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Die Wahnsinnige

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Über das Buch

Spanien, 1503: In der Festung La Mota soll Johanna von Kastilien endlich zur Vernunft kommen. Zu viel steht für ihre Mutter, Isabella die Katholische, auf dem Spiel. Die Königin regiert das Land mit unerbittlicher Härte, sie hat die Mauren vertrieben und lässt Tausende als Ungläubige auf den Scheiterhaufen der Inquisition verbrennen. Sie kann ihr Reich nicht in die Hände einer Tochter geben, die nicht betet, nicht beichtet und der Macht nichts bedeutet. Johanna will nicht über andere herrschen. Alles, was sie will, ist, über sich selbst zu bestimmen. Aber das scheint eine Freiheit zu sein, die nur Männern vorbehalten ist. Als sie mit Philipp dem Schönen ins ferne Flandern verheiratet wird, sieht es für einen Moment so aus, als sei das Unwahrscheinliche möglich: ein Leben in Liebe in einer Welt aus Verrat. Doch auch als sich diese Hoffnung nicht erfüllt, hält Johanna unbeirrbar an dem fest, was alle um sie herum für Wahnsinn halten – dem unerhörten Wunsch, dass die Welt anders sein könnte als sie ist. Vor dem historischen Hintergrund der Biografie von Johanna der Wahnsinnigen stellt Alexa Hennig von Lange eine sehr moderne Frage: Wie können wir die werden, die wir sind, wenn das nicht für uns vorgesehen ist?

Editionen (2)

ISBN9783832181277
VerlagDuMont Buchverlag
Erscheinungsdatum18.08.20
Seitenzahl208

Rezensionen & Bewertungen

22 Bewertungen

12 Rezensionen

3,8

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  • nettebuecherkiste
    nettebuecherkiste

    130 Follower

    3,5

    Wahnsinnig oder Opfer patriarchaler Machtpolitik? Ganz eindeutig klärt das auch dieser Roman nicht, doch Letzteres ist durchaus wahrscheinlich.

    19. Nov. 2025

  • wortspur
    wortspur

    73 Follower

    3,5

    Johanna von Kastilien. Königin von Kastilien, León, Aragón und den westindischen Inseln und dem Festland am Ozean im frühen 16. Jahrhundert. Herrscherin über eines der größten Reiche ihrer Zeit. Krone. Macht. Fremdbestimmung. Diese Zerrissenheit zwischen Glauben und Institution. Zwischen Liebe und Demütigung. Zwischen Leidenschaft und Unterwerfung. Zwischen dem Wunsch, sich selbst zu gehören, in einer Welt, die genau das nicht zulässt. Am eindringlichsten wurde dieses Buch für mich dort, wo Johanna selbst spürbar wurde. In ihrem inneren Zustand. In diesem brennenden Kern aus Verzweiflung, Auflehnung, Wut, Schmerz, Liebe und dem unerträglichen Wunsch nach Selbstbestimmung innerhalb eines gewaltigen Machtgefüges aus Familie, Religion und politischem Kalkül. Aber auch in dieser tiefen Einsamkeit. In Verlust. In Verlassenwerden. In Verrat. In der beklemmenden Nähe zwischen dem, was als Wahnsinn bezeichnet wird, und dem, was ebenso Verzweiflung, Überforderung, Verletzung oder zutiefst menschlicher Widerstand gegen ein kaum erträgliches Leben gewesen sein könnte. Denn selbst größte Krone, Macht und Reich schützen nicht zwangsläufig davor, dem eigenen Leben entfremdet zu werden. Gerade darin liegt für mich auch die besondere Eindringlichkeit dieses Romans über Unfreiheit, weibliche Existenz und darüber, was von einem Menschen bleibt, wenn Selbstbestimmung systematisch und lebenslang begrenzt wird. Johannas Geschichte, ihr inneres Brennen und diese historische wie menschliche Tragweite sind so gewaltig, dass ich ihr noch länger hätte folgen wollen. Noch näher an ihren Gedanken. Noch länger in ihrem Erleben. Ich wäre gern noch länger an ihrer Seite geblieben.

    17. Mai 2026

  • irabel
    irabel

    18 Follower

    4,0

    Wahnsinnig - aufbegehrend - eigensinnig

    Historische Romane haben ihre eigene Energie und schaffen es, uns in eine Zeit zurück zu katapultieren, die so anders ist als unsere heutige Welt. Das hat dieser Roman geschafft, die Atmosphäre und das Setting waren sehr gut. Die Geschichte der Johanna war sehr eindringlich und intensiv. Eine Frau, die ihren eigenen Weg gehen wollte & Mut zum Eigensinn hatte, und doch an der Macht der Männer, dem Patriarchat zu scheitern verdammt war. Natürlich kann sie dann zu seinerzeit nur als Wahnsinnige tituliert werden. Das Lesen war kräftezehrend, hab innerlich mit ihr gekämpft, alles vergebens. Was eine Ernüchterung. Und dennoch, immer noch begeistert von ihrer Kraft und ihrem Willen.

    Wahnsinnig - aufbegehrend - eigensinnig

    7. Okt. 2024

3 von 12 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Alexa Hennig von Lange

Alexa Hennig von Lange, geboren 1973, wurde mit ihrem Debütroman ›Relax‹ 1997 zu einer der erfolgreichsten Autorinnen ihrer Generation. Es folgten zahlreiche weitere Romane, Erzählungen, Theaterstücke und Jugendbücher. 2002 wurde Alexa Hennig von Lange mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. Bei DuMont erschienen die Romane ›Risiko‹ (2007), ›Peace‹ (2009), ›Kampfsterne‹ (2018) und ›Die Weihnachtsgeschwister‹ (2019). Die Schriftstellerin lebt mit ihrem Mann und ihren fünf Kindern in

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