Die Tsantsa-Memoiren

Die Tsantsa-Memoiren

Hardcover
3.65
FrankfurtMagischer RealismusAbenteuerMärchen

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Beschreibung

Eine Tour de Force durch zwei Jahrhunderte und zwei Kontinente – ein magisch-literarisches Abenteuer mit einem der ungewöhnlichsten Erzähler der deutschen Literatur

Was auf den ersten Blick zu schräg wirkt, um gelingen zu können, entwickelt schon nach wenigen Seiten einen Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann: Um das Jahr 1780 gelangt ein Schrumpfkopf in den Besitz von Don Francisco, Beamter der spanischen Krone in Caracas. Als Wandschmuck in dessen Schreibstube hängend beobachtet er das Geschehen um sich herum ganz genau – und bemerkt wie nebenbei, dass er gerade dabei ist, ein Bewusstsein zu entwickeln. Und dass er sprechen kann. Doch als er schließlich zum ersten Mal den Mund aufmacht, sorgt das bei Don Francisco prompt für einen Herzinfarkt – und der Schrumpfkopf bekommt einen neuen Besitzer. Seine Reise führt ihn in den folgenden Jahrzehnten u. a. nach Rom, Paris, Frankfurt, London, Bamberg, Bukarest, Wien und Berlin. Er wird Zeuge historischer Begebenheiten und alltäglicher Kleinigkeiten. Und nach und nach findet er immer mehr über seine eigene Vergangenheit heraus.

Dem Fabulierer Koneffke gelingt es, das Leben seines unsterblichen, aber auch hilflosen Helden auf so grandiose Weise zu erzählen, dass man das Buch am liebsten gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Dabei hilft ihm auch sein kluger und überaus gewitzter Erzähler, dessen »Menschwerdung« den roten Faden der Geschichte bildet und der einem im Laufe der Lektüre ans Herz wächst.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Zeitgenössische Romane
Format
Hardcover
Seitenzahl
560
Preis
24.70 €

Autorenbeschreibung

Jan Koneffke, geboren 1960 in Darmstadt, studierte und arbeitete ab 1981 in Berlin. Nach seinem Villa-Massimo-Stipendium 1995 lebte er für weitere sieben Jahre in Rom und pendelt heute zwischen Wien, Bukarest und dem Karpatenort Măneciu. Koneffke schreibt Romane, Lyrik, Kinderbücher, Essays und übersetzt aus dem Italienischen und Rumänischen. Er wurde mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet, zuletzt dem Uwe-Johnson-Preis 2016. Zuletzt erschienen bei Galiani Ein Sonntagskind (2015), 2020 sein von der Presse gefeiertes Erzählkunststück Die Tsantsa-Memoiren.

Beiträge

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Alle
4

Ein Buch aus der Perspektive eines Schrumpfkopfs - oder Tsantsa in der Indianersprache Jivaro - war für mich etwas ganz Neues und ich bereue nicht, es gelesen zu haben. Die Handlung beginnt ca. 1780 in Caracas. Dort erwacht ein Schrumpfkopf langsam zum "Leben". Er beginnt seine Umgebung wahrzunehmen und die Sprache der Menschen zu verstehen. Bald darauf ist er auch in der Lage zu sprechen. Doch er bleibt nicht in Venezuela, seiner weiterer Weg führt ihn nach Europa und dort in die unterschiedlichsten Städte und Länder: Rom, Bamberg, Cambridge, Paris, Wien, Bukarest... Er wechselt oft den Besitzer und wird dabei immer menschlicher. Er fängt auch an, sich an seine Herkunft und seine Schrumpfkopfwerdung zu erinnern. Die Tsantsa-Memoiren ist sehr witzig und abwechselnd zu lesen. Vor allem die Szenen, in denen der Tsantsa als Spion in Liebesdingen eingesetzt wird, sind sehr amüsant. Mir hat auch der Schreibstil sehr gut gefallen. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass sich das Buch gerade in der Mitte etwas zieht. Erst ab dem Wechsel zur neuen Familie des Tsantsa im zweiten Drittel des Buches wird es wieder spannend.

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