Der Verein der Linkshänder
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Beschreibung
Kommissar Van Veeteren – mittlerweile im Ruhestand, aber so legendär wie eh und je – bekommt Besuch von einem früheren Kollegen, der ihm von Neuigkeiten in einem alten Fall berichtet. Damals waren in einer Pension in Oosterby vier Menschen ums Leben gekommen, die nur eines gemeinsam hatten: eine Mitgliedschaft im "Verein der Linkshänder". Da das fünfte Mitglied des Vereins aber spurlos verschwunden blieb, wurde der Mann schnell als Täter identifiziert und der Fall zu den Akten gelegt. Nun ist überraschend nach Jahren seine Leiche aufgetaucht, und bald danach wird eine weitere Männerleiche gefunden – mit den Ermittlungen heute betraut: ein gewisser Inspektor Barbarotti ...
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Håkan Nesser, geboren 1950, ist einer der beliebtesten Schriftsteller Schwedens. Für seine Kriminalromane erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, sie sind in über zwanzig Sprachen übersetzt und mehrmals erfolgreich verfilmt worden. Håkan Nesser lebt in Stockholm und auf Gotland.
Beiträge
Guter Thriller, jedoch teilweise sehr lang gezogen
Dass gute Thriller meist eine Verbindung zu Schweden haben, war mir bekannt. Dass die Benelux-Staaten aber auch mitwirken, kannte ich jetzt nicht so häufig. Aber ein interessantes Konzept, Fälle aus zwei Staaten zu verbinden. Leider wird die Geschichte auf mehreren Ebenen zu lang gezogen. Zum einen hätte das Buch gut und gerne auch nur 400 anstatt 600 Seiten sein können. Zum anderen wird es bei einer Story über 60 Jahre meist unübersichtlich. Es wurde sich zwar Mühe gegeben, dass hier zu vermeiden, aber ganz hinbekommen hat man es nicht.
Philosophischer Krimi mit Überlänge Dies ist tatsächlich der allererste Krimi von Hakan Nesser, den ich gelesen habe. Mir sagten also weder Van Veeteren noch Inspektor Barbarotti etwas. Auch dass die Krimis um Van Veeteren wohl in einem fiktiven europäischen Land spielen war mir neu und hat mich etwas überrascht. Ich musste es im Internet nachlesen, weil ich doch etwas verwirrt war und noch nie von einer Stadt namens Maardam gehört hatte. Alle anderen Ortsnamen sind wie es aussieht ebenfalls ein Produkt von Nessers Phantasie. Gunnar Barbarotti, der Kommissar aus Nessers anderer erfolgreicher Krimireihe, ist zusammen mit Kollegin und "Love Interest" Eva Backman ebenfalls in den Fall als Ermittler involviert. Nesser verbindet hier also die zwei Welten seiner beiden Krimireihen. Barbarotti wohnt und wirkt in Schweden, einem echten Land, wenn auch in einem ebenfalls fiktiven Ort namens Kymlinge. Ob man die Vorkenntnisse der beiden Reihen benötigt, um das Buch zu lesen? Mir jedenfalls hat die Recherche und die Tatsache, dass die Vorgeschichte der Ermittler immer wieder eingestreut wird (z.B. wenn Van Veeteren auf seine Polizeikarriere zurückblickt), sehr geholfen. Was ich allerdings auf den ersten ca. 100 Seiten durchaus benötigt hätte, wäre ein Personenverzeichnis am Anfang gewesen, das alle Figuren auf Ermittlungsebene und die auf der "Verbrechensebene" (z.B. wer in der Vergangenheit in Oosterby gelebt hat) namentlich genannt und kurz aufgeschlüsselt hätte. Der Krimi ist nämlich sehr umfangreich (600 Seiten) und spielt auf drei (bzw. mehreren) Zeitebenen. Zum einen in der Vergangenheit ab 1958 (-1969), wo der "Club der Linkshänder" im kleinen Künstenörtchen Oosterby gegründet wurde. Dann im Herbst 1991, in dem Jahr wo das Verbrechen geschah, bei dem 5 Menschen ihr Leben lassen mussten - wieder in Oosterby bzw. der Umgebung. Und dann kommt die Gegenwartshandlung - Herbst 2012 - in der die Ermittler das Verbrechen von Oosterby aufgrund neuer Erkenntnisse bzw. eines Leichenfunds aufzuklären versuchen. Später gibt es noch kurze erzählerische Ausflüge in andere Jahre und an andere Orte. Schließlich kommt auch noch ein aktueller Fall aus Schweden (Ermittler: Barbarotti) hinzu, der etwas mit dem Oosterby Fall zu tun haben könnte. Ich würde das Buch als "philosophischen" Krimi bezeichnen, da es viel um das Innenleben der beteiligten Personen geht und ihre Ansichten zum Leben ("Das wirklich Schwierige war jedenfalls zu leben, am Leben zu bleiben, Tag für Tag, Jahr für Jahr.", S. 356). Die Stimme des Autors findet sich vor allem in Van Veeteren wieder, der in der Gegenwartshandlung bereits seit 15 Jahren offiziell in Rente ist und auf seinen 75. Geburtstag zusteuert. Dennoch wird er, zusammen mit seiner Lebensgefährtin Ulrike Fremdli, noch einmal zum Ermittler in diesem "Cold Case", bei dem er bereits vor 21 Jahren als ermittelnder Kommissar beteiligt gewesen war. Auch er philosophiert über das Leben und Sterben, über das Menschsein an sich. Tiefgründige Betrachtungen durchdringen an fast allen Stellen die Krimihandlung. "Der Verein der Linkshänder" ist trotz der aktuellen Leichenfunde größtenteils ein retrospektiver Krimi, in dem viele Geheimnisse der Vergangenheit ans Licht kommen. Dabei sind es vor allem die Beweggründe der Personen, ihr Handeln und ihre früheren Entscheidungen, die dieses Buch interessant machen. Mir gefällt die etwas ausschweifende und gelegentlich detailverliebte Erzählweise Nessers sehr gut. Das Buch ist kein klassischer Pageturner, aber dennoch auf eine dreidimensionale Art und Weise spannend und lesenswert. Ein typischer "Herbstschmöker" für lange Leseabende, spielt das Buch doch auch größtenteils in dieser Jahreszeit. Eine Anmerkung habe ich noch zum Lektorat. Mir ist eine Diskrepanz aufgefallen und zwar geht es um das Geburtsdatum von Qvintus Maasenegger. Auf Seite 29 heißt es dass er sich "am Morgen seines Geburtstags am zehnten September" im Spiegel betrachtet und in seinem Ausweis auf S. 104 steht dann "Geboren am fünfzehnten September". Solche Fehler sollten dem Lektorat eigentlich auffallen.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen, die Geschichte war sehr wendungsreich und gerade am Anfang wird man sehr an den Club der Verlierer aus Stephen King's Es erinnert. Man begleitet eine Gruppe von Kindern an der Schwelle zum Erwachsenwerden und spürt doch unterschwellig eine wachsende Bedrohung, die man zu Beginn noch nicht greifen kann. Der Autor versteht es hervorragend, die Spannung langsam aber stetig aufzubauen. Das Ende ließ ein paar Fragen offen, die auch die Hauptprotagonisten so stehen ließen. Hier hätte eine deutlichere Auflösung der Geschichte gut getan. Da die Geschichte auf 3 Zeitebenen mit unglaublich vielen Charakteren spielt, würde ich mir bei erneutem Lesen die Personen und die jeweilige Zeitebene notieren. Gelungen finde ich auch die immer wieder eingepflegten philosophischen Gedankengänge des Hauptprotagonisten. Alles in allem eine empfehlenswerte Geschichte.
