Die Vergiftung

Die Vergiftung

Taschenbuch
3.75

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Beschreibung

Maria Lazars Roman "Die Vergiftung" entfaltet das beklemmende Bild einer bürgerlichen Welt, in der familiäre Nähe zur seelischen Kontamination wird. Die titelgebende Vergiftung bezeichnet weniger ein einzelnes Ereignis als einen Zustand: die schleichende Zersetzung von Vertrauen, Körpergefühl und moralischer Gewissheit. In einer präzisen, nervös verdichteten Prosa verbindet Lazar psychologische Analyse mit expressionistischer Schärfe und früher feministischer Gesellschaftskritik. Der Roman steht im Kontext der österreichischen Moderne nach dem Ersten Weltkrieg, wenn alte Ordnungen fortbestehen, aber innerlich bereits zerfallen. Maria Lazar, 1895 in Wien geboren, gehörte zu jener Generation jüdischer und weiblicher Intellektueller, deren literarische Stimmen lange verdrängt wurden. Ihre Erfahrungen mit patriarchalen Strukturen, politischer Radikalisierung, Antisemitismus und späterem Exil prägen den Blick auf Machtverhältnisse im Privaten wie im Öffentlichen. "Die Vergiftung" lässt erkennen, wie aufmerksam Lazar die Gewalt hinter Konventionen, Schweigen und scheinbarer Wohlanständigkeit beobachtete. Dieses Buch ist Leserinnen und Lesern zu empfehlen, die literarische Wiederentdeckungen, psychologisch genaue Prosa und kritische Zeitdiagnosen schätzen. "Die Vergiftung" ist kein bequemes Werk, aber ein eindringliches: ein Roman, der die Moderne nicht erklärt, sondern in ihrer Verunsicherung spürbar macht.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Historische Romane
Sub-Genre
N/A
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
76
Preis
8.80 €

Beiträge

2
Alle
4

Wie kann so ein Werk nur fast 100 Jahre missachtet worden sein? Seit 2014 ist es wieder verlegt, zum Glück möchte ich sagen.

Ruth ist 20 Jahre alt und lebt in einer Welt voller Geheimnissen und Doppelmoral. Die großbürgerliche Familie mit ihren Dramen, Prestigestreben und Versteckungen - Ruth reagiert auf diese Widersprüche auf pathetischste Weise. Sie lügt, betrügt, versucht auszubrechen. Selbst- und fremdzerstörerisch. Lazars Schreibstil muss dem Expressionismus zugeordnet werden. Ein Paradebeispiel, für die Schullektüre geeignet, so expressiv. Die gerade erst 20-Jährige Lazar verfasste es 1915, das erste Mal verlegt wurde es 1920. Die Vergiftung wird mich noch eine Weile begleiten, das merkte ich schon beim Lesen. Die Konstruktion verlangt nach großer Aufmerksamkeit, ich werde es wieder lesen, da bin ich mir sicher, hier lässt sich noch viel entdecken.

3

Manche Geschichten sind mir bissel zu verwirrend aber sonst ein ganz nettes Buch

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