Blick ins Buch

Romane

Blume Vollmond

4,1(24)
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Über das Buch

»Dass Erinnerungen lebensgefährlich sein können, davon handelt Fang Fangs Literatur. Dafür wird Fang Fang in ihrer Heimat drangsaliert. Trotzdem hört sie nicht auf, diesen Erinnerungen einen poetischen Raum zu geben.« Sandra Kegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Dies ist die faszinierende Geschichte einer leidenschaftlichen Mah-Jongg-Spielerin: Besessen vom Spiel blendet Hua Manyue (Blume Vollmond) die Ereignisse um sich herum so radikal aus, dass sie im aufflammenden chinesischen Bürgerkrieg die Flucht verpasst. Die Folgen sind dramatisch: Während ihre Familie sich nach Taiwan rettet, wird Hua über Nacht mittellos. Trotz des nun offiziellen Spielverbots hält Hua am Mah-Jongg fest – aber wird es sie durch die Zeiten tragen können? Eindrücklich und bewegend erzählt Fang Fang in diesem weltweit zuerst auf Deutsch erscheinenden Roman von der Wirkung gesellschaftlicher Umbrüche auf den einzelnen Menschen – und zugleich von deren begrenzter Macht über individuelle Leidenschaften.

Editionen (1)

ISBN9783455019575
VerlagHoffmann und Campe
Erscheinungsdatum06.08.25
Seitenzahl176

Rezensionen & Bewertungen

24 Bewertungen

12 Rezensionen

4,1

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  • marzipanhirsch
    marzipanhirsch

    123 Follower

    5,0

    Hua Manyue,Tochter einer reichen und mächtigen chinesischen Familie ist besessen vom Mah-Jongg spielen. Ihre Spielsucht geht so weit, dass sie als einzige ihrer Familie während des Ausbruchs des chinesischen Bürgerkriegs die Flucht verpasst, da sie gerade wieder im Spielcasino sitzt, als ihre Familie nach Taiwan flüchtet. Hua Manyue bleibt alleine, obdachlos und das harte Leben in Armut nicht gewohnt, zurück. Der ehemalige Fahrer sowie der Koch der Familie haben Mitleid mit Hua und verstecken sie bei sich zuhause vor den Kräften, die Rache an der ehemals reichen Bevölkerung üben, es drohen Inhaftierung oder gar Tod. Anfangs denken sowohl Hua als auch ihre beiden Retter, dass es sich nur um ein paar Tage oder Wochen der Unannehmlichkeit handeln wird, doch daraus werden 60 Jahre, in denen Hua mit falscher Identität in engsten und ärmlichen Verhältnissen bei der Familie des einstigen Dienstboten lebt. Doch sie findet trotz der aussichtslosen Lage für sich einen Weg, dieses Leben zu leben und für sich eine Nische zu finden, in der sie mental überleben kann. Ich fand das Buch großartig, obwohl die Protagonistin mir weder sympathisch noch nahe war. Doch dieses Gefühl der Fremdheit war meiner Faszination über diese Geschichte überhaupt nicht hinderlich, eher im Gegenteil. Der Autorin gelingt es zudem, die engen und armen Verhältnisse in der Mitte des 20. Jahrhunderts in China sehr gut spürbar zu machen, ich hatte beim Lesen das Gefühl, mir Geruch und Geräuschpegel etc vorstellen zu können. Dazu erfahren wir nebenbei 60 Jahre chinesischer Geschichte. Fazit: ich mochte alles an diesem Buch und werde sicher weitere Bücher der Autorin, deren Bücher in China übrigens verboten sind, lesen.

    29. März 2026

  • soulfulrina_reads
    soulfulrina_reads

    116 Follower

    4,0

    Zwischen Mahjong und Krieg

    Der Chinesische Bürgerkrieg steht kurz bevor, doch die Protagonistin Hua Manyue blendet das völlig aus – sie ist völlig eingenommen vom Mahjong-Spiel. Erst als es zu spät ist, merkt sie, dass sie fliehen müsste. Stattdessen bleibt ihr nur noch, sich zu verstecken, ihren Namen zu ändern und sich als Teil des einfachen Volkes durchs Leben zu schlagen. Als Frau aus gutem Hause ist sie plötzlich mittellos und auf die Gnade ihrer früheren Bediensteten angewiesen. Hua Manyue ist keine sympathische Figur. Sie wirkt kühl, abweisend, fast schon gleichgültig – außer, wenn es um Mahjong geht. Und genau das macht sie interessant. Ich fand ihre Darstellung fast parabelhaft: Wie gehen Menschen mit plötzlichen Umbrüchen um? Was gibt ihnen Halt, wenn alles um sie herum zerbricht? Und kann eine einzige Leidenschaft ausreichen, um nicht den Verstand zu verlieren? Es war auch bemerkenswert, wie sie trotz ihrer Namensänderung und dem Verlust ihres früheren gesellschaftlichen Standes weiterhin im Mittelpunkt vieler Menschen steht – obwohl sie keinerlei Macht mehr ausüben kann. Auch wenn die politische Lage nur in knappen Worten angedeutet wird, bleibt die Bedrohung durch den Bürgerkrieg ständig spürbar. Ich hatte zwar oft wenig Sympathie für Hua Manyue, aber manchmal doch Mitgefühl. Im Nachwort wird das historische Geschehen noch einmal eingeordnet – was ich sehr spannend fand, da ich mich mit der chinesischen Geschichte nicht besonders gut auskenne. Das hat dem Buch für mich zusätzliche Tiefe verliehen. Besonders hervorheben möchte ich noch, dass im Nachwort erwähnt wird, dass dieses Buch in China nicht erscheinen durfte – es wurde stattdessen als Manuskript für die deutsche Übersetzung zur Verfügung gestellt. Umso wichtiger finde ich es, dass es gelesen wird. Ich bin gespannt auf weitere Werke von Fang Fang. Eine klare Empfehlung für alle, die besondere Charaktere schätzen – nicht immer sympathisch, aber mit einem faszinierenden Innenleben, das fesselt. *unbezahlte Werbung- Rezensionsexemplar

    6. Aug. 2025

  • hansitho
    hansitho

    10 Follower

    3,0

    Sehr unsympathische Charaktere, was es interessant gemacht hat und gut historisch verwobene Geschichte.

    31. März 2026

3 von 12 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Fang Fang

Fang Fang ist eine der bekanntesten Schriftstellerinnen Chinas. Sie wurde 1955 geboren und lebt seit ihrem zweiten Lebensjahr in Wuhan. Ihr 2020 auf Deutsch erschienenes Wuhan Diary stand wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste. Zuletzt erschienen von ihr bei Hoffmann und Campe der vielfach gefeierte Roman Glänzende Aussicht (2024) sowie Blume Vollmond (2025).

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