Die wirklich wahre Geschichte von Radscha, dem Gutgläubigen (und seiner Mutter)

Die wirklich wahre Geschichte von Radscha, dem Gutgläubigen (und seiner Mutter)

Hardcover
4.315

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Beschreibung

National Book Award Fiction 2025

Das lustigste Buch über den libanesischen Bürgerkrieg, das Sie je lesen werden


Mit Witz, Wärme und schonungsloser Offenheit tanzt Rabih Alameddine in seinem Roman durch sechs Jahrzehnte libanesischer Geschichte und durch ein einzigartiges Leben voller Absurditäten. Seine tragikomische Liebessgeschichte erzählt von Familie, Erinnerung und dem unzerstörbaren Band zwischen einem Sohn und seiner Mutter. Vor allem aber ist "Die wirklich wahre Geschichte von Radscha, dem Gutgläubigen (und seiner Mutter)" eine wilde und funkelnde Feier der Liebe und der Schönheit des Lebens

"Meine Mutter zu entschlüsseln, war etwas, womit sich selbst Herkules schwergetan hätte - meine Mutter war seine unmöglich zu schaffende dreizehnte Aufgabe."
In einer winzigen Wohnung in Beirut leben der 63-jährige Radscha und seine über 80-jährige Mutter Seite an Seite. Radscha, beliebter Philosophielehrer an einer höheren Schule und "der Schwule von nebenan", liebt Bücher, Spaziergänge, Ordnung und Einsamkeit. Zalfa empfindet das Bedürfnis ihres Sohnes nach Privatsphäre als persönliche Beleidigung. Sie will alles wissen: über seinen Alltag, sein Leben, seine Lieben. Als Radscha ein Stipendium in den USA angeboten wird, ist das die ersehnte Gelegenheit zur Flucht - vor der Mutter, dem politischen Chaos im Libanon und vor der eigenen Vergangenheit. Doch was als Neuanfang gedacht war, wird zur Rückschau auf persönliche und politische Katastrophen und bringt Radscha dazu, einen Verrat, den er eigentlich vergessen wollte, noch einmal zu durchleben.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Zeitgenössische Romane
Format
Hardcover
Seitenzahl
351
Preis
26.80 €

Autorenbeschreibung

Rabih Alameddine, 1959 in Jordanien geboren, ist Maler und Schriftsteller und lebt in San Francisco und Beirut. Seine Romane sind international erfolgreich und vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Guggenheim Foundation Fellowship, dem Rome Prize for Best International Book of the Year, dem Prix Femina Étranger, dem John Dos Passos Prize for Literature und dem PEN/Faulkner Award. In deutscher Übersetzung sind bisher erschienen: "Eine überflüssige Frau" (2016) und "Der Engel der Geschichte" (2018). www.rabihalameddine.com Werner Löcher-Lawrence ist als literarischer Agent und Übersetzer tätig. Zu den von ihm übersetzten Autoren gehören u.a. Hisham Matar, Patricia Duncker, Nathan Englander und Hilary Mantel. Für C.H.Beck hat er bereits Anthony Doerrs "Alles Licht, das wir nicht sehen" und "Memory Wall" übersetzt.

Beiträge

4
Alle
4.5

Eine etwas andere Lebensgeschichte. Wunderbar, traurig, wild, absurd, amüsant, lebensprall und einfach zu Herzen gehend.

