insbesondere Frauen ein friedlicheres und unabhängigeres Leben leben können.
Dieses Buch nimmt uns die rosarote Brille ab - für einen desillusionierten Blick auf Romantik.
Das ist eins dieser Bücher, bei denen die Gefahr besteht, dass man sich persönlich angegriffen fühlt. Weil es beim Lesen so wirkt, als würde die Autorin sich anmaßen, unsere persönlichen Beziehungen zu kennen und zu judgen. Tut sie nicht. Kann sie nicht. Und irgendwie ja doch. Denn das, worüber Beatrice Frasl schreibt, ist Systemkritik, die sie mit zahlreichen Argumenten untermauert. Zynisch legt sie den Finger in die Wunde, die Amatonormativität in unsere Gesellschaft gerissen hat, und nimmt uns mit hoch dosiertem Sarkasmus die rosarote Brille ab: Es geht um ... — die Wertschätzung von Freundschaften und platonischen Beziehungen, anstatt sie als zweitrangig hinter Romantik zu betrachten (Stichwort: Wir sind "nur" befreundet) — ungleich verteilte Care-Arbeit — Gewalt in Paarbeziehungen — und viel unliebsame, aber wichtige Themen mehr. Irritiert hat mich die fehlende Auseinandersetzung mit dem aromantischen Spektrum. Es wirkt so, als würde die Autorin Aromantik - ohne den Begriff jemals zu nennen - nicht als queere Identität, sondern eine erstrebenswerte feministische Entscheidung begreifen. Meiner Meinung nach eine unzureichende Vereinfachung zwischenmenschlicher Empfindungen, die gleichzeitig der Vielfalt des (a-)romantischen Spektrums nicht gerecht wird. Abgesehen davon ist es ein starkes Buch, auch wenn ich der Autorin nicht in all ihren Überzeugungen zustimmen kann - ich denke, das beruht stark auf persönlichen Erfahrungen mit romantischen/freundschaftlichen Beziehungen und ob man sich mit den eigenen Beziehungsmustern innerhalb der statistischen Mehrheit bewegt. Man muss ja auch nicht alles in dem Buch auf sich selbst beziehen. Manches trifft womöglich nicht zu, einiges schon, denn wir alle wurden in derselben Gesellschaft sozialisiert, haben ähnliche Beziehungsnarrative vorgelebt und eingetrichtert bekommen. Und um diese einem kritischen, entromantisierten Blick abseits der rosaroten Brille zu unterziehen, liefert "Entromantisiert euch!" viele gute Denkanstöße und Impulse.

Ich hatte hohe Erwartungen und wurde maßlos enttäuscht. Die Seiten, die Frasl für redundante Wiederholungen nutzt, hätte sie vielleicht für mehr Lösungsorientierung nutzen können. 80% Probleme aufmachen und subjektiv anklagen, dabei kaum ein originärer Gedanke, komplett binär geschrieben und gedacht, um dann auf den letzten 10 Seiten ein paar andere Möglichkeiten aufmachen, aber trotzdem „Entromantisiert euch!“ als Schlusswort zu rufen. Komplett queere Lebensweisen bei so einem Thema zu ignorieren muss man dann wohl auch bewusst wollen, da gibts doch eigentlich schöne Ideen. Naja. Vielleicht hab ich auch schon zu viel darüber gelesen. Was sie zur Bedeutung von Freund*innenschaft (von mir gegendert) sagt, finde ich gut und wichtig, deswegen überhaupt 2 Sterne. Ich empfehle allen, die sich mit dem Thema beschäftigen wollen lieber „Das Ende der Ehe“ von Emilia Roig zu lesen - Das ist wesentlich intersektionaler, weniger binär und reflektierter geschrieben.
Eine radikale Schrift. Ein radikaler Denkanstoß. Ein verständlicher Denkanstoß. Der Titel ist Programm. Der Inhalt unternimmt eine Zeitreise sämtlicher Dekaden des Patriarchats in der Kreuzung zur romantischen Liebe vor. Hui. Ich werde viele Erkenntnisse mitnehmen und möchte Beatrice Frasl danken. ein wichtiges Sachbuch /10
„Schwesternschaft ist mir ein inneres Bedürfnis, denn um mich herum leben zahllose glänzende, begabte, engagierte, unglaublich tolle Frauen, die meine ganze Unterstützung und Liebe verdienen. Sie und Frauen im Allgemeinen sollen von meiner zwischenmenschlichen Energie profitieren, die Männer brauchen mich nicht, um anerkannt, in ihren Lebensentscheidung unterstützt und in ihren Werten bestätigt zu fühlen.“
——————————————————————————— Wer sich viel mit Feminismus auseinandersetzt, kennt es bestimmt, dass manche Bücher kaum neue Impulse bringen, sondern Bekanntes nur in leicht veränderter Form wiedergeben. „Entromantisiert euch“ war für mich eine absolute Ausnahme. Beim Lesen habe ich unglaublich viel gelernt, neue Perspektiven entdeckt und sehr viele Stellen markiert. Es geht unter anderem darum, wie stark Liebe unsere Sprache beeinflusst, wie heteronormative Vorstellungen von Romantik kapitalistische Strukturen stützen und wie sehr unsere Gesellschaft auf Paarbeziehungen zentriert ist. Auch die Unterschiede zwischen Männerfreundschaften und Frauenfreund*innenschaften werden beleuchtet, genauso wie die Frage, wer eigentlich von unserer Fixierung auf romantische Liebe profitiert. Schon mal daran gedacht, dass „Singles“ nicht deshalb einsam sind, weil sie „niemanden“ haben, sondern weil Menschen in Paarbeziehungen ihre Freund*innen aus dem Fokus rücken? (Na, wer von euch in einer Beziehung verbringt Weihnachten mit seinem Partner, statt mit seinen Freund*innen und wieso eigentlich?). Das Buch ruft dazu auf, Freund*innenschaften wieder in den Mittelpunkt zu stellen und macht deutlich, dass auch sie Arbeit und Pflege brauchen und nicht weniger wichtig sind, im Gegenteil. Es liest sich so, als würde eine gute (wenn auch wütende) Freundin mit einem sprechen. Ein Buch für alle, die bereit sind, Liebe und Beziehungen neu zu denken. Und eigentlich ein Buch für alle.
Ich hatte hohe Erwartungen und wurde maßlos enttäuscht. Die Seiten, die Frasl für redundante Wiederholungen nutzt, hätte sie vielleicht für mehr Lösungsorientierung nutzen können. 80% Probleme aufmachen und subjektiv anklagen, dabei kaum ein originärer Gedanke, komplett binär geschrieben und gedacht, um dann auf den letzten 10 Seiten ein paar andere Möglichkeiten aufmachen, aber trotzdem „Entromantisiert euch!“ als Schlusswort zu rufen. Komplett queere Lebensweisen bei so einem Thema zu ignorieren muss man dann wohl auch bewusst wollen, da gibts doch eigentlich schöne Ideen. Naja. Vielleicht hab ich auch schon zu viel darüber gelesen. Was sie zur Bedeutung von Freund*innenschaft (von mir gegendert) sagt, finde ich gut und wichtig, deswegen überhaupt 2 Sterne. Ich empfehle allen, die sich mit dem Thema beschäftigen wollen lieber „Das Ende der Ehe“ von Emilia Roig zu lesen - Das ist wesentlich intersektionaler, weniger binär und reflektierter geschrieben.
•°• sollten wir wirklich 🥀 💔 •°•
Nicht romantische Beziehungen sind Liebe. Und oft sind sie die wichtigsten Beziehungen im Leben. Das Buch erklärt hervorragend, wem romantische Beziehungen nützen und warum der Verzicht darauf großartig sein darf/kann. Hab's geliebt.
Ausbaufähig
Beatrice Frasl schreibt über ihre Ablehnung von romantischen Beziehungen zu Männern als Antwort auf strukturelle Probleme. Das Buch lässt mich verwirrter zurück als vor der Lektüre. Einerseits führt sie einige Punkte an, die mich auch sehr beschäftigen, wodurch ich mich mit meinem Frust weniger allein fühle. So bin ich zum Beispiel nicht bereit, weiterhin emotionale erste Hilfe und Edukationsarbeit in meinen Beziehungen zu Männern zu leisten. Auch ihr Aufruf zur Dezentralisierung der romantischen Liebe im eigenen Leben kann durchaus sinnvoll sein, da uns im Alltag überall die rosa Brille in Bezug auf ebenjene aufgezwungen wird. Und ja – für viele Frauen ist eine heteronormative romantische Beziehung kein sicherer Ort. Allerdings ist das Problem struktureller Natur und die angeführten Beispiele das Ergebnis der Erziehung von Männern im kapitalistischen Patriarchat. Die Lösung dafür legt die Autorin in die Verantwortung jeder einzelnen Frau, indem diese sich romantischen Beziehungen generell entziehen. Doch ich bezweifle, dass wir dadurch zu einem nachhaltigen und gleichberechtigten Miteinander finden, welches das Ziel des Feminismus sein sollte. Bloß weil es Bewegungen wie „4B“ gibt, in welchen Frauen auf diese Weise gegen Diskriminierung protestieren, sollten die Prinzipien nicht unreflektiert übernommen werden. Zudem hat mir eine Auseinandersetzung mit dem Thema Aromantik leider komplett gefehlt. Ich möchte (romantische und platonische) Beziehungen zu Männern eingehen, die von mehr Verantwortungsbewusstsein geprägt sind und in denen ein Verständnis für emotionale und unbezahlte Arbeit existiert. Doch dafür gibt uns die Autorin leider keine Lösungsvorschläge.
