Egmont

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Hardcover
2.721

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Beschreibung

Goethes ›Lesedrama‹ Egmont über den Freiheitskampf der Niederländer hatte zunächst wenig Erfolg auf dem Theater. Der kam, als Schiller das Drama auf Bitten Goethes tiefgreifendbearbeitete. Den eigentlichen Durchbruch erlebte das Werk aber erst mit Beethovens Bühnenmusik 1810, die freilich für eine Aufführung mit dem Theatertext zu lang geriet. So schrieb Friedrich Mosengeil einen Deklamationstext, der auch Goethes Beifall fand – wegen seiner politisch liberalen Färbung und seinem Freiheitspathos jedoch keinen Anklang beim zensurfürchtigen Wiener Konzertbetrieb. Dort bekam 1834 Franz Grillparzer noch einmal einen Auftrag für einen Deklamationstext zu den Aufführungen von Beethovens Egmont-Musik, und diese Textfassung ist bis heute populär geblieben. Zum Beethoven-Jahr 2020, dem 250. Geburtstag des Komponisten, präsentiert diese Studienausgabe erstmals einen zentralen Text der Weimarer und der Wiener Klassik in all seinen unterschiedlichen Gestalten und Bearbeitungen. Das Außerordentliche der Egmont-Dichtung zeigt sich in der glücklichen Fügung, dass Goethe, Schiller, Beethoven und Grillparzer zusammenfanden, um ein Werk zu ersinnen, zu bearbeiten, bühnentauglich zu machen oder durch Musik zu ergänzen – schlussendlich ein wahres ›Gesamtkunstwerk‹.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Lyrik & Dramen
Sub-Genre
Dramen & Theaterstücke
Format
Hardcover
Seitenzahl
287
Preis
70.90 €

Beiträge

1
Alle
4

Philipp II.’ Herrschaft erstreckt sich allein in Europa von Spanien aus bis zur die Niederlande. Er fordert, die Provinzen im Norden sollen die falsche Lehre des Protestantismus drakonisch ausmerzen, die Häretiker ohne Rücksicht aufhängen. Doch die Bürger dort lieben ihre Freiheit und ihr Graf Egmont lässt sie sie ausleben, wird vom Volk dafür geliebt. – Die Tragödie stellt literaturhistorisch das Scharnier dar zwischen höfischem und bürgerlichem Trauerspiel, deren typische Protagonisten in Egmont vereint sind. Das geschieht, weil es – Goethe schrieb es im Vorabend der französischen Revolution – gerade die Triebkräfte und Transformationsprozesse der Geschichte zum Gegenstand hat, denen die Sieger mindestens genauso wie die Verlierer in diesem Drama unterworfen sind: „Wie von unsichtbaren Geistern gepeitscht, gehen die Sonnenpferde der Zeit mit unsers Schicksals leichtem Wagen durch; und uns bleibt nichts, als mutig gefasst die Zügel festzuhalten und bald rechts, bald links, vom Steine hier, vom Sturze da, die Räder wegzulenken. Worin es geht, wer weiß es? Erinnert er sich doch kaum, woher er kam.“ klagt Egmont zu seinem Sekretär. Dabei haben mir besonders die Charaktere gefallen, die wunderbar plastisch herausgearbeitet sind.

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