Blick ins Buch

Romane

Die Stadt der Blinden

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Über das Buch

Saramagos Antwort auf Die Pest von Albert Camus.

Ein Mann steht an einer Ampel. Von einer Sekunde auf die nächste, ohne erklärbaren Grund, erblindet er. Wie ihm ergeht es immer mehr Menschen in seiner Heimatstadt. Wie eine Seuche greift die Blindheit um sich. Die Regierenden wissen sich nicht anders zu helfen, als die Betroffenen in einer verlassenen Irrenanstalt einzuquartieren – unter der Bewachung von Soldaten, die auf jeden schießen, der fliehen will. Je mehr Blinde dort zusammengepfercht werden, desto schlimmer, desto unmenschlicher wird die Situation. Inmitten dieses grausamen Chaos befindet sich ein Augenarzt mit seiner Frau – die als Einzige noch sehen kann …

Editionen (9)

ISBN9783442745296
Verlagbtb
Erscheinungsdatum08.09.15
Seitenzahl400

Merkmale

1 Bewertungen

MittelKomplexUngewöhnlichVielschichtigGlaubwürdigEntwickelnd

Rezensionen & Bewertungen

215 Bewertungen

34 Rezensionen

3,8

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  • risi
    risi

    50 Follower

    3,5

    Was passiert, wenn Blindsein und Angst die Kontrolle bestimmen? 👀🧨

    Unter ungeklärten Umständen Erblindung ein Mann an einer roten Ampel. Einfach so. Doch er ist kein Einzelfall und so steht die Regierung bald vor einer unlösbare Aufgabe, die sie mit Quarantänemaßnamen für ansteckende Erblindete und ihre Kontaktpersonen zu lösen versucht. Der erblindete Mann wird mit vielen weiteren Betroffenen in eine stillgelegten Irrenanstalt gesperrt. Wer sich aus dem Gebäude wagt, wird zum Schutz der Bevölkerung ermordet. Es gibt klare Regeln, die einzuhalten sind und die Empfehlung, sich in der Quarantäne mit weiteren Regeln untereinander zu organisieren, denn egal was passiert, Hilfe von außen wird außer zur Lieferung von Hygieneartikeln und Nahrung nicht kommen. Doch bald bleiben auch diese Lieferungen aus und Gewalt und Herrschaft formieren sich in der Anstalt neu. Unter den Insassen der Irrenanstalt ist die Frau eines erblindeten Augenarztes, die sich als vermeintlich erblindet eingeschlichen hat, um bei ihrem Mann zu bleiben. Sie ist scheinbar die einzige Person, die noch sehen kann. Mich hat das Buch gefesselt, angeekelt, zum Nachdenken angeregt und entsetzt, in manchen Abschnitten mehr, in anderen weniger. Das die Katastrophe aber soweit getrieben wird, hätte ich nicht erwartet und das irgendwie plumpe Ende hatte ich auch nicht erwartet. An zwei Stellen dachte ich mir zwischendurch: jetzt wäre ein guter Moment fürs Ende, da ging das Spektakel aber in die nächste Runde. Ganz klar, das Buch ist keine leichte Kost und kein Buch für nebenbei. José Saramago hat hier einen düsteren Roman über die tiefsten Ängste und animalischten Triebe der Menschheit. Der Schreibstil ist mit seinen fehlenden Satzzeichen und scheinbar willkürlichen Groß- und Kleinschreibung anfangs irritierend zu lesen, unterstreicht für mich aber die Willkürlichkeit hinter unseren Regeln. Was der Autor uns mit dem Buch sagen will? Ich habe keine Ahnung, denn jede Szene gibt Interpretationsansätze für bestimmt 5 verschiedene Versionen zum Besten. Allein die Thematik des Erblindens, der Bedeutung von sehen und sehen können in alle Himmelsrichtungen interpretiert werden.

    27. Apr. 2026

  • asenayla
    asenayla

    94 Follower

    3,5

    Solide aber mit blinden Flecken

    Die Stadt der Blinden ist definitiv keine leichte Lektüre und sicherlich auch nicht für jede*n geeignet. Themen wie Krankheit, Gewalt und Vergewaltigung machen das Buch stellenweise sehr bedrückend und intensiv. Gleichzeitig steckt dahinter aber ein unglaublich spannendes Gedankenkonstrukt, das vor allem durch seine ungewöhnliche dystopische Idee heraussticht. Als Hörbuch ließ sich die Geschichte überraschend flüssig konsumieren, obwohl die Handlung und die Atmosphäre oft schwer und beklemmend sind. Gerade die gesellschaftlichen Dynamiken und das Verhalten der Menschen in Extremsituationen machen das Buch sehr fesselnd. An manchen Stellen fehlt allerdings etwas die Nachvollziehbarkeit und einige Entwicklungen wirken nicht ganz sauber ausgearbeitet, wodurch es kleinere Plot-Schwächen gibt. Trotzdem bleibt die Geschichte insgesamt extrem spannend und hebt sich von klassischen Dystopien deutlich ab. Wer düstere, alternative Zukunfts- oder Gesellschaftsvisionen mag und auch mit harter Kost umgehen kann, dürfte an diesem Buch viel finden.

    5. Mai 2026

  • anette_liest
    anette_liest

    139 Follower

    4,0

    Das Buch ist eine eindringliche und zugleich verstörende Dystopie über den Zusammenbruch der Zivilisation. Die Geschichte ist brutal und schonungslos und manchmal kaum zu ertragen. Der etwas gewöhnungsbedürftige Schreibstil ist geprägt von lange Sätzen und wenigen Satzzeichen. Mir half dies manchmal etwas Distanz zu wahren, die für mich beim Lesen nötig war. Das Buch ist eine Herausforderung und wird noch lange nachhallen. Lesenswert ist es aber allemal.

    23. Juni 2025

3 von 34 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 7018%
asenayla
asenayla3. Mai 2026

Aktuell ein spannendes Gedanken Experiment und leicht zu Lesen

Autorin / Autor

Über José Saramago

José Saramago, geboren am 16. November 1922 in Azinhaga in der portugiesischen Provinz Ribatejo, entstammt einer Landarbeiterfamilie. Nach dem Besuch des Gymnasiums arbeitete er als Maschinenschlosser, technischer Zeichner und Angestellter. Später war er Mitarbeiter eines Verlags und Journalist bei verschiedenen Lissabonner Tageszeitungen. Seit 1966 widmete er sich verstärkt der Schriftstellerei. Der Romancier, Erzähler, Lyriker, Dramatiker und Essayist erhielt 1998 den Nobelpreis für Literatur. José Saramago verstarb am 18. Juni 2010 auf Lanzarote.

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