Plädoyer für Liebe - but make it sassy!
Ich bin Frasl-Fan, ganz klar. Ich liebe ihre Art zu schreiben und die Worte, die sie dafür wählt. Inhaltlich einfach wieder sehr gut, sauber recherchiert, gut sortiert, Punkt klargemacht. Die Gedanken waren für mich nicht neu, haben aber meine Überlegungen zu dem Thema noch mal sortiert und klarer werden lassen. Ich denke, dieses Buch könnte vielen (allen) Menschen helfen, die mit ihrer Beziehungssituation unzufrieden sind und nicht recht einordnen können, was das Thema ist. Halte es für sehr wertvolle feministische Literatur.
Richtig gut!
Total spannend, wenn man mal eine andere Sicht auf die romantische Liebe abseits des Mainstreams werfen will. Hatte sehr viele Aha-Momente, was ich liebe. Aber Achtung: danach werdet ihr eure Beziehung wahrscheinlich anders wahrnehmen als vorher oder gar keine mehr haben wollen 😅
Die Beziehungen in unserer Gesellschaft müssen sich ändern
In dem Buch entromantisiert euch analysiert Beatrice Frasl die romantische Liebe und legt dar, warum sich die Gesellschaft und vor allem Frauen zukünftig auf nicht romantische Beziehungen fokussieren sollten. Nicht nur der Titel ist provokativ, sondern auch die weiteren Ausführungen der Autorin. Sie erklärt die Entstehung der romantischen Beziehung und wieso sie so patriarchal und so gefährlich für Frauen ist. Anfangs habe ich mich innerlich sehr gewunden und wollte andauernd widersprechen, doch wenn man dieses Unwohlsein am Anfang aushält, wird man mit vielen Fakten und Beispielen belohnt, die anschaulich und sachlich erläutern, weshalb die einzig Wahre und auf ein Podest gestellte Lebensform in unserer Gesellschaft so ungesund ist und ein riesiges Ungleichgewicht und Machtgefälle enthält. Ich bin derselben Ansicht wie die Autorin, dass platonische Freundschaften einen viel höheren Stellenwert in der Gesellschaft haben sollten, da diese langlebig sind und den beteiligten Personen eine gesunde Form von Nähe und Liebe und Gemeinschaft geben. Es ist schade, dass viele platonische Freundschaften auf der Ersatzbank landen, sobald eine romantische Beziehung bei einer der Personen entsteht. Gleichzeitig würde ich Frauen raten, dieses Buch zu lesen, bevor sie sich auf eine romantische Beziehung einlassen oder um ihre eigene bereits bestehende Beziehung analysieren möchten, ob diese für ihr eigenes Leben wertvoll und wertschätzend ist oder ihr Leben eher verschlechtert. Ich würde nicht so weit gehen wie die Autorin und romantische Beziehungen grundsätzlich abschaffen, aber sie zeigt die Probleme in der Gesellschaft und der Mehrheit der Beziehungen auf, die Frauen erleben und aus denen sie sich lösen sollten. Unsere weibliche Generation ist die Erste, die die Möglichkeit hat, ohne Abhängigkeit von einem Mann leben zu können und wenn genug Frauen das erkennen, wie die statistischen Vorausberechnungen es auch voraussagen (in 2030 sind 45 % aller Frauen Single), muss sich vor allem auf der männlichen Seite etwas ändern, sowohl was den Umgang mit Frauen angeht, als auch zwischen Männern untereinander. Ich finde, dass dieses Buch jeder lesen sollte, es ist vor allem für Frauen Augen öffnend, aber auch vielen Männern wird wahrscheinlich nicht bewusst sein, wie manipulativ die Strukturen der romantischen Beziehung, inklusive unserer Erziehung von der Kindheit an, sind.
Beatrice Frasl widmet sich in "Entromantisiert euch!" einer der tiefsten und zugleich folgenreichsten gesellschaftlichen Illusionen: der romantischen Liebe – und entlarvt sie als zentrales Machtinstrument des Patriarchats. Frasl ist Kulturwissenschaftlerin, Geschlechterforscherin und als Autorin, Podcasterin ("Große Töchter") und Kolumnistin bekannt für ihre feministische Bildungsarbeit, auch auf Social Media als @fraufrasl. Bereits mit "Patriarchale Belastungsstörung" hat sie 2022 feministische Debatten angestoßen – mit Entromantisiert euch! legt sie nun nach. Worum geht’s genau? Das Buch seziert die romantische Liebe – nicht als kitschige Idee, sondern als strukturelles Problem. Romantik, so Frasl, ist keine neutrale Emotion, sondern eine gesellschaftliche Praxis, die Frauen in Abhängigkeiten bringt: emotional, ökonomisch, physisch. Es geht um psychische Belastungen, Care-Arbeit, finanzielle Ausbeutung und geschlechtsspezifische Gewalt – alles innerhalb des Rahmens romantischer Beziehungen. Dabei ist das Buch kein Manifest gegen die Liebe, sondern ein radikaler Ruf, sie neu zu denken. Frasl führt durch Kulturgeschichte, Popkultur, Statistik und persönliche Anekdoten – immer mit dem Ziel, aufzuzeigen: Wir müssen nicht (mehr) lieben, um vollständig zu sein. Meine Meinung Dieses Buch hat mich schockiert, bestätigt, empört – und zugleich zum Aufatmen gebracht. Besonders die Kapitel über emotionale und häusliche Gewalt haben mich tief berührt. Die Autorin stellt klar: Frauen sind am meisten von Gewalt betroffen, und zwar oft durch die, die sie lieben. Auch die Aufarbeitung psychischer Belastung innerhalb von Beziehungen – etwa durch fehlende Fürsorge, mangelnde emotionale Verfügbarkeit oder toxische Männlichkeit – war hart, aber notwendig. Die Kritik an weiblicher Sozialisation, an Erziehung zur Selbstaufgabe, hat mich besonders getroffen. Dass Frasl gleichzeitig fundierte Daten mit feministischer Wut verknüpft, hat mir imponiert – auch wenn ich mit der ironischen Sprache nicht immer ganz warm wurde. Stellenweise war mir der Stil zu pointiert, zu sarkastisch – und die durchgehende Ansprache mit „Sie“ hat bei mir eine gewisse Distanz erzeugt, obwohl der Inhalt geradezu nach Nähe, Solidarität und einem kollektiven „Wir“ ruft. Trotzdem: Inhalten wie dem emotionalen Aufwand in Beziehungen, dem „Mental Load“, der ungerechten Arbeitsteilung, dem Bild der selbstaufopfernden Frau – all das wurde präzise und eindringlich beschrieben. Besonders eindrucksvoll fand ich die internationale Perspektive, etwa die 4B-Bewegung aus Südkorea, oder die Darstellung alternativer Beziehungs- und Familienmodelle – von platonischer Elternschaft bis hin zu matrilinearen Gesellschaften wie bei den Mosuo. Auch die Kritik an kapitalistischen Interessen in der Romantik – etwa durch die Bumble-Kampagne gegen freiwillige Enthaltsamkeit – war für mich ein Aha-Moment. Das abschließende Kapitel zur "Postromantik" war schließlich mein persönliches Highlight. Die Vorstellung, dass Fürsorge auch außerhalb romantischer Beziehungen stattfinden kann – unter Freundinnen, Geschwistern, Wahlverwandtschaften – hat mir Hoffnung gegeben. Ich wünsche mir rechtliche Modelle für solche Beziehungsformen. Und ich wünsche mir eine Gesellschaft, in der ich nicht mehr gefragt werde, warum ich keinen Freund habe, sondern ob ich glücklich bin. Fazit "Entromantisiert euch!" ist inhaltlich ein feministisches Meisterwerk – klug, wütend, radikal und notwendig. Der Schreibstil war für mich stellenweise gewöhnungsbedürftig, aber nie unzugänglich. Wegen der sprachlichen Distanz ziehe ich einen Stern ab – inhaltlich ist das Buch für mich eine glasklare 10/10. 4 von 5 Sternen. Dieses Buch verändert Perspektiven – wenn man bereit ist, sich wirklich darauf einzulassen.
Meisterwerk!
