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Tief in den Sümpfen des Mississippi
Eigentlich ist der Sommer Grey’s liebste Zeit des Jahres. Denn jeden Sommer verbringt sie in der kleinen Stadt La Cachette am Ufer des Mississippi gemeinsam mit ihren besten Freunden. Als sie dieses Jahr nach Hause kommt, ist jedoch alles anders, denn ihre beste Freundin wird vermisst und jeder in der Stadt scheint ein Geheimnis zu haben. Dumm nur, dass in La Cachette so manch ein Mythos Realität wird und Geheimnisse nie lange solche bleiben… Mit ihrem Jugend-Thriller „Dark and Shallow Lies“ lädt uns Ginny Myers Sain auf eine atmosphärische Reise an die wilden Ufer des Mississippi ein. Tief in den Sumpf-Wäldern Louisianas liegt die berühmt-berüchtigte Stadt La Cachette, die Hauptstadt des Übernatürlichen. Was für Touristen bloß eine interessante Attraktion ist, war für die Bewohner der sonderbaren Stadt schon immer Alltag. Mythen und Legenden verschmelzen mit der echten Welt und so manche Gabe scheint doch kein Humbug zu sein, so werden Vorhersagen immer wieder wahr und Geister scheinen nie zu lügen. In dieser Realität ist Grey beinahe eine Außenseiterin, weil sie selbst keine Gabe hat und nur den Sommer in der entlegenen Stadt verbringt. Während sie von einem dauerhaften Leben in den Sümpfen träumt, scheinen alle anderen jedoch immer größere Geheimnisse vor ihr zu hüten, die die Stadt in ein ganz neues, düsteres Licht tauchen. Geheimnisse, die Grey nach und nach entschlüsselt, auch weil sie endlich die Wahrheit darüber wissen will, was mit ihrer besten Freundin geschehen ist. Die Lügen, die sie daraufhin aufdeckt, bringen aber ihre ganze Welt aus dem Gleichgewicht. Zu Beginn ist es etwas irritierend, der Geschichte zu folgen. Lange ist nicht ganz klar, wie groß der „Fantasy“-Anteil sein wird, mit was für einer Geschichte man es überhaupt zu tun hat. Letztendlich handelt es sich wohl um einen Mystery-Krimi, der sich nicht klar an eine Lesergruppe richtet, aber wohl doch eher junge Erwachsene als Publikum im Sinn hatte. Die Protagonisten sind jedenfalls alle um die siebzehn Jahre alt und verhalten sich auch dementsprechend. Es gibt hier ein paar Coming of Age-Nebenhandlungen und ein bisschen Teenie-Romantik gepaart mit dem Gefühl eines großen, wilden Sommers, in dem, vor allem in der Situation der Charaktere, alles möglich scheint, im Guten wie im Schlechten. Das Gefühl eines endlosen Sommers, die drückende, mysteriöse Atmosphäre der Stadt am Fluss mit all ihren Geheimnissen und ihrem Bezug zur Natur hat die Autorin wirklich meisterlich eingefangen und auch die Figurenkonstellation der Teenager, die langsam den Kinderschuhen entwachsen, einander nicht mehr trauen, ihre Geheimnisse hüten und sich garantiert auch für erwachsener halten, als sie sind, passen auch erstaunlich gut in dieses wilde Setting. Die Handlung ist nicht zu leicht durchschaubar, auch eben weil sie die Verbindung zu Mystery und Folklore hat und der Mordfall nur in Kombination von „Detektivarbeit“ und magischen Fähigkeiten gelöst werden kann. Zum Ende hin wurde es absehbar ein wenig dramatisch und lief auf eine mit allen Mitteln der Kunst inszenierte Konfrontation hinaus, in der dann auch endlich alle Karten aufgedeckt werden. Das war vielleicht etwas viel des Guten, schenkt der Geschichte aber trotzdem einen stimmigen Abschluss, der nicht besonders offensichtlich war, wenn auch weniger mystisch als erwartet. Wer Lust auf ein Sommerbuch der anderen Art hat, sich in einer beinahe anderen Welt versenken, Geheimnisse und Mythen ausgraben und einen Mordfall lösen will und sich dabei nicht von etwas Teenie-Geplänkel stören lässt, der hält mit diesem ungewöhnlichen Buch vielleicht sein nächstes Leseabenteuer in der Hand.

