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Dieses Buch ist für mich genau wie mein Verhältnis zu der Band Wanda: Ich bin kein Ultra-Fan-Girl, aber ich liebe wirklich sehr viele Songs der Band. Manche sind mir zu rau und wild und andere berühren sofort mein Herz. Und so ging es mir auch beim Lesen dieser Biografie von Marco Wanda und der erfolgreichen österreichischen Band. Auch hier hat mich manches sehr berührt und anderes war mir befremdlich. Eines ist diese Biografie aber auf jeden Fall: schonungslos ehrlich. Erzählt wird hier die Entstehungsgeschichte der Band Wanda. Am Anfang war das auch nicht immer leicht zu verfolgen, da sehr viele Namen der österreichischen Musikbranche genannt werden. Dafür war es für mich umso spannender, zu lesen, wie intensiv das Verlangen nach Musikmachen war und der Wunsch, eine Band zu gründen. Und so verfolgte ich am Anfang voller Begeisterung, wie die verschiedenen Bandmitglieder zusammenkommen, wie die gemeinsame Liebe zu den Beatles sie zusammenbringt und wie stark die gemeinsame Kreativität die Jungs miteinander verbindet. Aber auch, wie schnell sie zu einer großen Band werden und dadurch die Schattenseiten des Erfolgs zum Vorschein kommen: Drogen, Alkohol, Zerstörungswut und großes Ego. Ich würde sagen, die ersten 100 Seiten habe ich in einem Rutsch weggelesen. Und komischerweise bin ich trotz des ganzen Namendroppings schnell vorangekommen. Ich hatte aber auch nicht das Bedürfnis, alle Namen nachzuschlagen. Ich hab sie gelesen und hingenommen. Es war einfach ein euphorisches Gefühl, das mich durch die Erzählung der Bandgründung getragen hat. Dabei durfte ich auch oft einen Einblick in Marco Wandas Privatleben bekommen und hab so manche wahre Geschichte zu den Liedern erfahren. Dies war für mich auch das Stärkste an dem Buch, dass ich so viel Einblick in das Entstehen eines Songs bekommen habe und diese Lieder für mich plötzlich eine weitere Geschichte erzählen. Auch die ganzen Erzählungen zu den Videodrehs und Fotoshootings für die Alben waren für mich interessant. Doch mit dem ganzen Erfolg und den damit verbundenen Schattenseiten kamen auch unsympathische Seiten der Band zum Vorschein und dadurch auch ein wenig die Distanz beim Lesen. Zum Schluss hin war ich Marco wieder näher, denn der Schmerz und Verlust haben eine sehr menschliche Seite von ihm gezeigt. Lustig war für mich auch zu erkennen, dass ich eine „große Sünde“ begangen habe, denn als großes Bilderbuch-Fangirl war ich trotzdem auch begeistert von Wanda. ;)Und natürlich hab ich nebenher die Songs dazu gehört. Ein Buch, das literarisch nicht immer voll überzeugt, aber sich anfühlt wie ein ewig langer Wanda-Song. S.91 „Die Musik, die wir machten, stand sich diametral entgegen. Wanda waren Lederjacke und Bierdose, Bilderbuch waren Palettenhemd und Sektflasche. Uns haftete eine lebensnahe Räudigkeit an, Bilderbuch eine dadaistische Intellektualität.“ S.92 „Für Musikfans war es undenkbar, beide Bands zu mögen. Man musste sich schon entscheiden.“ S.227 „Zwei Jahre waren genug. Mit viel Arbeit und Bewegung und Zeit im Waldviertel bei meinen Eltern wurde ich wieder ein Mensch. Im goldenen Abendlicht des Spätsommers lernte ich, dass ich alles besaß und nichts mehr brauchte als Füße oder ein Fahrrad, die mich über die endlosen Feldwege tragen, die Hügel hoch, dem Rund der Welt entgegen.“ S.236 „Heute weiß ich, dass Christian damals gegen die Zeit spielte. Vielleicht habe ich es auch damals gewusst und wollte es nicht wahrhaben. Wir werden letzten Endes von allem geleitet, was wir nicht wissen wollen.“