Beschreibung
Kommissar Van Veeteren – mittlerweile im Ruhestand, aber so legendär wie eh und je – bekommt Besuch von einem früheren Kollegen, der ihm von Neuigkeiten in einem alten Fall berichtet. Damals waren in einer Pension in Oosterby vier Menschen ums Leben gekommen, die nur eines gemeinsam hatten: eine Mitgliedschaft im "Verein der Linkshänder". Da das fünfte Mitglied des Vereins aber spurlos verschwunden blieb, wurde der Mann schnell als Täter identifiziert und der Fall zu den Akten gelegt. Nun ist überraschend nach Jahren seine Leiche aufgetaucht, und bald danach wird eine weitere Männerleiche gefunden – mit den Ermittlungen heute betraut: ein gewisser Inspektor Barbarotti ...
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Håkan Nesser, geboren 1950, ist einer der beliebtesten Schriftsteller Schwedens. Für seine Kriminalromane erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, sie sind in über zwanzig Sprachen übersetzt und mehrmals erfolgreich verfilmt worden. Håkan Nesser lebt in Stockholm und auf Gotland.
Beiträge
Guter Thriller, jedoch teilweise sehr lang gezogen
Dass gute Thriller meist eine Verbindung zu Schweden haben, war mir bekannt. Dass die Benelux-Staaten aber auch mitwirken, kannte ich jetzt nicht so häufig. Aber ein interessantes Konzept, Fälle aus zwei Staaten zu verbinden. Leider wird die Geschichte auf mehreren Ebenen zu lang gezogen. Zum einen hätte das Buch gut und gerne auch nur 400 anstatt 600 Seiten sein können. Zum anderen wird es bei einer Story über 60 Jahre meist unübersichtlich. Es wurde sich zwar Mühe gegeben, dass hier zu vermeiden, aber ganz hinbekommen hat man es nicht.
Philosophischer Krimi mit Überlänge Dies ist tatsächlich der allererste Krimi von Hakan Nesser, den ich gelesen habe. Mir sagten also weder Van Veeteren noch Inspektor Barbarotti etwas. Auch dass die Krimis um Van Veeteren wohl in einem fiktiven europäischen Land spielen war mir neu und hat mich etwas überrascht. Ich musste es im Internet nachlesen, weil ich doch etwas verwirrt war und noch nie von einer Stadt namens Maardam gehört hatte. Alle anderen Ortsnamen sind wie es aussieht ebenfalls ein Produkt von Nessers Phantasie. Gunnar Barbarotti, der Kommissar aus Nessers anderer erfolgreicher Krimireihe, ist zusammen mit Kollegin und "Love Interest" Eva Backman ebenfalls in den Fall als Ermittler involviert. Nesser verbindet hier also die zwei Welten seiner beiden Krimireihen. Barbarotti wohnt und wirkt in Schweden, einem echten Land, wenn auch in einem ebenfalls fiktiven Ort namens Kymlinge. Ob man die Vorkenntnisse der beiden Reihen benötigt, um das Buch zu lesen? Mir jedenfalls hat die Recherche und die Tatsache, dass die Vorgeschichte der Ermittler immer wieder eingestreut wird (z.B. wenn Van Veeteren auf seine Polizeikarriere zurückblickt), sehr geholfen. Was ich allerdings auf den ersten ca. 100 Seiten durchaus benötigt hätte, wäre ein Personenverzeichnis am Anfang gewesen, das alle Figuren auf Ermittlungsebene und die auf der "Verbrechensebene" (z.B. wer in der Vergangenheit in Oosterby gelebt hat) namentlich genannt und kurz aufgeschlüsselt hätte. Der Krimi ist nämlich sehr umfangreich (600 Seiten) und spielt auf drei (bzw. mehreren) Zeitebenen. Zum einen in der Vergangenheit ab 1958 (-1969), wo der "Club der Linkshänder" im kleinen Künstenörtchen