Blick ins Buch

Das Versprechen

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Über das Buch

Editionen (9)

ISBN9780245532511
VerlagGütersloh: Bertelsmann 1975.
Erscheinungsdatum01.01.70
Seitenzahl157

Rezensionen & Bewertungen

305 Bewertungen

33 Rezensionen

3,6

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  • katinkaminka
    katinkaminka

    96 Follower

    4,0

    Deprimierend aber gut

    Ich habe mal wieder einen Klassiker nachgeholt, den man auch gut in der Schule hätte lesen mögen (z.B. anstelle von den Leiden des jungen Werther, was ich auch als furchtbar deprimierend und insbesondere todeslangweilig in Erinnerung habe)... Und langweilig ist Dürrenmatts „Das Versprechen“ trotz der gemächlich Sprache auf keinen Fall. Vielmehr ist es ein düsterer, brillant komponierter Anti-Krimi, der die Verlässlichkeit von Logik und Ermittlergenie radikal infrage stellt. Aus der Rahmenhandlung eines gescheiterten Kommissars entwickelt sich eine bitter-ironische Parabel über Zufall, Schuld und die Grenzen menschlicher Planung. Die knappe, präzise Sprache, die beklemmende Atmosphäre und das konsequent pessimistische Ende wirken lange nach. Wer klassische Auflösungen und kathartische Gerechtigkeit erwartet, wird gezielt enttäuscht – und genau darin liegt die verstörende Stärke dieses Romans. Ich hab den Film nie gesehen, vielleicht muss ich demnächst auch mal die Reihe "Filmklassiker Nachholen" starten...

    4 Tage vor

  • sirreadalot
    sirreadalot

    7 Follower

    4,0

    Achtung Spoiler: Ein Mädchen, Gritli Moser, wird ermordet und ein Hausierer für den Täter gehalten. Nur der Kommissar Matthäi hat Zweifel. Nach einem langen und unfairen Verhör gesteht der Hausierer jedoch und erhängt sich in seiner Zelle. Der Fall scheint gelöst. Nur M. hat immer noch Zweifel und forscht selbst weiter. Auf seiner Suche hat er plötzlich die Idee, mit einem 'Köder' den wahren Mörder zu überführen. Er kauft eine alte Tankstelle und überzeugt eine Ex-Prostituierte, für ihn als Haushälterin zu arbeiten. Sie hat eine Tochter, die so aussieht wie das Mordopfer und M. hofft, so den Mörder zu fassen. Das gelingt aber nicht, auch wenn er ein Mal kurz davor steht. Über die Fehlschläge wird er zum Trinker und verkommt. Zum Ende des Buches wird der Erzähler zu einer alten Dame gerufen, die im Sterben liegt. Diese berichtet in aller Ruhe, dass ihr Ehemann, ein geistig zurückgebliebener, deutlich jüngerer Mann, ihr insgesamt drei Morde gestanden hat, weil es ihm eine Stimme aus dem Himmel befohlen hat. Die Dame konnte aber unmöglich zur Polizei gehen, weil sonst ihre verhasste Schwester über sie triumphiert hätte. Daher hat sie nur mit ihm geschimpft. Dürrenmatt – ein Meister der Groteske. Wieder ein tolles Buch, aber für fünf Sterne reicht es nicht ganz.

    1. Juni 2024

3 von 33 Rezensionen

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