3. Okt. 2025
Dieses Buch ist für mich genau wie mein Verhältnis zu der Band Wanda: Ich bin kein Ultra-Fan-Girl, aber ich liebe wirklich sehr viele Songs der Band. Manche sind mir zu rau und wild und andere berühren sofort mein Herz. Und so ging es mir auch beim Lesen dieser Biografie von Marco Wanda und der erfolgreichen österreichischen Band. Auch hier hat mich manches sehr berührt und anderes war mir befremdlich. Eines ist diese Biografie aber auf jeden Fall: schonungslos ehrlich. Erzählt wird hier die Entstehungsgeschichte der Band Wanda. Am Anfang war das auch nicht immer leicht zu verfolgen, da sehr viele Namen der österreichischen Musikbranche genannt werden. Dafür war es für mich umso spannender, zu lesen, wie intensiv das Verlangen nach Musikmachen war und der Wunsch, eine Band zu gründen. Und so verfolgte ich am Anfang voller Begeisterung, wie die verschiedenen Bandmitglieder zusammenkommen, wie die gemeinsame Liebe zu den Beatles sie zusammenbringt und wie stark die gemeinsame Kreativität die Jungs miteinander verbindet. Aber auch, wie schnell sie zu einer großen Band werden und dadurch die Schattenseiten des Erfolgs zum Vorschein kommen: Drogen, Alkohol, Zerstörungswut und großes Ego. Ich würde sagen, die ersten 100 Seiten habe ich in einem Rutsch weggelesen. Und komischerweise bin ich trotz des ganzen Namendroppings schnell vorangekommen. Ich hatte aber auch nicht das Bedürfnis, alle Namen nachzuschlagen. Ich hab sie gelesen und hingenommen. Es war einfach ein euphorisches Gefühl, das mich durch die Erzählung der Bandgründung getragen hat. Dabei durfte ich auch oft einen Einblick in Marco Wandas Privatleben bekommen und hab so manche wahre Geschichte zu den Liedern erfahren. Dies war für mich auch das Stärkste an dem Buch, dass ich so viel Einblick in das Entstehen eines Songs bekommen habe und diese Lieder für mich plötzlich eine weitere Geschichte erzählen. Auch die ganzen Erzählungen zu den Videodrehs und Fotoshootings für die Alben waren für mich interessant. Doch mit dem ganzen Erfolg und den damit verbundenen Schattenseiten kamen auch unsympathische Seiten der Band zum Vorschein und dadurch auch ein wenig die Distanz beim Lesen. Zum Schluss hin war ich Marco wieder näher, denn der Schmerz und Verlust haben eine sehr menschliche Seite von ihm gezeigt. Lustig war für mich auch zu erkennen, dass ich eine „große Sünde“ begangen habe, denn als großes Bilderbuch-Fangirl war ich trotzdem auch begeistert von Wanda. ;)Und natürlich hab ich nebenher die Songs dazu gehört. Ein Buch, das literarisch nicht immer voll überzeugt, aber sich anfühlt wie ein ewig langer Wanda-Song. S.91 „Die Musik, die wir machten, stand sich diametral entgegen. Wanda waren Lederjacke und Bierdose, Bilderbuch waren Palettenhemd und Sektflasche. Uns haftete eine lebensnahe Räudigkeit an, Bilderbuch eine dadaistische Intellektualität.“ S.92 „Für Musikfans war es undenkbar, beide Bands zu mögen. Man musste sich schon entscheiden.“ S.227 „Zwei Jahre waren genug. Mit viel Arbeit und Bewegung und Zeit im Waldviertel bei meinen Eltern wurde ich wieder ein Mensch. Im goldenen Abendlicht des Spätsommers lernte ich, dass ich alles besaß und nichts mehr brauchte als Füße oder ein Fahrrad, die mich über die endlosen Feldwege tragen, die Hügel hoch, dem Rund der Welt entgegen.“ S.236 „Heute weiß ich, dass Christian damals gegen die Zeit spielte. Vielleicht habe ich es auch damals gewusst und wollte es nicht wahrhaben. Wir werden letzten Endes von allem geleitet, was wir nicht wissen wollen.“
3. Okt. 2025







