Blick ins Buch
Über das Buch
In Die Geburt des Tages entfaltet Colette eine subtile, halb autobiographische Prosa über Alter, Begehren und die souveräne Kunst des Verzichts. In einem sommerlichen Haus am Mittelmeer beobachtet die Erzählerin Pflanzen, Tiere, Licht und Menschen mit derselben präzisen Sinnlichkeit, mit der sie eine späte Liebesmöglichkeit prüft und zurückweist. Der Roman steht im Kontext der französischen Moderne, doch statt formaler Radikalität bietet er eine konzentrierte, lyrisch klare Selbstbefragung, in der Naturbeschreibung, Erinnerung und moralische Analyse ineinandergreifen. Colette, 1873 in Saint-Sauveur-en-Puisaye geboren, schöpfte aus einem Leben, das von literarischem Ruhm, Skandal, Theatererfahrung und beständiger Selbstneuerfindung geprägt war. Besonders die Erinnerung an ihre Mutter Sido, deren Briefe und Lebenshaltung im Buch nachhallen, prägt die Haltung der Erzählerin: Unabhängigkeit erscheint nicht als Kälte, sondern als reife Treue zu sich selbst, zum Körper und zur Welt. Dieses Buch empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die psychologische Feinheit, sinnliche Sprache und weibliche Selbstbestimmung jenseits pathetischer Programmatik schätzen. Die Geburt des Tages ist ein stilles Meisterwerk über Freiheit, Würde und die späte, helle Erkenntnis, dass Leben auch im Loslassen wächst.
ISBN9788028395797
VerlagCopycat
Erscheinungsdatum24.06.25
Seitenzahl68
Haupt-GenreRomane
FormatTaschenbuch
SpracheDeutsch
Preis8.70 €
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