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Sexismus in Buchform
Mica, die ehemalige Kanalratte, hat sich gerade erst in ihr neues Leben in der Diebesgilde von Chakas eingefunden, als erneut Veränderung übersieht hereinbricht. Sie wird von ihren neuen Vertrauten getrennt und findet sich allein in der Magiergilde wieder, wo sie ihre Kräfte beherrschen lernen soll. Währenddessen kämpft ihr kleiner Bruder auf hoher See ums Überleben, mit dem einzigen Wunsch, seine Schwester endlich wiederzufinden… Ohne Pause schließt Band zwei der Greifen-Saga an den Auftakt der Trilogie an. Diesmal geht es auch tatsächlich etwas mehr um die versprochenen Greife und man hat beim Lesen das Gefühl, dass nun endlich Dinge ins Rollen kommen. Allerdings bleibt nach diesem Buch nur noch eines, um diese ganze Geschichte dann auf umzusetzen. Denn: Sonst ist im Mittelteil dieser Reihe nicht sonderlich viel passiert. Mica wird wieder aus ihrem Leben gerissen und lernt ein paar neue Dinge (und unangenehme Menschen) kennen, ihr Bruder wird etwas erwachsener, aber wirklichen Fortschritt gibt es kaum. Die Autorin hatte ein paar gute Ideen für ihr Magiesystem und auch das Worldbuilding kann eigentlich überzeugen, würde sie nur etwas damit anfangen. Es fühlt sich nur leider so an, als würde man noch auf die wahre, mitreißende Handlung warten, denn bis jetzt geht es immer nur darum, Mica (oder Faìm) auszubilden und vorzubereiten. Nur worauf? Es fehlt leider irgendetwas, um diese Geschichte abzurunden. Mein wirklicher Kritikpunkt ist aber ein anderer: Dieses Buch vermittelt, ob nun bewusst oder einfach nur, weil das Setting eben eine eher mittelalterliche Fantasy-Welt ist, ein absolut grauenhaftes Frauenbild. Man kann ja verstehen, dass Autoren manchmal historisch akkurat sein wollen, aber es gibt wirklich bessere Arten, das umzusetzen. Ich hatte jedenfalls mehr als einmal das Bedürfnis, das Buch abzubrechen und an die Wand zu werfen, weil die arme Protagonistin (die übrigens gerade mal sechzehn Jahre alt ist) stets und ständig auf ihr Aussehen reduziert wurde, wegen ihrer Kleidung als „Straßendirne“ bezeichnet wurde, oder als „störrische Wildkatze“. Ständig werden Frauen nur als Besitz irgendwelcher Männer gesehen und es wird dann auch aus der Perspektive eben dieser Männer haarklein erzählt, wie sie mit Frauen umgehen (Zitat „Er hatte sich noch nie um das Wohlergehen einer Frau gekümmert“). Vor allem der Mann in Micas Leben macht da auch keine Ausnahme, nein, er braucht wirklich eine Therapie. Er ist besitzergreifend und herrisch und manchmal fast gewalttätig, der andere oberflächlich und übergriffig und auch sonst nur ein ekelhafter Holzkopf. Und Mica? Tja, die findet das irgendwie toll. Um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen, denken eben diese Herrschaften auch die ganze Zeit „Sie ist anders als alle anderen“, „Sie ist etwas besonderes“ oder auch „Ihre Augen lassen sie älter wirken“. Und sowas schimpft sich dann Jugendbuch. Tut mir leid, aber das ruiniert das ohnehin schon nicht absolut überzeugende Buch komplett, nimmt ihm jede Tiefe, jede Ernsthaftigkeit und jedes Abenteuer, wenn es die ganze Zeit nur um moralisch fragwürdige Anziehung zwischen aber auch absolut allen männlichen Charakteren dieses Buchs und der Protagonistin geht und außerdem die ganze Zeit äußerst befremdliche Äußerungen ihren Weg in die Geschichte finden. Wo bleibt da die Handlung? Vielleicht gibt ja Teil drei darauf eine Antwort. Große Hoffnungen habe ich aber nicht.