Wow, einfach nur wow... wie viele Stellen kann man in einem einzigem Buch highlighten? 😬 es gab sooo viele Mind-Blow Momente, bei denen ich einiges in meinem Leben schon in Frage gestellt habe 🤯 Empfehle ich allen Frauen zu lesen... und auch Männern 😉
Ich habe das Buch bei etwa der Hälfte abgebrochen. Die Autorin wiederholt sich (zugegebener Maßen nach Ankündigung) sehr oft. Da hätte man mehr rausholen können. Vielleicht gibt es in der zweiten Hälfte noch spannende Impulse, aber ich werde es wohl nicht weiterlesen.
Schonungslos und witzig nimmt Frasl die romantische Liebe auseinander. Gut durchdacht und argumentiert. Leider nur bezogen auf heterosexuelle Beziehungen, homosexuelle Beziehungen werden nur am Rande erwähnt.
Sehr unromatischer Blick auf die Zweisamkeit. So viele Nachteile hat die Ehe für die Frau. Anschließend will man lieber allein sein ;-)
Merkmale
1 Bewertungen
Stimmung
Hauptfigur(en)
Handlungsgeschwindigkeit
Schreibstil
Beschreibung
Buchinformationen
Beiträge
omg JA! Bitte lest dieses Buch 🤝🏼
Ein Buch über die Liebe- und warum wir ihr vielleicht weniger Gewicht geben sollten. Naja, zumindest der romantischen Liebe. Warum ist unsere Gesellschaft überhaupt so um Liebesbeziehungen zentriert? Warum rücken wir nicht auch platonische Liebe mehr in den Vordergrund? Und warum geht es Frauen eigentlich in Beziehungen mit Männern statistisch gesehen schlechter, als wenn sie Single sind? Ich bin wahnsinnig fasziniert von diesen vielen Denkanstößen und Vorschlägen, wie eine Gesellschaft anders aussehen könnte. Und ja, ich hab mich sehr, sehr oft sehr gesehen gefühlt. Wahnsinnig tolles Buch.

Ein feministischer Weckruf, die Liebe zu entromantisieren! Gesamt: ⭐️ 4,5/5 Schreibstil: 📈 5/5 Lehrreich: 👤 4/5 Humor: ❤️ 4,5/5 "Das Beste an der romantischen Liebe ist nämlich, dass wir sie nicht brauchen." - Frasl, B (2025) Entromantisiert euch (1. Auflage) Haymon Verlag
Anzeige | Rezensionsexemplar über NetgalleyDE Girls, es wird Zeit! Lasst uns endlich die rosarote Brille abnehmen. Denn welche Zeit ist besser für 'female rage', welche Zeit ist besser um ein feministisches Meisterwerk zu lesen, als diese? Insbesondere dann, wenn es so richtig schön weh tut. Beatrice Frasl erläutert in ihrem neuen Buch ‚Entromantisiert euch - ein Weckruf zur Abschaffung der Liebe' auf wenig zimperliche Weise, warum uns Frauen die romantische Liebe so garnichts bringt und wieso wir sie am Besten schleunigst abschaffen sollten. Dabei lesen wir einen fundierten Beitrag, eine gut recherchierten Sachtext, der sich anfühlt wie die fette Ansage unsere besten Freundin, die wir längst mal brauchten. Ihr Schreibstil ist fesselnd und auf eine zynische Art humoristisch. In drei Teilen lesen wir etwas über Privilegierung und Zentrierung der romantischen Liebe, wieso die romantische Liebe Männern nützt und Frauen schadet und zu guter Letzt was es bedeutet NEIN zur romantischen Liebe zu sagen. Am Ende stellt man nicht nur sich selbst in Frage, sondern das ganze Konstrukt »Liebe«, welches die Gesellschaft so unfürsorglich um uns gesponnen hat. Die Zeit zum nachdenken und durchatmen nach diesem Buch kann man dann auch wunderbar damit verbringen sich mit dem beigefügten Soundtrack zu belohnen. Ich brauch nicht nach Kritik in dem Buch suchen, denn für mich gibt es keine. Dennoch glaub ich das sich einige an der ständigen Wiederholung einiger Aussagen stören werden. Ich für meinen Teil habe das aber gebraucht. Denn wie die Autorin eingangs anmerkte, wurden wir ein Leben lang und wiederkehrend darauf gedrillt die romantische Liebe zur priorisieren. Wir müssen darüber reden und wir müssen es uns immer und immer wieder sagen, dass wir die romantische Liebe nicht brauchen um uns von ihrem Stigma zu lösen! Vielleicht sei einmal kurz erwähnt das Beatrice Frasl nicht die Liebe im allgemeinen abschaffen will, sondern nur ihren toxischen Ableger in seiner romantischen Form. Sich mit dem Buch auseinander zu setzen bedeutet sich der unbequemen Tatsache zu stellen, abzulehnen was wir stets als Liebe verstanden haben. Wer sich davon löst wird aber feststellen wo im Leben bislang ungenutzter Platz für Liebe war und wieviel Mehrwert sie bringen kann. So habe ich für mich vor allem mitgenommen, den Wert von Frauenfreundschaft in meinem Leben neu zu hinterfragen um ihnen deutlich mehr Bedeutung zuzuschreiben. Ich spreche dem Buch eine dicke Empfehlung aus auch oder vielleicht gerade weil er in mir sehr viel Ablehnung auslöste, bevor ich für mich selbst eine Menge daraus mit nehmen konnte.

Edit: Ich schieße das Buch doch hoch auf fünf Sterne, weil es großartig ist und ich Frasl nicht in allem zu hundert Prozent zustimmen muss. Außerdem finde ich es angesichts des Zustands der (Männer-) Welt unerlässlich, den Choice-Feminismus in die Mottenkiste zu packen und wieder radikaler zu werden! Original Rezension:
Es war so, so überfällig, dass eine kluge Feministin endlich niederschreibt, was viele von uns denken… oder zumindest irgendwie so ganz tief in uns drin ein bisschen fühlen. “Entromantisiert euch” ist genau das, was drauf steht: ein Plädoyer dafür, die romantische Liebe und Paarbeziehung vom Thron zu stoßen, zu dezentrieren, ja, vielleicht sogar ganz sein zu lassen. “Nur sie schafft es, Frauen dabei auch noch glauben zu machen und im Anschluss selbst versichern zu lassen, sie würden all das, all die Unterwerfung und Selbstunterwerfung und Ausbeutung und Selbstausbeutung, auch noch freiwillig machen - aus Liebe eben.” Im ersten Teil zeigt Frasl auf, wie absurd die Überhöhung der romantischen Liebe ist und dass sie zu Einsamkeit führt, weil man andere Bindungen vernachlässigt oder gar auslaufen lässt. Neue Formen der Verbundenheit, des Zusammenlebens, der Liebe müssen her, die Beziehungen zu Freund*innen und Familie sollten mehr in den Fokus gestellt werden. “Freundschaft ist auch ein Rahmen, in dem Frauen entdecken können, wie unwichtig Männer für sie sind und wie abträglich die Beziehungen zu ihnen für sie.” In der Mitte hat mich Frasl kurz verloren, als sie anfing, Eva Illouz zu zitieren, mit deren Vorstellung von Liebe und Beziehung ich so gar nicht gut kann. Es wird kritisiert, dass Consent der einzige moralische Kompass ist, den wir in Beziehungen haben, aber Alternativen werden nicht genannt. Außerdem wird behauptet, Trennungen fänden zu leichtfertig statt, wenn man bedenkt, dass diese für die Person, die sich gar nicht trennen will, so schmerzhaft und einschneidend seien. Auch hier wird keine Lösung genannt. Dass die meisten Trennungen und Scheidungen von Frauen ausgehen und die Tatsache, dass das überhaupt möglich ist, eine riesige Errungenschaft ist, sieht am Ende immerhin auch Frasl. Der letzte Teil war dann wieder einfach nur stark. Es geht um all die Dinge, die eine romantische Beziehung (vor allem zu einem Mann) eher in Arbeit, Einsamkeit, Lieblosigkeit oder gar Gewalt verwandeln. Frasl zitiert dabei fleißig andere Feministinnen und Studien, die sehr eindeutig belegen, dass Frauen große Verliererinnen in (hetero) Beziehungen sind, während Männer gewinnen - an Gesundheit, an Lebensjahren, an Liebe, an Zeit, an Lebensqualität, sogar an beruflichen Erfolg und damit einhergehend auch an Geld. “Dafür wurde sie nämlich gewissermaßen erfunden, die romantische Liebe mit ihrer romantischen Paarbeziehung und der daraus resultierenden Kleinfamilie, damit Sie (ja, Sie!) Arbeit erledigen, die sonst niemand erledigen will. Und das gratis. Und gern.” Zu Männern ist derweil leider das belegt: “Sie erleben Arbeitsteilung dann als fair, wenn Frauen den Großteil davon übernehmen. (...) Frauen dienen, Männer lassen sich bedienen, Frauen sind verantwortlich und Männer helfen ein bisschen mit (dafür werden sie dann sehr gelobt).” Dass Frauen im Falle einer (ernsteren) Krankheit sogar sehr häufig von ihren Partnern verlassen werden, weil sie nicht mehr als Haushaltshilfe und Fürsorgerin funktionieren, hat mich nochmal richtig getroffen. Tatsächlich habe ich im erweiterten Bekanntenkreis zwei Fälle von krebserkrankten Frauen erlebt und die wurden beide von ihren Männern verlassen. Frauen ohne Partner sind im Durchschnitt glücklicher, zufriedener, gesünder, entspannter und interessanterweise auch weniger einsam. Frasl belegt das, ich kann das durch anekdotische Evidenz bestätigen. Einige werden sich von diesem Buch unfassbar angegriffen fühlen, stellt es doch das infrage, was wir als normal empfinden und von klein auf eingetrichtert bekommen. Das ist schmerzhaft, aber nötig! Immer mehr Frauen entscheiden sich bereits für ein Leben ohne Partner, Datingappanbieter haben mit massiven Verlusten weiblicher Mitglieder (und von Gewinnen) zu kämpfen, Männer wähnen sich in einer Einsamkeits-Epidemie. Sie haben nie gelernt, tiefe Bindungen abseits von Romantik aufzubauen, an sich und ihren sozialen Skills zu arbeiten, sich richtig zu kümmern, ihr Bedürfnis nach Nähe auch miteinander und mit platonischen Freund*innen zu stillen. Ich fürchte, wir werden im nächsten Jahrzehnt einiges erleben. Und bete, dass unsere Freiheit bestehen bleibt und wir uns weiterhin gegen Beziehungen und Ehen mit Männern entscheiden können. Aber ich sage es ganz ehrlich: Ich habe schreckliche Angst vor dem, wozu die ganz normalen Typen noch so fähig sind. Und wer das für Quatsch hält: ihr werdet staunen.
