Der Henker von Lemgo

Der Henker von Lemgo

Taschenbuch
5.01
HexeHistorischer RomanHexenprozesseLiebesgeschichte

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Beschreibung

Ihre Großmutter wurde als Hexe verbrannt, ihr geliebter Lehrer vor ihren Augen als Hexer hingerichtet. Maria, die reiche Tochter des reichen Dechen und Ratsherrn von Lemgo, Cordt Rampendahl, wird als Einzige von achtzehn Schülern verschont. Doch seitdem folgt ihr der Ruf, eine Hexe zu sein. Ihr Leben liegt in der Hand des Bürgermeisters und unerbittlichen Hexenverfolgers Hermann Cothmann. In Liebe zu ihr entbrannt, vermag er den Lauf ihres Schicksals zu ändern. Doch sie verweigert sich ihm und besiegelt damit ihr Todesurteil. Ein dramatischer Kampf um Leben und Liebe beginnt. Brillant recherchiert, gekonnt umgesetzt: Hexenprozesse, Liebesgeschichten und eine starke Heldin - dieser historische Roman hat alles, was ein spannendes Buch braucht.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Historische Romane
Sub-Genre
N/A
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
368
Preis
12.30 €

Beiträge

1
Alle
5

Romane, die auf realen Ereignissen oder Personen beruhen, faszinieren mich ganz besonders. So hatte ich auch an diesen historischen Roman hohe Erwartungen – die voll und ganz erfüllt wurden. Hauptfigur des Romans ist Maria Rampendahl, der im 17. Jahrhundert in Lemgo wegen Hexerei der Prozess gemacht wurde und die mit ihrer Stärke und Standhaftigkeit beeindruckte. Die Hexenverfolgung spielte sich insbesondere an bestimmten „Brennpunkten“ ab, wovon Lemgo sicherlich einer war, wurden dort doch über 200 Frauen und Männer verurteilt und hingerichtet. Auch die anderen Figuren des Romans haben ihre Vorbilder in realen Persönlichkeiten, maßgeblich der namensgebende Henker von Lemgo, David Clauss d. Ä. und der „Hexenbürgermeister“ Hermann Cothmann. Bettina Szrama weist gleich zu Beginn darauf hin, dass es sich um einen Roman mit einer fiktiven Handlung handelt, auch wenn die Charaktere tatsächlich gelebt haben. Rund um die historischen Eckdaten baut sie eine äußerst spannende Geschichte mit beeindruckenden Charakteren und einer guten Prise Romantik auf, die nicht nur hervorragend unterhält sondern auch zum Nachdenken anregt und betroffen macht. Wir wissen, wozu der Mensch fähig ist, welche Grausamkeiten er seinen Mitmenschen antun kann. Doch selbst in diesem Wissen erschüttert den Leser immer wieder, was den sogenannten Hexen damals völlig unschuldig erleiden mussten. Die Frage nach dem „Warum“ steht dabei ganz groß im Raum. Die Lust an der Machtausübung scheint mir dabei die größte Rolle zu spielen. Unfassbarer-, nicht nachvollziehbarerweise. Die andere Frage, die der Roman aufwirft, lautet: „Welche Schuld trägt der Henker?“ Was ist das für ein Mensch, der andere im Auftrag der Obrigkeit so quält und tötet? Wie kann er mit dem, was er tut, leben? Bettina Szrama stellt sehr schön dar, dass auch der Henker – der ja als „unrein“ galt und regelrecht außerhalb der Gesellschaft stand – eine andere Seite, eine menschliche, verletzliche hat. So plagt auch den Henker David sein Gewissen. Die Kapitel werden mit Zitaten aus der Zeit eingeleitet, was dem Leser immer wieder eindrucksvoll vor Augen hält, dass hinter der fiktiven Geschichte reale Ereignisse stehen. Was ich mir noch gewünscht hätte, wäre ein Glossar gewesen, um ein paar nicht mehr gebräuchliche Begriffe zu erklären, ich wusste ehrlich gesagt nicht, was ein Deche oder ein Filler ist. Dieses Buch war eines der Bücher, bei denen ich beim Lesen der letzten Sätze ein bisschen aufschluchzen musste. Was bedeutet, dass er mich wirklich berührt hat. Ich habe gerade noch ein wenig im Internet recherchiert und dabei unter anderem Bilder des „Hexenbürgermeisterhauses“ gefunden. Am liebsten würde ich gleich selbst nach Lemgo fahren und mir den Schauplatz selbst ansehen. Ein wirklich gelungener, hervorragend recherchierter Roman, den ich euch wärmstens empfehlen kann.

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