Sci-Fi

Die Störung

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Über das Buch

Weiter als die vier Astronauten der Shepherd-1 ist noch nie jemand ins All vorgestoßen. Das Ziel ihrer Mission: die Entstehung des Kosmos zu beobachten. Ein Schwarm von Sonden soll so ausgerichtet werden, dass mithilfe der Sonne als Linse der Moment des Urknalls sichtbar wird.
Für die Astronomin Christine geht damit ein Traum in Erfüllung. Um so größer ist die Enttäuschung, als über den ersten Bildern ein Schleier liegt, der jede Erkenntnis verhindert. Wie besessen arbeitet sie an einer Lösung, doch als es ihr tatsächlich gelingt, den Schleier zu lüften, sieht sie etwas, das besser verborgen geblieben wäre …

Editionen (2)

ISBN9783732454570
VerlagArgon Digital
Erscheinungsdatum01.01.21

Rezensionen & Bewertungen

37 Bewertungen

4 Rezensionen

3,9

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  • 3,0

    Wenn große Ideen nicht ganz zünden…

    Vier Astronaut*innen brechen mit der Shepherd-1 zu einer Mission auf, die ambitionierter kaum sein könnte: Sie entfernen sich weiter von der Erde als jede Crew zuvor, um einen Blick in die frühesten Momente des Universums zu werfen. Mithilfe eines Schwarms von Raumsonden und der Sonne als natürlicher Gravitationslinse wollen sie Bilder aus der kosmischen Frühzeit gewinnen – im Grunde aus der Epoche des Urknalls selbst. Allein diese Ausgangsidee hat mich sofort fasziniert. Im Mittelpunkt steht unter anderem die Astronomin Christine, für die diese Mission mehr als nur ein Job ist. Doch dann taucht ein mysteriöser „Schleier“ auf, der die ersten Bilder verdeckt. Und als dieser schließlich gelüftet wird, zeigt sich etwas, das vielleicht besser verborgen geblieben wäre. Klingt erstmal nach genau der Sorte Science-Fiction, die ich spannend find. Erzählerisch folgen wir mehreren Strängen – der Crew der Shepherd-1 und der Erde, wo wir vor allem Rachel als CapCom begleiten. Das Setting hat also durchaus Potenzial für Spannung und emotionale Fallhöhe. Jetzt kommt allerdings das große Aber. Das hier war mein erster Roman von Morris – einem Astrophysiker, wohlgemerkt – und ich hatte mich auf Hard-SF eingestellt. Und ja, die Wissenschaft ist da. Vielleicht ein bisschen zu sehr da. Die erste Hälfte war für mich unfassbar zäh. Ich hatte stellenweise das Gefühl, ich lese die Gebrauchsanweisung eines Raumanzugs. Mich interessieren Technik und Wissenschaft durchaus, aber ich muss nicht minutiös miterleben, welcher Knopf beim Ausrichten der Sonden gedrückt wird oder wie exakt jemand in seinen Weltraumanzug steigt. Mein größter Kritikpunkt: die Charaktere. Sie bleiben für mich erstaunlich blass. Die Dialoge wirkten oft unerträglich flach – teilweise so, als würde ich Gesprächen von 16-Jährigen lauschen. Die Debatte darüber, wie viele Unterhosen Christine für diese Mission eingepackt hat, hat dem Ganzen dann endgültig die Krone aufgesetzt. In einem Roman über die Anfänge des Universums hatte ich irgendwie andere Prioritäten erwartet. Selbst der PlotTwist konnte das Ruder für mich nicht mehr wirklich herumreißen. Dabei finde ich die Grundidee ziemlich spannend. Das große Rätsel des Ursprungs wird allerdings, wenig überraschend, nicht gelüftet. Spannung? Insgesamt weniger als erhofft. Das Ende wurde dann aber tatsächlich doch noch packend. Der zentrale Konflikt läuft letztlich auf das Dilemma Mensch vs. Maschine hinaus und darauf, wie weit KI Menschenrechte zustehen. Das fand ich thematisch durchaus interessant. Ob es für mich reicht, die Reihe weiterzulesen? Da bin ich noch unschlüssig. Positiv hervorheben möchte ich aber unbedingt den Anhang: Dort erläutert Morris einige physikalische Grundlagen rund um die Quantentheorie. Das war informativ, verständlich und tatsächlich eines der Highlights für mich.

    Wenn große Ideen nicht ganz zünden…

    25. Feb. 2026

  • tobiasmr
    tobiasmr

    9 Follower

    4,5

    Große Hard Sci Fi im Stil von Peterson und co.

    Ich möchte nicht viel von der Handlung verraten. Allerdings hat mich dieses Buch mit seinen Plottwists sehr überrascht. Zuerst habe ich noch ein wenig benötigt ins Buch herein zu kommen, da es an vielen Stellen schon sehr wissenschaftlich ist. Naturwissenschaftliche Vorkenntnisse sind hier also Voraussetzung. Ab Seite 150 wurde es jedoch spannend, da einige Dinge, die ich als naiver Leser zunächst für Plotholes gehalten habe, sehr gut beantwortet wurden. Zudem enthält das Buch am Ende ein spannendes Essay über Quantenphysik. Ist vielleicht nicht für jedermann etwas, allerdings definitiv fast genauso lesenswert wie der Roman an sich. Von mir also definitiv eine Leseempfehlung!

    24. Aug. 2025

  • jari
    jari

    57 Follower

    4,0

    Mein zweites Buch von Morris war, genau wie das erste, wieder eine fordernde, aber eindrückliche Lektüre. Der Autor schreibt Hard Sci-Fi, also keine fantastischen Ideen was sein _könnte_, sondern Fakten aus dem Bereich der Physik, die zumindest theoretisch praktizierbar sind. Natürlich bleiben die ethischen Bereiche nicht aussen vor. Der Autor wirft Fragen auf, die aber vielerorts im Bereich des Genres thematisiert werden. Nur stellt Morris diese hier auf völlig andere Weise dar. Klug durchdacht und aufgezogen. Ich habe selbstverständlich nicht alle Erklärungen verstanden, das war mir aber schon klar, bevor ich das Buch anfing. Immerhin haben wir es hier mit Physik und Mathematik pur zu tun und irgendwann werden es mir dann doch zu viel der Quanten. Dennoch liebe ich es, Hard Sci-Fi zu lesen, vor allem auch das Nachwort, in dem erklärt wird, welche Bereiche des Romans bereits umsetzbar sind, und woran aktuell geforscht wird. Durch einen Roman so viel zu lernen ist immer wieder sehr befriedigend, bekommt man doch auf gut Schweizerdeutsch das Brötchen und den Fünfer. Eine ereignisreiche Geschichte und nachvollziehbare Fakten. Geniale Kombination!

    21. Dez. 2024

3 von 4 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Brandon Q. Morris

Brandon Q. Morris ist Physiker und beschäftigt sich beruflich und privat schon lange mit Weltraum-Themen. Er wäre gern Astronaut geworden, musste aber aus verschiedenen Gründen auf der Erde bleiben. Sein Ehrgeiz ist es deshalb, spannende Science-Fiction-Geschichten zu erzählen, die genau so passieren könnten.

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