Weil Liebe gar kein Disneyfilm ist
„Entromantisiert euch „ ist so ein Buch wo ich erstmal dachte: ok, schon bisschen überzogen. Aber um gegen alteingesessene Glaubensätze vorzugehen muss man vermutlich auch auf die ein oder andere Weise provokant sein. Und es ist definitiv ein kluges, feministisches Sachbuch, dass die romantischen Ideale bis aufs kleinste seziert und richtig auseinander nimmt. Gut war das. Bereichernd, weil man darüber nachdenken muss .
Dieses Buch reißt einem im wahrsten Sinne des Wortes die rosarote Brille vom Gesicht. Erschreckend und zugleich großartig.
hat mir super gefallen!
Ich hab schon einige Bücher über patriachale Strukturen und Feminismus gelesen, dennoch konnte es mir neue Einblicke geben und es gab viele Momente an denen ich dachte" scheiße dem stimme ich zu". Manches erkannte ich in meiner Ehe leider selbst und es ist gut sich dies nochmal Bewusstsein zu machen vor allem im Bezug auf Mental Load und Care-Arbeit und gemeinsam!!! dran zu arbeiten. Vor allem auch krass wie man von klein auf als Mädchen erzählt und immer wieder eingetrichtet bekommt, dass eine Ehe das Nonplusultra ist und wie Liebe romantisiert wird (was fatale Folgen haben kann). Einziger Minikritikpunkt ist für mich, dass die Autorin Freundschaften stets positiv gesinnt ist, aber auch Freundschaften bedeuten Arbeit und auch zwischen Freundschaften gibt es mental load. Der Aspekt zwischen Männer- und Frauenfreundschaften hat mir widerum gefallen. Alles in allem eine tolle Empfehlung! Lege ich jede Frau ans Herz! & mit keinem Augenblick hab ich die Autorin in Gedanken als Hexe bezeichnet :D (wer das Buch gelesen hat weiß worauf ich mich beziehe).
Wer ist deine Wahlfamilie? Und sagst du ihnen regelmäßig, dass du sie liebst?
Entromantisiert euch! Ist ein feministisches Sachbuch über die Liebe. Nicht die romantische Liebe, also ja auch. Aber hauptsächlich ein Appell an die freundschaftliche Liebe. Als ich 18 wurde habe ich langsam angefangen mit meiner Familie zu brechen. Noch nicht konsequent, aber ich habe mich abgekapselt. Ich wollte gerne mit meiner Wahlfamilie, die aus meinen besten Freunden bestand, Weihnachten feiern. Ich weiß noch, dass mein Vater ein halbes Jahr nicht mehr mit mir geredet hat. Er konnte es nicht verstehen. Ebenso in dieser Zeit hatten mein Vater und ich viele Diskussionen, dass ich ihn sehr liebe, ebenso meinen Bruder, aber meine Mutter nicht. Wir haben viel darüber diskutiert, warum man nicht automatisch lesbisch ist oder sexuelle Handlungen stattfinden müssen, nur weil man mit der besten Freundin kuschelt. Für mich normal. Es hat sich gut und richtig angefühlt. Irgendwann ein paar Jahre später lernte ich meinen jetzigen Mann kennen und mit ihm führte ich die gleichen Diskussionen. Was so schlimm daran sei, seine Wahlfamilie zu haben und Freund*innen zu sagen, dass ma sie liebt. Sie vor den Partner zu stellen. Im Gegensatz zur Diskussion mit meinem Vater, habe ich die Diskussion mit meinem Mann verloren. Ich dachte, dass muss wohl so sein. Gefühlt habe ich es nie. Wie die Autorin wollte ich mich nie in die Rolle der Frau drängen lassen. Ich wollte nicht über Kinder und Hochzeit nachdenken. Geheiratet habe ich nur aus rechtlichen Gründen. Dieses Buch hat mich zu meinen Werten zurück geführt. Oder anders dazu angeregt über meiner früheren Werte nachzudenken. Zu überlegen, wie ich beide Welten vereinen kann. Das ist für mich mein Projekt der Zukunft. Freundschaften wieder so vertiefen, dass sie eine Wahlfamilie werden könnten.
Ich hatte hohe Erwartungen und wurde maßlos enttäuscht. Die Seiten, die Frasl für redundante Wiederholungen nutzt, hätte sie vielleicht für mehr Lösungsorientierung nutzen können. 80% Probleme aufmachen und subjektiv anklagen, dabei kaum ein originärer Gedanke, komplett binär geschrieben und gedacht, um dann auf den letzten 10 Seiten ein paar andere Möglichkeiten aufmachen, aber trotzdem „Entromantisiert euch!“ als Schlusswort zu rufen. Komplett queere Lebensweisen bei so einem Thema zu ignorieren muss man dann wohl auch bewusst wollen, da gibts doch eigentlich schöne Ideen für alternative Formen des Zusammenlebens. Naja. Vielleicht hab ich auch schon zu viel darüber gelesen. Was sie zur Bedeutung von Freund*innenschaft (von mir gegendert) sagt, finde ich gut und wichtig, deswegen überhaupt 2 Sterne. Ich empfehle allen, die sich mit dem Thema beschäftigen wollen lieber „Das Ende der Ehe“ von Emilia Roig zu lesen - Das ist wesentlich intersektionaler, weniger binär und reflektierter geschrieben.
„Dieses Buch möchte die Liebe letztendlich also gar nicht abschaffen, nur ihre dominanteste und unheilvollste Form. Damit Platz entsteht, um unser Verständnis von Liebe, von Beziehung, von Verbindung, von Familie neu zu sortieren.“ (S. 255)
Wie definieren wir Liebe? Beziehungen? Welche davon erfüllen uns im Leben und welche tun uns nicht gut? Wieso priorisieren wir automatisch die romantische Liebe? Welche werden uns sogar systematisch aufgezwungen? Ist man als „Single“ wirklich alleine? Beatrice Frasl schafft es, so ehrlich, direkt und radikal über die Liebe zu schreiben, dass man (auch wenn es etwas schmerzhaft sein kann) seine angelernten Sichtweisen zur romantischen Liebe stark überdenkt und wieso man direkt davon ausgeht, dass man die „große und wahre Liebe“ finden muss, als wäre das unsere Lebensaufgabe. (Spoiler: Das Patriarchat sagt ja.) Ich war nicht bei allen Punkten gleicher Ansicht, aber das muss man auch nicht sein. Unterschiedliche Meinungen können koexistieren, doch ein Diskurs, Fakten und Denkanstöße zu dem Thema sind in der heutigen Zeit von systematischer Unterdrückung der Frau, Gender-Pay-Gap und stetig steigenden Zahlen von Gewalt an Frauen (Femizide) so wichtig! Ich wusste nicht, wie sehr ich dieses Buch in meinem Leben brauchte.

