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Thriller-Highlight des Jahres!
Deutschland, am Vorabend des Zweiten Weltkriegs: Sie gehören zu den schönsten Frauen Berlins, verheiratet mit Nazi-Größen oder -Förderern, verbunden in einem elitären Damenklub, der sich im luxuriösen Adlon trifft. Doch dann wird eine nach der anderen ermordet und ein ungewöhnliches Trio muss zwangsweise zusammen ermitteln … Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll Grangés Roman, der für mich sehr nahe an einem Meisterwerk ist, zu loben. Das Buch ist so viel mehr als die einfache Jagd nach einem Serienkiller. Der Franzose beschreibt diese dunkelste aller Zeiten des 20. Jahrhunderts so intensiv, mit dichter historischer Genauigkeit, dass man mit allen Sinnen das Gefühl hat, sich im Berlin '39 zu befinden. Eine Stadt zwischen Angst und Wahnsinn, zwischen tödlichem Elend und mondäner Lebenslust. Noch mehr als die Beschreibung von Kriegsdeutschland beeindrucken allerdings Grangés drei Protagonisten. Simon Kraus, etwas zu klein geratener Lebemann, von Beruf Psychoanalytiker der reichen Nazi-Ehefrauen, im Geheimen Gigolo und Erpresser. Minna von Hassel, ebenfalls Psychologin, von altem deutschen Adel und chronische Alkoholikerin. Und nicht zuletzt Franz Beewen, SS-Mann der Gestapo und das aus Überzeugung. Man begleitet diese drei auf der Jagd nach dem Serienmörder und das ist zum Teil nicht mehr in einer moralischen Grauzone sondern schon tiefschwarz, wenn man einen Gestapo-Mann zum ‚Helden‘ seiner Geschichte macht. Das Böse jagt das Böse und man steht am Schluß wie die Protagonisten vor der Frage, warum es bei all den täglichen Gräueln so wichtig ist ausgerechnet den Mörder vier verwöhnter Ehefrauen zu finden. Und doch verfolgt man die Spuren und die Fährte des Mörders fast atemlos, erlebt dabei das Grauen einer zügellosen und gewaltbereiten Gesellschaft mit und möchte beim Lesen manchmal fast die Augen schließen vor Entsetzen. Wie immer bei Grangé ist der Roman sehr brutal, sehr blutrünstig und gewalttätig, bis an die Grenzen des Erträglichen - und vermutlich wird es dabei noch nicht einmal zur Gänze den Zuständen von damals gerecht. Für mich ist ‚Die marmornen Träume‘ mit Sicherheit der beste Thriller, den ich dieses Jahr gelesen habe, vermutlich sogar einer der besten der letzten Jahre.
11. Nov. 2025
Thriller-Highlight des Jahres!
Deutschland, am Vorabend des Zweiten Weltkriegs: Sie gehören zu den schönsten Frauen Berlins, verheiratet mit Nazi-Größen oder -Förderern, verbunden in einem elitären Damenklub, der sich im luxuriösen Adlon trifft. Doch dann wird eine nach der anderen ermordet und ein ungewöhnliches Trio muss zwangsweise zusammen ermitteln … Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll Grangés Roman, der für mich sehr nahe an einem Meisterwerk ist, zu loben. Das Buch ist so viel mehr als die einfache Jagd nach einem Serienkiller. Der Franzose beschreibt diese dunkelste aller Zeiten des 20. Jahrhunderts so intensiv, mit dichter historischer Genauigkeit, dass man mit allen Sinnen das Gefühl hat, sich im Berlin '39 zu befinden. Eine Stadt zwischen Angst und Wahnsinn, zwischen tödlichem Elend und mondäner Lebenslust. Noch mehr als die Beschreibung von Kriegsdeutschland beeindrucken allerdings Grangés drei Protagonisten. Simon Kraus, etwas zu klein geratener Lebemann, von Beruf Psychoanalytiker der reichen Nazi-Ehefrauen, im Geheimen Gigolo und Erpresser. Minna von Hassel, ebenfalls Psychologin, von altem deutschen Adel und chronische Alkoholikerin. Und nicht zuletzt Franz Beewen, SS-Mann der Gestapo und das aus Überzeugung. Man begleitet diese drei auf der Jagd nach dem Serienmörder und das ist zum Teil nicht mehr in einer moralischen Grauzone sondern schon tiefschwarz, wenn man einen Gestapo-Mann zum ‚Helden‘ seiner Geschichte macht. Das Böse jagt das Böse und man steht am Schluß wie die Protagonisten vor der Frage, warum es bei all den täglichen Gräueln so wichtig ist ausgerechnet den Mörder vier verwöhnter Ehefrauen zu finden. Und doch verfolgt man die Spuren und die Fährte des Mörders fast atemlos, erlebt dabei das Grauen einer zügellosen und gewaltbereiten Gesellschaft mit und möchte beim Lesen manchmal fast die Augen schließen vor Entsetzen. Wie immer bei Grangé ist der Roman sehr brutal, sehr blutrünstig und gewalttätig, bis an die Grenzen des Erträglichen - und vermutlich wird es dabei noch nicht einmal zur Gänze den Zuständen von damals gerecht. Für mich ist ‚Die marmornen Träume‘ mit Sicherheit der beste Thriller, den ich dieses Jahr gelesen habe, vermutlich sogar einer der besten der letzten Jahre.
11. Nov. 2025