Oosterby gegründet wurde. Dann im Herbst 1991, in dem Jahr wo das Verbrechen geschah, bei dem 5 Menschen ihr Leben lassen mussten - wieder in Oosterby bzw. der Umgebung. Und dann kommt die Gegenwartshandlung - Herbst 2012 - in der die Ermittler das Verbrechen von Oosterby aufgrund neuer Erkenntnisse bzw. eines Leichenfunds aufzuklären versuchen. Später gibt es noch kurze erzählerische Ausflüge in andere Jahre und an andere Orte. Schließlich kommt auch noch ein aktueller Fall aus Schweden (Ermittler: Barbarotti) hinzu, der etwas mit dem Oosterby Fall zu tun haben könnte. Ich würde das Buch als "philosophischen" Krimi bezeichnen, da es viel um das Innenleben der beteiligten Personen geht und ihre Ansichten zum Leben ("Das wirklich Schwierige war jedenfalls zu leben, am Leben zu bleiben, Tag für Tag, Jahr für Jahr.", S. 356). Die Stimme des Autors findet sich vor allem in Van Veeteren wieder, der in der Gegenwartshandlung bereits seit 15 Jahren offiziell in Rente ist und auf seinen 75. Geburtstag zusteuert. Dennoch wird er, zusammen mit seiner Lebensgefährtin Ulrike Fremdli, noch einmal zum Ermittler in diesem "Cold Case", bei dem er bereits vor 21 Jahren als ermittelnder Kommissar beteiligt gewesen war. Auch er philosophiert über das Leben und Sterben, über das Menschsein an sich. Tiefgründige Betrachtungen durchdringen an fast allen Stellen die Krimihandlung. "Der Verein der Linkshänder" ist trotz der aktuellen Leichenfunde größtenteils ein retrospektiver Krimi, in dem viele Geheimnisse der Vergangenheit ans Licht kommen. Dabei sind es vor allem die Beweggründe der Personen, ihr Handeln und ihre früheren Entscheidungen, die dieses Buch interessant machen. Mir gefällt die etwas ausschweifende und gelegentlich detailverliebte Erzählweise Nessers sehr gut. Das Buch ist kein klassischer Pageturner, aber dennoch auf eine dreidimensionale Art und Weise spannend und lesenswert. Ein typischer "Herbstschmöker" für lange Leseabende, spielt das Buch doch auch größtenteils in dieser Jahreszeit. Eine Anmerkung habe ich noch zum Lektorat. Mir ist eine Diskrepanz aufgefallen und zwar geht es um das Geburtsdatum von Qvintus Maasenegger. Auf Seite 29 heißt es dass er sich "am Morgen seines Geburtstags am zehnten September" im Spiegel betrachtet und in seinem Ausweis auf S. 104 steht dann "Geboren am fünfzehnten September". Solche Fehler sollten dem Lektorat eigentlich auffallen.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen, die Geschichte war sehr wendungsreich und gerade am Anfang wird man sehr an den Club der Verlierer aus Stephen King's Es erinnert. Man begleitet eine Gruppe von Kindern an der Schwelle zum Erwachsenwerden und spürt doch unterschwellig eine wachsende Bedrohung, die man zu Beginn noch nicht greifen kann. Der Autor versteht es hervorragend, die Spannung langsam aber stetig aufzubauen. Das Ende ließ ein paar Fragen offen, die auch die Hauptprotagonisten so stehen ließen. Hier hätte eine deutlichere Auflösung der Geschichte gut getan. Da die Geschichte auf 3 Zeitebenen mit unglaublich vielen Charakteren spielt, würde ich mir bei erneutem Lesen die Personen und die jeweilige Zeitebene notieren. Gelungen finde ich auch die immer wieder eingepflegten philosophischen Gedankengänge des Hauptprotagonisten. Alles in allem eine empfehlenswerte Geschichte.