Beatrice Frasl wirft einen wütenden Blick auf den Normalzustand von romantischen Beziehungen im westlichen Kulturkreis und untermauert ihre leidenschaftlich niedergeschriebenen Gedanken mit Statistiken. Sie stellt die romantische Paarbeziehung als tragendes Gesellschaftselement in Frage und plädiert für die Aufwertung von freundschaftlichen und familiären Beziehungen. Das Buch enthält viele bedenkenswerte Aspekte, ich hatte aber Schwierigkeiten die Lektüre zu Ende zu führen. Ich finde, zu viel Redundanz, zu viel Verallgemeinerung und zu pauschales Männerbashing.
Hervorragend Absolut wichtig Auf die Freund*innenschaft Entromantisiert euch!
"Romantische Beziehungen sind nicht die Lösung der gegenwärtigen Einsamkeitsepidemie, sie sind Teil des Problems, [...]" (S. 99) Fazit vorab: Jahreshighlight! #mustread! Und damit wäre eigentlich auch schon alles gesagt. Wenn ich nicht so irre viel Redebedarf hätte, nach diesem Wahnsinnsbuch. Warum? Weil's nicht nur ein Weckruf, sondern ein Augenöffner ist. Dass wir seit Jahrhunderten Märchen auf den Leim gehen, ist nichts Neues. Das Narrativ von den Fröschen, die wir küssen müssen, bis endlich der Prinz auf seinem weißen Gaul daherkommt. Von der Liebe, die groß und schmerzhaft sein und am Ende gar à la Romeo und Julia töten muss, damit sie wirklich und wahrhaftig ist. Ja, wir Frauen wollen so unbedingt Prinzessin sein. Wird uns zumindest immer als oberstes Ziel verkauft. Kinderlos und single sind im Märchen schließlich nur die Hexen. Wie immer: hopp oder top! Aber jetzt mal rein in die Realität und vor allem in dieses Buch. Beatrice Frasl hat ne ganze Menge Schutt für uns bei Seite geschafft, damit wir endlich freie Sicht haben: "Es ist an der Zeit, den Blick darauf zu richten, was uns die romantische Liebe nimmt." (S. 42) Und das ist so einiges. Frasl beleuchtet insbesondere zwei Aspekte, die die romantische Liebe zu einer problematischen macht. Punkt eins betrifft uns alle: Paarbeziehungen machen einsam und vereinzeln. Sie halten uns fern von unseren Freundinnen und Freunden und vernebeln uns das Hirn. Dass dahinter eine historisch gewachsene Idee steckt, die einen Zweck erfüllt, wird euch nicht wundern. Und vermutlich ahnt ihr es: Auch hier haben mal wieder die Herren Patriarchat und Kapitalismus als größte Nutznießer ihre Finger im Spiel. Doch zunächst stellt Frasl die eine Liebe den vielen anderen Lieben unseres Lebens gegenüber. Sie geht der Frage nach, warum wir lebenswichtige Freundschaften und Familie so anders und häufig sogar geringer bewerten. Nicht selten halten doch Freundschaften länger als romantische Beziehungen. Einige meiner Freundinnen begleiten mich (fast) mein ganzes Leben. Meine längste Beziehung hielt "nur" sechzehn Jahre. Für Frauen in heteroromantischen Beziehungen sind Freundschaften oft überlebenswichtig. Denn romantische Liebe ist nicht automatisch nährend oder heilend. Viel zu oft bedeutet sie Unterordnung, Anpassung, Erschöpfung. Psychisch, physisch, finanziell, beruflich - die Liste ist endlos. Womit wir bei einer Kernfrage des Buches sind: Wem genau die romantische Liebe wie nützt. Da wäre zum Beispiel der viel beklatschte Markt, der alles bereithält, was wir brauchen, um unseren Wert zu halten oder zu steigern. Mit dem obersten Ziel, den oder die Richtige zu finden: "(post)modernes Dating als konsumistisches Menschen-Shopping". Ich fürchte, ich verrate viel zu viel, obwohl ihr das doch unbedingt alles selber lesen sollt. Darum nur noch eins und dann hör ich auch bestimmt auf, so verliebt zu schwärmen: "Entromantisiert euch!" liefert Antworten auf unzählige Fragen wie: Warum die Aussage "gemeinsam einsam" für die meisten Paarbeziehungen absolut zutreffend ist. Warum Single-Frauen sich auch 2025 immer noch bemitleiden lassen müssen, wenn sie einfach keinen passenden Deckel finden (wollen). Warum sie keineswegs allein sind, bloß weil sie nicht "in einer Beziehung" sind. Wie unrecht wir unseren Freund:innen tun, wenn wir sie durch ein "nur" ergänzen. Warum Frauen in Paarbeziehungen Allround-Dienstleisterinnen sind. Welche Auswirkungen es auf unsere psychische und physische Gesundheit hätte, wenn wir uns diesem Abziehbild verweigern würden. Ach - und das noch: "Man muss überhaupt nicht daten. Man kann sich aus dem Sortiment nehmen. Man braucht keine romantische Beziehung, um glücklich zu sein, ganz im Gegenteil. Man kann es also auch einfach lassen und sich auf die schönen Dinge im Leben konzentrieren. Das ist die gute Nachricht." (S. 113) Frasl liefert keine Anleitung, sondern eine politische Intervention – und eine Einladung, romantische Liebe anders zu denken. Dieses Buch will nicht nur entzaubern, es will empowern. Es will, dass wir uns unsere Zeit, unsere Energie, unsere Freundschaften, unsere Würde – kurz: unser verdammtes Leben – zurückholen.
Feministisch, kämpferisch, meinungsstark! Auch wenn ich nicht in allen Punkten mit der Autorin übereinstimme, habe ich mich gerne mit ihrer Sicht auf die Dinge auseinandergesetzt. Der unterhaltsame, flüssige Schreibstil hat mich in seinen Bann gezogen und neugierig auf ihr erstes Buch gemacht.
Absolute Empfehlung, auch wenn ich jetzt niemals wieder delulu sein kann. Sehr ehrlich , sehr feministisch und sehr lesenswert
Hab’s geliebt. Einfach mal ein ganz anderer Blick auf die romantische Beziehung
Vielleicht sollten wir das Konzept der Familie und der romantischen Beziehung hinterfragen und ändern…dieses Buch gibt einen Anstoß all das zu hinterfragen und anders zu betrachten. Ich fand es super interessant! Und würde es auch vorallem weiblich gelesenen Personen ans Herz legen ❤️

„Entromantisiert euch!“, denn als Frau kommt ihr in einer romantischen Beziehung mit einem Mann schlecht weg. So das Ergebnis der Analysen, die die Autorin in diesem Buch zusammengetragen hat. Sie schickt vorweg: „Sie werden mich hassen für dieses Buch über die Liebe.“ Warum? Weil sie mit ihren Aussagen provoziert und langgehegte und als „normal“ geltende Konstrukte in Frage stellt. Nun ist es ja keine neue Erkenntnis, dass wir nicht die Frau am Herd sein wollen, doch dieses Buch deckt auf, dass noch weitere Aspekte des Zusammenlebens von Mann und Frau für letztere eher negative Auswirkungen haben. Ein paar Beispiele gefällig? Freundschaftliche Beziehungen werden vernachlässigt, weil der Partner im Mittelpunkt steht. Alles Organisatorische übernimmt die Frau, wenn sie will, dass es klappt. Und von Kind und Küche müssen wir gar nicht erst anfangen. Diese Darstellung ist mitunter etwas polemisch und lässt keinen Blick auf die Beziehungen zu, in denen beide sich wohlfühlen. Doch Beatrice Frasl zeigt anhand von Statistiken durchaus Punkte auf, die vorher nicht in den Köpfen präsent waren. Ich hasse die Autorin nicht für dieses Buch, denn es war mir ein Vergnügen, ihren Impulsen folgend, über das Leben nachzudenken. Und um das Patriarchat abzuschaffen, dürfen durchaus provokante Forderungen aufgestellt werden.
Romantische Liebe – die große Erzählung, die uns von klein auf eingetrichtert wird: Ohne sie kein Glück, keine Erfüllung, kein richtiges Leben. Beatrice Frasl tritt in ihrem Buch »ENTROMANTISIERT EUCH! ein Weckruf« auf genau diesen rosaroten Schleier – mit Anlauf. In ihrem Essay seziert sie die gesellschaftliche Überhöhung der romantischen Zweierbeziehung und zeigt, warum vor allem Frauen dabei oft den Kürzeren ziehen.
