Blick ins Buch

Fantasy

Die alte Garde

3,5(31)
Sprache
Deutsch
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Über das Buch

Seit Jahrhunderten wachen die unsterblichen Ritter der Tafelrunde über Großbritannien. Sie kämpften bei Agincourt, Waterloo und in beiden Weltkriegen. Sobald ihre Arbeit getan ist, kehren sie in ihre Gräber zurück. Nur wenige Eingeweihte, ebenfalls Unsterbliche, wissen um dieses Geheimnis. Als Sir Kay diesmal erwacht, erkennt er sein Land kaum wieder: Die Meeresspiegel sind gestiegen, die Hälfte des Landes wurde an chinesische Investoren verkauft, die Armee ist privatisiert. Mit dem Drachen, der beim Fracking wiedererweckt wurde, wird Kay fertig. Mit der jahrhundertealten Verschwörung, die das Land an den Rand des Abgrunds getrieben hat, kann er es nicht aufnehmen – jedenfalls nicht alleine …

Editionen (1)

ISBN9783453322295
VerlagHeyne
Erscheinungsdatum14.02.24
Seitenzahl624

Rezensionen & Bewertungen

31 Bewertungen

11 Rezensionen

3,5

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  • east
    east

    827 Follower

    4,0

    “Klappe! Ich brauche keine Lebensratschläge von einem Eichhörnchen, das mal ein Rassist war.”

    Unter König Artus hat Sir Kay einen Eid geschworen, von den Toten zurückzukehren, wenn Großbritannien Gefahr droht. Mittlerweile hat er den Kolonialismus erlebt, die Gründung der USA und beide Weltkriege, doch er kann immer weniger den Sinn seines Tuns erkennen. Als er nun aufwacht, beobachtet er fassungslos die Explosion einer Fracking-Anlage, die einen alten Drachen frei lässt. Mit dem kommt er klar, doch schon bald muss er erkennen, dass die Welt ganz andere Probleme hat. Denn gegen den Klimawandel sind die Schwerter der Ritter der Tafelrunde machtlos… Anschnallen bitte, es wird ein wilder Ritt. Durch die Geschichte, durch die Religionen und Ideologien, von Ökoterroristen, Feministen bis militanten Walisern ist alles dabei. Die Welt geht unter, alle hauen sich die Köpfe ein und nebenbei ist da noch ein Drache. Gute Voraussetzungen für Chaos und trockenen Humor und beides hat “Die alte Garde” reichlich. Das Buch ist recht lang und braucht seine Zeit, um Fahrt aufzunehmen, da die Handlung komplex und nicht geradlinig ist, aber es ist die Zeit wert. Auf faszinierende Weise verbindet der Autor die klassische Artussage (mit der er ein wenig aufräumt) mit modernen Themen aller Art und füllt seine Geschichte mit irrwitzigem Chaos, Spannung und Vielseitigkeit. Die Welt mag hoffnungslos sein, doch selbst der prinzipienlose Lancelot schafft es, den sprichwörtlichen Arsch hochzubekommen. Was bleibt, ist eine urkomische, aber auch tiefgründige Geschichte, voller Hoffnung, Mut aber auch Verzweiflung und natürlich einer ganzen Menge Magie.

    26. Mai 2024

  • erdmannlibob
    erdmannlibob

    99 Follower

    3,0

    Wenn sich Ritter der Tafelrunde plötzlich mit dem Klimawandel beschäftigen müssen, Drachen durch Fracking geweckt und Feenwesen ihre Aufmachung machen, ist klar, dass Fantasy hier einen grossen Anteil hat und diese Konstellation hat dann auch mein Interesse geweckt. Das Wiedersehen mit vielen bekannten Figuren der Saga (und ihr gegenwärtiges Verhalten) hat auch Spass gemacht und auch der trockene Humor des Autors war sehr erfreulich. Nur war mir die Story oft etwas unnötig überladen (mit Begegnungen von Gruppen, die unnötig waren und alles nur in die Länge zogen) und zu spannungsarm . Wirklich warm wurde ich bei all den Protagonisten auch nur mit Ritter Kay, von dem ich gerne noch mehr gelesen hätte. Die anderen Begleiter, blieben eher blass und nebensächlich. Trotz Potential und vielen interessanten Abschnitten konnte die Geschichte meinen Erwartungen leider nicht ganz gerecht werden. Was bleibt, ist ein unterhaltsames Buch, das aber nicht sehr lange in Erinnerung bleiben wird.

    2. Mai 2024

  • milynya
    milynya

    31 Follower

    4,0

    Mythen meets Moderne

    Dieses Buch hat wirklich seinen eigenen Zauber und einen eigenwilligen Stil. Einerseits sind da der Zauber der alten Welt, Magie, Ritter, Hexen, und andererseits sind da die Probleme der Moderne. Klimawandel, Faschismus, Sexismus, eine sterbende Welt. Man würde meinen, dass das unvereinbar ist, dass dem einen oder dem anderen nicht Genüge getan wird, aber mir hat die Balance sehr gefallen. Besonders Kay war mir als Hauptperson sehr sympathisch, er hat eine stille Heldenhaftigkeit, die dennoch der Zeit vielleicht nicht mehr angemessen ist. Das Buch selbst stellt öfter die Frage, welche Art Held wir brauchen, um das Ruder herumzureißen bei den Problemen unserer modernen Welt. Zugegeben habe ich mich ein wenig vor der 'Moral der Geschichte' gefürchtet, weil ich nicht glaube, dass sich das leicht herunterbrechen lässt, aber das Buch hat mich diesbezüglich tatsächlich nicht enttäuscht. Mal wieder ein wenig Fantasy der anderen Art mit aktuellen Themen, aber ohne zu sehr die moralische Keule zu schwingen.

    9. März 2025

3 von 11 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Thomas D. Lee

Thomas D. Lee arbeitete als Redakteur und Aushilfslehrer, ehe er 2019 sein Studium in Kreativem Schreiben an der University of Manchester abschloss. Derzeit schreibt er an seiner Doktorarbeit, die sich mit queeren Neuinterpretationen der Artus-Sage beschäftigt. Für seinen Debütroman »Die alte Garde« wurde er mit dem Peters Fraser + Dunlop Prize for Best Fiction ausgezeichnet. Immer wieder spielt er mit dem Gedanken, wie der Zauberer Merlin ein Einsiedler zu werden, der alleine im Wald lebt und nur in Rätseln spricht. Bis es so weit ist, bleibt er in Manchester mit seiner Yuccapalme Carlos.

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