Blick ins Buch

Romane

Die rechtschaffenen Mörder

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Über das Buch

»Denn vor allem durch Literatur können wir besser erkennen, in welcher Zeit wir leben.«
Norbert Paulini ist ein hoch geachteter Dresdner Antiquar, bei ihm finden Bücherliebhaber Schätze und Gleichgesinnte. Auch in den neuen Zeiten, als die Kunden ausbleiben, versucht er, seine Position zu behaupten. Doch plötzlich steht ein aufbrausender, unversöhnlicher Paulini vor uns, der beschuldigt wird, an fremdenfeindlichen Ausschreitungen beteiligt zu sein. Die Geschichte nimmt eine virtuose Volte: Ist Paulini ein Reaktionär oder ein Revolutionär, eine tragische Figur oder ein Mörder?
Auf fulminante Weise zieht uns Ingo Schulze den Boden unter den Füßen weg: Wie kann ein Leser, ein Büchermensch zum rechten Täter werden? Ein raffiniertes und aufwühlendes Hörerlebnis.

Sylvester Groth, bekannt aus der Serie "Deutschland 83", und Victoria Trauttmansdorff, zu sehen in den Kinofilmen "Systemsprenger" und "Der Goldene Handschuh", lassen als Interpreten ein so elektrisierendes wie undurchsichtiges Hörtableau entstehen.

Editionen (5)

ISBN9783839817803
VerlagArgon
Erscheinungsdatum04.03.20

Rezensionen & Bewertungen

63 Bewertungen

12 Rezensionen

3,3

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  • milkandmocha
    milkandmocha

    9 Follower

    3,0

    Ein wundersames Buch, welches ich beinahe weggelegt hätte und von dem ich immer noch nicht weiß, wie ich es finden soll.

    Ich fand das Buch zufällig in der Buchhandlung. Der Klappentext versprach für mich eine Art Kriminalroman über die Wendezeit und klang spannend. Nur war das Buch leider in Teil 1 überhaupt nicht spannend. Der Abriss über das Lebens der Hauptfigur las sich zwar schnell, aber wirkte einfach wie eine Aneinanderreihung von Fakten über die Figur. Ich fragte mich, ob diese Ausführlichkeit überhaupt notwendig ist und wann denn endlich die Thematik, die der Klappentext versprach, los ging. Ich war kurz davor, das Buch abzubrechen. Als es dann endlich losging (kurz nach der Hälfte des Buches) endete Teil 1 abrupt im Satz und ich dachte mein Buch hat vielleicht einen Druckfehler. (Ich prüfte dies sogar nach und stoß dabei auf so lobende Worte über das Buch, dass ich mich schon fragte, ob ich es vielleicht auch einfach nicht verstehe) Es folgte ein Teil 2, dieser war plötzlich aus der Sicht einer anderen Figur geschrieben und es wurde also deutlich, dass sozusagen der vorherige Teil ein Manuskript dieser Figur gewesen sein muss. Dennoch starteten wir zeitlich wieder gefühlt am Anfang und ich fragte mich wieder, wann geht es denn endlich um das "versprochene" Thema. Zumindest las sich das Buch aber nun schon besser. Erst Teil 3, aus der Sicht einer dritten Figur, griff dies dann auf. Und es machte endlich richtig Spaß, dass Buch zu lesen, etwas was ich gar nicht mehr erwartet hatte. Am Ende bleibt man mit vielen Fragen zurück. Man könnte jetzt sagen, die Lesenden könnten sich selbst eine Meinung bilden, ob die Hauptfigur nun eine tragische Figur war oder doch rechtsextrem. Aber um da dazu können, fehlen mir zu viele Dinge. Den Twist der drei Perspektiven hat mich überrascht und fand ich gut. Ich hätte es mir aber im Nachgang eher gewünscht, dass diese öfter abwechselnd auftauchen und man die Vorgeschichte ein wenig abkürzt und dann lieber den Fokus auf das angedeutete Thema des Klappentext legt. Natürlich darf ein Buch mehr erzählen als sein Klappentext und auch mehr sein als dieser, sonst bräuchte man ja nicht mehr lesen, aber ich finde dieser gibt ja einen ersten Eindruck. Eine Ahnung, eine Richtung und wenn ich mich über die Hälfte des Buches frage, wann kommen wir denn nun dahin, dann verspricht der Klappentext mehr als es ist. Drei Sterne würde ich dem Buch geben, es ist nicht schlecht aber auch kein Highlight. Wären Teil 2 und Teil 3 mit dem Perspektwechsel nicht gewesen, hätte ich einen, maximal zwei Sterne gegeben.

    3. Juni 2026

  • 3,5

    Stimmungsvoll, viel bleibt ungeschrieben und entsteht eher zwischen des Zeilen und aus dem Kontext der Zeit, langsam erzählt, stellenweise etwas behäbig, aber atmosphärisch, Wendungen und ein spätes Anziehen des Tempos, am Ende gibt es keine Sympathieträger, was stellenweise anstrengend und gleichzeitig spannend ist

    6. Feb. 2024

3 von 12 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Ingo Schulze

Ingo Schulze ist einer der renommiertesten deutschen Autoren. Sein Debüt "33 Augenblicke des Glücks" wurde mit Begeisterung aufgenommen. "Simple Storys" war ein spektakulärer Erfolg und ist Schullektüre. Für "Handy" wurde er mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet.

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