„Das Beste an der romantischen Liebe ist nämlich, dass wir sie nicht brauchen.“ (S.19) Die Autorin geht der Frage nach, wie heteroromantische Beziehungen strukturell Ungleichheit zementieren – mit Fakten zu unbezahlter Care-Arbeit, psychischer Belastung und ökonomischer Abhängigkeit. Die romantische Liebe, so Frasl, sei weniger süßes Herzklopfen als viel mehr eine patriarchale Dauerkampagne. Besonders spannend: Frasl legt den Finger nicht nur auf gesellschaftliche Missstände, sie analysiert auch präzise, wie Sprache, Medien und kulturelle Narrative die romantische Liebe systematisch überhöhen – von Disney-Prinzessinnen bis zur Netflix-Dauerromanze. Dabei entlarvt sie nicht nur das Märchen, sondern auch seine Mechanismen: Wie uns das Ideal der „großen Liebe“ klein hält, einsam macht und in ungleiche Rollen drängt. Und wie wenig das alles eigentlich mit echter Nähe oder Zuneigung zu tun hat. Frasl zeigt außerdem eindrucksvoll, wie die Fixierung auf romantische Zweierbeziehungen andere Formen der Bindung systematisch abwertet. Ob Wahlfamilien, enge Freundschaften oder solidarische Gemeinschaften – sie alle geraten unter die Räder des Liebes-Primats. Das Buch plädiert nicht nur für ein Umdenken in Sachen Romantik, sondern auch für eine Erweiterung unserer Vorstellungen von Nähe, Verantwortung und Lebensgemeinschaft. Warum sollte ausgerechnet die Paarbeziehung das Nonplusultra des Zusammenlebens sein? Mit spitzer Feder erklärt sie, wie sich Verliebtheit neurologisch eher wie eine Sucht verhält (ja, wirklich!) und wie gefährlich es sein kann, das eigene Lebensglück an einen anderen Menschen zu ketten. Stattdessen: Mehr Freundschaft, mehr Solidarität, mehr kollektives Miteinander. Und weniger Märchen. „Freundschaften sind Liebesbeziehungen. Vielleicht sind sie es sogar in höherem Maße und auf profundere Weise, als es romantische Beziehungen sind.Denn in Gesellschaften, in denen unser Beziehungsleben durch das Romantikprimat organisiert ist, bindet uns tatsächlich nichts an unsere Freund*innen als eben: Liebe.“ (S.34) Was das Buch nicht ist: ein Liebesverbot. Frasl will die Liebe nicht abschaffen – aber uns den verklärten Blick darauf. Und den Weg öffnen für andere Formen der Liebe und des Zusammenlebens. Was es ist: ein lauter, kluger, provokanter Aufruf, unsere Vorstellungen von Beziehungen zu überdenken. Und zwar gründlich. „Kaum etwas wird mehr romantisiert als romantische Liebe. Kaum etwas hat diese Romantisierung weniger verdient.“ – Dieses Buch knallt. Es rüttelt wach, macht wütend, manchmal traurig – und bringt einen dazu, nicht nur das eigene Beziehungsleben, sondern auch so manches Disney-Ende mit anderen Augen zu sehen. Die These, dass romantische Liebe für Frauen oft mehr Ballast als Bereicherung ist, bleibt hängen – egal, ob man zustimmt oder innerlich (noch) rebelliert. Es ist unbequem, aber gerade das macht es stark. Wer beim Lesen denkt: „Uff, das ist ganz schön radikal“ – genau das ist der Punkt. Frasl rüttelt nicht sanft wach, sie schüttelt ordentlich durch. Und das ist dringend nötig. Denn solange romantische Liebe weiter als alternativloses Lebensziel verkauft wird, brauchen wir Bücher wie dieses, die unbequem sind und neue Fragen stellen. Ob man am Ende jede These teilt oder nicht: Wer es gelesen hat, wird garantiert nie wieder einfach so „nur“ eine Liebeskomödie schauen. Unterm Strich ist „Entromantisiert euch!“ ein wichtiger Beitrag zum feministischen Diskurs – bissig, scharf argumentiert, gut recherchiert. Und definitiv ein Buch, das man nicht still runterliest, sondern über das man streiten, nachdenken und sprechen sollte. Und ja: Danach fühlt sich die beste Freundin oder der beste Freund vielleicht noch ein Stück mehr wie die wahre große Liebe an.

Bei diesem provokanten Titel könnte man zunächst zurückschrecken, doch der Inhalt entpuppt sich als durchdacht und wertvoll. Das rosa Cover passt perfekt zum Thema, und der sachliche, ehrliche Schreibstil der Autorin hat mich von der ersten Seite an überzeugt. Unzählige Post-Its kleben mittlerweile in meinem Exemplar – ein sicheres Zeichen dafür, dass dieses Buch zum Nachdenken anregt. Die zentrale Frage ist simpel und doch revolutionär: Warum gilt romantische Liebe als die einzig wahre, wertvollste Form der Liebe? Das Buch zeigt auf, wie sehr wir andere Formen von Liebesbeziehungen – besonders Freundschaften – systematisch abwerten. Eine Liebesbeziehung muss nicht automatisch sexuell sein, und emotionale Intimität kann oft viel tiefer gehen als körperliche Nähe. "Was differenziert eine Liebesbeziehung von einer engen Freundschaft? Warum halten wir das eine für wesentlich wertvoller als das andere?" Diese Frage hat mich wirklich aufgerüttelt. Bei Hochzeitseinladungen steht "+1" – aber wen nehmen wir mit? Den Partner:in oder die beste Freundin /den besten Freund? Warum verbringen wir automatisch den dreiwöchigen Sommerurlaub nur mit dem/der Partner:in, während Freunde maximal ein Wochenende bekommen? Haben wir je unsere besten Freunde nach ihren Lebensplänen gefragt oder sie aktiv in unsere Zukunft einbezogen? "Wenn wir uns um unsere Freundschaften nicht aktiv kümmern, verkümmern sie. ... Geringschätzung von Freundschaft ist allerdings völlig normalisiert. Es ist für uns völlig normal, in Paarbeziehungen und Kleinfamilien zu verschwinden, völlig normal, andere Beziehungen zu vernachlässigen." Freundschaften sind oft langlebiger als romantische Beziehungen, werden aber trotzdem systematisch nachrangig behandelt. Das Buch zeigt, wie die Ideologie der romantischen Liebe politische Funktionen erfüllt und uns zurück zum Patriarchat führt: "Das die Ideologie der romantischen Liebe zu einem derart dominanten kulturellen Narrativ wurde, erfüllt spezifische politische und soziale Funktionen - die Funktion der Unterordnung von Frauen" "...Frauen darauf konditioniert wurden, dass Dienen aus Liebe sei ihre naturgegebene Aufgabe. Und darauf, dass Männer darauf konditioniert wurden, gar nicht auf die Idee zu kommen, dass Lieben irgendwas mit Geben zu tun haben könnte..." Besonders erschreckend sind die Kapitel zu Femiziden und der Verharmlosung von Gewalt durch angebliche "Leidenschaft": "Tatmotiv für ein Femizid: Eifersucht. Ganz so, als wäre ein Gefühl ein Grund für einen Mord, und nicht etwa die Unfähigkeit des Täters, einen Umgang mit diesem Gefühl und Gefühlen im Allgemeinen zu finden." "Wenn einen die Liebe mit all ihrer Leidenschaft erst einmal heimsucht, kann man(n) sich eben leider oftmals nicht mehr beherrschen." Das Buch schließt mit einem wichtigen Punkt: Frauen, die bewusst ohne romantische Partnerschaft leben, werden gesellschaftlich nicht akzeptiert – obwohl Studien zeigen, dass unverheiratete, kinderlose Frauen oft die glücklichere Bevölkerungsgruppe darstellen. Die wissenschaftlichen Quellen und Belege machen das Buch zusätzlich wertvoll. Es ist ein Aufruf, Freundschaften wieder den Stellenwert zu geben, den sie verdienen, und die Dominanz romantischer Liebe zu hinterfragen. Absolute Empfehlung für alle, die bereit sind, ihre Vorstellungen von Liebe und Beziehungen zu überdenken.
Beatrice Frasl spittet facts über die patriarchalen Eigenschaften der romantischen Liebe.
Absolutes Manifest gemäß der Bewegung Decentering Men
Die Autorin analysiert gesellschaftskritisch warum romantische Beziehungen immer noch höher gestellt werden als andere zwischenmenschliche Beziehungen. Ihre logischen Argumente überzeugen den Status Quo zu hinterfragen, damit insbesondere Frauen ein friedlicheres und unabhängigeres Leben leben können.
Dieses Buch nimmt uns die rosarote Brille ab - für einen desillusionierten Blick auf Romantik.