1 Tage vor
Tief in den Sümpfen des Mississippi
Eigentlich ist der Sommer Grey’s liebste Zeit des Jahres. Denn jeden Sommer verbringt sie in der kleinen Stadt La Cachette am Ufer des Mississippi gemeinsam mit ihren besten Freunden. Als sie dieses Jahr nach Hause kommt, ist jedoch alles anders, denn ihre beste Freundin wird vermisst und jeder in der Stadt scheint ein Geheimnis zu haben. Dumm nur, dass in La Cachette so manch ein Mythos Realität wird und Geheimnisse nie lange solche bleiben… Mit ihrem Jugend-Thriller „Dark and Shallow Lies“ lädt uns Ginny Myers Sain auf eine atmosphärische Reise an die wilden Ufer des Mississippi ein. Tief in den Sumpf-Wäldern Louisianas liegt die berühmt-berüchtigte Stadt La Cachette, die Hauptstadt des Übernatürlichen. Was für Touristen bloß eine interessante Attraktion ist, war für die Bewohner der sonderbaren Stadt schon immer Alltag. Mythen und Legenden verschmelzen mit der echten Welt und so manche Gabe scheint doch kein Humbug zu sein, so werden Vorhersagen immer wieder wahr und Geister scheinen nie zu lügen. In dieser Realität ist Grey beinahe eine Außenseiterin, weil sie selbst keine Gabe hat und nur den Sommer in der entlegenen Stadt verbringt. Während sie von einem dauerhaften Leben in den Sümpfen träumt, scheinen alle anderen jedoch immer größere Geheimnisse vor ihr zu hüten, die die Stadt in ein ganz neues, düsteres Licht tauchen. Geheimnisse, die Grey nach und nach entschlüsselt, auch weil sie endlich die Wahrheit darüber wissen will, was mit ihrer besten Freundin geschehen ist. Die Lügen, die sie daraufhin aufdeckt, bringen aber ihre ganze Welt aus dem Gleichgewicht. Zu Beginn ist es etwas irritierend, der Geschichte zu folgen. Lange ist nicht ganz klar, wie groß der „Fantasy“-Anteil sein wird, mit was für einer Geschichte man es überhaupt zu tun hat. Letztendlich handelt es sich wohl um einen Mystery-Krimi, der sich nicht klar an eine Lesergruppe richtet, aber wohl doch eher junge Erwachsene als Publikum im Sinn hatte. Die Protagonisten sind jedenfalls alle um die siebzehn Jahre alt und verhalten sich auch dementsprechend. Es gibt hier ein paar Coming of Age-Nebenhandlungen und ein bisschen Teenie-Romantik gepaart mit dem Gefühl eines großen, wilden Sommers, in dem, vor allem in der Situation der Charaktere, alles möglich scheint, im Guten wie im Schlechten. Das Gefühl eines endlosen Sommers, die drückende, mysteriöse Atmosphäre der Stadt am Fluss mit all ihren Geheimnissen und ihrem Bezug zur Natur hat die Autorin wirklich meisterlich eingefangen und auch die Figurenkonstellation der Teenager, die langsam den Kinderschuhen entwachsen, einander nicht mehr trauen, ihre Geheimnisse hüten und sich garantiert auch für erwachsener halten, als sie sind, passen auch erstaunlich gut in dieses wilde Setting. Die Handlung ist nicht zu leicht durchschaubar, auch eben weil sie die Verbindung zu Mystery und Folklore hat und der Mordfall nur in Kombination von „Detektivarbeit“ und magischen Fähigkeiten gelöst werden kann. Zum Ende hin wurde es absehbar ein wenig dramatisch und lief auf eine mit allen Mitteln der Kunst inszenierte Konfrontation hinaus, in der dann auch endlich alle Karten aufgedeckt werden. Das war vielleicht etwas viel des Guten, schenkt der Geschichte aber trotzdem einen stimmigen Abschluss, der nicht besonders offensichtlich war, wenn auch weniger mystisch als erwartet. Wer Lust auf ein Sommerbuch der anderen Art hat, sich in einer beinahe anderen Welt versenken, Geheimnisse und Mythen ausgraben und einen Mordfall lösen will und sich dabei nicht von etwas Teenie-Geplänkel stören lässt, der hält mit diesem ungewöhnlichen Buch vielleicht sein nächstes Leseabenteuer in der Hand.
1 Tage vor








