Boris Godunow

Boris Godunow

Taschenbuch
DramaKlassisches DramaTheaterRussische Literatur

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Beschreibung

Der Stoff vom »falschen Demetrius«, der sich als russischer Thronfolger ausgab, 1605 nach dem Tod des Zaren Boris Godunow in Moskau einzog und dort gekrönt wurde, regte schon Schiller zu einem Drama an. Puschkin gestaltete ihn in seinem Schauspiel Boris Godunow (1825) aus dem Geist und im Stil Shakespearescher history plays zu einer mitreißenden Szenenfolge über die Verlockung der Macht, über Ohnmacht und Wankelmut des Volkes. Nach dem Text von Puschkin schrieb Mussorgskij 1868-71 seine gleichnamige Oper.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Lyrik & Dramen
Sub-Genre
Dramen & Theaterstücke
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
80
Preis
2.90 €

Beiträge

1
Alle

Ich wusste ehrlich gesagt schon in dem Moment, in dem ich das E-Book geöffnet habe und mir klar wurde, dass es sich um ein Theaterstück handelt, dass das schwierig wird. Und genau so kam es dann auch. Mit „Boris Godunow“ erzählt eine Geschichte über Macht, Schuld und die Frage, wie legitim ein Herrscher eigentlich ist. Im Zentrum steht Zar Boris, der nicht nur politisch unter Druck gerät, sondern auch zunehmend an seinem eigenen Gewissen zu zerbrechen scheint. Parallel dazu entfaltet sich ein Intrigenspiel, das das ganze Reich ins Wanken bringt. Inhaltlich also eigentlich genau die Art von Stoff, die ich spannend finde. Und ich bin mir auch ziemlich sicher: Das ist kein schlechtes Werk. Im Gegenteil, es ist vermutlich richtig gut – durchdacht, vielschichtig und genau das, was man von Puschkin erwartet. Das Problem bin in diesem Fall einfach ich. Ich komme mit der Form des Theaters einfach nicht klar. Diese ganzen Szenenwechsel, die vielen Figuren, die ausschließlich über Dialoge funktionieren – mir fehlt da komplett die Führung. Ich brauche beim Lesen Struktur, ein Gefühl für Entwicklung, für Zusammenhänge. Hier hatte ich eher das Gefühl, ich stehe daneben und muss mir alles selbst zusammensortieren, ohne wirklich reingezogen zu werden. Was auf einer Bühne wahrscheinlich durch Schauspiel, Stimmung und Inszenierung lebendig wird, bleibt für mich auf dem Papier erstaunlich trocken und distanziert. Ich sehe, was da steckt – aber ich komme nicht richtig ran. Gerade im Vergleich dazu funktionieren Puschkins Gedichte und Erzählungen für mich deutlich besser. Die sind greifbarer, direkter und holen mich emotional viel mehr ab. „Boris Godunow“ hingegen fühlt sich eher an wie ein Werk, das ich respektiere, aber nicht wirklich erlebe. Unterm Strich ist das also weniger eine Bewertung des Stücks als eine Erkenntnis über meinen eigenen Lesegeschmack: Theater ist einfach nicht meine Welt. Und auch wenn ich Puschkin als Autor sehr schätze, ändert das daran nichts.

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