Blick ins Buch

Romane

Die rechtschaffenen Mörder

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Über das Buch

SPIEGEL-Bestseller und Shortlist Preis der Leipziger Buchmesse

Ingo Schulze erzählt davon, wie wird ein aufrechter Büchermensch zum Reaktionär wird – oder zum Revoluzzer? Norbert Paulini ist ein hochgeachteter Dresdner Antiquar. Lange Jahre finden Bücherliebhaber bei ihm Schätze und Gleichgesinnte zum Gedankenaustausch. Doch mit der Wende bricht das Geschäft ein, die Kunden bleiben weg. Paulini versucht mit aller Kraft, sein Lebenswerk zu retten. Doch er scheint dabei ein anderer zu werden. Er ist aufbrausend und zornig. Er wird beschuldigt, an fremdenfeindlichen Ausschreitungen beteiligt zu sein. Die Geschichte nimmt eine virtuose Volte: Ist Paulini eine tragische Figur oder ein Mörder?

Editionen (5)

ISBN9783103900019
VerlagS. FISCHER
Erscheinungsdatum04.03.20
Seitenzahl320

Rezensionen & Bewertungen

63 Bewertungen

12 Rezensionen

3,3

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  • milkandmocha
    milkandmocha

    9 Follower

    3,0

    Ein wundersames Buch, welches ich beinahe weggelegt hätte und von dem ich immer noch nicht weiß, wie ich es finden soll.

    Ich fand das Buch zufällig in der Buchhandlung. Der Klappentext versprach für mich eine Art Kriminalroman über die Wendezeit und klang spannend. Nur war das Buch leider in Teil 1 überhaupt nicht spannend. Der Abriss über das Lebens der Hauptfigur las sich zwar schnell, aber wirkte einfach wie eine Aneinanderreihung von Fakten über die Figur. Ich fragte mich, ob diese Ausführlichkeit überhaupt notwendig ist und wann denn endlich die Thematik, die der Klappentext versprach, los ging. Ich war kurz davor, das Buch abzubrechen. Als es dann endlich losging (kurz nach der Hälfte des Buches) endete Teil 1 abrupt im Satz und ich dachte mein Buch hat vielleicht einen Druckfehler. (Ich prüfte dies sogar nach und stoß dabei auf so lobende Worte über das Buch, dass ich mich schon fragte, ob ich es vielleicht auch einfach nicht verstehe) Es folgte ein Teil 2, dieser war plötzlich aus der Sicht einer anderen Figur geschrieben und es wurde also deutlich, dass sozusagen der vorherige Teil ein Manuskript dieser Figur gewesen sein muss. Dennoch starteten wir zeitlich wieder gefühlt am Anfang und ich fragte mich wieder, wann geht es denn endlich um das "versprochene" Thema. Zumindest las sich das Buch aber nun schon besser. Erst Teil 3, aus der Sicht einer dritten Figur, griff dies dann auf. Und es machte endlich richtig Spaß, dass Buch zu lesen, etwas was ich gar nicht mehr erwartet hatte. Am Ende bleibt man mit vielen Fragen zurück. Man könnte jetzt sagen, die Lesenden könnten sich selbst eine Meinung bilden, ob die Hauptfigur nun eine tragische Figur war oder doch rechtsextrem. Aber um da dazu können, fehlen mir zu viele Dinge. Den Twist der drei Perspektiven hat mich überrascht und fand ich gut. Ich hätte es mir aber im Nachgang eher gewünscht, dass diese öfter abwechselnd auftauchen und man die Vorgeschichte ein wenig abkürzt und dann lieber den Fokus auf das angedeutete Thema des Klappentext legt. Natürlich darf ein Buch mehr erzählen als sein Klappentext und auch mehr sein als dieser, sonst bräuchte man ja nicht mehr lesen, aber ich finde dieser gibt ja einen ersten Eindruck. Eine Ahnung, eine Richtung und wenn ich mich über die Hälfte des Buches frage, wann kommen wir denn nun dahin, dann verspricht der Klappentext mehr als es ist. Drei Sterne würde ich dem Buch geben, es ist nicht schlecht aber auch kein Highlight. Wären Teil 2 und Teil 3 mit dem Perspektwechsel nicht gewesen, hätte ich einen, maximal zwei Sterne gegeben.

