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Romane

Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Frankfurter Ausgabe

3,9(13)
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Über das Buch

"Eine Chronik der Belle Époque mit ihren Salons, ihren eleganten Restaurants, ihren besten Adressen für Roben, Anzüge, Krawatten, Blumen, Gebäck oder Eis; eine Chronik auch des mondänen Badelebens an den Stränden der Normandie; eine Satire des Großbürgertums, des Hochadels und der jüdischen Finanzwelt; Reflexion über Literatur und bildende Kunst; in erster Linie jedoch ein großartiger Roman mit kunstvoll gebauten Handlungssequenzen, kunstvoll inszenierten Begegnungen und kunstvoll »gemalten« Bildern: Stilleben à la Chardin, Strandbilder à la Boudin oder Seestücke à la Monet."

Editionen (3)

ISBN9783518456422
VerlagSuhrkamp
Erscheinungsdatum01.12.04
Seitenzahl851

Rezensionen & Bewertungen

13 Bewertungen

6 Rezensionen

3,9

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  • nancyspencer
    nancyspencer

    43 Follower

    4,0

    „Es war dies nicht das erste Mal, daß ich spürte, daß die, die lieben, und die, die Vergnügen empfinden, nicht dieselben sind.“ (S.314) Der zweite Band von „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ zog sich für mich etwas zäher als Band 1 und war nicht ganz so durchgängig flirrend schön, auch wenn Prousts Lieblingswort immer noch „rosig“ zu sein scheint. Ich habe wieder einige mir unbekannte Wörter kennengelernt (wie „Posamente“, „Plastron“, oder „Ephebe“), mich ansonsten auch über ein paar vergessene Praktiken amüsiert, wie etwa „einmütig in eine Schmähung einstimmen“, aber insgesamt hat mich Band 2 nicht ganz so begeistern können, wie der erste Band. Immer noch tolle Beobachtungen und Reflexionen, hier und da auch ein gewisser Witz, tolle Sprache und Beschreibungen, keine Frage, aber alles auch streckenweise etwas länglich. Er reist nach Balbec, also ans Meer und lernt dort unter anderem Albertine kennen. Mal sehen, wie es weitergeht …

    29. Juni 2026

  • auntieterror
    auntieterror

    43 Follower

    5,0

    "Did I mention the gold-spun hair of my friend Robert or his uncle's beautiful face yet?... Also, the girls were nice, too, though I couldn't quite figure out which one I liked best and so tried to kiss the one I thought I had the best chance with." No, honestly - these novels are a lot more amusing than you'd expect. (Rtc)

    8. Nov. 2022

  • semjon.pfalz
    semjon.pfalz

    38 Follower

    4,0

    Wie habe ich mich über die Figur des Ich-Erzählers, dem jungen Marcel, in diesem zweiten Band aufgeregt, mit ihm geschimpft, gelangweilt und dann doch wieder in seinen herrlichen Beschreibungen von Kleinigkeiten dahinschmelzen lassen. Die Suche nach der verlorenen Zeit verlangt wirklich einiges vom Leser ab. Handlungsarm, metaphernreich, geschwätzig, poetisch, in meinem Augen mit Lebensweisheiten versehen, die zwischen billigen Abreißkalendern und Philosophiebuch dahinschwänzeln mit ihren langen Schachtelsätzen. Da hab ich noch überlegt, wie ich dieses Lesevergnügen letztlich bewerten soll, da entlässt mich Marcel mit dem letzten Satz des Romans derart beseelt von dem Augenblick, da er nach der Sommerfrische am Meer wieder nach Paris zurückgekehrt ist und am Morgen seine Zugehfrau F. ins Zimmer tritt, dass ich nur eine gute Bewertung abgeben kann: „Und während Francoise die Nadeln von den Fensterriegeln entfernte, die Stoffe abnahm, die Vorhänge aufzog, gleißte der Sommertag, den sie enthüllte, so tot, so zeitlos wie eine prunkvoll konservierte, jahrtausendealte Mumie, die unsere alte Dienerin vorsichtig aus ihren Leinenbinden schälte, bevor sie sie, in ihrem goldenen Gewande einbalsamiert, vor mir aufstrahlen ließ.“ Köstlich. Man könnte meinen, dass Marcels Liebesleben, welches über den ganzen Band hinweg so unglücklich verlief, in der Mumie endlich seine Erfüllung erhält. Home, sweet home. Endlich ist das stockkonservative Muttersöhnchen, welches jegliche Veränderungen partout ablehnt (und sei es die neumodische Erfindung eines britischen Sandwiches), wieder zu Hause. Wenn ich etwas zu kritisieren habe, dann ist es Marcel selbst, der in meinem Augen die zwiespältigste Figur des Romans ist, denn einerseits sind seine Menschenstudien und soziologischen Betrachtungen messerscharf und treffend und dann auch wieder derart weltfremd und verallgemeinernd, dass ich mir gewünscht hätte, der Ich-Erzähler würde auch mal Zweifel an seinem eigenen Handeln und Sagen bekommen. Aber diese Wolke des Snobismus, der Hang zur Arroganz, wenn auch zur eher stillen Überheblichkeit eines Introvertierten umweht ihn ständig. Und wenn der blaße Jüngling, noch nie in festen Händen, seitenweise Abhandlungen über die Liebe schreibt, kommt er mir vor wie ein eingebildeter Ahnungsloser. Der Autor zieht seine Figur natürlich nicht ins Satirische, er ist ja selbst die Hauptperson. Vielmehr lästert er eloquent über die Menschen in den Salons der Belle Epoque und das durchaus amüsant und treffend. Ach ja, das war Band 2. Aber brauche ich wirklich sieben Bände davon? Auf jeden Fall brauche ich erstmal eine Proustpause, denn so wunderschön und zuckersüß seine Sätze sind: man kann ja nicht jeden Tag Sahnetorte essen. Oder Madeleines in den Tee tunken.

    14. Apr. 2024

3 von 6 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Marcel Proust

Marcel Proust wurde am 10. Juli 1871 in Auteuil geboren und starb am 18. November 1922 in Paris. Sein siebenbändiges Romanwerk Auf der Suche nach der verlorenen Zeit ist zu einem Mythos der Moderne geworden. Eine Asthmaerkrankung beeinträchtigte schon früh Prousts Gesundheit. Noch während des Studiums und einer kurzen Tätigkeit an der Bibliothek Mazarine widmete er sich seinen schriftstellerischen Arbeiten und einem – nur vermeintlich müßigen – Salonleben. Es erschienen Beiträge für Zeitschriften und die Übersetzungen zweier Bücher von John Ruskin. Nach dem Tod der über alles geliebten Mutter 1905, der ihn in eine tiefe Krise stürzte, machte Proust die Arbeit an seinem Roman zum einzigen Inhalt seiner Existenz. Sein hermetisch abgeschlossenes, mit Korkplatten ausgelegtes Arbeits- und Schlafzimmer ist legendär. In Swanns Welt, der erste Band von Prousts opus magnum, erschien 1913 auf Kosten des Autors im Verlag Grasset. Für den zweiten Band, Im Schatten junger Mädchenblüte, wurde Proust 1919 mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet. Die letzten Bände der Suche nach der verlorenen Zeit wurden nach dem Tod des Autors von seinem Bruder herausgegeben.

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