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Der Gulag

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Über das Buch

Wie entwickelte sich aus dem Chaos der Revolutionszeit ein weit verzweigtes, geregeltes, zentral gesteuertes und in seinem Umfang bis dahin beispielloses System zur Ausbeutung von Zwangsarbeit? Welche Bedeutung hatten Zwangsarbeit und Gulag für das sowjetische System? Wie gestaltete sich das Leben in den Lagern? Dies sind nur einige der Fragen, denen die renommierte amerikanische Journalistin Anne Applebaum in ihrem neuesten Buch nachgeht. Gestützt auf umfangreiches Quellenmaterial aus sowjetischen Archiven, das erst in jüngster Zeit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, und auf zahllose Häftlingserinnerungen und Gespräche mit Überlebenden zeichnet die Autorin das Gulagsystem von seinen Ursprüngen in den Revolutionsjahren bis zu seiner Auflösung in den achtziger Jahren nach. Applebaum untersucht die wirtschaftliche und politische Bedeutung des Zwangsarbeitssystems, das unter Stalin seinen Höhepunkt erlebte, und gibt zugleich den Opfern eine Stimme. Sie beschreibt den Lageralltag und die Überlebensstrategien der Häftlinge, die besonderen Erfahrungen von Frauen und Kindern in den Lagern, sexuelle Beziehungen und Eheschließungen zwischen Häftlingen, erzählt von Rebellion, Streiks und Flucht. 'Durch die Kombination äußerst sorgfältiger Forschung mit den Erzählungen von Überlebenden erhellt ›Gulag‹ eine Welt, die bislang im Schatten lag', urteilte Henry Kissinger. Applebaums Werk gilt schon jetzt als Standardwerk und wird in sieben europäische Sprachen übersetzt.

Editionen (4)

ISBN9783886806423
VerlagSiedler
Erscheinungsdatum18.09.03
Seitenzahl736

Rezensionen & Bewertungen

8 Bewertungen

1 Rezensionen

4,4

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  • mindlibrary
    mindlibrary

    33 Follower

    5,0

    Ein monumentales Buch über ein System, das man nicht vergessen darf.

    Der Gulag von Anne Applebaum ist kein Buch, das man „mal eben“ liest – es ist ein Werk, das einen lange begleitet. Auf fast tausend Seiten rekonstruiert Applebaum die Geschichte des sowjetischen Lager­systems: von den ersten Lagern nach der Revolution über den Terror der 1930er-Jahre bis zum langsamen Ende nach Stalins Tod. Sie stützt sich auf Archivmaterial, Zeitzeugenberichte, Tagebücher und literarische Texte von Überlebenden und zeichnet so ein erschütternd genaues Bild dieses Apparats aus Zwangsarbeit, Hunger, Gewalt und Willkür.  Besonders eindrucksvoll ist, dass sie nicht nur Strukturen und Zahlen beschreibt, sondern das Leben der Menschen in den Mittelpunkt stellt: Verhaftung, Verhöre, Transport in überfüllten Waggons, der Alltag im Lager, Strategien des Überlebens, kleine Akte der Solidarität und das Weiterleben nach der Entlassung. Dadurch wird deutlich, wie sehr der Gulag nicht nur Millionen einzelne Biografien zerstört, sondern eine ganze Gesellschaft geprägt hat.  Der Gulag ist schwere Kost, aber klar und gut lesbar geschrieben. Es ist ein Buch, das Wut, Trauer und Fassungslosigkeit auslöst und gerade deshalb wichtig ist. Wer verstehen will, was totalitäre Systeme Menschen antun können, und warum Erinnerung hier keine Option, sondern eine Pflicht ist, findet in Applebaums Buch ein schmerzlich notwendiges Standardwerk.

    28. Dez. 2025

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