14. Nov. 2025
Sexismus in Buchform
Mica, die ehemalige Kanalratte, hat sich gerade erst in ihr neues Leben in der Diebesgilde von Chakas eingefunden, als erneut Veränderung übersieht hereinbricht. Sie wird von ihren neuen Vertrauten getrennt und findet sich allein in der Magiergilde wieder, wo sie ihre Kräfte beherrschen lernen soll. Währenddessen kämpft ihr kleiner Bruder auf hoher See ums Überleben, mit dem einzigen Wunsch, seine Schwester endlich wiederzufinden… Ohne Pause schließt Band zwei der Greifen-Saga an den Auftakt der Trilogie an. Diesmal geht es auch tatsächlich etwas mehr um die versprochenen Greife und man hat beim Lesen das Gefühl, dass nun endlich Dinge ins Rollen kommen. Allerdings bleibt nach diesem Buch nur noch eines, um diese ganze Geschichte dann auf umzusetzen. Denn: Sonst ist im Mittelteil dieser Reihe nicht sonderlich viel passiert. Mica wird wieder aus ihrem Leben gerissen und lernt ein paar neue Dinge (und unangenehme Menschen) kennen, ihr Bruder wird etwas erwachsener, aber wirklichen Fortschritt gibt es kaum. Die Autorin hatte ein paar gute Ideen für ihr Magiesystem und auch das Worldbuilding kann eigentlich überzeugen, würde sie nur etwas damit anfangen. Es fühlt sich nur leider so an, als würde man noch auf die wahre, mitreißende Handlung warten, denn bis jetzt geht es immer nur darum, Mica (oder Faìm) auszubilden und vorzubereiten. Nur worauf? Es fehlt leider irgendetwas, um diese Geschichte abzurunden. Mein wirklicher Kritikpunkt ist aber ein anderer: Dieses Buch vermittelt, ob nun bewusst oder einfach nur, weil das Setting eben eine eher mittelalterliche Fantasy-Welt ist, ein absolut grauenhaftes Frauenbild. Man kann ja verstehen, dass Autoren manchmal historisch akkurat sein wollen, aber es gibt wirklich bessere Arten, das umzusetzen. Ich hatte jedenfalls mehr als einmal das Bedürfnis, das Buch abzubrechen und an die Wand zu werfen, weil die arme Protagonistin (die übrigens gerade mal sechzehn Jahre alt ist) stets und ständig auf ihr Aussehen reduziert wurde, wegen ihrer Kleidung als „Straßendirne“ bezeichnet wurde, oder als „störrische Wildkatze“. Ständig werden Frauen nur als Besitz irgendwelcher Männer gesehen und es wird dann auch aus der Perspektive eben dieser Männer haarklein erzählt, wie sie mit Frauen umgehen (Zitat „Er hatte sich noch nie um das Wohlergehen einer Frau gekümmert“). Vor allem der Mann in Micas Leben macht da auch keine Ausnahme, nein, er braucht wirklich eine Therapie. Er ist besitzergreifend und herrisch und manchmal fast gewalttätig, der andere oberflächlich und übergriffig und auch sonst nur ein ekelhafter Holzkopf. Und Mica? Tja, die findet das irgendwie toll. Um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen, denken eben diese Herrschaften auch die ganze Zeit „Sie ist anders als alle anderen“, „Sie ist etwas besonderes“ oder auch „Ihre Augen lassen sie älter wirken“. Und sowas schimpft sich dann Jugendbuch. Tut mir leid, aber das ruiniert das ohnehin schon nicht absolut überzeugende Buch komplett, nimmt ihm jede Tiefe, jede Ernsthaftigkeit und jedes Abenteuer, wenn es die ganze Zeit nur um moralisch fragwürdige Anziehung zwischen aber auch absolut allen männlichen Charakteren dieses Buchs und der Protagonistin geht und außerdem die ganze Zeit äußerst befremdliche Äußerungen ihren Weg in die Geschichte finden. Wo bleibt da die Handlung? Vielleicht gibt ja Teil drei darauf eine Antwort. Große Hoffnungen habe ich aber nicht.
14. Nov. 2025