Das ist eins dieser Bücher, bei denen die Gefahr besteht, dass man sich persönlich angegriffen fühlt. Weil es beim Lesen so wirkt, als würde die Autorin sich anmaßen, unsere persönlichen Beziehungen zu kennen und zu judgen. Tut sie nicht. Kann sie nicht. Und irgendwie ja doch. Denn das, worüber Beatrice Frasl schreibt, ist Systemkritik, die sie mit zahlreichen Argumenten untermauert. Zynisch legt sie den Finger in die Wunde, die Amatonormativität in unsere Gesellschaft gerissen hat, und nimmt uns mit hoch dosiertem Sarkasmus die rosarote Brille ab: Es geht um ... — die Wertschätzung von Freundschaften und platonischen Beziehungen, anstatt sie als zweitrangig hinter Romantik zu betrachten (Stichwort: Wir sind "nur" befreundet) — ungleich verteilte Care-Arbeit — Gewalt in Paarbeziehungen — und viel unliebsame, aber wichtige Themen mehr. Irritiert hat mich die fehlende Auseinandersetzung mit dem aromantischen Spektrum. Es wirkt so, als würde die Autorin Aromantik - ohne den Begriff jemals zu nennen - nicht als queere Identität, sondern eine erstrebenswerte feministische Entscheidung begreifen. Meiner Meinung nach eine unzureichende Vereinfachung zwischenmenschlicher Empfindungen, die gleichzeitig der Vielfalt des (a-)romantischen Spektrums nicht gerecht wird. Abgesehen davon ist es ein starkes Buch, auch wenn ich der Autorin nicht in all ihren Überzeugungen zustimmen kann - ich denke, das beruht stark auf persönlichen Erfahrungen mit romantischen/freundschaftlichen Beziehungen und ob man sich mit den eigenen Beziehungsmustern innerhalb der statistischen Mehrheit bewegt. Man muss ja auch nicht alles in dem Buch auf sich selbst beziehen. Manches trifft womöglich nicht zu, einiges schon, denn wir alle wurden in derselben Gesellschaft sozialisiert, haben ähnliche Beziehungsnarrative vorgelebt und eingetrichtert bekommen. Und um diese einem kritischen, entromantisierten Blick abseits der rosaroten Brille zu unterziehen, liefert "Entromantisiert euch!" viele gute Denkanstöße und Impulse.

Ich hatte hohe Erwartungen und wurde maßlos enttäuscht. Die Seiten, die Frasl für redundante Wiederholungen nutzt, hätte sie vielleicht für mehr Lösungsorientierung nutzen können. 80% Probleme aufmachen und subjektiv anklagen, dabei kaum ein originärer Gedanke, komplett binär geschrieben und gedacht, um dann auf den letzten 10 Seiten ein paar andere Möglichkeiten aufmachen, aber trotzdem „Entromantisiert euch!“ als Schlusswort zu rufen. Komplett queere Lebensweisen bei so einem Thema zu ignorieren muss man dann wohl auch bewusst wollen, da gibts doch eigentlich schöne Ideen. Naja. Vielleicht hab ich auch schon zu viel darüber gelesen. Was sie zur Bedeutung von Freund*innenschaft (von mir gegendert) sagt, finde ich gut und wichtig, deswegen überhaupt 2 Sterne. Ich empfehle allen, die sich mit dem Thema beschäftigen wollen lieber „Das Ende der Ehe“ von Emilia Roig zu lesen - Das ist wesentlich intersektionaler, weniger binär und reflektierter geschrieben.
Eine radikale Schrift. Ein radikaler Denkanstoß. Ein verständlicher Denkanstoß. Der Titel ist Programm. Der Inhalt unternimmt eine Zeitreise sämtlicher Dekaden des Patriarchats in der Kreuzung zur romantischen Liebe vor. Hui. Ich werde viele Erkenntnisse mitnehmen und möchte Beatrice Frasl danken. ein wichtiges Sachbuch /10
„Schwesternschaft ist mir ein inneres Bedürfnis, denn um mich herum leben zahllose glänzende, begabte, engagierte, unglaublich tolle Frauen, die meine ganze Unterstützung und Liebe verdienen. Sie und Frauen im Allgemeinen sollen von meiner zwischenmenschlichen Energie profitieren, die Männer brauchen mich nicht, um anerkannt, in ihren Lebensentscheidung unterstützt und in ihren Werten bestätigt zu fühlen.“
——————————————————————————— Wer sich viel mit Feminismus auseinandersetzt, kennt es bestimmt, dass manche Bücher kaum neue Impulse bringen, sondern Bekanntes nur in leicht veränderter Form wiedergeben. „Entromantisiert euch“ war für mich eine absolute Ausnahme. Beim Lesen habe ich unglaublich viel gelernt, neue Perspektiven entdeckt und sehr viele Stellen markiert. Es geht unter anderem darum, wie stark Liebe unsere Sprache beeinflusst, wie heteronormative Vorstellungen von Romantik kapitalistische Strukturen stützen und wie sehr unsere Gesellschaft auf Paarbeziehungen zentriert ist. Auch die Unterschiede zwischen Männerfreundschaften und Frauenfreund*innenschaften werden beleuchtet, genauso wie die Frage, wer eigentlich von unserer Fixierung auf romantische Liebe profitiert. Schon mal daran gedacht, dass „Singles“ nicht deshalb einsam sind, weil sie „niemanden“ haben, sondern weil Menschen in Paarbeziehungen ihre Freund*innen aus dem Fokus rücken? (Na, wer von euch in einer Beziehung verbringt Weihnachten mit seinem Partner, statt mit seinen Freund*innen und wieso eigentlich?). Das Buch ruft dazu auf, Freund*innenschaften wieder in den Mittelpunkt zu stellen und macht deutlich, dass auch sie Arbeit und Pflege brauchen und nicht weniger wichtig sind, im Gegenteil. Es liest sich so, als würde eine gute (wenn auch wütende) Freundin mit einem sprechen. Ein Buch für alle, die bereit sind, Liebe und Beziehungen neu zu denken. Und eigentlich ein Buch für alle.
Ich hatte hohe Erwartungen und wurde maßlos enttäuscht. Die Seiten, die Frasl für redundante Wiederholungen nutzt, hätte sie vielleicht für mehr Lösungsorientierung nutzen können. 80% Probleme aufmachen und subjektiv anklagen, dabei kaum ein originärer Gedanke, komplett binär geschrieben und gedacht, um dann auf den letzten 10 Seiten ein paar andere Möglichkeiten aufmachen, aber trotzdem „Entromantisiert euch!“ als Schlusswort zu rufen. Komplett queere Lebensweisen bei so einem Thema zu ignorieren muss man dann wohl auch bewusst wollen, da gibts doch eigentlich schöne Ideen. Naja. Vielleicht hab ich auch schon zu viel darüber gelesen. Was sie zur Bedeutung von Freund*innenschaft (von mir gegendert) sagt, finde ich gut und wichtig, deswegen überhaupt 2 Sterne. Ich empfehle allen, die sich mit dem Thema beschäftigen wollen lieber „Das Ende der Ehe“ von Emilia Roig zu lesen - Das ist wesentlich intersektionaler, weniger binär und reflektierter geschrieben.
•°• sollten wir wirklich 🥀 💔 •°•
Nicht romantische Beziehungen sind Liebe. Und oft sind sie die wichtigsten Beziehungen im Leben. Das Buch erklärt hervorragend, wem romantische Beziehungen nützen und warum der Verzicht darauf großartig sein darf/kann. Hab's geliebt.
Ausbaufähig
Beatrice Frasl schreibt über ihre Ablehnung von romantischen Beziehungen zu Männern als Antwort auf strukturelle Probleme. Das Buch lässt mich verwirrter zurück als vor der Lektüre. Einerseits führt sie einige Punkte an, die mich auch sehr beschäftigen, wodurch ich mich mit meinem Frust weniger allein fühle. So bin ich zum Beispiel nicht bereit, weiterhin emotionale erste Hilfe und Edukationsarbeit in meinen Beziehungen zu Männern zu leisten. Auch ihr Aufruf zur Dezentralisierung der romantischen Liebe im eigenen Leben kann durchaus sinnvoll sein, da uns im Alltag überall die rosa Brille in Bezug auf ebenjene aufgezwungen wird. Und ja – für viele Frauen ist eine heteronormative romantische Beziehung kein sicherer Ort. Allerdings ist das Problem struktureller Natur und die angeführten Beispiele das Ergebnis der Erziehung von Männern im kapitalistischen Patriarchat. Die Lösung dafür legt die Autorin in die Verantwortung jeder einzelnen Frau, indem diese sich romantischen Beziehungen generell entziehen. Doch ich bezweifle, dass wir dadurch zu einem nachhaltigen und gleichberechtigten Miteinander finden, welches das Ziel des Feminismus sein sollte. Bloß weil es Bewegungen wie „4B“ gibt, in welchen Frauen auf diese Weise gegen Diskriminierung protestieren, sollten die Prinzipien nicht unreflektiert übernommen werden. Zudem hat mir eine Auseinandersetzung mit dem Thema Aromantik leider komplett gefehlt. Ich möchte (romantische und platonische) Beziehungen zu Männern eingehen, die von mehr Verantwortungsbewusstsein geprägt sind und in denen ein Verständnis für emotionale und unbezahlte Arbeit existiert. Doch dafür gibt uns die Autorin leider keine Lösungsvorschläge.
Plädoyer für Liebe - but make it sassy!
