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Roadtrip der anderen Art
Hella ist 69 und ein abgehalftertes Popsternchen, die sich mehr schlecht als recht mit drittklassigen Auftritten bei Möbelhauseröffnungen über Wasser hält. Kein Leben, das sie noch länger fortführen möchte. Auf der Fahrt in die Schweiz, wo sie Sterbehilfe in Anspruch nehmen will, springt ihr die 15jährige Juli von einer Brücke vor‘s Auto … Vielen Kritikpunkten an diesem Buch kann ich zustimmen - das Thema wird zu wenig tief behandelt, die Charakterzeichnung ist zu schwach, der Humor ist wenig vorhanden. Auch reihen sich die Begebenheiten auf der Fahrt ein wenig belanglos aneinander und wirken oft aufgesetzt. All das habe ich auch so empfunden und kann da den kritischen Stimmen absolut recht geben. Vor allem Hella nervt mit der Zeit mit ihrem egoistischen Verhalten, während Julis Verlorenheit und Einsamkeit durchaus an einigen Stellen greifbar wird. Fast noch mehr haben mich aber die Unterbrechungen der ‚Reise‘ der beiden geärgert - die Strecke Bielefeld/Ulm ist jetzt nicht so wahnwitzig lang, dass man drei- oder viermal übernachten müßte - die ein wenig an den Haaren herbeigezogen werden. Da die beiden Protagonistinnen auch keine wirkliche Entwicklung durchmachen und selten über etwas Substantielles reden, bleibt die Frage nach dem Warum - die sich vor allem am Ende des Buches stellt, welches das dumpfe Gefühl bei mir hinterlassen hat, dass sich die falsche Person ‚gerettet‘ hat. Nach der Lektüre, die allerdings sehr flüssig vonstatten geht, der Schreibstil ist angenehm leicht, ohne zu schlicht zu sein, bleibt die Frage offen, welchen Mehrwert das Buch für die Leserschaft haben soll? Für das schwierige Thema kratzt der Roman leider nur an der Oberfläche, ich als Leserin konnte mich mit der Thematik hier viel zu wenig auseinandersetzen, weil die Beweggründe von Hella und Juli zu vage und wenig greifbar bleiben und man zu viele Leerstellen selbst füllen muss. So bleibt als Fazit im Endeffekt, dass ‚Ende in Sicht‘ sicher gut gemeint ist als Auseinandersetzung mit den Themen Depression und Suizid, aber leider zu schlicht und zu mutlos in der Umsetzung ist.
26. Juni 2025
Roadtrip der anderen Art
Hella ist 69 und ein abgehalftertes Popsternchen, die sich mehr schlecht als recht mit drittklassigen Auftritten bei Möbelhauseröffnungen über Wasser hält. Kein Leben, das sie noch länger fortführen möchte. Auf der Fahrt in die Schweiz, wo sie Sterbehilfe in Anspruch nehmen will, springt ihr die 15jährige Juli von einer Brücke vor‘s Auto … Vielen Kritikpunkten an diesem Buch kann ich zustimmen - das Thema wird zu wenig tief behandelt, die Charakterzeichnung ist zu schwach, der Humor ist wenig vorhanden. Auch reihen sich die Begebenheiten auf der Fahrt ein wenig belanglos aneinander und wirken oft aufgesetzt. All das habe ich auch so empfunden und kann da den kritischen Stimmen absolut recht geben. Vor allem Hella nervt mit der Zeit mit ihrem egoistischen Verhalten, während Julis Verlorenheit und Einsamkeit durchaus an einigen Stellen greifbar wird. Fast noch mehr haben mich aber die Unterbrechungen der ‚Reise‘ der beiden geärgert - die Strecke Bielefeld/Ulm ist jetzt nicht so wahnwitzig lang, dass man drei- oder viermal übernachten müßte - die ein wenig an den Haaren herbeigezogen werden. Da die beiden Protagonistinnen auch keine wirkliche Entwicklung durchmachen und selten über etwas Substantielles reden, bleibt die Frage nach dem Warum - die sich vor allem am Ende des Buches stellt, welches das dumpfe Gefühl bei mir hinterlassen hat, dass sich die falsche Person ‚gerettet‘ hat. Nach der Lektüre, die allerdings sehr flüssig vonstatten geht, der Schreibstil ist angenehm leicht, ohne zu schlicht zu sein, bleibt die Frage offen, welchen Mehrwert das Buch für die Leserschaft haben soll? Für das schwierige Thema kratzt der Roman leider nur an der Oberfläche, ich als Leserin konnte mich mit der Thematik hier viel zu wenig auseinandersetzen, weil die Beweggründe von Hella und Juli zu vage und wenig greifbar bleiben und man zu viele Leerstellen selbst füllen muss. So bleibt als Fazit im Endeffekt, dass ‚Ende in Sicht‘ sicher gut gemeint ist als Auseinandersetzung mit den Themen Depression und Suizid, aber leider zu schlicht und zu mutlos in der Umsetzung ist.
26. Juni 2025






