Auf der Suche nach Marie

Auf der Suche nach Marie

Paperback
3.36
EmanzipationVorkriegszeitUrlaubsaffäreLeidenschaft

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Beschreibung

Marie ist dreißig und gerne verheiratet mit Jean. Ihre Freundinnen beneiden sie um ihr Eheglück, doch während eines Urlaubs am Meer gesteht sie sich erstmals ein, dass der Beziehung zu ihrem Mann etwas fehlt. Aus dem Flirt mit einem Studenten am Strand wird – zurück in Paris – eine leidenschaftliche Affäre. Marie entdeckt ihren Körper und ihre Sinnlichkeit und ist wie berauscht. Ihr Leben ändert sie deswegen aber nicht: Als ihr Mann in die Provinz versetzt wird, geht sie selbstverständlich mit ihm, kehrt dann aber bei der ersten Gelegenheit nach Paris zurück. Marie genießt ihr Geheimnis und spielt ihre Rolle gut. Sie ist eine für die Zeit ungewöhnlich moderne Frau. Stark und intelligent, mutig und selbstbewusst. Mal distanziert beobachtend, mal aus Maries Perspektive erzählt Madeleine Bourdouxhe von einer Liebe jenseits der Konventionen.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Zeitgenössische Romane
Format
Paperback
Seitenzahl
192
Preis
13.30 €

Beiträge

1
Alle
3.5

Auf der Suche nach persönlicher Freiheit

Das Buch erschien erstmals 1943 und wurde dann Ende der 80er, als die Frauenbewegung so richtig in Fahrt kam, wieder herausgegeben. So ist dies denn vielleicht auch eine Erzählung für eine feministisch geprägte Leserschaft. Insgesamt finde ich den Roman recht französisch mit seinen philosophischen Anspielungen. Die Handlung ist 'ganz von weiblicher Energie und einem optimistischen Lebensgefühl bestimmt' (Aus dem Nachwort der englischen Übersetzerin). Hm..., auf mich wirkte die Geschichte alles in allem eher melancholisch, obgleich es gewissermaßen ein Happy End gibt. Auch das Thema Suizid spielt gegen Ende eine (Neben)Rolle. Grundsätzlich handelt es sich dennoch um die lebensbejahende Ermächtigungsstory der durch eine Ehe eingeschränkte Frau, die zum Schluss 'in ihrem eigenen Handeln ihre Befreiung findet; [das] macht die bis in unsere Gegenwart reichende Aktualität dieses Buches aus'. 'Dass Marie sich selbst auf einer anderen, höheren Stufe sieht als die anderen, lässt sie zuweilen unnahbar und ungeduldig werden': Dieses 'Sich für etwas Besseres halten' lässt die Protagonistin denn auch leider etwas unsympathisch wirken, weshalb ich mit ihr nicht so ganz warm wurde. Fazit: Das relativ dünne Büchlein las sich flüssig weg, der Plot plätscherte so dahin, die philosophisch angehauchten Passagen gefielen mir gut, das ist aber auch einfach mein Faible. Die Hauptfigur Marie ist jedoch keine Frau, mit der ich vollends mitfühlen konnte, insofern dreieinhalb Sterne. Ich würde das Buch übrigens erst als Lektüre empfehlen, wenn man selbst schon mal eine langjährige Beziehung hinter sich hatte, in der die rosarote Brille mittlerweile abgesetzt wurde, damit man das Setting nachvollziehen kann 😉

Auf der Suche nach persönlicher Freiheit
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