Darf ein Buch, in dem es unter anderem um Kriege geht, amüsant sein? Darf man die traumatische Erfahrung eines Jugendlichen beinahe kitschig überzeichnen? Klingt erstmal unangemessen, doch so meisterhaft, wie der Autor es in diesem Roman zu verpacken weiß, ist es eine große Freude, dieses Buch zu lesen. Und meine oben gewählten Formulierungen sind eben nur bei oberflächlicher Betrachtung treffend, dahinter verbirgt sich so viel mehr. Es ist Radscha, den der Autor diese Geschichte erzählen lässt. Radscha ist von Kind an ein Außenseiter. Was an ihm so anders ist, versteht er anfangs nicht wirklich. Doch dass es so ist, bekommt er deutlich zu spüren. Am Ende ist Radscha 63 Jahre alt und vor allem eines: Sohn. Denn diese Geschichte hat eine kein bisschen heimliche Heldin: Radschas Mutter Zalfa. Die Beziehung zwischen Radscha und Zalfa ist, wie sollte es anders sein, ungewöhnlich. Zalfa ist eine vor Emotionen sprühende Frau, die innerhalb der Geschichte zu außergewöhnlicher Stärke reift. In dieser besonderen Lebensgeschichte wird vieles über die Geschichte des Libanon zwischen den 1960er-Jahren und heute erzählt. Auch wenn Radschas Erleben und Sicht der Dinge oft eine sehr besondere ist, wurden mir doch einige Dinge über Libanon bewusst, die nur irgendwo recht unkonkrekt in meinen Hinterkopf versammelt waren und darauf warteten in einen Zusammenhang gesetzt zu werden. Lange habe ich kein Buch mehr gelesen, bei dem Lachen und Weinen so nah beieinander lagen. Vom Stoff her hätte diese Geschichte sehr bitter werden können. Ist sie aber kein bisschen. Sie ist voller Liebe, Menschlichkeit, Humor und wunderbarer Momente.

3

Eine Lektüre, die nicht immer befriedigend war.

"Wer unter habgierigen, mörderischen Regierungen lebt, die frühere habgierige, mörderische Regierungen ersetzt haben, umgeben von weiteren habgierigen, mörderischen Regierungen, für den wird die Leugnung der Wirklichkeit zur Überlebensstrategie." "Die wirklich wahre Geschichte von Radscha, dem Gutgläubigen (und seiner Mutter)" von Rabih Alameddine ist ein Roman, dem ich sehr ambivalent gehenüberstehe. Den ich einerseits mochte und andererseits nicht. "Und wieder einmal dachte ich, der unerhörte Fehler meines Lebens bestehe darin, meine Mutter noch nicht erschossen zu haben." Radscha ist 63 Jahre alt und lebt mit seiner über 80-jährigen Mutter in einer kleinen Wohnung in Beirut. Wie es überhaupt dazu kommt und wie sich seine Mutter ständig in sein Leben einmischt erfahren wir hier aus erster Hand. Und die beiden gehen nicht immer zimperlich miteinander um. Da wird sich angeschrien, geflucht und beschimpft. Während Radscha Bücher, Spaziergänge und die Einsamkeit liebt, ist seine Mutter wahnsinnig neugierig und fasst Radschas Wunsch nach Privatsphäre als persönlichen Affront auf. Sie will stets alles wissen und schafft es durch ihre Gespräche, die einem Verhör des FBI in nichts nachstehen, alles aus Radscha herauszuquetschen. Keine noch so kleine Nichtigkeit ist vor ihr sicher ... und natürlich auch nichts vor ihrer Einmischung. "Ich weiß, Sie halten mich für kindisch, weil ich immer wieder sage, dass ich meine Mutter umbringen möchte, aber das ist metaphorisch. Ich meine, ich will sie umbringen, ihr aber nicht wehtun. Sicher, das ist albern. Meine Mutter ist meine Muttermordmuse." Alameddine nimmt uns an der Seite von Radscha und seiner Mutter mit durch sechs Jahrzehnte der libanesischen Geschichte. Vom Bürgerkrieg, über den Bankenkollaps, die Corona-Pandemie bis hin zur Hafen-Explosion am 4. August 2020. Zu guter Letzt landen wir wieder am Anfang der Geschichte, warum Radscha in Virginia landete ... "Beirut ist ein Phönix, der immer neu aus der Asche auferstehen, und waren die Libanesen nicht unglaublich, weil sie stets wieder auf die Beine kamen? Ein Bürgerkrieg, kein Problem. Eine israelische Invasion, kein Problem. Eine syrische Invasion, kein Problem. Ein finanzieller Kollaps, bitte. Unser Volk war unverwüstlich, weshalb wir der Regierung nicht vorwerfen sollten, es zu verwüsten." Nun zurück zu meiner Ambivalenz dem Buch gegenüber. Mir hat es gefallen ein wenig mehr über den Libanon zu erfahren: seinen Schwächen (die Regierungen) und seinen Stärken (die Bevölkerung). Ich mochte die Bilder, die Alameddine hier zeichnete. Auch mochte ich den Blick auf das Zusammenleben zwischen Radscha und seiner Mutter - den Witz, die Wärme und die Lebendigkeit. Was mir weniger gefallen hat, war der doch oft sehr plumpe Ton und das ständige sich Anschreien. Mutter und Sohn konnten keine Unterhaltung führen ohne dass geschrien wurde oder sie sich mal nicht beschimpft hätten. Auch missfiel mir die fast hundert Seiten lange Schilderung von Radschas Geiselnahme und den s3xuellen Eskapaden mit seinem Entführer. Sehr gelungen ist auf jeden Fall die Titelgestaltung. Sie gibt sehr gut die Botschaft des Buches wieder: Wenn alles um uns herum zerbricht, das Band zwischen Mutter und Kind bleibt ganz und die Liebe zieht sich wie ein roter Faden durch unser Leben. Übersetzt aus dem Englischen von Werner Löcher-Lawrence.