Ich bin Frasl-Fan, ganz klar. Ich liebe ihre Art zu schreiben und die Worte, die sie dafür wählt. Inhaltlich einfach wieder sehr gut, sauber recherchiert, gut sortiert, Punkt klargemacht. Die Gedanken waren für mich nicht neu, haben aber meine Überlegungen zu dem Thema noch mal sortiert und klarer werden lassen. Ich denke, dieses Buch könnte vielen (allen) Menschen helfen, die mit ihrer Beziehungssituation unzufrieden sind und nicht recht einordnen können, was das Thema ist. Halte es für sehr wertvolle feministische Literatur.
Richtig gut!
Total spannend, wenn man mal eine andere Sicht auf die romantische Liebe abseits des Mainstreams werfen will. Hatte sehr viele Aha-Momente, was ich liebe. Aber Achtung: danach werdet ihr eure Beziehung wahrscheinlich anders wahrnehmen als vorher oder gar keine mehr haben wollen 😅
Die Beziehungen in unserer Gesellschaft müssen sich ändern
In dem Buch entromantisiert euch analysiert Beatrice Frasl die romantische Liebe und legt dar, warum sich die Gesellschaft und vor allem Frauen zukünftig auf nicht romantische Beziehungen fokussieren sollten. Nicht nur der Titel ist provokativ, sondern auch die weiteren Ausführungen der Autorin. Sie erklärt die Entstehung der romantischen Beziehung und wieso sie so patriarchal und so gefährlich für Frauen ist. Anfangs habe ich mich innerlich sehr gewunden und wollte andauernd widersprechen, doch wenn man dieses Unwohlsein am Anfang aushält, wird man mit vielen Fakten und Beispielen belohnt, die anschaulich und sachlich erläutern, weshalb die einzig Wahre und auf ein Podest gestellte Lebensform in unserer Gesellschaft so ungesund ist und ein riesiges Ungleichgewicht und Machtgefälle enthält. Ich bin derselben Ansicht wie die Autorin, dass platonische Freundschaften einen viel höheren Stellenwert in der Gesellschaft haben sollten, da diese langlebig sind und den beteiligten Personen eine gesunde Form von Nähe und Liebe und Gemeinschaft geben. Es ist schade, dass viele platonische Freundschaften auf der Ersatzbank landen, sobald eine romantische Beziehung bei einer der Personen entsteht. Gleichzeitig würde ich Frauen raten, dieses Buch zu lesen, bevor sie sich auf eine romantische Beziehung einlassen oder um ihre eigene bereits bestehende Beziehung analysieren möchten, ob diese für ihr eigenes Leben wertvoll und wertschätzend ist oder ihr Leben eher verschlechtert. Ich würde nicht so weit gehen wie die Autorin und romantische Beziehungen grundsätzlich abschaffen, aber sie zeigt die Probleme in der Gesellschaft und der Mehrheit der Beziehungen auf, die Frauen erleben und aus denen sie sich lösen sollten. Unsere weibliche Generation ist die Erste, die die Möglichkeit hat, ohne Abhängigkeit von einem Mann leben zu können und wenn genug Frauen das erkennen, wie die statistischen Vorausberechnungen es auch voraussagen (in 2030 sind 45 % aller Frauen Single), muss sich vor allem auf der männlichen Seite etwas ändern, sowohl was den Umgang mit Frauen angeht, als auch zwischen Männern untereinander. Ich finde, dass dieses Buch jeder lesen sollte, es ist vor allem für Frauen Augen öffnend, aber auch vielen Männern wird wahrscheinlich nicht bewusst sein, wie manipulativ die Strukturen der romantischen Beziehung, inklusive unserer Erziehung von der Kindheit an, sind.
Beatrice Frasl widmet sich in "Entromantisiert euch!" einer der tiefsten und zugleich folgenreichsten gesellschaftlichen Illusionen: der romantischen Liebe – und entlarvt sie als zentrales Machtinstrument des Patriarchats. Frasl ist Kulturwissenschaftlerin, Geschlechterforscherin und als Autorin, Podcasterin ("Große Töchter") und Kolumnistin bekannt für ihre feministische Bildungsarbeit, auch auf Social Media als @fraufrasl. Bereits mit "Patriarchale Belastungsstörung" hat sie 2022 feministische Debatten angestoßen – mit Entromantisiert euch! legt sie nun nach. Worum geht’s genau? Das Buch seziert die romantische Liebe – nicht als kitschige Idee, sondern als strukturelles Problem. Romantik, so Frasl, ist keine neutrale Emotion, sondern eine gesellschaftliche Praxis, die Frauen in Abhängigkeiten bringt: emotional, ökonomisch, physisch. Es geht um psychische Belastungen, Care-Arbeit, finanzielle Ausbeutung und geschlechtsspezifische Gewalt – alles innerhalb des Rahmens romantischer Beziehungen. Dabei ist das Buch kein Manifest gegen die Liebe, sondern ein radikaler Ruf, sie neu zu denken. Frasl führt durch Kulturgeschichte, Popkultur, Statistik und persönliche Anekdoten – immer mit dem Ziel, aufzuzeigen: Wir müssen nicht (mehr) lieben, um vollständig zu sein. Meine Meinung Dieses Buch hat mich schockiert, bestätigt, empört – und zugleich zum Aufatmen gebracht. Besonders die Kapitel über emotionale und häusliche Gewalt haben mich tief berührt. Die Autorin stellt klar: Frauen sind am meisten von Gewalt betroffen, und zwar oft durch die, die sie lieben. Auch die Aufarbeitung psychischer Belastung innerhalb von Beziehungen – etwa durch fehlende Fürsorge, mangelnde emotionale Verfügbarkeit oder toxische Männlichkeit – war hart, aber notwendig. Die Kritik an weiblicher Sozialisation, an Erziehung zur Selbstaufgabe, hat mich besonders getroffen. Dass Frasl gleichzeitig fundierte Daten mit feministischer Wut verknüpft, hat mir imponiert – auch wenn ich mit der ironischen Sprache nicht immer ganz warm wurde. Stellenweise war mir der Stil zu pointiert, zu sarkastisch – und die durchgehende Ansprache mit „Sie“ hat bei mir eine gewisse Distanz erzeugt, obwohl der Inhalt geradezu nach Nähe, Solidarität und einem kollektiven „Wir“ ruft. Trotzdem: Inhalten wie dem emotionalen Aufwand in Beziehungen, dem „Mental Load“, der ungerechten Arbeitsteilung, dem Bild der selbstaufopfernden Frau – all das wurde präzise und eindringlich beschrieben. Besonders eindrucksvoll fand ich die internationale Perspektive, etwa die 4B-Bewegung aus Südkorea, oder die Darstellung alternativer Beziehungs- und Familienmodelle – von platonischer Elternschaft bis hin zu matrilinearen Gesellschaften wie bei den Mosuo. Auch die Kritik an kapitalistischen Interessen in der Romantik – etwa durch die Bumble-Kampagne gegen freiwillige Enthaltsamkeit – war für mich ein Aha-Moment. Das abschließende Kapitel zur "Postromantik" war schließlich mein persönliches Highlight. Die Vorstellung, dass Fürsorge auch außerhalb romantischer Beziehungen stattfinden kann – unter Freundinnen, Geschwistern, Wahlverwandtschaften – hat mir Hoffnung gegeben. Ich wünsche mir rechtliche Modelle für solche Beziehungsformen. Und ich wünsche mir eine Gesellschaft, in der ich nicht mehr gefragt werde, warum ich keinen Freund habe, sondern ob ich glücklich bin. Fazit "Entromantisiert euch!" ist inhaltlich ein feministisches Meisterwerk – klug, wütend, radikal und notwendig. Der Schreibstil war für mich stellenweise gewöhnungsbedürftig, aber nie unzugänglich. Wegen der sprachlichen Distanz ziehe ich einen Stern ab – inhaltlich ist das Buch für mich eine glasklare 10/10. 4 von 5 Sternen. Dieses Buch verändert Perspektiven – wenn man bereit ist, sich wirklich darauf einzulassen.
Meisterwerk!
Wow, einfach nur wow... wie viele Stellen kann man in einem einzigem Buch highlighten? 😬 es gab sooo viele Mind-Blow Momente, bei denen ich einiges in meinem Leben schon in Frage gestellt habe 🤯 Empfehle ich allen Frauen zu lesen... und auch Männern 😉
Ich habe das Buch bei etwa der Hälfte abgebrochen. Die Autorin wiederholt sich (zugegebener Maßen nach Ankündigung) sehr oft. Da hätte man mehr rausholen können. Vielleicht gibt es in der zweiten Hälfte noch spannende Impulse, aber ich werde es wohl nicht weiterlesen.
Schonungslos und witzig nimmt Frasl die romantische Liebe auseinander. Gut durchdacht und argumentiert. Leider nur bezogen auf heterosexuelle Beziehungen, homosexuelle Beziehungen werden nur am Rande erwähnt.




































