Blick ins Buch

Krimis

Der dunkle Bote

4,5(51)
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Über das Buch

Grausam zugerichtete Leichen, ein Mörder, der alte Verbrechen sühnt und ein Kommissar, für den es um alles geht …

Wien im November 1920: Ein unerwarteter Kälteeinbruch hat die Ernten vernichtet, jeder dritte Mann ist arbeitslos, und das organisierte Verbrechen hat Hochkonjunktur. Doch der Mordfall, der jetzt die Stadt erschüttert, übertrifft alles bislang Dagewesene: Ein Toter wird bizarr zugerichtet und von einer Eisschicht bedeckt aufgefunden. Kurz darauf taucht ein Bekennerschreiben auf. Kriminalinspektor August Emmerich und sein Assistent Ferdinand Winter ermitteln – und das ist nicht das einzige Rätsel, das sie zu lösen haben, denn noch haben sie Xaver Koch nicht aufgespürt, den Mann, der Emmerichs Lebensgefährtin entführt hat und der sich als gefährlicher Gegner entpuppt ...

Editionen (4)

ISBN9783641237844
VerlagLimes
Erscheinungsdatum27.05.19
Seitenzahl400

Rezensionen & Bewertungen

51 Bewertungen

10 Rezensionen

4,5

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  • flatterohrchefin
    flatterohrchefin

    20 Follower

    5,0

    Atmosphärisch, tragisch, spannend - wieder ein Volltreffer.

    3. Juni 2025

  • beajayy
    beajayy

    433 Follower

    3,0

    Im dritten Emmerich-Fall entführt uns Beer wieder ins atmosphärisch dichte Nachkriegs-Wien, doch diesmal ist das Buch mit Handlungssträngen überladen. Der Kriminalfall überzeugt, aber Xaver Kochs Superhirn-Transformation und die vielen parallel laufenden Plots wirken konstruiert und zu gewollt, weniger wäre mehr gewesen.

    Als ich „Der dunkle Bote” aufschlug, erwartete mich wieder das Wien, das ich aus den vorherigen Fällen kenne, nebelverhangen, klirrend kalt, von Not gezeichnet. Und tatsächlich, die eisüberzogenen Leichen, die verstümmelten Opfer, die frostigen Gassen, Alex Beer weiß, wie man Atmosphäre schafft. Doch diesmal fühlte es sich an, als würde ich durch ein überfülltes Schaufenster blicken: zu viele Auslagen, zu viele Geschichten, zu viel auf einmal. Ich bin wieder gerne mit Kommissar Emmerich durch Wien gestreift, dass Lokalkolorit der frühen 1920er Jahre kommt auch im dritten Band voll zur Geltung. Die bittere Kälte, die Armut, die Jugendgangs, der Drogenhandel, die politischen Verwerfungen. Beer zeichnet ein eindringliches Gesellschaftsbild der Nachkriegszeit. Der eigentliche Kriminalfall um den „dunklen Boten”, der seine Opfer nach Dantes „Göttlicher Komödie” richtet, ist originell konstruiert und bietet genug Spannung. Die historische Authentizität ist beeindruckend. Beer versteht es, die Verzweiflung und Brutalität der Nachkriegsjahre spürbar zu machen. Emmerich bleibt eine vielschichtige Figur, sein Assistent Winter entwickelt sich weiter, und die düstere Grundstimmung trägt durch die Seiten. Die Verbindungen zu unserer Zeit, politische Radikalisierung, gesellschaftliche Spaltung, sind auch hier wieder erschreckend aktuell. Doch genau hier liegt das Problem. Das Buch will zu viel. Der Mordfall allein hätte gereicht, aber Beer packt noch einen zweiten, dritten, vierten Handlungsstrang dazu. Am meisten störte mich Xaver Koch, der zurückgekehrte Ehemann. Seine Transformation vom brutalen Kriegsheimkehrer zum Superhirn der Wiener Unterwelt, das mit Waffenlieferungen und politischen Intrigen jongliert, wirkte für mich überzogen und konstruiert. Hier wurden Versatzstücke verwendet, die ich so schon in anderen Krimis gelesen habe. Der traumatisierte Soldat als Erzschurke, die Unterweltambitionen, die revolutionären Pläne mit Béla Kun. Es war zu viel Gewolltes, zu viele Ideen, die um Aufmerksamkeit konkurrierten, statt sich gegenseitig zu stärken. Am Ende fühlte sich „Der dunkle Bote” für mich an wie ein Mosaik mit zu vielen Steinen. Einzelne Teile sind beeindruckend, aber das Gesamtbild wirkt überfrachtet. Die atmosphärische Dichte kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass hier mehrere Bücher in eines gepresst wurden. Wer die Reihe schätzt, wird trotzdem auf seine Kosten kommen. Ich hätte mir mehr Fokus und weniger Ambition gewünscht.

    27. Nov. 2025

  • readingjane
    readingjane

    380 Follower

    4,0

    Den 3. Fall für August Emmerich von Leib und Leben fand ich richtig spannend. Wir befinden uns immer noch im Wien der Zwischenkriegszeit und die Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung und das Chaos werden eindrücklich beschrieben. Die Menschen müssen sich an irgendetwas klammern, das ihnen Halt gibt, und suchen nach einem Ziel für ihr Leben. Dabei zeigt sich, dass gut und böse manchmal sehr nah beieinander liegen. Nach wie vor eine Empfehlung für Menschen, die historische Krimis mögen.

    11. Feb. 2026

3 von 10 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Alex Beer

Alex Beer, geboren in Bregenz, hat Archäologie studiert und lebt in Wien. Ihre spannende Krimi-Reihe um den Ermittler August Emmerich erhielt zahlreiche Shortlist-Nominierungen (u.a. für den Friedrich Glauser Preis, Viktor Crime Award, Crime Cologne Award) und wurde mit dem Leo-Perutz-Preis für Kriminalliteratur 2017 und 2019 sowie dem Krimi-Publikumspreis des Deutschen Buchhandels MIMI 2020 prämiert. Auch der Österreichische Krimipreis wurde der Autorin 2019 verliehen. Neben dem Wiener Kriminalinspektor hat Alex Beer mit Felix Blom eine weitere faszinierende Figur erschaffen, die im Berlin des ausgehenden 19. Jahrhundert ermittelt und für den sie mit dem silbernen Homer 2023 und dem Berliner Krimifuchs 2024 ausgezeichnet wurde.

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