    3. Juni 2026

  • 3,5

    Stimmungsvoll, viel bleibt ungeschrieben und entsteht eher zwischen des Zeilen und aus dem Kontext der Zeit, langsam erzählt, stellenweise etwas behäbig, aber atmosphärisch, Wendungen und ein spätes Anziehen des Tempos, am Ende gibt es keine Sympathieträger, was stellenweise anstrengend und gleichzeitig spannend ist

    6. Feb. 2024

3 von 12 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Ingo Schulze

Ingo Schulze wurde 1962 in Dresden geboren und lebt in Berlin. Nach dem Studium der klassischen Philologie in Jena arbeitete er zunächst als Schauspieldramaturg und Zeitungsredakteur. Bereits sein erstes Buch »33 Augenblicke des Glücks«, 1995 erschienen, wurde sowohl von der Kritik als auch dem Publikum mit Begeisterung aufgenommen. »Simple Storys« (1998) wurde ein spektakulärer Erfolg und ist Schullektüre. Es folgten das Opus magnum »Neue Leben« (2005), die Erzählungen »Handy« (2007) und »Orangen und Engel« (2010) sowie die Romane »Adam und Evelyn« (2008) und »Peter Holtz. Sein glückliches Leben erzählt von ihm selbst« (2017), für den Ingo Schulze mit dem Rheingau Literatur Preis ausgezeichnet wurde und der auf der Longlist des Deutschen Buchpreises stand. Zudem veröffentlichte Ingo Schulze Essays und Reden, darunter »Was wollen wir?« (2009) und »Unsere schönen neuen Kleider« (2012), sowie das Künstlerbuch »Einübung ins Paradies« (2016). Im Frühjahr 2020 erschien der Roman »Die rechtschaffenen Mörder«, der für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert war. Am 1. Oktober 2020 wurde Ingo Schulze mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland für sein Engagement als politischer Autor und Künstler ausgezeichnet. 2022 erschien »Der Amerikaner, der den Kolumbus zuerst entdeckte ...«, 2024 der Band »Zu Gast im Westen. Aufzeichnungen aus dem Ruhrgebiet«. Ingo Schulzes Werk wurde mit internationalen Preisen ausgezeichnet und ist in 32 Sprachen übersetzt. (www.ingoschulze.com)Literaturpreise:Metropolenschreiber Ruhr, 2022Paderborner Gastdozentur für Schriftstellerinnen und Schriftsteller zusammen mit Frank Witzel, 2021/22Kunstpreis der Landeshauptstadt Dresden, 2021Preis der Literaturhäuser, 2021Rheingau Literatur Preis, 2017Hörspiel des Monats Oktober für »Das Deutschlandgerät«, 2014Manhae-Preis der Manhae-Foundation Korea, 2013Bertolt-Brecht-Preis der Stadt Augsburg, 2013Literaturpreis des Freien Deutschen Autorenverbands, 2012Heinrich-Heine-Gastdozentur, 2011Mainzer Stadtschreiber, 2011Longlist des International IMPAC Dublin Literary Award für »Neue Leben«, 2009Brüder-Grimm-Professur, 2009Shortlist Deutscher Buchpreis für »Adam und Evelyn«, 2008Samuel-Bogumil-Linde-Preis, 2008Preis der Leipziger Buchmesse für »Handy«, 2007Thüringer Literaturpreis, 2007Peter-Weiss-Preis, 2006Shortlist Deutscher Buchpreis für »Neue Leben«, 2006Joseph-Breitbach-Preis (gemeinsam mit Dieter Wellershoff und Thomas Hürlimann), 2001Johannes-Bobrowski-Medaille, 1998Aspekte-Literaturpreis, 1995Ernst-Willner-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb, 1995Alfred-Döblin-Förderpreis, 1995

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