Eine Lektüre, die nicht immer befriedigend war.
5

Der 63jährige Radscha lebt mit seiner recht dominanten Mutter zusammen in einer Wohnung in Beirut. Er ist Philosophieprofessor und lebt recht zurückgezogen. Seine exzentrische Mutter ist da ganz anders. Seit dem Tod des Vaters blüht sie richtig auf. Als Radscha die Möglichkeit bekommt eine Weile in den USA zu leben, nimmt er an um seinem Leben zu entfliehen. Während er noch über die Reise nachdenkt, beginnt er sein Leben zu reflektieren. Bürgerkrieg, eine schwierige Familie, eine Entführung. Er hat einiges erlebt. Auch seine Identität, seine Sexualität haben sein Leben nicht einfach sein lassen. Klingt erstmal nach einem schweren, traurigen Buch aber der Autor verbindet hier eindrucksvoll Humor und Tragik. Derb, frech, bissig wird hier erzählt. Die Dialoge zwischen Radscha und seiner Mutter sind einfach nur köstlich. Beide haben viel erlebt. Gerade der Bürgerkrieg, der Bankenkollabs werden hier mit viel ironischer Leichtigkeit rübergebracht, ohne ihre Schwere zu verlieren. Die Figuren wirken authentisch und glaubwürdig, liebenswert und verletzlich. Radscha und seine Mutter sind so unterschiedlich, doch sind sie eng miteinander verbunden. Wir begleiten die beiden durch mehrere Jahrzehnte. Gerade die Entführung von Radscha war traumatisch und wirkte sich auf sein späteres Leben aus. Das empfand ich beim Lesen schon als verstörend. Die Geschichte wird nicht linear erzählt. Vielmehr ist das Buch ein Porträt eines liebevoll chaotischen Mannes, der mit sich selbst Frieden schließen möchte. Queerness, Schuld und Familie sind hier wichtige Themen. Doch der Roman ist auch eine Liebeserklärung. Er ist eine Homage, an all die Schönheiten des Lebens, die sich in den absurdesten Ecken und den schlimmsten Zeiten verstecken. Ein tragisch-komischer, kluger und unterhaltsamer Roman, der sich ganz wunderbar lesen lässt und von sehr starken Charakteren lebt. Empfehle ich euch unbedingt weiter.

3

Witzig aber von der Story repititiv.

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